Seewann | Geschichte der Deutschen in Ungarn | Medienkombination | 978-3-87969-374-0 | www.sack.de

Medienkombination, Deutsch, Band 24/II, 654 Seiten, Paperback, Format (B × H): 170 mm x 240 mm

Reihe: Studien zur Ostmitteleuropaforschung

Seewann

Geschichte der Deutschen in Ungarn

Band 2: 1860 bis 2006
Erscheinungsjahr 2012
ISBN: 978-3-87969-374-0
Verlag: Verlag Herder-Institut

Band 2: 1860 bis 2006

Medienkombination, Deutsch, Band 24/II, 654 Seiten, Paperback, Format (B × H): 170 mm x 240 mm

Reihe: Studien zur Ostmitteleuropaforschung

ISBN: 978-3-87969-374-0
Verlag: Verlag Herder-Institut


Geschichte der Deutschen in Ungarn. Band 2. 1860 bis 2006. Das zweibändige Handbuch fasst die Geschichte der Deutschen in Ungarn vom Mittelalter bis heute zusammen. Zeitlich wird die von West nach Ost verlaufene Siedlungsmigration von ihren Anfängen unter König Stephan I. bis zu ihrem Höhepunkt im 18. Jahrhundert behandelt und die Geschichte der in Ungarn ansässig gewordenen einzelnen deutschen Siedlergruppen bis zur Auflösung des historischen Ungarns 1918 näher untersucht. Von 1918 bis zur Gegenwart, das heißt bis zu den Parlaments- und Kommunalwahlen 2006, steht die Geschichte der Ungarndeutschen im Mittelpunkt. Die Darstellung sucht ein Narrativ der Gruppengeschichte der Deutschen in Ungarn zu entwickeln, das sowohl die interethnischen Beziehungen zu den Magyaren als auch die Verflechtung mit anderen Minderheiten berücksichtigt und somit eine multiethnische Perspektive einnimmt. Am Beispiel der Deutschen wird die Geschichte des Zusammenlebens sprachlich, ethnisch oder religiös unterschiedlicher Gruppen im historischen Kontext, in Zeit und Raum verdeutlicht. Gruppen wie die Deutschen in Ungarn benötigen ihre eigene Geschichtsschreibung. Dieses historische Narrativ formuliert ein Identitätsangebot durch die reflektierte und selbstkritische Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Die Darstellung auch umstrittener Geschichtsperioden wie beispielsweise der NS-Zeit oder der Vertreibung soll vor diesem Hintergrund zur Überwindung von Traumata und Tabuisierungen beitragen. Es geht hier um eine transnationale, auf die Prozesse der gesamteuropäischen Geschichte hin geöffnete Geschichtsschreibung, die eine Einordnung der Gruppengeschichte in größere historische Zusammenhänge gewährleistet und die Besonderheiten der Gruppe herausstellt.

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Inhalt
I Einleitung. 1
1 Ungarn im Zeitalter des Nationalstaats. 1
2 Der klassische Nationalstaat und sein Umgang mit Minderheiten. 2

II Der Nationalstaat Ungarn 1867-1914 ……. 5
1 Der schwierige Weg zum österreichisch-ungarischen Ausgleich 1860-
1867. 6
2 József Eötvös und seine Lösungsvorschläge zur „Nationalitätenfrage“ 11
3 Das ungarische Nationalitätengesetz von 1868 ………. 14
3.1 Vorgeschichte …. 14
3.2 Das Gesetz und seine Bestimmungen. 16
3.3 Auswirkungen …. 19
4 Ungarische Nationalitätenpolitik 1868-1914. 20
5 Politisches System, Parlament und Wahlrecht. 24
6 Schule, Schulgesetze und die Regelung der Unterrichtssprache. 26
6.1 Die gesetzlichen Regelungen der Unterrichtssprache 1879-1908 … 31
6.2 Fachliche und ethnopolitische Problematik der Gesetze von 1879-
1908. 33
6.3 Ergebnisse ungarischer Schulpolitik 1879-1914. 37
6.4 Die Mittelschulen. 40
6.5 Schulbildung und Chancengleichheit. 42
7 Maßnahmen und Ergebnisse der Nationalisierung außerhalb des

Schulbereichs. 45
7.1 Verwaltung. 45
7.2 Freie Berufe. 46
7.3 Wirtschaft. 46
7.4 Presse. 47
7.5 Die Magyarisierung von Orts- und Personennamen. 50
7.6 Die Tätigkeit nationaler Schutzvereine. 52
7.7 Assimilation und Mehrsprachigkeit. 55
8 Zeitgenössische Beurteilung der ungarischen Nationalitätenpolitik. 63

III Die Deutschen in der Dualismus-Periode …. 71
1 Siedlungsstruktur …………. 71
2 Bevölkerungsbewegung …………. 74
3 Migration. 78
4 Assimilation oder statistischer Bevölkerungsverlust?. 79
5 Die Konfessionsstruktur der Deutschen in Ungarn. 85
5.1 Die katholische Kirche und „ihre Schwaben”. 86
6 Strukturmerkmale der Deutschen in Ungarn – eine Zwischenbilanz. 91
7 Sozialstruktur und Wirtschaft deutscher Bürger und Bauern. 95
8 Die bäuerliche Gesellschaft der „Schwaben“: Integration, Mobilität,
Mentalität im langen 19. Jahrhundert ………. 102
8.1 Vertikale Mobilität und sozialer Aufstieg. 103
8.2 Die Dorfgemeinschaft: Angleichungsprozesse nach innen und
außen. 106
8.3 Mentalität und Wertordnung …………. 110
9 Vereine, Öffentlichkeit, Presse in der Stadt und auf dem Land. 113
9.1 Der Bauernbund von Bonyhád. 117
9.2 Presse. 120
10 Deutschungarn und Ethnopolitik 1875-1914. 122
10.1 Edmund Steinacker …………. 122
10.2 Die Ungarländische Deutsche Volkspartei. 125
10.3 Schutzvereine rund um die UDVP. 135
10.4 Der „Deutschungarische Katechismus“. 136
10.5 Die karpatendeutsche Initiative Raimund Friedrich Kaindls ……. 139
11 Bilanz der „deutschen Bewegung“. 140
12 Die Siebenbürger Sachsen. 146
12.1 Die Nationalität der Siebenbürger Sachsen im ungarischen
Nationalstaat …………. 156
12.2 Gesellschaft und Wirtschaft der Sachsen 1850-1914. 159

IV Die Periode der politischen Mobilisierung 1914-1945. 167
1 Weltkrieg, Revolutionen und ihre Folgen 1914-1919. 173
1.1 Die Autonomieangebote der Revolutionsepoche 1918/19. 177
1.2 Jakob Bleyer, der Sprecher der „Deutsch-Ungarn“. 181
1.3 Das Intermezzo der Räterepublik …. 185
1.4 Bleyer als Nationalitätenminister 1919/20. 186
2 Der Minderheitenschutz des Pariser Friedenskongresses 1919. 188
2.1 Die Entstehungsgeschichte der Minderheitenschutzverträge 1919. 191
2.2 Grundzüge grenzüberschreitender Minderheitenpolitik
1919-1939. 195
2.3 Minderheitenpolitik als Problem der Titularnationen. 201
2.4 Versuche der Konfliktlösung …. 204
2.5 Der Völkerbund und seine Aufgaben. 206
3 Trianon und seine Folgen: Das Horthy-Regime 1920-1944. 208
3.1 Ungarn auf der Pariser Friedenskonferenz 1919/20. 208
3.2 Die Auswirkungen des Friedensvertrags auf Ungarn. 209
3.3 Ungarische Außenpolitik nach Trianon. 212
3.4 Deutsch-ungarische Beziehungen 1920-1944: Verbündete in
Niederlage und Revision ……………………. 214
3.5 Die Patronagerolle Deutschlands in den deutsch-ungarischen
Beziehungen. 222
4 Die Minderheitenpolitik des Horthy-Regimes bis zum Sturz Bethlens
1931. 232
4.1 Der Ungarländische Deutsche Volksbildungsverein. 232
4.2 Die Schulfrage als Angelpunkt „deutschungarischer“ Ethnopolitik ……………. 237
4.3 Krisenstimmung in der ethnopolitischen Sackgasse – Faktoren der
Krise. 242
4.3.1 Die Namensmagyarisierung. 251
4.3.2 Deutsche Schutzvereine 1918-1938. 253
4.4 Ethnopolitischer Kurswechsel und offene Konfrontation 1932/33 ……………. 256
4.5 Der Kampf um Bleyers Erbe 1934-1938. 260
5 Der Volksbund der Deutschen in Ungarn (VDU). 274
5.1 Der Volksbund als nationalsozialistische Volksgruppenorganisation. 281
5.2 Nationalsozialistische Umsiedlungspläne und ihre Folgen. 284
5.3 Der ungarndeutsche Beitrag zur deutschen Kriegswirtschaft. 286
5.4 Die SS-Rekrutierung 1941-1944. 288
5.5 Unruhen, Auflösungserscheinungen und Widerstand. 290
5.6 Franz Anton Basch ……………. 296
6 Die Loyalität der Deutschen in Ungarn: Horthy oder Hitler – Eine
Zusammenfassung ………. 312

V Die Vertreibung der Deutschen aus dem östlichen Europa. 331
1 Konzepte der Vertreibung: Berlin – London – Prag – Budapest. 331
1.1 Berlin. 331
1.2 London. 333
1.3 Prag. 336
1.4 Prag und Budapest: Gemeinsamkeiten und Unterschiede. 337
2 Die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn. 342
2.1 Die Verantwortung für die Vertreibung. 349
2.2 Die Folgen der Vertreibung …………. 350
2.3 Die Wahrnehmung der Verantwortung für die Vertreibung. 353
2.4 Die Verschleppung von Ungarndeutschen in die Sowjetunion. 354
2.5 Die nach Ungarn „zurückgeflüchteten“ Vertriebenen –
Vertriebene und Heimkehrer. Diskurs und Erinnerung. 357
2.6 Die Rückkehr ungarndeutscher Vertriebener 1946-1950. 364

VI Die Periode des Sozialismus 1949-198. 369
1 Grundzüge der Lenin’schen Nationalitätenpolitik. 369
2 Die Anwendung der sowjetischen Nationalitätenpolitik in den
Ländern Ostmitteleuropas …. 373
3 Grundmerkmale sozialistischer Nationalitätenpolitik. 374
4 Rahmenbedingungen und Zäsuren des ethnischen Überlebens

in Ungarn. 378
4.1 Rechtliche Rahmenbedingungen. 382
5 Die Periode 1949-1968: Automatismuserwartungen anstelle von
Politik. 383
5.1 Volksaufstand und Revolution 1956. 388
6 Die Periode 1968-1983: Halbherzige Maßnahmen mit ambivalenter
Wirkung. 390
7 Liberalisierung und Rehabilitierung, 1983-1989. 393
8 Ungarndeutsche Identitäten am Ende einer Epoche. 398
9 Nach der Wende 1989. 401
9.1 Das System der Minderheitenselbstverwaltung 1994-2006. 403
9.2 Nationalitätenschule und Sprachkompetenz nach 1989. 407

VII Quellen zur Geschichte der Deutschen in Ungarn, Band 2. 416

VIII Quellen- und Literaturverzeichnis …. 510
1 Quellen. 510
2 Literatur. 523

IX Register
1 Toponymenregister …………. 632
2 Ortsnamenkonkordanz …………. 639
3 Personenregister. 648



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