E-Book, Deutsch, Band 4, 194 Seiten
Reihe: Die dritte Generation
Seemann Es ist alles nur Show!
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7407-6880-5
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die dritte Generation
E-Book, Deutsch, Band 4, 194 Seiten
Reihe: Die dritte Generation
ISBN: 978-3-7407-6880-5
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die österreichische Autorin, Ingrid Seemann, ist glücklich verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Ihre Leidenschaften sind das Schreiben und Lesen von Romanen und Sport. Wenn sie nicht gerade vor ihrem Laptop sitzt, oder ein Buch liest, ist sie entweder mit ihren Nordic Walking Stöcken unterwegs, oder zu Besuch im Fitness Studio. Ingrid Seemann schreibt leidenschaftlich gerne über Erotik. dieses Mal hat sie es ohne versucht, was ihr sehr schwer gefallen ist. Ihre Meinung ist, dass die Liebe die Würze des Lebens ist.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Hausgeburt
Ein markerschütternder Schrei lässt alle rund um den Tisch entsetzt zusammenfahren. Jennifer springt auf. „Sarah!“ Sie sprintet die Treppe hoch und sieht ihre Tochter mit der ersten Wehe konfrontiert. „Oh mein Gott! Noah wie weit ist es?“
Noah hat Sarah fest von hinten gepackt und hält ihr den Bauch, um ihr beizustehen. „Es ist die erste Wehe! Sieh auf die Uhr!“ Der Krampf lässt nach. Sarah keucht sich durch den Schmerz durch. „Ruf die Hebamme an, Mama! Die Nummer ist auf meinem Handy gespeichert.“ Jennifer blickt sich um und ergreift das Telefon vom Nachtisch.
„Sr. Gabi.“ „Hallo! Frau Jackson Sarah liegt in den Wehen!“ „Wie groß ist der Abstand zwischen den Wehen?“ „Noah! Wie groß ist der Abstand?“ „Etwa zehn Minuten!“ „Zehn Minuten! Es geht wieder los!“ Sarah krümmt sich in Noahs Armen und schreit gequält auf. Schweißperlen glänzen in ihrem Gesicht. Sie hat sichtbar starke Wehen.
„Ich komme in einer halben Stunde zu Ihnen!“ „Bitte machen Sie schnell!“ Sr. Gabi hat aufgelegt. Fassungslos sieht Jennifer auf das Handy. „Sie kommt in einer halbe Stunde, hat sie gesagt.“ „Wir brauchen sie jetzt! Die Abstände der Wehen werden kürzer und intensiver “ Noah hat mit Sarah schon Florian und die Zwillinge auf die Welt gebracht. Aber es ist immer wieder anders und vor allem total nervenaufreibend.
„Der Abstand ist nur mehr fünf Minuten! Herrgott wo bleibt das Weib nur!“, knurrt Noah. „Papa! Was können wir tun?“ Die Zwillinge stehen verloren in der Türe. Noah überlegt fieberhaft, wie er sie wieder verscheuchen kann. Er kann sich jetzt nicht mit ihnen befassen. „Geht und holt nasse Waschlappen! Wir müssen Eurer Mutter das Gesicht abkühlen!“, schnauft er. Als er wieder hoch sieht, sind die Jungs weg.
Jennifer hat inzwischen den anderen Familienmitgliedern Bescheid gegeben. „Das wird jetzt spannend. Kommt das Baby zuerst, oder Sr. Gabi?“, scherzt Jason. Manuel sieht ihn wild an. Es ist seine Tochter! Er steht auf und läuft wie ein Tiger im Käfig hin und her. Der nächste Schrei lässt ihn heftig zusammen zucken. Er fängt an, leise zu beten…lieber Gott…
Es läutet. Clara kommt mit der Hebamme herein und führt sie sofort die Treppe hoch. Die Zwillinge stehen wieder, wie unter Schock, in der Tür. Ihre Mum so leiden zu sehen, zerrt heftig an ihnen. „Meine Herren, bitte machen Sie Platz!“ …und damit meint sie Michael und Sebastian. Die Brüder sind für ihr Alter schon sehr groß und vor allem breit. Es kann niemand an ihnen vorbei, wenn sie sich nicht bewegen.
Gelassen blickt die Hebamme auf das gestresste Paar auf dem Bett. Noch einmal blickt sie auf die Jungs hoch. „Bitte gehen sie hinunter zur Familie und verhalten sie sich ruhig, damit ich hier meine Arbeit machen kann!“ Mit hängenden Köpfen und schweren Herzens räumen sie schließlich das Feld.
„So meine Liebe, sehen wir uns einmal an, wie eilig es das Baby hat.“ Sr. Gabi tastet Sarahs Bauch ab. Dann führt sie einen Finger in den Geburtskanal ein. „Der Muttermund ist schon sehr weit offen. Wir schaffen es nicht mehr in die Klinik! Das Baby kommt gleich!“ „Was!?“ Noah ist geschockt. „Das geht nicht!“ Sr. Gabi sieht ihn ruhig an. „Ich frage sie nur einmal – schaffen Sie es, oder nicht?“ Noahs Blick duelliert sich mit dem von Sr. Gabi. Entschlossen nickt er. „Natürlich! Was muss ich tun?“
„Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen saubere Tücher, abgekochtes Wasser und Jemanden der da ist, sollten wir Sonstiges benötigen. Ich rufe inzwischen in der Klinik an, falls wir einen Notarzt brauchen sollten.“ Noah beugt sich zu Sarah, die inzwischen von einer Wehe geschüttelt wird. „Süße, wir schaffen das!“ „Dann schreit er nach seinen Jungs. „Seb! Micha!“
„Macht Euch nützlich! Mama bekommt das Baby hier. Wir brauchen saubere Tücher und abgekochtes Wasser! Beeilt Euch!“ Sebastian und Michael waren noch nie so schnell. Innerhalb kürzester Zeit kommen sie mit den gewünschten Utensilien zur Tür herein und sehen noch immer geschockt aus…
Sarah ist dabei zu pressen. „Pressen Sie, Sarah… Jetzt hören Sie auf und verschnaufen Sie. Ja…so ist es gut!“ Sarah lässt sich erschöpft zurück fallen. Noah wischt ihr Gesicht ab. Gemeinsam atmen sie durch die Schmerzen durch. „Los geht’s! Pressen!“ Sr. Gabi ist unerbittlich. „Der Kopf ist schon sichtbar! Aufhören! Nicht mehr pressen!“ Obwohl anfangs geschockt, haben sich die Zwillinge neugierig neben dem Bett auf den Boden nieder gelassen. Gebannt warten sie auf das Baby. Sie können es gar nicht mehr erwarten. Dennoch wagen sie den Blick nicht in das Zentrum des Geschehens zu werfen. Das wäre ihnen doch zu peinlich.
„Es kommt!“ Sr. Gabi konzentriert sich auf das kleine Köpfchen, das sich schon fast aus dem Kanal gelöst hat. „Sieh mal! Es ist so winzig!“ Michael ist fasziniert und sieht der Hebamme zu, als sie das kleine Wesen vorsichtig heraus zieht. Sebastian ist automatisch aufgesprungen, ergreift sich ein flauschiges Handtuch und stellt sich abwartend hin, um das Neugeborene in Empfang zu nehmen. „Sieh nur Micha, es ist ein Mädchen!“ „Wow!“ Ehrfürchtig betrachten sie es. „Kommt, legt es kurz auf den Bauch Eurer Mum!“, fordert die Hebamme sie auf.
Lächelnd nimmt Noah sein Baby entgegen, um es Sarah auf die Brust zu legen. Plötzlich krampft sie wieder. „Noah!“ „Was…was…ist mit dir…Sarah!“ Schnell gibt er das Baby wieder an Michael ab und legt seine schützenden Arme wieder um den zitternden Körper seiner Frau. Die Hebamme tastet schnell und mit geübter Hand den Bauch Sarahs ab und fühlt wieder im Inneren. „Wir haben noch ein Baby!“ „Was!?“ „Das gibt es doch nicht!“
„Pressen!“ Sarah mobilisiert ihre letzten Kraftreserven und drückt das zweite Baby in den Geburtskanal. „Aufhören!“ Sr. Gabi tastet nach dem Köpfchen. „Pressen Sie! – Aufhören!“ Sie zieht leicht an dem zweiten Köpfchen und es flutscht ohne Probleme auf die Welt. Sebastian steht abermals mit dem Handtuch in den Händen da, bereit es entgegen zu nehmen. „Jungs Ihr wart super! Ich muss jetzt doch einen Notarzt anrufen. Dann erlöse ich Euch!“
„Was ist es?“ Sarahs schwache Stimme fragt nach dem zweiten Baby. „Sieh mal Mum. Ist es nicht süß?“ „Seb, was ist es?“ Noah wird ungeduldig. Sebastian hat das Baby komplett in das flauschige Handtuch eingewickelt, sodass nur das Gesichtchen heraussieht. „Wir haben zwei Schwestern!“ Sr. Gabi nimmt nun die beiden Mädchen an sich, um sie zu säubern. „Der Arzt kommt sofort. Er wird die Zwillinge und die Mutter untersuchen.“
„Komm Seb, wir gehen nach unten. Wir müssen Bescheid geben. Rufst du Florian an?“ „Klar!“ „Mann, das war ein Erlebnis, so was von abgefahren!“ Sie klatschen ab.
Natürlich gibt es ein großes Durcheinander, als die Brüder die frohe Botschaft der Familie überbringen. Sie werden als Helden gefeiert und Jason gibt ihnen ein kleines Glas mit etwas Hochprozentigen in die Hand. „Ein Hoch auf unsere Enkel! Sie haben zwei Mädchen zur Welt gebracht!“ Der Toast bringt die Jungs in Verlegenheit. Aber als alle nur mehr durcheinander lachen, legt sich die Anspannung beider und das Adrenalin fängt an sich abzubauen.
„Mann, mir ist schlecht!“ Sebastian ist ganz grün im Gesicht. Michael zerrt seinen Bruder in die Toilette, wo er sich übergeben kann. Gemeinsam setzen sie sich daneben und schnaufen erst einmal durch. Blass und derangiert lehnt Sebastian an seinem Bruder. Er kann sich verlassen, dass diese Peinlichkeit unter ihnen beiden bleibt.
Inzwischen kommt Sr. Gabi aus dem Zimmer der Eltern. „Mit Sarah und den Babys ist alles in Ordnung. Der Arzt bespricht noch alles Nötige mit den Eltern und dann werden wir uns verabschieden. Ich möchte Sie alle bitten, dass Sie nur vereinzelt das Paar aufsuchen. Sarah ist sehr erschöpft. Die Babys brauchen Ruhe!“ „Sr. Gabi wir möchten Ihnen sehr herzlich danken, dass alles so gut verlaufen ist! Wollen Sie und Dr. Schenko nicht mit uns essen? So als kleines Dankeschön?“
„Wir haben zwei Schwestern! Florian, stell Dir vor! So süße Dinger! Wir waren dabei!“ Michael schreit begeistert in das Telefon, um seinen älteren Bruder zu benachrichtigen. Florian sagt erst einmal gar nichts. Sein erster Gedanke ist – ich muss nach Hause!
„Da ist jetzt so viel Aufregung bei Dir zu Hause, dass ich niemanden zur Last fallen möchte! Wir sehen uns dann in der Schule, Florian.“ Seine Freundin Nora hat sich nicht von ihrer Meinung abbringen lassen und so ist er am Abend der Geburt alleine zu Hause angekommen.
„Hey Bruder! Du musst sie Dir unbedingt ansehen. Sie sind so klein!“ Sebastian und Michael haben Florian schon in ihre Mitte genommen, kaum dass er die Schuhe abstreifen konnte. „Florian! Schön, dass du da bist!“ Jason klopft ihm auf die Schulter. Clara küsst ihn auf die Wange. „Hi, Grandma!“ „Mein Junge!“, seufzend lässt sie sich von ihrem großen Enkel umarmen. Überhaupt sieht Florian seinem Vater am ähnlichsten! Blaue Augen und blonde Haare. Die kräftige Statur haben alle drei Enkel von ihrem Vater abbekommen.
Dann ziehen ihn seine Brüder nach oben, dass er endlich die winzig kleinen Mädels bewundern kann. Die Säuglinge sind inzwischen in Strampler gesteckt und schlafen eng beieinander in einem kleinen Bettchen. Die einzige Bewegung, die sie machen, ist das Schmatzen mit ihren kleinen Mündern. Florian streckt seinen Zeigefinger aus und berührt sie andächtig an ihren kleinen Wangen. Ihre Haut ist flauschig weich! Er lächelt.
„Florian! Schön, dass du da bist! Ich freue mich so.“ Sarah kommt gerade in das Zimmer herein. Die drei Brüder stehen an...




