E-Book, Deutsch, 180 Seiten
Seitz Einführung in die Geheimnisse des Crickets
6. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-4921-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Cricket-Regeln leicht verständlich erklärt
E-Book, Deutsch, 180 Seiten
ISBN: 978-3-7562-4921-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Michael Seitz fördert den geschäftlichen und interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und vielen Ländern der Welt. Das vorliegende Buch ist Teil seines Engagements.
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1 Einleitung
Viele Geschäftsreisende und Touristen, die die klassischen -Länder bereisen, wundern sich über die umfangreichen Berichterstattungen über im Fernsehen. Dies ist zum einen dem hohen -Interesse in diesen Ländern geschuldet; denn so wie bei uns Fußball der Nationalsport ist, so steht vor allem in den Ländern des Commonwealth das -Spiel im Blickpunkt des sportlichen Interesses. Entsprechend wird – ähnlich wie Fußball bei uns in Deutschland – auch auf Schulhöfen, in öffentlichen Parks oder auf der Straße gespielt. Der zweite Grund für die starke Präsenz von im Fernsehen ist der, dass ein -Spiel in seiner klassischen Spielweise bis zu fünf Tage andauern kann, mit je sechs Stunden Spielzeit pro Tag, die nur durch eine Mittagspause, eine Teepause oder durch kurze Erfrischungspausen unterbrochen wird. Entsprechend lang sind deshalb auch die Live-Berichterstattungen.
Das vorliegende Buch gibt eine Einführung in die Regeln des , um für -Interessierte etwas Licht in das Regeldickicht des Spiels zu bringen. Die Einführung ist dabei nicht nur für Neulinge hilfreich, die das -Spiel selbst spielen möchten, sondern auch für Touristen oder die vielen Beschäftigten, die für ihre Unternehmen für einige Zeit ins Ausland gehen und sich von daher in die Geheimnisse dieses interessanten Spiels einlesen möchten. Das Buch ist damit auch ein kleiner Beitrag zur internationalen Völkerverständigung, weil ein -Spiel dann auch schnell zu einer gemeinsamen Aktivität oder einem verbindenden Gesprächsthema werden kann. Und sind die Regeln erst einmal verstanden, ist auch das Zuschauen des Spiels ein spannender Zeitvertreib.
Wann und woraus sich entwickelte ist unklar. Populär wurde das Spiel allerdings, als im 16. Jahrhundert der Landadel im Süden Englands das Spiel für sich entdeckte. wurde so zu einem Spiel der britischen Elite. Sie betrachtete das Spiel als ein „Gentleman’s game“, das ohne Körperkontakt gespielt wurde und bei dem eine wichtige Bedeutung beigemessen wurde. Denn nicht Kraft und Schnelligkeit spielen beim eine Rolle, sondern Taktik und Geduld.
„It’s not Cricket!“
Das Selbstverständnis von Cricket als einem „Gentleman’s game“, bei dem die sportliche Fairness besonders großgeschrieben wird, zeigt sich auch im britisch-englischen Sprachgebrauch. So gibt es in seinem Verbreitungsbereich die Redensart als sinngemäße Übersetzung der deutschen Formulierungen „Das ist nicht fair“ oder „Das ist nicht die feine Art“.
Und tatsächlich führen Unsportlichkeiten während oder am Rande von -Spielen auch heute noch zu umfangreichen Diskussionen, die bis zum Rücktritt von Mannschaftskapitänen oder Trainern führen können, und zwar auch dann, wenn diese den Verstoß selbst gar nicht begangen haben.
Über die englischen Handelsbeziehungen verbreitete sich der Sport auch in den Ländern des Commonwealth. Heute ist in manchen dieser Länder nicht nur ein Sport, sondern wie eine zweite Religion. Und so verweist man beim auch gerne darauf, dass das Spiel nicht durch -Regeln (Rules), sondern durch -Gesetze geregelt wird.
Heute wird auch in vielen anderen Ländern gespielt, auch wenn das Spiel - ähnlich wie in Deutschland - dann eher als Randsportart gilt.
Die oberste und alleinige Instanz für die -Gesetze ist der in London. Sein Regelwerk „“ ist weltweit die Grundlage für den -Sport. Die früheste bekannte Version dieser stammt aus dem Jahr 1744, wobei es sich bei dieser bereits um die Neufassung einer älteren und heute unbekannten Vorversion handelte. Auch wenn die über die Jahrhunderte hinweg immer wieder angepasst und überarbeitet wurden, so bestimmen sie doch bis heute das Spiel.
Diese sind deshalb auch die Ausgangsbasis für die nachfolgenden Erläuterungen des Spiels, wobei wir dem üblichen deutschen Sprachgebrauch folgen und im Weiteren nicht von -Gesetzen, sondern von -Regeln sprechen werden.
Auch wenn die Regeln sehr umfassend sind, sind für professionelle Spiele, bei denen es auch um sehr viel Ansehen und Geld geht, an der ein oder anderen Stelle Konkretisierungen erforderlich, um für alle Mannschaften bei Heim- und Auswärtsspielen möglichst gleiche Bedingungen sicherzustellen. Internationales wird deshalb unter der Führung des durchgeführt, das die Regeln des an den erforderlichen Stellen mit Hilfe von Spielordnungen ergänzt. Innerhalb der Länder wird von nationalen -Verbänden organisiert: In Deutschland ist dies der
Der nachfolgende Text ist so aufgebaut, dass Sie die Grundregeln des Spiels am Einfachsten lernen, während Sie sich ein -Spiel im Fernsehen ansehen. So können Sie den folgenden Text abschnittsweise lesen und das Gelesene nach und nach mit dem Geschehen auf dem Spielfeld und mit den Anmerkungen der Fernsehkommentatoren vergleichen.
In Kapitel 2 wird für einen ersten Einstieg die Grundidee des Spiels erläutert. In den nachfolgenden Kapiteln werden die Themen dann vertiefend behandelt. Hier geht es im Einzelnen um den zeitlichen Spielablauf (Kapitel 3), die verschiedenen Spielformate beim (Kapitel 4), die Zielsetzungen der gegnerischen Mannschaften während des Spiels (Kapitel 5 und 6) sowie um die wichtigsten Signale der Schiedsrichter (Kapitel 7). Einen größeren Umfang nimmt Kapitel 8 ein, in dem wir uns dem Spiel über die vielfältigen Fernseheinblendungen annähern. Dies hat den besonderen Vorteil, dass viele Begriffe aus dem nicht nur abstrakt erläutert werden, sondern sie Schritt für Schritt und mit einem direkten Bezug zum Spielablauf bzw. den zugehörigen Spielszenen eingeführt werden. Den Abschluss bildet mit Kapitel 9 ein Überblick über in Deutschland.
Aufgrund des englischen Ursprungs des Spiels werden auch im nichtenglischen Sprachraum üblicherweise die englischen -Begriffe benutzt. Um das Spiel -Neulingen besser erklären zu können, werden wir im folgenden Text aber auch vereinzelt deutsche Übersetzungen nutzen, die im eher selten oder gar nicht in dieser Form verwendet werden. Diese sind für -Neulinge als Eselsbrücken gedacht und haben einzig und allein den Zweck, das Verständnis für die Regeln zu erleichtern. -Profis mögen uns die Ungenauigkeiten nachsehen, die sich hieraus ergeben. Um die regulären Begriffe klar von jenen abzugrenzen, die nur einer besseren Verständlichkeit der -Regeln dienen sollen, sind die regulären Begriffe im Text jeweils in ergänzt, so dass die richtigen Fachbegriffe sofort erkennbar sind.
Bei vielen Begriffen, die während des -Spiels genutzt werden, hat man den Eindruck, dass es sich bei diesen Begriffen um Kurzformen handelt, die sich aus längeren Beschreibungen des genauen Sachverhalts entwickelt haben: Sagt der Schiedsrichter beispielsweise einen an, so heißt dies nicht, dass es sich um einen Vorfall ohne Beteiligung eines Balles handelt, sondern, dass der Ball nicht korrekt angeworfen wurde: Genau genommen müsste die Schiedsrichterentscheidung also eher als , also als „nicht korrekt angeworfener Ball“ bezeichnet werden. Andererseits ist eine so lange Formulierung schwierig, wenn es auf dem Platz hoch her geht oder ein Schiedsrichter anderen Spielteilnehmern über größere Entfernungen seine Entscheidung mitteilen will. Aus diesem Grund wurde deshalb vermutlich aus dem längeren kurz und knapp ein . Wir werden im Folgenden weitere Beispiele für solche Begriffsverkürzungen kennenlernen.
ist eigentlich ein sehr einfaches Spiel, das einer klaren Logik und den drei Grundprinzipien Wettkampf, Fairness und Sicherheit folgt. Umfangreich sind nur die Regelergänzungen, mit denen Unsicherheiten bei der Regelauslegung geklärt werden.
Natürlich ist es nicht möglich, in diesem Buch alle Sonderegeln vollumfänglich zu erläutern, so dass an der einen oder anderen Stelle...




