Seefeld | Herzfischer - Strandträume in Greetsiel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 369 Seiten

Reihe: Die Greetsiel-Liebesromane

Seefeld Herzfischer - Strandträume in Greetsiel


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-7430-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 369 Seiten

Reihe: Die Greetsiel-Liebesromane

ISBN: 978-3-7517-7430-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mit Gummistiefeln und Friesennerz ins Glück

Katharina arbeitet in einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei und verfolgt nur ein Ziel: Sie will zur Junior-Partnerin befördert werden. Dafür beißt sie sogar in den sauren Apfel und übernimmt einen mehr als zweifelhaften Grundstücksverkauf in Greetsiel.

Hier oben an der Nordseeküste trotzt Katharina nicht nur den aufmüpfigen Möwen und dem sprichwörtlichen Schietwetter, sondern trifft auch auf den wortkargen Krabbenfischer Jasper. Mit seinem rauen Charme verdreht er ihr gehörig den Kopf, und sie verliert sich in seinen meerblauen Augen. Doch als sie herausfindet, dass ausgerechnet Jasper der Grundstückseigentümer ist, steht sie vor der bislang schwersten Entscheidung ihres Lebens: Soll sie ihrem Verstand folgen - oder dem Herzen?

Der Auftakt einer zauberhaften neuen Wohlfühl-Roman-Reihe um das idyllische Fischerdorf Greetsiel - voller ostfriesischem Charme und ganz großer Gefühle.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Anja Seefeld wurde im Bergischen Land geboren, wo sie mit ihrem Mann und den drei Söhnen auch heute wieder lebt. Als Ausgleich zu den Gesetzestexten an ihrem Arbeitsplatz im HR eines Baukonzerns schreibt die studierte Juristin Romane mit viel Herz und einer Prise Humor. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen Heldinnen des Alltags, die in ihrem Leben Dinge finden, nach denen sie gar nicht gesucht haben. Sie selbst hat mit ihrer Familie an der ostfriesischen Nordseeküste nicht nur in der dritten Generation eine Urlaubsheimat gefunden, sondern auch den Schauplatz ihres ersten Romans. Mehr über ihre Bücher und Projekte gibt es auf www.anja-seefeld.de zu entdecken.

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1


Ich versuchte, dieses leise Prickeln zu ignorieren, das seine zarten Küsse auf meinem Nacken hervorriefen. »Paul, ich muss wirklich aufstehen.«

Kleine Staubpartikel flirrten in den Strahlen der Vormittagssonne, die durch das Schlafzimmerfenster meines Appartements auf mein Gesicht schien. Die Bettdecke raschelte, als Paul sich unter ihr näher an mich heranschob.

»Lass dich nicht aufhalten«, flüsterte er mir ins Ohr. Sein Atem wehte leicht über meine Haut. Er schmiegte sich an meinen Rücken, und seine Lippen wanderten weiter zu meinen Schultern.

Halbherzig versuchte ich, ein wohliges Stöhnen zu unterdrücken, das mein Körper wie von selbst erzeugte. Mit diesem wohlbekannten Kribbeln signalisierte mein Bauchgefühl Einverständnis.

Obwohl sich die feinen Härchen auf der Haut unter Pauls Berührungen aufstellten und mir ein angenehmer Schauer den Rücken hinablief, gelang es meinem Kopf, die Oberhand zu behalten. Ich befreite mich aus Pauls Umarmung und rutschte samt Decke in Richtung Bettkante. »Bitte, hör auf jetzt«, sagte ich lachend. »Meine Eltern erwarten mich zum Mittagessen. Ich darf nicht wieder zu spät kommen.«

Sein frustriertes Schnauben zeigte mir, was er davon hielt. Ich schwang die Beine auf den Boden. Mein Blick glitt über das King-Size-Bett, in dessen Mitte er jetzt bewegungslos und mit eingefrorener Miene lag, wie eine Figur aus Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Er gab einen lausigen Verlierer ab.

Ich hatte an einem Sonntagvormittag keine Lust auf Streit. Ohne auf Paul einzugehen, warf ich das Oberbett in seine Richtung und tappte barfuß ins Bad nebenan und unter die Regendusche. Eine der Annehmlichkeiten dieses Appartements, vorausgesetzt man wurde gerne nass. Was vermutlich auf die meisten Menschen zutraf, außer eben auf mich. Ich schloss die Glastür hinter mir, drehte den Hebel der Armatur auf eine erträgliche Temperatur und wappnete mich gegen den bevorstehenden Platzregen.

Zuerst hatte ich die Wohnung damals gar nicht anschauen wollen, als mein Vater mir das Hochglanz-Exposé gezeigt hatte. Doch er hatte nicht lockergelassen, wie immer. Die unverbaute Aussicht von der Dachterrasse über die Düsseldorfer Innenstadt und die zentrale und gleichzeitig ruhige Lage hatten ihm dabei in die Karten gespielt. Schließlich übernahm er die Verhandlung mit dem Verkäufer, und ich gab nach, ebenfalls wie immer.

Inzwischen hatte ich diesen komfortablen Rückzugsort am Ende eines anstrengenden Arbeitstages zu schätzen gelernt. Bis auf die Regendusche.

In dem Moment, als ich die Glastür öffnete, um nach dem Badetuch auf dem Handtuchwärmer zu greifen, klingelte im Schlafzimmer mein Handy. Verdammter Mist. Ich hasste es, wenn ich einen Anruf verpasste. Darum übernachtete das Telefon immer auf dem Nachttisch neben dem Bett.

»Hallo?«

Mein Entsetzen wurde noch größer, als ich Paul reden hörte. Was, wenn unser Chef am anderen Ende der Leitung war? Immerhin waren wir in derselben Kanzlei beschäftigt. Für uns beide fast zeitgleich der erste Job nach dem juristischen Staatsexamen. Ich arbeitete daran, mir dort einen Namen zu machen; die Affäre mit einem Kollegen hatte sich außerplanmäßig entwickelt.

Unter Einsatz meines Lebens schlitterte ich auf nassen Füßen über das Parkett zurück ins Schlafzimmer.

»Paul ...«

Ehe er seinen Nachnamen aussprechen konnte, riss ich ihm das Handy aus der Hand. »Katharina König«, meldete ich mich, bemüht, meinen Atem unter Kontrolle zu bekommen. »Äh, hallo, Papa.«

Ich bedachte Paul mit einem Todesblick. Es hatte aber nicht den Anschein, als wollte er tot umfallen. Vielmehr saß er auf der Bettkante und taxierte meinen frisch geduschten Körper mit wachsendem Interesse. In Gedanken erstellte ich nicht zum ersten Mal eine Notiz an mich selbst, unbedingt an meinem Killerinstinkt zu arbeiten.

»Wie schön, dass man von dir auch mal wieder etwas hört, mein Kind«, klang es aus dem Handy.

Ich erschrak. »Warum? Ist was passiert?«

»Muss denn erst etwas passieren, wenn ich mit meiner einzigen Tochter sprechen möchte? Von alleine gibst du ja kein Lebenszeichen von dir. Es geht ja nicht nur um mich. Denk doch mal an deine Mutter. Du weißt doch, wie schnell sie sich sorgt ...«

»Ja, Papa, ich weiß«, fiel ich ihm ins Wort. »Aber ich kann dich beruhigen, es geht mir gut.« Ein weiterer Blick auf Paul zeigte mir, dass sich nicht nur die Pfütze zu meinen Füßen zusehends vergrößerte.

»Wie schön für dich. Daran wird dieser Herr Paul Wie-auch-Immer wohl einen nicht ganz unmaßgeblichen Anteil tragen. Ich hoffe, mein Anruf kommt nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt?«

Gott sei Dank verweigerte mein Vater nach wie vor Videoanrufe. An der seit Jahrzehnten bewährten Verständigung über das Telefon gab es aus seiner Sicht jedoch nichts auszusetzen. »Nein, natürlich nicht, Papa. Was kann ich denn nun für dich tun? Wir sehen uns doch gleich.«

»Eben drum. Ich wollte nur noch mal kurz nachhören, ob du unser Essen heute Mittag nicht wieder vergessen hast?«

Wie könnte ich, wo dieser Termin doch seit meinem Auszug an nahezu jedem Sonntag stattfand? »Wieso ›wieder‹? Ich habe das Essen letzte Woche nicht vergessen, ich war nur zu spät.«

»Du weißt, wie wichtig uns diese Tradition ist«, erinnerte mich mein Vater.

»Natürlich, Papa.« Mein ganzes Leben folgte Traditionen. Bis auf die Affäre mit Paul.

»Und, Katharina ...« Wir näherten uns dem Schlussplädoyer.

»Ja?«

»Bitte bemühe dich, dieses Mal pünktlich zu sein. Nicht, dass das Essen wieder verkocht, für das deine Mutter den ganzen Vormittag in der Küche steht.«

»Versprochen. Bis später, Papa. Und grüß Mama von mir.« Ich ersparte mir den Hinweis, dass nicht Trödelei, sondern eine Autopanne für die letzte Verspätung gesorgt hatte. Mein Vater behielt ohnehin immer recht.

Ich wischte über das Display, beugte mich zum Nachttisch hinunter und legte das Handy zurück.

Paul nutzte die Gelegenheit. Mit beiden Händen umschlang er meine Taille und versuchte, mich auf sich zu ziehen.

»Lass mich.« Flink wie eine Katze entwischte ich seinem Griff. »Erklär mir lieber, seit wann du ungefragt an das Handy anderer Leute gehst?«

»Mache ich ja gar nicht, oder bist du vielleicht ›andere Leute‹?« Er grinste mich an.

»Und wenn die Kanzlei dran gewesen wäre?«

»Ach, daher weht der Wind ... War sie aber nicht. Hast du etwa Angst, das mit uns könnte deiner Karriere schaden? Du bist immer so verdammt vernünftig, Katharina. Für dich gibt es nur Verpflichtungen und Ziele. Ständig willst du perfekt sein. Lass doch mal locker.«

Ich schluckte ein »So wie du« herunter, das mir auf der Zunge lag. »Dann brauche ich ja jetzt nur noch meinem Vater zu erklären, wer hier mit meinem Handy telefoniert«, gab ich schnippisch zurück.

»Die Welt wird weder untergehen, wenn du nicht um Punkt zwölf Uhr auf die königliche Klingel des heimischen Schlosses drückst, noch wenn dein Vater erfährt, dass seine Tochter Männerbesuch hat, obwohl sie doch erst nächstes Jahr dreißig Jahre alt wird. Ich hätte da schon eine Idee, wie wir die Zeit bis dahin nutzen.« Er ließ sich mit einer einladenden Handbewegung zurück aufs Bett fallen.

»Das ist nicht lustig, Paul. Du weißt, dass mir meine Eltern wichtig sind und dass sie nur das Beste für mich wollen.«

»Na bitte, trifft sich doch, das Beste für dich liegt vor dir auf dem Bett«, sagte er.

Ich verdrehte die Augen.

»Schon klar, das Beste ist natürlich, wenn du in die Fußstapfen deines ach so erfolgreichen Vaters trittst. Schließlich ist der auch schon seinem alten Herrn auf den Kanzlei-Thron gefolgt. Und das geht nur, wenn du vierundzwanzig Stunden am Tag in Gesetzestexten blätterst.« Er warf einen schnellen Blick auf einen Stapel Akten am Boden, die ich zu Hause bearbeitet hatte.

»Während du dich vierundzwanzig Stunden am Tag auf deine Ausstrahlung verlässt«, erwiderte ich. Ich versuchte, mit Ehrgeiz und Disziplin zu überzeugen, er mit Charme. Leider musste ich zugeben, dass er damit ebenfalls erfolgreich war, vor Gericht und bei mir.

»Viele Wege führen zum Ziel«, stellte Paul fest. »Und gemeinsam sind wir das perfekte Team.«

»Vorausgesetzt, wir hätten irgendeine ernsthafte Art von Beziehung, Paul. Haben wir aber nicht.«

»Noch nicht ...« Seine Mundwinkel verzogen sich zu seinem typischen Gewinnerlächeln.

Bis zu dem einen abendlichen Treffen unter Kollegen hatte ich seiner Anziehungskraft erfolgreich standgehalten. Dann hatte er mich, ganz Gentleman, nach Hause begleitet und war am Ende über Nacht geblieben. Aus diesem One-Night-Stand hatte sich eine lockere Affäre entwickelt, bei der ich mir ab und an erlaubte, tatsächlich mal loszulassen. Mehr war mit meinem Ziel nicht vereinbar, das hatte ich von Anfang...


Seefeld, Anja
Anja Seefeld wurde im Bergischen Land geboren, wo sie mit ihrem Mann und den drei Söhnen auch heute wieder lebt. Als Ausgleich zu den Gesetzestexten an ihrem Arbeitsplatz im HR eines Baukonzerns schreibt die studierte Juristin Romane mit viel Herz und einer Prise Humor. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen Heldinnen des Alltags, die in ihrem Leben Dinge finden, nach denen sie gar nicht gesucht haben. Sie selbst hat mit ihrer Familie an der ostfriesischen Nordseeküste nicht nur in der dritten Generation eine Urlaubsheimat gefunden, sondern auch den Schauplatz ihres ersten Romans. Mehr über ihre Bücher und Projekte gibt es auf www.anja-seefeld.de zu entdecken.

Anja Seefeld wurde im Bergischen Land geboren, wo sie mit ihrem Mann und den drei Söhnen auch heute lebt. Als Ausgleich zu den Gesetzestexten an ihrem Arbeitsplatz im HR eines Baukonzerns schreibt die Juristin Romane mit viel Herz und einer Prise Humor. Im Mittelpunkt stehen Heldinnen des Alltags, die in ihrem Leben Dinge finden, nach denen sie gar nicht gesucht haben. Sie selbst hat mit ihrer Familie an der ostfriesischen Nordseeküste nicht nur in der dritten Generation eine Urlaubsheimat gefunden, sondern auch den Schauplatz ihres ersten Romans.



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