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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 256 Seiten

Reihe: Gedanken

Sehring Neue Predigten und Ansprachen

Gott und die Welt
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7504-5977-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gott und die Welt

E-Book, Deutsch, Band 3, 256 Seiten

Reihe: Gedanken

ISBN: 978-3-7504-5977-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Aktuelle zeitgemäße Themen Beispielgebende Erzählungen Christliche Lebenseinstellungen

Der Verfasser ist studierter Grafik-Designer mit Schriftsetzer-Grundausbildung, einem Studium an der ehemaligen Werkkunstschule Offenbach unter dem Schrift-Künstler Karl-Georg Höfer und anschließendem Grafikstudium an der Privat-Kunstschule Westend/Ffm bei Professor Carlo Ruppert - Theologische Kenntnisse und seine Predigt-Bevollmächtigung hat er sich durch Prädikanten-Seminare der EKHN 1973 in der Ev. Propstei Offenbach bei Propst Dondorf erworben.
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„Brückenbauen und Brückenschlagen", liebe Gemeinde, sind in unserem Leben heute die ganz wichtigen Notwendigkeiten. Ich habe ja eingangs bei der Begrüßung darauf hingewiesen, dass es hierfür in unserer Bibel keine spezielle Stelle gibt, wo über diese, für unsere Welt, doch wichtige Grundlage einer „Brücke“ und des „Brückebauens“ eine kongrete Abhandlung nachzulesen ist. – Das gab es damals so noch nicht. – Umso mehr müssen wir heute auf das Brückenbauen hinarbeiten. Hier können wir nur auf die vielen Beispiele der zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Verhältnis von Gott zu Mensch und umgekehrt aus dem Buch der Bücher, unserer Bibel, unsere Schlüsse ziehen. – Um es vorweg zu nehmen: Es gibt eine Stelle in unserer Bibel, die von einem großen, einer Brücke ähnlichen Gebilde handelt: . Die Rainbow-Bridge an den Niagarafällen als Verbindung zwischen USA und Kanada zeigt ein wunderschönes Beispiel: An den beiden Katarakten, dem der USA und dem Horseshoefall (d. h. Hufeisenfall) im kanadischen Landesteil, entsteht durch den starken Auftrieb der von Wasserteilchen gefüllten Luft bei Sonnenschein stets ein herrlicher Regenbogen, der somit der Brücke auch ihren Namen gab (s. S.13).

Im 1. Buch Mose in Kapitel 9, Verse 12-16 finden wir einen Text über Gottes Bund mit Noah nach der Sintflut in Form des Regenbogens, der diesem zentralen Begriff einer Brücke am nächsten kommt, weil er zwei Seiten sichtbar miteinander verbindet – Himmel und Erde mit Erde. Und Gott sprach:

In unser modernes Gedankengut übersetzt, liebe Gemeinde, könnte das heute folgendermaßen heißen: „Glauben bewirkt die Erkenntnis, dass es zwei Seiten gibt und deren Zwischenraum überwunden werden muss, wenn eine tragfähige Verbindung und ein Zusammenkommen entstehen soll!“

In meinem Heimatort sind, was das Brückenbauen angeht, in den letzten 2 Jahren 4 Brücken entstanden, um den Ortskern vom Vielverkehr zu befreien. Das war eine Meisterleistung und eine Wohltat für die Bewohner. Die Gemeinde ist sich darin einig, dass dies die Menschen wieder näher zusammengebracht hat und somit ihre Lebensqualität in vielem erhöht hat.

Aber welche entsprechenden Bezugspunkte kommen uns bei dem Wort Brückenbauen im Allgemeinen und Brückenschlagen im Besonderen betrachtet in den Sinn? Nun, da wären:

Das, liebe Gemeinde, wären alles Brücken und Brückenbauten im Bereiche der architektonischen Bau-, Umwelt- und Logistiktechnik. Hier hat der Mensch Großes geleistet. –

Aber da gibt es in unserem Leben noch andere Brücken, die vielleicht auch mehr Erfolg im menschlichen Miteinander und Füreinander durch unsere gefassten Vorsätze hervorrufen:

Oder, wie derzeit wieder wünschenswert zu erfahren wäre, „Brücken über Hass und Terrorismus“ hinweg zu ganz besonderer menschlicher Verständigung und Verantwortung – wie es kürzlich in einer Fernsehsendung eine bekannte Politikerin geäußert hat. Oder wie wir in den letzten Wochen und Monaten in Israel, Syrien und Irak mit angeblichen IS-Gotteskriegern und der Ukraine traurige Bilder erleben müssen, wo hasserfüllte, brutale Kämpfe stattfinden oder unschuldige Menschen in Passagierflugzeugen am Himmel aus 10 km Höhe abgeschossen werden und zu Tode kommen. – Hier wäre es dringend notwendig, ideologische Brücken zum gegenseitigen Verständnis und Wohle zu bauen.

Und schließlich die große , in der all die genannten guten lebenserhaltenden Brücken eingeschlossen sind, und die uns mit Gott und auch die Menschen untereinander verbinden.

Brücken, liebe Gemeinde, werden uns so, seit es sie gibt, in vielfältiger Form vor Augen geführt – in der praktischen Ausführung, wie vor allem auch in der ideellen geistigen und menschlich moralischen Anwendung:

Wenn sie sich einmal unsere Euro-Geldscheine anschauen, dann werden sie feststellen, dass auf allen Scheinen vom 5 bis 500 Euroschein jeweils eine Brücke oder der Teil einer Brücke abgebildet ist als Zeichen der Verbundenheit. –

Im Leben ist es nicht immer einfach festzustellen, welche Brücken gut sind und man benutzen kann, und welche man besser meiden sollte. Brücken müssen stets überwacht und geprüft werden, sowohl die realen als auch die geistigen. Ein Brückeneinsturz ist für beide Seiten und Brückenarten stets ein Unglück und ruft in jeder Beziehung Leid und Schmerz hervor.

Auch viele Zeitgenossen der letzten Jahrhunderte haben sich damals schon bis heute über die vielen Arten des Brückenbauens ihre Gedanken gemacht – so hören wir:

Andere Überlegungen bestätigen die Notwendigkeit von Brücken: Die Ehe ist wie eine Brücke. Man sollte sie jeden Tag neu aufbauen, am besten aber von beiden Seiten aus beginnend.

Und noch eine Erkenntnis aus der deutschsprachigen EHE-Verbalität: Das erste „E“ bei dem Wort EHE = Ehemann wird verbunden mit dem zweiten „E“ = Ehefrau durch das „H“ = Herrgott. – Somit ist Gott selbst der größte Brückenbauer.

Die Brücke ist also ein weit verbreitetes Symbol für die Überwindung von Gräben und die Verbindung über trennende Grenzen hinweg – wie eingangs bereits erwähnt wurde.

Sowohl die Bezeichnung des römischen Papstes als „Pontifex Maximus", das ist lateinisch und heißt wörtlich übersetzt „Oberster Brückenbauer“, als auch die Wahl der Brücke selbst als Symbol kirchlicher oder sozialer Einrichtungen sind Auftrag genug, darüber nachzudenken und dazu viel zu tun. – Beim derzeitigen Papst „Franziskus“ kann man das wörtlich nehmen. Und das war auch das Thema des Deutschen Katholischen Kirchentages, der 2014 in Regensburg stattgefunden hat

Brücken, liebe Gemeinde, können aber auch einstürzen, wirken manchmal wackelig oder wenig Vertrauen erweckend,...



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