Sellers / Reid / Gordon | Julia Gold Band 51 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 0051, 447 Seiten

Reihe: Julia Gold

Sellers / Reid / Gordon Julia Gold Band 51


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-762-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0051, 447 Seiten

Reihe: Julia Gold

ISBN: 978-3-95446-762-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



LIEBE - WIE IM MÄRCHEN von REID, MICHELLE
Die Millionärstochter Evie und Scheich Raschid sind das Traumpaar der Boulevardpresse, ihre Familien allerdings finden diese Affäre äußerst unpassend - und kennen nur ein Ziel: Evie und Raschid müssen sich trennen! Aber so leicht lässt Evie sich ihr Glück nicht nehmen ...
DER PRINZ MIT DEN SANFTEN HÄNDEN von SELLERS, ALEXANDRA
Clio Blake will von Liebe nichts mehr wissen. Wenn Prinz Jalal nur nicht so beunruhigend sinnlich wäre! Schließlich folgt sie ihren leidenschaftlichen Gefühlen und gibt sich Jalals Küssen hin. Nur warum flüstert er dabei 'Zary'? Das ist doch der Name ihrer Schwester!
PALAST DER TAUSEND WÜNSCHE von GORDON, LUCY
Die Frauen liegen Scheich Ali Ben Saleem zu Füßen. Und dennoch beherrscht nur noch die umwerfende Alexis seine Gedanken. Um sie zu verführen, lockt er sie in seinen Traumpalast. Tatsächlich schmilzt Alexis in seinen Armen dahin - aber kann er auch ihr Herz gewinnen?



Alexandra Sellers hat schon an vielen verschiedenen Orten gelebt - wie viele genau, kann sie selbst nicht mehr sagen. Schon als kleines Mädchen träumte sie von fernen Ländern, inspiriert von den Märchen aus 1001 Nacht. Und irgendwann sah sie sich selbst an diesen geheimnisvollen Orten als Schriftstellerin. Prompt wurde die erste romantische Geschichte, die sie verfasste, von einer Zeitung abgedruckt. Alexandra schreibt seit 1980, wann immer ihr ihre ausgedehnten Reisen und ihre Vorlesungen an der Universität Zeit dafür lassen. Ihr großes Hobby ist das Fremdsprachenstudium. Bis jetzt hat sie acht Sprachen gelernt, kann aber zu ihrem Bedauern keine davon perfekt. Die schönste Zeit ihres Lebens hat sie in London verbracht, wo sie nach drei Jahren an der School of Oriental and African Studies einen Abschluss in Persisch und Religionswissenschaft machte. Alexandra lebt zusammen mit ihrem Mann Nick und ihrem Kater Monsieur.

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1. KAPITEL

Es wurde allmählich spät. Schon fast zu spät, als dass man noch ausgehen konnte.

Trotzdem war Evie keine Verärgerung anzumerken, als sie am Fenster stand und auf die funkelnde nächtliche Silhouette von London blickte. Schließlich war es nichts Ungewöhnliches, dass ihr Geliebter sie warten ließ. Die Pflicht stand für ihn vor allem anderen in seinem Leben.

Das schloss auch seine Geliebte ein. Mochte sie auch noch so schön sein und ihm sehr viel bedeuten – wie er ihr immer wieder versicherte –, so wusste Evie doch, dass sie in seinem Leben stets hinter seinen Pflichten den zweiten Rang einnehmen würde. Also stand sie am Fenster des Salons in seinem luxuriösen Penthouse-Apartment wie eine kostbare Porzellanpuppe, eingehüllt in sinnliche weinrote Seide, und wartete. Seit einer Dreiviertelstunde wartete sie auf ihren Geliebten – ruhig, geduldig.

Zumindest hatte es den Anschein, denn ein strenges Elternhaus hatte sie gelehrt, nicht zu zeigen, was sie wirklich fühlte. Doch nur ein oberflächlicher Betrachter konnte ihre äußerliche Ruhe für bare Münze nehmen.

Scheich Raschid Al Kadah hätte sich nicht täuschen lassen, aber er war ja nicht da. Und die einzige Person, die versuchte, ihr Gesellschaft zu leisten, hob nur selten den Blick. Asim stand neben dem in weißem Marmor eingefassten Kamin, die Hände reglos vor der traditionellen Robe gekreuzt, und schwieg. Längst hatte er in kluger Einsicht jeglichen Versuch einer höflichen Konversation eingestellt, nachdem Raschids Verspätung ein unentschuldbares Ausmaß angenommen hatte.

Als Evie verstohlen einen Blick auf ihre zierliche goldene Armbanduhr warf, bemerkte Asim in der für ihn typischen sanften, diplomatischen Art: „Sicher wird er jetzt jeden Moment eintreffen. Manche Dinge sind leider unvermeidlich, wie zum Beispiel ein Anruf von seinem Vater.“

Oder ein Anruf aus New York, Paris oder Rom, ergänzte Evie insgeheim. Die Geschäftsinteressen der Al Kadahs waren breit gestreut und international. Und da Raschid als einziger Sohn seines Vaters seit einem Herzanfall des alten Herrn vor einem Jahr den Großteil der Verantwortung übernommen hatte, blieb ihm für Evie immer weniger Zeit.

Sie seufzte leise. Normalerweise hätte sie sich das in Anwesenheit eines anderen nicht erlaubt, doch an diesem Abend quälte sie ein drückendes persönliches Problem. Und das lange Warten machte es nicht leichter, zumal sie sich sowieso hatte überwinden müssen zu kommen. Denn sie wusste, dass es Raschid überhaupt nicht gefallen würde, was sie ihm zu sagen hatte.

Verdammt! dachte Evie und wollte sich gerade an die schmerzende Schläfe fassen, als am anderen Ende des Salons eine Tür geöffnet wurde. Sofort ließ Evie die Hand wieder sinken und ballte sie zur Faust. Ohne sich umzudrehen, spürte sie Raschids forschenden Blick in ihrem Nacken.

Scheich Raschid Al Kadah verharrte auf der Türschwelle seines verschwenderisch in Creme- und Goldtönen eingerichteten Salons und schätzte mit einem Blick die Stimmung der beiden Anwesenden ab. Evies betont kerzengerade, angespannte Haltung sprach für ihn Bände, und die Erleichterung seines Bediensteten bei seinem Anblick war ebenso offensichtlich.

Resigniert entließ Raschid Asim mit einer kleinen Kopfbewegung. Im Hinausgehen warf ihm sein kluger Diener einen warnenden Blick zu, der besagte: „Sie stecken in großen Schwierigkeiten, Scheich. Die Lady ist nicht erfreut.“

Langsam und zögernd drehte Evie sich zu Raschid um, was dieser als Zeichen ihrer Verärgerung missverstand.

Auch Raschid war nicht in bester Stimmung. Er hatte soeben eines der schlimmsten Telefongespräche mit seinem Vater hinter sich gebracht. Es war schon spät, und überhaupt schien sich plötzlich alles gegen ihn verschworen zu haben und sein ohnehin schon kompliziertes Leben gänzlich aus den Fugen zu geraten. Dennoch, als Raschid und Evie sich ansahen, schien für einen wundervollen Moment die Welt um sie her stillzustehen, und die Atmosphäre war von knisternder Erotik erfüllt. So war es von Anfang an zwischen ihnen gewesen.

Voller Stolz und Bewunderung ließ Raschid den Blick über Evie gleiten. Wie wunderschön sie doch war! Groß und gertenschlank und dennoch wohlgerundet an genau den richtigen Stellen, strahlte sie eine atemberaubende Sinnlichkeit aus. Ein makelloser Teint, der sich gegen die weinrote Seide ihres Kleides wie schimmernder Perlmutt abhob – und sich wie Samt anfühlte, was keiner so gut wusste wie er, Raschid. Langes goldblondes Haar, das ihr in glänzenden Kaskaden über die Schultern fiel und ihr zartes, hinreißend schönes Gesicht umrahmte: perfekt die zierliche, gerade Nase, verführerisch der herzförmige Mund und restlos betörend die klaren veilchenblauen Augen, deren Blick Raschid verriet, welch erregende Wirkung er wiederum trotz ihrer Verärgerung auch auf Evie ausübte.

Wie stets raubte ihr seine exotische, männliche Schönheit den Atem. Raschid war noch größer als sie, dazu breitschultrig und athletisch gebaut. Tiefschwarzes, modisch kurz geschnittenes Haar und ein samtener brauner Teint betonten sein markantes, unwiderstehlich attraktives Gesicht. Evie konnte sich gar nicht sattsehen an seiner schmalen, perfekt modellierten Nase, dem unglaublich ausdrucksvollen, sinnlichen Mund und den faszinierenden goldbraunen Augen, deren Blick sie förmlich einlud, sich ganz darin zu verlieren.

Ja, Evie und Raschid hätten gegensätzlicher nicht sein können: die zarte englische Schönheit und der dunkle Beduinenkrieger. Und doch waren sie nun schon seit zwei Jahren ein Paar, und die knisternde erotische Anziehung zwischen ihnen hatte seit dem ersten Moment ihrer Begegnung nichts von ihrer elementaren Heftigkeit eingebüßt. Andernfalls hätte ihre Beziehung die Missbilligung ihrer beiden grundverschiedenen stolzen Kulturen wohl kaum überlebt.

„Ich entschuldige mich.“ Raschid sprach zuerst, und seine Stimme war genauso warm und sanft wie der Blick seiner goldbraunen Augen. „Ich bin gerade erst aus meiner Botschaft zurückgekehrt.“

Was seine traditionelle Kleidung erklärte. Scheinbar kühl ließ Evie den Blick über die schlichte weiße Tunika schweifen, die er unter einer weiten dunkelblauen Robe trug. Allerdings hatte er sich die Zeit genommen, die arabische Kopfbedeckung abzulegen.

„Du bist richtig wütend auf mich.“ Es war eine Feststellung, keine Frage.

„Nein“, widersprach Evie. „Nur gelangweilt.“

„Ah, in der Stimmung sind wir also, ja?“ Raschid kam in den Raum und schloss die Tür hinter sich. „Was soll ich tun?“, erkundigte er sich betont höflich. „Dir die wunderschönen Füße küssen?“

Er liebte diese Art von Sarkasmus. Evie ließ sich nicht beeindrucken. „Im Moment würde ich es vorziehen, wenn du mir etwas zu essen besorgen würdest“, antwortete sie kühl. „Ich habe seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, und jetzt ist es …“ Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. „… fast neun Uhr abends.“

„Du möchtest also doch, dass ich dir die Füße küsse.“

Evie war froh, dass es ihr offenbar gelungen war, ihre Angst und Verunsicherung vor ihm zu verbergen. Denn nun, da Raschid vor ihr stand, hatte sie plötzlich das Gefühl, noch mehr Zeit zu brauchen, bevor sie ihm sagen konnte, was sie ihm sagen musste. Kaum merklich zuckte sie kühl die Schultern, was Raschid mit einem kurzen Hochziehen der schwarzen Brauen quittierte – zwei scheinbar harmlose Gesten, die jedoch den Beginn einer unvermeidlichen Auseinandersetzung besiegelten.

Kein neuer Aspekt in ihrer Beziehung, sondern von Anfang an ein wesentlicher Teil davon. Genauso wie Evie sich weigerte, Raschids ausgeprägtem Ego zu schmeicheln, ließ er sich nicht davon beeindrucken, wenn sie die unnahbare Eisprinzessin spielte.

„Ich habe Verpflichtungen“, sagte er kurz angebunden.

„Ach ja?“

Seine Augen funkelten. „Ich kann nicht stets nach meinem Belieben über meine Zeit verfügen.“

„Es hat dir also nicht beliebt, mich fast eine ganze Stunde warten zu lassen?“, ahmte sie spöttisch seinen förmlichen Ton nach.

Raschid kam auf sie zu wie eine Raubkatze, die sich langsam und lautlos an ihr Opfer anschleicht. Seine Bewegungen waren von einer so wundervollen, natürlichen Anmut, dass Evie den Blick nicht von ihm abwenden konnte. Mit angehaltenem Atem beobachtete sie, wie er näher kam, und fühlte, wie das Blut heiß in ihren Adern pulsierte.

Das war der Grund, warum sie die Vorstellung, diesen Mann aufzugeben, nicht ertragen konnte! Raschid berührte etwas in ihr, was keinem Menschen je gelungen war.

Der herausfordernde Blick seiner goldbraunen Augen hielt sie in Bann, als Raschid sanft, aber unnachgiebig ihr Kinn umfasste. „Eine kleine Warnung“, flüsterte er. „Ich bin heute Abend nicht in Stimmung für Temperamentsausbrüche. Sei also klug, Darling, und hör auf, die Verstimmte zu spielen.“

„Aber ich bin verstimmt!“, trotzte Evie seiner Warnung. „Du behandelst mich wie einen Lakaien, und das gefällt mir nicht.“

„Weil ich ab und zu mal zu spät komme?“

„Du kommst öfter spät als früh“, entgegnete sie heftig.

Um seine Mundwinkel zuckte es amüsiert. „Und? Verzückt es dich nicht gewöhnlich, dass ich so spät komme?“, entgegnete er vielsagend.

Als Evie begriff, worauf er anspielte, entzog sie sich errötend seinem Griff. „Wir sprechen hier nicht von deinen Qualitäten als Liebhaber!“

Er seufzte theatralisch. „Wie schade!“

„Raschid!“ Sie warf ihm einen ärgerlichen Blick zu....



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