Seemann | Das Schicksal schlägt zweimal zu | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 262 Seiten

Reihe: Die dritte Generation

Seemann Das Schicksal schlägt zweimal zu

Die dritte Generation
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-6807-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die dritte Generation

E-Book, Deutsch, Band 2, 262 Seiten

Reihe: Die dritte Generation

ISBN: 978-3-7562-6807-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Spiel mit mir! Die lebensfrohe Anastassja wird von Alexander zu sich nach Hause eingeladen. Die neugierige Anastassja erlebt ihre blaue Wunder. Bankomatkarte, Burger und Pommes sind fremd für sie. So viele neuen Eindrücke! Den Höhepunkt erlebt sie in der Vollmondnacht. Durch Zufall beobachtet sie die Eltern Alexanders bei einem Liebesspiel... Zurück in der Schule muss Vladimir als persönlicher Bodyguard von Anastassja und Aleksej einspringen. Es besteht die Gefahr einer Entführung und Anastassja wird ständig von Visionen geplagt und rettet so ihren Bruder. Es ist alles nur Show! Michael und Sebastian Jackson, die persönlichen Albträume ihres Bruders Florian, sind das zweite Jahr im Internat. In diesem Jahr lernt Michael die schüchterne Emilie kennen. Bei einem gemeinsamen Lauf durch den Wald stürzen sie in eine Schlucht. Sie werden mehr tot, als lebendig aufgefunden. Während Emilie schnell wieder auf den Beinen ist, landet Michael im Rollstuhl. Kann Emilie seine laufenden Depressionen abfangen?

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Alexander holt Anastassja von ihrem Zimmer ab. Normalerweise dürfen sich Jungs nicht im Wohnbereich der Mädchen aufhalten. Bei Anastassja verhält es sich anders. Sie wohnt mit ihrem Zwillingsbruder Aleksej in einem großen, durch eine Mauer geteilten Zimmer. Beide Räume sind durch einen kleinen Vorraum begehbar. So fällt es nicht weiter auf, wenn Alexander zu ihr gehen will. Doch längst weiß die ganze Schule, wie es sich wirklich verhält und wird toleriert, solange sich keiner darüber beschwert. Zudem die Eltern der Zwillingsgeschwister die größten Sponsoren der Schule sind und da macht man wegen dieses kleinen Vergehens kein Aufhebens.

„Hi! komm mit. Wir gehen hinaus. Ich möchte mit dir sprechen.“ Alexander nimmt Anastassja bei der Hand. Sie sind schon seit der ersten Klasse in dieser Schule ein Paar. Anfangs war er fast immer, In Vertretung ihres Bruders, ihr Begleiter. Sie ist hyperaktiv. Sie läuft, ohne weiter nachzudenken, einfach irgendwo hin und findet dann nicht mehr alleine zurück. Sie hat sich in der Schule oft verirrt. Wenn ihre Beschützer kurz von ihr weg geschaut haben, oder sich mit einem anderen unterhalten haben, ist sie ist spontan aus Langeweile weggelaufen. Oft ist sie vor das Tor gelaufen und die Freunde hatten Mühe, sie in dem weitläufigen Gelände der Schule wieder zu finden und zurück in die Schule zu bringen. Zum Glück hatte sie ihr Handy immer dabei, um sie orten zu können. Ihr fallen ständig spontane Dinge ein, wie ein kleiner Kuss, wenn sie Lust darauf hat… auch wenn sie mit dem Jungen oder Mädchen eigentlich gar nichts zu tun hat. Sie schreit vor Freude mitten im Unterricht auf, oder schimpft laut drauflos, wenn ihr etwas gegen den Strich geht. Aleksej hatte schon in ihrem Elternhaus seine liebe Not mit ihr. Seine Eltern hatten gedankenlos die Verantwortung über ihre überaktive Tochter bald an ihn abgegeben. Dadurch, dass sie Zwillinge sind, ist die mentale Verbindung sehr groß und deshalb weiß er instinktiv, wie er sie bändigen konnte.

Im Internat hat er von Anfang an gute Freunde gefunden, die sich gerne abwechselnd um Anastassja gekümmert haben. Sie haben sie in den Unterricht begleitet, wenn sie in dieselbe Klasse mussten. Sie haben gerne mit ihr gelernt, weil sie ein sehr intelligentes Mädchen ist und sie auch von ihrem wachen Geist profitiert haben. Aber letztendlich haben Alexander und Anastassja sich gefunden und die anderen waren nur mehr für den Notfall einsatzbereit, was sehr selten vorgekommen ist. Nun gehen sie vor das Tor und er führt sie zur Gartenbank. Er muss sich sammeln. Er weiß nie, wie sie auf Neuigkeiten, oder unbekannte Situationen reagieren wird. „Also… Na ja…“ „Was hast du Alex? Sieh mal! Dort hoppelt ein Hase! Wie süüß…“ Sie springt auf und zeigt voller Freude auf das verschreckt davon laufende kleine Tier. „Hast du das gesehen?!“ Alexander schaut in ihre leuchtenden rehbraunen Augen und ist von den Farbschattierungen fasziniert. Sie hat große Augen und natürliche lange schwarze Wimpern. Ihre Haare sind lang und gelockt und von einem natürlichen Glanz. Alexander streichelt immer wieder gerne und oft, ohne nachzudenken, durch die seidige, kastanienbraune Pracht.

„Äh… was ich sagen wollte. Anastassja hörst du mir überhaupt zu?“ Er greift nach ihrer Hand und zieht sie wieder neben sich auf die Bank. „Natürlich Alex! Was wolltest du eben noch mit mir besprechen?“ „Was ich dich fragen wollte… willst du in den Ferien für ein, zwei Wochen zu mir nach Hause kommen? Meine Eltern würden dich gerne näher kennen lernen.“ Er sieht sie unsicher an. Sie denkt nach. Er kann spüren, wie es hinter ihrer Stirn arbeitet. Was kommt jetzt? Wie wird sie reagieren? Er beobachtet sie genau. Sie ist, wie schon erwähnt, unberechenbar. Fröhlich lacht sie auf. „Ich freue mich auch, deine Eltern wieder zu sehen! Joe ist auch ganz lustig!“ Joe ist lustig?! Alexander schüttelt den Kopf. Sein Patenonkel ist cool, aber nicht lustig! „Ich muss Aleksej fragen! Komm, wir suchen ihn jetzt!“ Schon hüpft sie auf. Sie hat eine Mission zu erfüllen und niemand kann sie davon abhalten. Fragend sieht er sie an. „Was ist mit deinen Eltern?“ „Wenn Aleksej einverstanden ist, sind es Mama und Papa auch!“, kichert sie.

Er wäre noch gerne mit ihr hier sitzen geblieben. Es scheint die Sonne und es ist an der Mauer angenehm warm. Er ergreift ihre ausgestreckte Hand und lässt ihr ihren Willen. Wenigstens hat sie die Einladung ganz gut aufgenommen. Jetzt müssen sie noch ihren Bruder auf ihre Seite bringen. Er weiß, dass die Familie der Zwillinge sehr beschützend ist. Sie sind reich und immer auf der Hut vor kriminellen Personen, die ihre Kinder entführen könnten. Der Aufenthalt der beiden an dieser Schule ist noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen.

Sie finden Aleksej im Gemeinschaftsraum beim Billard spielen. „Aleksej! Aleksej! Ich fahre mit Alexander nach Hause!“ Sie ist gerade durch der Tür hineingeschneit und schreit es durch den ganzen weiten Raum hindurch. Es ist ihr egal, ob andere es hören können. „Jetzt nicht Ana! Ich muss mich konzentrieren!“, wiegelt der Bruder ab. „Aber es ist wichtig!“ Sie lässt nicht locker. Inzwischen steht sie dicht hinter ihm und lässt ihm kaum Platz für die Queue, die er gerade zum Stoß ansetzen will. „Mach Platz! Du störst!“, tadelt Aleksej. „Komm, lass deinen Bruder fertig spielen! So dringend ist es nicht!“ Alexander zieht die schmollende Freundin zur Seite. Sie finden Verena und Nora am anderen Ende des Raumes. „Stellt euch vor, Alexander hat mich gefragt, ob ich in den Ferien mit zu ihm nach Hause kommen will!“, plaudert sie gleich drauflos. „Jetzt weiß es bestimmt die ganze Schule! Nur wir nicht, weil wir noch keine Erlaubnis von deinen Eltern haben!“, meint Alexander lakonisch und verdreht die Augen. Verena und Nora kichern.

„Was höre ich da? Du willst mit Alexander wohin fahren?“ Aleksej steht mit hochgezogenen Augenbrauen vor seiner Schwester. Ihr Zwillingsbruder ist ein stolzer junger Mann. Er ist größer als sie und seine Augen und seine Haare sind fast schwarz. Jetzt muss er sich erst einmal um seine Schwester kümmern. Inzwischen weiß er sehr gut, dass er keine Ruhe haben wird, wenn sie nicht ihre dringenden Sorgen los ist. Er ist sehr beschützerisch seiner Schwester gegenüber und liebt sie mit seinem ganzen Herzen. „Ja Brüderchen! Stell dir vor, wir werden in der Stadt wohnen! Das wird ja sooo aufregend!“ Anastassjas Augen leuchten. Sie hat immer auf dem Land gewohnt und das Internat befindet sich weit weg von der nächsten Stadt entfernt. Einzig Aleksej weiß von den Gefahren, die auf Anastassja zukommen können, wenn sie mit Alexander in der Stadt wohnen wird und er ahnt, dass er seine Schwester schwerlich von ihren Wünschen abbringen kann. Aber er vertraut Alexander. „Ich rufe heute Abend Papa an! Das muss organisiert werden!“

Dann nimmt er sein Spiel mit seinen Freunden wieder auf.

Am nächsten Morgen, beim Frühstück, ist das einzige Thema das anstehende Schulfest. Einzig Florian, der Morgenmuffel beteiligt sich nicht am Gespräch, obwohl er mit Nora an der Organisation maßgeblich beteiligt ist. Stillschweigend isst er seine Honigsemmel und reagiert nicht auf die Anderen. Nicht einmal auf seine Freundin Nora. Aber sie tauscht sich sowieso mit Verena, Aleksejs Freundin und Anastassja aus. „Morgen ist unser Schulfest! Ich bin ja sooo aufgeregt.“ Anastassja reißt die Fäuste in die Luft, um ihre Vorfreude kundzutun. Dabei stößt sie einen sehr lauten Schrei aus, was vor allem Florian und andere Morgenmuffel in der Umgebung ihres Tisches zusammen zucken lässt.

„Nicht so laut!“, nörgelt Florian gequält. „Entschuldigung!“ Anastassja ist ein sehr mitfühlendes Mädchen. „Ich bin gespannt wie viele Leute kommen werden.“, meint Nora „Wir haben exakt fünfhundert Karten ausgeschickt, nicht wahr Florian?“ Sie bekommt keine Antwort. Aber sie hat auch keine erwartet. „Ihr habt eine tolle Einladungskarte kreiert! Wer hatte die Idee?“ „Ich hatte die Idee und sie auch gezeichnet. Florian hat sie auf dem Computer den Rest gemacht. Wir hatten ohne Kritik sofort die Erlaubnis der Direktion, sie zu vervielfältigen und abzuschicken! Stellt euch das vor!“ Nora stupst Florian an, damit er bestätigt. „Hä…?“ Florian hat offensichtlich nicht zugehört, was die Mädels nicht weiter stört.

„Gib das sofort her! Ich habe das von Seb bekommen!“ Der Lärm vom Tisch neben ihnen lässt die Blicke auf sie richten. Zwei Mädchen von der ersten Klasse streiten sich. „Sebastian! Sag es ihr!“ „Mädels warum streitet ihr?“ Sebastian, der ein Bruder von Florian ist, ist im Begriff aufzustehen, um die Streitigkeiten von den Mädels zu regeln. Aber sein Zwillingsbruder Michael hält ihn auf. „Lass sie!“ Grinsend amüsieren sie sich über die Zankerei. „Auch das noch!“, gequält...



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