Seidenstricker | Endlich ein Instrument! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 140 Seiten

Seidenstricker Endlich ein Instrument!

Fittes Köpfchen, Spaß, Selbstvertrauen und Glück - warum es genial ist, als Erwachsener ein Instrument zu lernen
3. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-7525-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Fittes Köpfchen, Spaß, Selbstvertrauen und Glück - warum es genial ist, als Erwachsener ein Instrument zu lernen

E-Book, Deutsch, 140 Seiten

ISBN: 978-3-6951-7525-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Klavier, Gitarre, Geige, Klarinette, Flöte, Saxophon, Schlagzeug ... viele Menschen würden gern ein Instrument lernen, denken aber, dass man als Erwachsene und Erwachsener zu alt dafür ist. Wie schade! Für Musik gibt es kein "falsches" Alter, es ist nie zu spät, mit einem Instrument zu beginnen. Und gerade als Erwachsener profitiert unser Gehirn und unsere Persönlichkeit ganz besonders davon. In diesem Buch erzählt Iris Seidenstricker als "spätberufene Geigerin", wie ihre Geige für sie zum Lebenscoach wurde. Auch andere Hobbymusikerinnen und -musiker berichten von ihrem Weg als Erwachsene zum Musikinstrument und wie es heute ihr Leben bereichert. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen die immense Wirkung, die die Beschäftigung mit Musik auf unser Lebensglück und unser Gehirn hat. Viele Fragen, Übungen und Impulse laden dazu ein, mit Hilfe des Instruments neue, spannende und vielleicht auch überraschende Erkenntnisse über sich zu gewinnen. "Endlich ein Instrument!" - ein inspirierendes Buch, das Lust und Mut macht, den Traum vom Instrument nicht weiter nur zu träumen, sondern ihn endlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Iris Seidenstricker ist Autorin, Coach und Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung, Stressbewältigung und Karriere und leidenschaftliche Hobby-Geigerin. In ihren Büchern, Seminaren und Workshops vermittelt sie, dass nichts so bleiben muss wie es ist. Und die Lösung - wenn man sie wirklich finden will - oft dort ist, wo man sie gar nicht vermutet.
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Autoren/Hrsg.


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EINLEITUNG


Der Traum, ein Instrument zu spielen


Richard Buckminster Fuller

Sie spielen mit dem Gedanken, ein Instrument zu lernen? Oder möchten nach vielen Jahren der Musikabstinenz – weil Ihnen Beruf, Kinder und Alltag einfach keine Zeit gelassen haben – endlich wieder in das Musizieren einsteigen? Herzlich willkommen, dann sind Sie hier genau richtig!

Ich hatte als Kind Klavierunterricht Nicht unbedingt ganz freiwillig. Als Jugendliche ist nach langem Kampf – ich erzähle später davon – die Violine dazu gekommen. Ganz freiwillig.

Bis vor ein paar Jahren hätte ich niemals geahnt, was für eine große Leidenschaft daraus entstehen und welch zentrale Rolle die Geige in meinem Leben einmal spielen würde. Als Hobbymusikerin, als reine Amateurin, nicht als Profi wohlgemerkt. Neben meinem ausfüllenden Beruf als Coach, Trainerin und Autorin habe ich in meiner Geige eine weitere Sinn- und Freudenquelle gefunden, die täglich sprudelt.

Der Traum vom Instrument

In Deutschland spielen rund neun Millionen Menschen im Alter ab 13 Jahren ein Instrument. Davon, eines spielen zu können, träumen aber sehr viel mehr. Der Schauspieler und Chansonier Johannes Heesters, der das biblische Alter von 108 Jahren erreichte und 2011 starb, seufzte 1941 mit seinem Lied »Man müsste Klavier spielen können« vielen Menschen aus dem Herzen. Und tut es mit dieser Zeile auch heute noch.

Keine Frage – für manche steckt hinter dem Wunsch Klavier zu spielen, schlicht die Absicht, andere zu beeindrucken. Oder, wie Heesters es singt, bei der Partnerinnen- und Partnerwahl Vorteile zu haben. Weil man insgeheim doch ein kleines bisschen davon überzeugt ist, dass das Fliegen der Finger über den schwarzen und weißen Tasten das Tüpfelchen auf dem I der eigenen erotischen Ausstrahlung sei.

Für die meisten Menschen aber entspringt der Wunsch wohl vielmehr der Sehnsucht, Gefühle zu erleben. Und dem Bedürfnis, sich zu zeigen und auch andere mit seinen Emotionen, die sich beim Musizieren so schön ausleben lassen, zu erreichen.

Neue Dimensionen des Bewusstseins zu betreten, zu denen man sonst keinen Zugang hat, ist ebenfalls ein Grund, zum Instrument zu greifen. Wie auch das Bedürfnis, sich mit etwas zu beschäftigen, was einfach mal nur zweckfrei ist und Spaß macht.

Kaum etwas anderes als ein Instrument – außer natürlich die Literatur – eignet sich so gut dafür auszudrücken, wer wir sind oder sein wollen. Und auch sein können. Und vielleicht eines Tages sein werden. Weil Musik für unseren Reifungsprozess im wahrsten Sinne des Wortes wesentlich ist

»Ja, klingt alles prima«, werden Sie jetzt vielleicht denken. »Aber was ist mit den unmusikalischen Menschen?«

Die gibt es laut Musikpsychologie nicht. Musik pur, mit Gesang, als Tanz und mit ihren Rhythmen, die den Körper schwingen lassen, wird von allen Menschen geliebt. Einfach, weil sie ein Grundbedürfnis ist. Sind unsere Grundbedürfnisse befriedigt, fühlen wir uns physisch und psychisch wohl, im Idealfall sind wir glücklich.

Wie sehr das Erlernen und Spielen eines Instruments mit Glück – das immer auch mit Gesundheit, mit Sinn und unseren ganz individuellen Entwicklungsmöglichkeiten zusammenhängt – zu tun hat, darum wird es im zweiten Kapitel »Sechs ziemlich beste Gründe, ein Instrument zu lernen« gehen.

Doch selbst wenn die Forschung inzwischen ein riesiges Wissen über Lernprozesse hat, herrscht vielfach immer noch die Meinung vor, dass man, wenn man als Kind kein Instrument gelernt hat, dies später nicht mehr nachholen kann.

Was für ein fataler Irrtum! Ist doch heute wissenschaftlich nachgewiesen, dass wir lebenslang lernfähig sind und uns noch (fast) alles, was wir lernen möchten, aneignen können.

Allerdings nur, wenn wir mit Freude, Leidenschaft und Engagement dabei sind.

Ein Instrument bereichert in jedem Alter

Daher gibt es für ein Musikinstrument auch kein »falsches Alter«. Musik ist eine Ursprache, eine universelle Sprache, die über jede Altersgrenze erhaben ist. Jede und jeder Spätzündende kann das Instrument lernen, für das ihr und sein Herz schlägt.

Wenn Sie sich entschließen, ein Instrument zu lernen oder wieder spielen zu wollen, haben Sie einen Motor für kontinuierliche persönliche Weiterentwicklung auf allen Ebenen und in alle Richtungen angeworfen. Weil Sie neue, überraschende Erfahrungen mit sich selbst machen und Ihre Fähigkeiten fördern, Ungewohntes aufzunehmen und zu verarbeiten.

Wenn Sie musizieren, profitieren Sie außerdem von einer Fülle an körperlichen Vorteilen: von der Verbesserung der motorischen Fähigkeiten über geistige und körperliche Fitness bis hin zur Stärkung Ihrer Gesundheit.

Musikmachen jenseits von Leistungs- und Erfolgsdruck tut also einfach nur gut. Sich aus reiner Freude und Lust am Instrument damit zu beschäftigen, sich beim Spielen zu entspannen oder einen Weg gefunden zu haben, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln – indem man dem Musizieren im eigenen Leben einen Platz gibt, schafft man sich eine Fülle von Sinnangeboten. Man muss sie nur annehmen.

Über 70 Prozent der deutschen Hobbymusikerinnen und -musiker nutzen ihr Instrument laut Umfragen auch als persönliche Herausforderung, Um sich Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und das Selbstvertrauen zu stärken.

Fazit: Jeder Moment, in dem Sie beginnen, ein Instrument zu lernen und sich diesen lang gehegten Traum zu erfüllen, ist der richtige.

Haben Sie dann erst einmal ihr Trauminstrument geliehen oder sogar gekauft – wie Sie zu einem Instrument kommen und auch die richtige Lehrerin oder den richtigen Lehrer finden, wenn Sie Unterricht nehmen möchten, erfahren Sie in Kapitel 4 – wird es spannend. Die erste gemeinsame Zeit ist besonders aufregend, weil Sie Ihr Instrument kennenlemen.

Und danach ist es eine Frage des Dranbleibens.

Commitment fürs Instrument

Aber genau das ist der Knackpunkt: Dranbleiben heißt üben. Und üben – so schön ich selbst es finde – kann für manche eine nervige, zähe und anstrengende Angelegenheit sein. Es geht so gar nicht voran, man kann auch nicht sofort mit süffig melancholischem Sound »I did it my way« auf der Klarinette oder flockig die munter vor sich hin perlende Mozart-Sonate auf dem Klavier spielen.

Da können dann schon Zweifel aufkommen. Vielleicht ist man ja doch nicht so musikalisch, so begabt, wie man dachte?

Der Reiz des Neuen ist auch vorbei, es ist doch nicht so easy wie man gedacht hat. Und schon läuft der Traum vom Instrument Gefahr zu platzen.

Aber ... pssst ... mal ganz ehrlich: Haben wir wirklich regelmäßig Zeit mit unserem Instrument verbracht? Haben wir uns ihm gegenüber für einige Wochen oder Monate verpflichtet, »committed«, wie es so schön auf Neudeutsch heißt? Damit es einen festen Platz in unserem Alltag bekommt?

Haben wir tatsächlich die Minuten, die Stunden, die Geduld und die Konzentration investiert, die Tonleitern und Fingerübungen benötigen, um uns die grundlegenden Fertigkeiten für das Spielen anzueignen?

Hand aufs Herz – wenn die Antwort »nö, so richtig habe ich mich nicht damit beschäftigt« lautet ... na, kein Wunder, dass wir uns für unmusikalisch halten. Und frustriert aufgeben.

Ursache für die ausbleibenden Erfolgserlebnisse ist dann aber nicht die mangelnde Musikalität, weil wir ja alle Musik in uns haben. Sondern schlicht zu wenig Engagement.

Regelmäßige Übung ist genau wie das Training im Sport die Geheimformel für Fortschritt und Erfolgserlebnisse. Und letztlich für das Glück, das unser Herzensinstrument für uns bereithält.

»Mangelnde Begabung« ist übrigens auch keine wirklich überzeugende Ausrede. Viele Menschen, denen in der Anfangszeit mit ihrem Instrument alles leichtfiel, die aber nicht üben, werden irgendwann von denen überholt, die sich mit Tönen, Klang, Technik und Rhythmus abmühen Und dies nicht als Zumutung empfinden, sondern als sportliche Herausforderung.

Die Hälfte

Carl Zuckmayer

Mit den Lernprozessen Erwachsener, mit Üben und mit dem Thema Talent beschäftigen wir uns im dritten Kapitel »Hans und Gretel lernen eben später – und wie die Wissenschaft darüber denkt«.

Achtung, Achtung – eine wichtige Durchsage! Musizieren in der Freizeit und als Hobby soll Freude machen! Es soll nicht überfordern oder gar unter Stress und Leistungsdruck setzen. Tägliches Üben ist keine Pflicht zahlt sich aber natürlich hinsichtlich Fortschritten aus.

Es gilt also: Alles...



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