Senn | EIN WASSERDRACHE IN BORDEAUX | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 163 Seiten

Senn EIN WASSERDRACHE IN BORDEAUX


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-59371-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 163 Seiten

ISBN: 978-3-347-59371-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der faszinierende Roman erzählt eine liebevolle Geschichte von zwei unterschiedlichen Wesen. Gabriel Collet, ein französischer Seefahrer aus Bordeaux geriet in der Bucht von Biskaya, in der Welt der Wasserdrachen, in Seenot. Louna ist kein gewöhnlicher Wasserdrache, denn sie ist die Prinzessin von Biskaya. Sie kann dem tragischen Schicksal nicht weiter zusehen und rettet Gabriel aus dem Meer. Einige Tage später stand sie plötzlich wieder vor ihm, sie will noch einmal den Blaujackenträger sehen, den sie vor dem Ertrinken bewahrte. Von da an veränderte sich ihr gemeinsames Leben für immer. So beginnt «EIN WASSERDRACHE IN BORDEAUX», eine spannende Geschichte zweier Wesen und ihre schönsten Zeit des Lebens.

Marc Senn, geboren am 1. Juni 1984, lebt als Autor in Zürich. Im Jahr 2018 begann er Bücher zu schreiben. Er schreibt gerne in der Gattung Sachbuch und Roman. Sein erster Roman MEINE FARBIGE SACHE erschien im Frühsommer 2021. Autorenseite unter www.msautor.ch.
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KAPITEL 5

Der Sturm

Unter Wasser schien die Welt in Ordnung zu sein. Louna merkte die Gefahr nicht, die sich an der Oberfläche anbahnte, als sie mit Freundinnen im seichten Gewässer auf Entdeckertour war. Ihnen war es untersagt, sich in diesen Untiefen aufzuhalten. Es war viel zu gefährlich in die Fänge eines Fischernetzes oder einer Bootsschraube zu gelangen. Doch Louna und ihre Freunde entdeckten auf dem Grund ein hölzernes Wrack aus dem 18. Jahrhundert und waren von ihren Schätzen beeindruckt. In den Truhen an Bord lagen Unmengen an Gold, Silber und Edelsteine. Es war der Reichtum von königlicher Hoheit, dachte sich Louna. Ein Edelstein zog Lounas Aufmerksamkeit wegen seiner glänzenden Farbe an sich. Noch nie in ihrem Leben hatte sie so ein kostbares Mineral entdeckt. Louna wollte den Stein besitzen.

„Was hast du gefunden?“, fragte ihre Begleitung, ein Wesen ihresgleichen.

„Ein Stein“, antwortete Louna und versteckte das Schmuckstück vor ihr im Maul und drehte sich um.

„Darf ich ihn sehen?“

Louna sah sie nachdenklich an und antwortete: „Na gut, aber kein Wort zu den anderen und schon gar nicht meinen Eltern. Einverstanden?“

„Okay, verstanden.“

Louna spukte das Juwel aus ihrem Maul.

„Donnerwetter! Ein zauberhafter Stein.“

„Was denkst du, hat er für einen Wert?“

„Ich habe keinen blassen Schimmer, aber einen so glänzenden Stein gibt es im weiten Ozean kein zweites Mal. Das kann ich dir hoch und heilig versprechen.“

„Stimmt. Nicht einmal meine Königseltern haben ein solch protziges Juwel.“

„Klasse!“

„Ich bin mit meinem Schatz sehr zufrieden.“

Louna nahm ihren wertvollen Stein wieder zu sich. Sie kehrten zur Schar zurück.

„Königliche Hoheit, es wird Zeit zu verschwinden“, sagte eine aus der Clique.“

„Nanu“, sagte Louna.

„Wir sollten nicht hier sein.“

„Weshalb? Ist was nicht in Ordnung?

„Ja, hast du denn nichts bemerkt?“

Louna schwieg eine Weile und antwortete nachdenklich: „Nein, wir waren unten am Grund und durchsuchten das Wrack. Es machte Spaß!“

„Louna, wir müssen zurück in die Tiefe. Es kommt ein Sturm auf.“

„Wie fern ist er?“

„Nicht weit, wir sollten wirklich das Tiefe suchen oder möchtest du bei einem Blitzeinschlag ins Meer draufgehen? “

Nichts hält Louna auf, wenn das Wetter richtig grausig wurde. Die Naturgewalt wollte sie sich nicht entgehen lassen. Ein Naturschauspiel war aufregend.

„Schwimmt ihr voraus. Ich sehe mir dies an.“

„Nein, wir haben keine Zeit mehr, Prinzessin.“

Die Warnung der Freundin ignorierte Louna. Sie schwamm hinauf an die Oberfläche und strecke weit den Kopf hinaus. Sie wollte das herannahende Sturmgewitter mit ihren eigenen Augen sehen, bevor sie in die sichere Tiefe von Biskaya zurückkehrt. Eine dunkle Wand mit Wetterleuchten kam direkt auf sie zu. Sie hatte in ihrem Leben viele Unwetter und Stürme gesehen, aber bei diesem Anblick war selbst sie beeindruckt. Da möchte niemand hineingeraten in dieses Verderben. Dann bemerkte sie im Augenwinkel wie ein Boot durch meterhohe Wellenberge trieb. Louna drehte ihren Kopf zur Seite und erkannte die Gefahr – es steuerte mitten hinein in das Unwetter oder besser ausgedrückt in den Abgrund. Ein außergewöhnliches Wesen stand am Bug und beobachtete das Geschehen. Es gab Leben an Bord, dachte Louna. Es schienen Menschen zu sein oder böse Feinde, von denen ihre Gemeinschaft in unzähligen Geschichten erzählten. Sie zerstören die Meeresfauna und verkleinern die sicheren Rückzugsorte für die Tiere. Sie fischen Ozeane leer und entsorgen Plastik und andere Schadstoffe darin. Von ihrem Handeln abgesehen, wäre es geschickter, sie würden umkehren. Ein Sturm wie dieser könnte ein Boot in Stücke reißen und es auf den Grund des Ozeans versenken. Dann plötzlich drehte sich der Seemann um und blickte in ihre Richtung. Louna tauchte sofort unter Wasser, um nicht entdeckt zu werden. Louna versuchte das Boot zu erreichen und folgte seinen hinterlassenen Wasserwirbeln im Meer.

Auf dem Frachter spitzte sich die Situation zu und waren in Seenot geraten. Es stürmte wie es nur im Golf von Biskaya ereignen konnte. Die Naturgewalt machte dem Frachtschiff zu schaffen und er bewegte sich in den Wellen auf und ab. Dann begann der Frachter mit bis zu 25 Grad Schlagseite an zu rollen und es drohte die Container von ihren Befestigungen loszureißen. Jeden Moment durchschlug der Frachter die dunkle Wand des Sturmes. Niemand von der Crew ahnte was sich hinter diesem aufgebrausten Wolkenwall verbergen könnte. Aber einige, wie auch Gabriel, befürchteten eine Verschärfung der Lage. Sie trafen auf den Zorn des Wettergottes und waren dem Untergang geweiht. Gabriel war nicht besonders gläubig, aber diesmal schaute er ins Meer und betete zu Poseidon, damit sie vom Niedergang verschont blieben. Aber es schien nichts zu nützen, der Gott des Meeres hatte kein Erbarmen und die Wellen setzten zu.

Die Wellen prallten an den Bug und schossen übers Deck hinweg. Gabriel versuchte zurück auf die Kommandobrücke zu gelangen, denn ihr wurde die Situation zur Gefahr und er könnte mit der nächsten Welle über Bord gespült werden. Auf dem Rückweg informierte er die Besatzung, die sich in Sicherheit bringen sollte. Sie stiegen durch das Luk ins Innere des Schiffes und schlossen hinter sich die Öffnung, indem sie mit aller Kraft die Klappe gegen den Wind zudrückten. Gabriel zog seinen Regenschutz aus und hängte ihn zurück an den Haken. Die durchnässte Mütze legte er oben auf die Ablagefläche. Mit seinem geschickten Gang erreichte er wieder die Brücke. In diesem Moment durchbrachen sie die dunkle Wand und befanden sich mittendrin in der Sturmhölle.

„Alles klar?“, fragte Gabriel den Steuermann.

„Ich kämpfe seit Minuten mit starkem Wellengang. Ich kann das Schiff nur noch mit größter Anstrengung auf unserem Kurs halten“, antwortete der Steuermann und wusch sich die Schweißperlen von der Stirn.

„Wie ist die Wetterlage“, fragte Gabriel ein Brückenoffizier.

„Wir haben Windstärke 10 nach Beaufortskala“, antwortete der Navigator. „Wir haben kaum noch Fahrt. Der Wind und die Strömung bremsen uns aus.“

„Wir sind in einen schweren Sturm geraten mit Windstärke 100 Kilometern die Stunde“, sagte Gabriel und zeigte sich skeptisch und fragte den Kapitän, der auch auf die Brücke zurückkehrte, nachdenklich: „Käpt’n, wie sind Ihre Befehle?“

„Verdammte Scheiße…. Haltet euch an die Anweisung“, antwortete der Anführer.

„Wirklich?“, fragte Gabriel nach.

„Ja.“

„Käpt’n, ich befürchte, wir sind nicht mehr in der Lage ihre Anweisung auszuführen.“

„Ich bin der oberste Chef des Schiffes, brüllte der Kapitän seine Mannschaft an. „Ich habe hier das Sagen.“

In diesem Moment erreichte der Frachter eine kritische Seitenlage wodurch die Ladung anfing sich zu lösen. Ein Container flog herunter ins Meer.

„Mist!“, rief der Steuermann und versuchte alles wieder unter Kontrolle zu halten.

Der Kapitän konnte nicht fassen, dass die Ladung über Bord fiel. In seinem Gesicht konnten die anwesende Crew seine Bestürzung erkennen. Ein Verlust eines Containers brachte ihm und der Reederei weitreichende Konsequenzen ein.

„Wir werden das Schiff verlieren“, sagte der Navigator besorgt.

„Ich denke, wir sollten ein Notruf absetzen“, sagte Gabriel. „Noch ist es nicht zu spät.“

Der Kapitän stand immer noch regungslos am Fenster der Kommandozentrale und blickte nach draußen.

„Wir setzen einen Notruf ab“, sagte der Kapitän und drehte sich zur Tür. „Erster Offizier, Sie haben jetzt das Kommando.“

„Verstanden, Käpt’n.“

Dann verschwand der Kapitän von der Brücke. Gabriel übernahm ohne zu murren das Kommando des Frachters, obwohl die heikle Lage nicht mehr zu retten schien. Er wollte sich und die Besatzung in Sicherheit bringen oder zumindest ihnen das Gefühl von Hoffnung vermitteln. Aber es war so finster im Sturm, dass sie meinten, dass sie sich in der Hölle wieder fanden. Deshalb gab es nur ein Ziel, alle in Sicherheit zu bringen mit oder ohne Verlust der Ladung des Frachters. Die Menschenleben waren wichtiger und so entschloss sich der neue Befehlshaber die Küstenwache zu informieren. Dies war der erste wichtige Schritt bei der Rettungsaktion der «Bleu Perle».

„So, ihr habt den Kapitän gehört. Senden wir ein Notsignal ab. Navigator nehmen Sie mit dem Land Funkkontakt auf“, sagte...



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