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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 228 Seiten

Reihe: Die Gefährtinnen

Seemann New York

Die Gefährtinnen
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-0381-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Gefährtinnen

E-Book, Deutsch, Band 2, 228 Seiten

Reihe: Die Gefährtinnen

ISBN: 978-3-7568-0381-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach langen Entbehrungen im Urwald von Komi kehren die Gefährtinnen in die normale Welt zurück. Jonas muss sich vorerst um seine Frauen kümmern. Aber so einfach, wie er es sich vorgestellt hat, ist es nicht... Er muss sich mit Aufenthaltsgenehmigungen der Frauen für Amerika herumschlagen und sich mit Diplomaten in Russland auseinandersetzen, weil sich drei seiner Gefährtinnen als Terroristinnen entpuppen! Dennoch muss es einen Weg aus dieser Misere geben! Er ist eng mit ihnen verbunden. Während sich die eine fröhlich in ihrer neuen Arbeit einfügt, ist die andere voller Aggression. Wie soll es weitergehen?

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Es ist endlich soweit. Die Frauen haben es sich in dem LKW, mit dem Sebastian gekommen ist, eng zusammen gedrückt. Mit den Decken und Seilen auf der Ladefläche und mit ihren eigenen Habseligkeiten, ist dieses ungemütliche Rumpeln erträglicher. Ängstlich und mit gemischten Gefühlen sehen sie einer ungewissen Zukunft entgegen. Jonas sitzt mit Sebastian im Führerhaus. Einzig ein Fahrer ist mitgekommen.

„Wie willst du sie zivilisieren? Du kannst sie nicht einfach irgendwo aussetzen und sich selbst überlassen! Sie sind hilflos wie Babys!“ Die Zweifel sind Sebastian ins Gesicht geschrieben. „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Fliegen wir einfach mal nach Amerika! Ich bin froh, wenn ich wieder daheim bin!“ Sebastian klopft ihm auf die Schulter. „Ich bin froh, dich wieder zu haben, Kumpel!“ Sie sitzen schweigsam nebeneinander. Jonas weint dem Urwald keine Träne nach. Er sieht nach hinten, um sich zu vergewissern, dass es seinen Mädels gut geht. Sie scheinen zu schlafen. Gut. Dann formt sich eine Idee in seinem Kopf. Er könnte seine Gefährtinnen zu sich in sein Haus einladen, bis sie sich in der für sie ungewohnten Umgebung eingelebt haben. „Hör mal, Sebastian! Ich habe eine Idee! Die Mädels könnten vorerst bei mir im Haus unterkommen. Da können sie sich akklimatisieren und dann in eine eigene Wohnung umziehen. Da hätte ich auch so eine Vorstellung. Was ist mit dem Haus, das wir vor einigen Jahren ersteigert haben? Es ist ein Haus mit einigen Wohneinheiten, nicht wahr?“ Sebastian sieht Jonas skeptisch an. „Es muss renoviert werden! Mensch, das ist ja nicht einmal gut genug für einen Obdachlosen!“ „Dann machen wir das! Die Mädels können später dort einziehen und bezahlen Miete… ist ja nur fair, oder?“ „Ich weiß nicht… Es würde eine Menge Kohle kosten!“ „…die wir auch haben, oder nicht?“ „… und wie sollen die Weiber die Miete zahlen? Sie haben ja nicht einmal einen Job!“ Jonas grinst. „Sagtest du nicht, dass einiges an Personal fehlt?“ Sebastian beugt sich zu Jonas und flüstert lautstark. „Jonas! Wir wissen nicht, was die alles können! Wir brauchen Fachpersonal! Mensch, noch einmal!“ „Kein Problem! Wir finden schon etwas für alle!“ Sebastian verdreht die Augen. Er ist skeptisch.

Der LKW kommt vor einem kleinen Flughafen zum Stehen. „Ich suche den Piloten!“, meint Sebastian. „Wo sind wir?“ Aksinja guckt von hinten nach vorne in die Fahrerkabine. „Am Flughafen! Wir werden jetzt umsteigen. Dann geht es nach Hause! Gib deinen Mädels Bescheid. Aksinja verschwindet wieder. Jonas fährt sich mit beiden Händen über sein Gesicht. Was wird noch kommen? Werden sie ohne Probleme nach Hause kommen? Hoffentlich… Aksinja kommt wieder nach vorne. „Die Mädels sind bereit. Aber sie haben etwas Angst. Sie wissen nicht, was ihnen in Amerika erwartet!“ Jonas versucht sie zu beruhigen. „Keine Angst! Ich nehme euch alle mit zu mir. Ich habe ein großes Haus, wo ihr euch erst einmal von den Strapazen erholen könnt.“ „Kannst du das selbst den Mädchen sagen? Es würde sie wirklich beruhigen.“ Er nickt und folgt ihr nach hinten auf die Ladefläche.

„Jonas! Ich bin so froh, dass ich dich wieder sehe!“ „Ich habe Angst, Jonas!“ „Was passiert jetzt mit uns?“ Jonas merkt schon, dass es nicht so einfach sein wird, die Frauen zu besänftigen. Sie sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Jahrelang sind sie in dem Urwald gewesen, nur auf sich selbst gestellt. Viele Entbehrungen haben sie zu einem einsamen Leben verdammt. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie ängstlich sind. „Mädels, ich habe beschlossen, dass ihr erst einmal in mein Haus kommt. Da werdet ihr so lange bleiben, bis ihr euch an das normale Leben draußen gewöhnt habt. Ihr könnt in meiner Firma arbeiten, oder ihr könnt einfach entspannen, so lange es notwendig sein wird. Keine Angst. Ich passe auf euch auf!“ Cara springt auf und krabbelt auf ihn zu. „Wirklich?“ Er lacht und umarmt sie. Sie ist ein sehr anschmiegsames Mädchen. Das hat er sehr bald erkannt. Oft sucht sie nach Nähe, die er ihr immer wieder gerne gewährt hat. Dann fragt er die anderen über den Kopf Caras hinweg. „Was wünscht ihr euch, wenn ihr da seid? Sagt es mir?“ Zuerst sind sie still. Sie scheinen nicht so recht zu wissen, was ihnen in den Jahren so entgangen ist. „Heißes Wasser!“ „Oh jaaa… das wäre schön!“ „Richtige Klamotten!“ „Schuhe!“ „Ein Kamm?“ Jonas ist geschockt. Das sind Sachen, auf die ein Mädchen niemals verzichten sollen müsste! Einfache Dinge… Er freut sich schon, wenn er ihnen diese einfachen Wünsche erfüllen darf und noch Vieles mehr. Er will sie richtig verwöhnen. Er räuspert sich. Sein Hals ist etwas belegt. Die seligen Augen vor ihm, lassen ihn schlucken. „Glaubt mir, ihr werdet alles bekommen, was ihr wollt!“ Dann wendet er sich ab. Er hat auch grundlegende Wünsche. Nur weiß er, dass er sie sicher bekommt.

„Das Flugzeug ist startklar, Sir!“ Wer jetzt mit ‚Sir‘ gemeint ist, ist Jonas nicht so richtig klar. Er weiß, dass er selbst dem Piloten wie ein Neandertaler vorkommen muss, zudem er ihn nicht einmal kennt. Dennoch beantwortet er mit einem „Geht klar!“ „Dann mal los!“, ist Sebastians Kommentar. Gemeinsam helfen sie den Frauen, die ihre spärlichen Gepäckstücke fest in den Händen halten, von dem Lastwagen hinunter. Der Pilot weist ihnen den Weg. Die Frauen warten aber, bis sie alle auf dem Asphalt der Landebahn stehen und laufen dann erst hinterher. Jonas hat Jannika an der Hand und Sebastian hält Florences Hand fest. „Kommt, ihr müsst hier die Treppe hoch!“ Aksinja geht voraus. Mit gemischten Gefühlen betritt sie den Bauch des Privatflugzeuges und wartet ab, bis alle hier sind. Jonas steht neben ihr. „Sucht euch einen Platz und schnallt euch an! Es geht gleich los!“ Wie auf Kommando startet das Grollen der Motoren. Ein Mann schließt die Kabinentüren und eilt wieder nach vorne. Das Flugzeug bewegt sich. Die Vibration macht die Frauen unsicher. Wie wird das Leben da draußen werden? Sie sind jetzt auf Jonas angewiesen. Er hat ihnen versichert, dass sie bei ihm bleiben dürfen.

Der kleine Jet fährt auf seinen zwei Rädern in Startposition. Dann hält er kurz inne. Die Motoren heulen auf. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Die Maschine rollt langsam an und wird immer schneller. Die Frauen werden in ihre Sitze gedrückt. Cara schreit leise auf. Sie hat mächtig Angst und greift hektisch nach Eiras Hand. Die Nase des Flugzeugs hebt an und sie steigen immer höher. Der Boden entfernt sich rasend schnell. Bald haben sie die nötige Flughöhe erreicht und das Flugzeug stabilisiert sich. Die Frauen atmen erleichtert auf. Eine hübsche Frau in einer Uniform kommt in die große Kabine herein. Sie trägt ein Tablett mit einigen Bechern mit Saft von verschiedenen Farben. „Was ist das?“, fragt Jannika misstrauisch. „Wenn sie wollen, können sie zwischen Himbeere, Ananas und Traubensaft wählen.“ Jannika nimmt Traubensaft. Es schmeckt ihr und versucht noch einen von dem Tablett zu stibitzen. Die Stewardess reicht ihr lächelnd einen zweiten Becher. Aksinja ist froh, dass sie sich momentan nicht um ihre Gefährtinnen sorgen muss. Jonas hat sich um alles gekümmert. Sie lächelt ihm zu. Sie ist ihm sehr dankbar dafür. Die Verantwortung um ihre Gefährtinnen ist groß gewesen. Was wird die Zukunft bringen? „Wollen die Damen vielleicht ein Glas Champagner?“, bietet die Stewardess an. „Äh…?“ „Natürlich werden wir Champagner trinken, nicht wahr meine Gefährtinnen? Lasst uns auf ein neues Leben anstoßen!“, freut sich Jonas. Er will sie alle etwas lockerer sehen. „… und bringen sie uns bitte etwas zu essen. Wir sind alle hungrig!“, fügt er hinzu. Florence nickt zustimmend. „Ja, bitte! Ich habe großen Hunger!“ Sebastian ist von der kleinen Französin angetan. Er freut sich schon darauf, wenn er sie frisch gewaschen sieht. Er ahnt, dass sich da ein Juwel darunter verbirgt.

Es dauert ewig lange, bis sie endlich am Zielflughafen ankommen. Wieder wartet ein größeres Fahrzeug auf sie. Aber es ist viel komfortabler als der Lastwagen! Die Frauen kommen aus dem Staunen nicht heraus. Sie sind diesen Luxus nicht gewöhnt. Warme Ledersitze lassen sie wohlig aufseufzen und getönte Scheiben schützen sie vor der Außenwelt. Sie fangen an, ihre Scheu zu überwinden. Überhaupt haben die Flasche Champagner ihre Zungen gelöst. Sie lachen und plaudern durcheinander. Immer wieder zeigen sie aus dem Fenster und staunen über besondere Gebäude, oder Menschen, die ungewöhnlich aussehen. Alles ist anders! Alles ist bunt! Alles ist außergewöhnlich! Sie lehnen sich erschöpft zurück. Es ist zu viel. Bald verstummen sie und schlafen schließlich ein. Auch Jonas ist müde. Die erste...



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