Liebe Besucherinnen und Besucher,

aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ihr Team von Sack Fachmedien

Seymour / Gifford | Historical Exklusiv Band 44 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 44, 512 Seiten

Reihe: Historical Exklusiv

Seymour / Gifford Historical Exklusiv Band 44

Unbezähmbare Herzen
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-6056-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Unbezähmbare Herzen

E-Book, Deutsch, Band 44, 512 Seiten

Reihe: Historical Exklusiv

ISBN: 978-3-7337-6056-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



GEHEIMNISSE UM LADY SARAH von ANA SEYMOUR
Maskiert überfällt Sarah Fairfax die Kutschen der Adligen - bis der König Sir Anthony Rutledge entsendet, um sie zu überführen! Ausgerechnet auf dem Landsitz von Sarahs Familie ist er zu Gast. Und plötzlich erwacht in ihr ein Gefühl, das stärker als ihre Wut ist: Sehnsucht nach den Küssen des Feindes ...
DIE TOCHTER DER DIRNE von BLYTHE GIFFORD
London, Ende des 14. Jahrhunderts: Nach Jahren in der Verbannung bekommt Lady Solay die Chance, ihren Platz bei Hofe zurückzuerlangen. Zum Dank für das günstige Horoskop, das sie dem neuen König stellt, will er sie mit einem ebenso begehrenswerten wie ehrbaren Ehemann vermählen. Doch des Herrschers Gunst hat einen grausamen Preis: Solay soll Lord Justin Lamont nicht nur heiraten, sondern auch ausspionieren. Plant er als Mitglied des Rates womöglich eine Verschwörung gegen den König? Solay ist verzweifelt: Wie kann sie ausgerechnet den Mann verraten, dem sie zur Frau versprochen ist?

Seymour / Gifford Historical Exklusiv Band 44 jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


PROLOG

3. September 1666

Ein merkwürdiges Jahr – diese Meinung vertraten alle Londoner, egal ob sie in der Nähe der Parks in Vauxhall oder in den geschäftigen, übel riechenden Straßen von Southwark lebten. Die Stadt war staubtrocken. Drückende Schwüle lastete über ihr, und nichts deutete darauf hin, dass sie sich auflösen würde.

Hinter hohen, feuchtkalten Steinmauern fühlte Sarah Fairfax, wie der wollene Stoff ihres Kleides, der klamm auf der Haut klebte, an den Oberarmen kratzte. Sie blickte zum wiederholten Male auf die Schüssel Wasser, die auf dem einzigen Tisch im Raum stand. Es wäre ein himmlisches Vergnügen, das schwere Kleid auszuziehen und sich etwas abzukühlen.

Eine Bewegung an dem kleinen, vergitterten Fenster in der Tür erregte ihre Aufmerksamkeit. Bei der spärlichen Beleuchtung konnte sie gerade noch die Umrisse des Wärters erkennen. Er kam immer öfter vorbei. Sein lüsterner Blick und sein heimtückisches Lachen verfolgten sie schon in ihren Träumen. Er tauchte zwischen den anderen Gesichtern auf, die sie im Schlaf verfolgten.

„Ihr braucht nur ein Wort zu sagen, Mistress, und ich werde Euch frisches Wasser bringen“, forderte er sie in einschmeichelndem Tonfall auf, während er das Gesicht an die Eisenstangen drückte. „Das kostet Euch nichts. Eine Dame, wie Ihr es seid, ist doch an ihr Bad gewöhnt.“

Eine Narbe ließ sein linkes Auge tückisch und klein erscheinen. Der wollüstige Blick, der seine Worte begleitete, verursachte Sarah Übelkeit. „Nein danke“, erwiderte sie ruhig. Sie wandte sich von ihm ab und stellte sich an das kleine Fenster in der dicken Mauer, das nur wenig Licht hereinließ. Für wie viele Tage schon? Wochen? Sarah hatte jegliches Zeitgefühl verloren.

Anfangs hatte sie Kerzen, Decken, Schreibutensilien gefordert. Die Wärter erfüllten der schönen neuen Gefangenen nur zu gern alle Wünsche. Doch Sarah erkannte bald, dass der Preis für diese Großzügigkeit schmutzige Anträge und widerwärtige Berührungen waren. Schließlich verlangte sie nach nichts mehr.

Sie fühlte, dass der Wärter sie anstarrte. Ungeachtet der Hitze lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Als man sie vor Wochen im Tower gefangen gesetzt hatte, war sie trotzig und verärgert gewesen. Doch die endlos scheinenden Tage in der kleinen Zelle hatten sie mürbegemacht. Auch die Hoffnung war geschwunden. Nur ihr Hass war geblieben.

Ihr Vater hätte sicher verlangt, dass sie auch dieses Gefühl unterdrückte. Im Geiste hörte sie seine wohlklingende Stimme. „Mein liebes Kind“, hätte er gesagt. „Du musst mit der ganzen Menschheit Frieden schließen, bevor du Frieden in Gott finden kannst.“ Jack, ihr Bruder, hatte dies sicher getan, davon war Sarah überzeugt. Er strahlte eine bewundernswerte gefasste Haltung aus bei ihrem letzten Treffen hier in dieser Zelle. Doch Sarah hatte sich mit der Tatsache abgefunden, dass sie einfach nicht die Größe ihres Vaters oder ihres Bruders hatte. Sie würde ihren Hass bis auf dem Weg zum Richtblock und darüber hinaus nicht aufgeben.

Es war früher Nachmittag. Mittlerweile kannte sie jeden Winkel, in den die Sonnenstrahlen durch das Fenster fielen, und konnte die Tageszeit genau schätzen.

Der Wärter war endlich weitergegangen, um ein anderes armes Opfer zu quälen. Sarah überlegte. Eigentlich hatte sie Glück. Zwar musste sie die lüsternen Blicke und Berührungen der Männer erdulden, doch irgendein gnädiger Befehl einer unbekannten Autorität bewahrte sie davor, stärker drangsaliert zu werden.

Wenn sie noch einen Funken Hoffnung haben durfte, dann wünschte sie sich, ihr Todesurteil würde vollstreckt, bevor dieser geheimnisvolle Schutz endete.

Sie warf einen schnellen Blick zu der Öffnung in der Tür und ging zu dem Wassergefäß. Vielleicht jetzt, bevor er zurückkam … Sie neigte sich und hob vorsichtig den Kleidersaum, um ihn ins Wasser zu tauchen. Dann presste sie den nassen Wollstoff gegen die heißen Wangen. Sarah schloss die Augen und genoss die Erfrischung.

Ein lauter Schlag gegen die dicke Holztür ließ Sarah zusammenzucken. Hastig sprang sie zurück. Ein Schlüssel bewegte sich im Schloss. Unwillkürlich machte sie einen Schritt nach hinten und stieß gegen die raue Tischkante.

Der Gefängnisalltag lief so gleichförmig ab wie die Gezeiten, und dies war nicht die Tageszeit für einen Kontrollbesuch des Wärters. Die Angst, die Sarah erfolgreich bekämpft hatte, seit man sie vor Wochen in Leasworth gefasst hatte, war plötzlich wieder da und schnürte ihr die Kehle zu.

Mit einem scharrenden Geräusch auf dem Steinfußboden wurde die Tür geöffnet. Der Besucher war ganz in Schwarz gekleidet. Auch sein Haar und seine Augen schimmerten tiefschwarz. Im Dämmerlicht der Zelle wirkte er wie ein Dämon.

„Ihr seid es!“, entfuhr es Sarah. Sie musste sich auf dem Tisch, der hinter ihr stand, abstützen.

Er sah sie durchdringend an. „Seid Ihr überrascht, mich zu sehen, Liebste?“

Sarah zwang sich, Haltung zu bewahren, und begegnete seinem Blick. „Das nicht. Es ist eher Enttäuschung.“ Ihre Stimme klang verächtlich. „Ich hatte bis jetzt gehofft, dass Euch die Kanonenkugeln einer holländischen Fregatte in Stücke gerissen haben.“

Der Mann lächelte. Ohne sie aus den Augen zu lassen, griff er nach rückwärts, um die massive Tür zu schließen. „Es ist mir bis jetzt gelungen, mich aus diesem Krieg weitgehend herauszuhalten“, meinte er gleichmütig. „Ich habe nämlich noch einige unerledigte Geschäfte in dieser Welt abzuschließen.“

Stolz hob sie das Kinn. „Nicht mit mir. Wir beide sind schon lange fertig miteinander.“

„Vielleicht doch noch nicht.“

Der sanfte Tonfall, in dem er diese Worte sprach, trieb ihr die Röte in die Wangen. Abwehrend hob sie eine Hand, als er auf sie zukam. „Lasst mich in Ruhe, Anthony“, gab sie eisig zurück.

Vorsichtig näherte er sich ihr. Sarahs Hand zitterte. Sie ließ sie langsam sinken. Eine Armlänge entfernt von ihr blieb er stehen. „Es gibt da aber ein Problem, meine Liebe“, erwiderte er heiser. „Ich kann nämlich nicht von Euch lassen. Auch wenn der Teufel selbst mich davonjagen würde, könnte ich Euch nicht vergessen.“

Anthony blickte sie durchdringend an und zog sie an sich. Sarah wehrte sich nicht. Sie folgte einem unwiderstehlichen Zwang. Im nächsten Moment presste er seine Lippen auf ihre, und sie schmiegten sich aneinander. Für einen Augenblick schien es, als würde eine Naturgewalt auf ihre Körper einwirken.

Sarah wurde es heiß und kalt. Sie fühlte, wie ihr Puls raste und ihre Knie zitterten. Nur seine muskulösen Arme hielten sie noch aufrecht. Unwillkürlich gab sie seinem fordernden Kuss nach. Ihre Brüste waren gegen sein schwarzes Wams aus feinem Leder gepresst.

Die Wände der Gefängniszelle drehten sich vor ihren Augen. Nur noch verschwommen nahm Sarah die Umgebung wahr. Das Blut pochte ihr in den Schläfen. Gegen ihren Willen antwortete ihr Körper auf sein drängendes Begehren.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sie beide den Klang des Zinnbechers, der über die Gitterstäbe gerollt wurde, wahrnahmen. Anthony reagierte als Erster. Beschützend schob er Sarah hinter sich und wandte den Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch kam.

„Es freut mich, zu sehen, dass Ihr Euch gut amüsiert, Eure Lordschaft.“ Der Wärter entblößte seine lückenhaften Zähne und grinste lüstern. „Doch Ihr solltet jetzt schnell zum Abschluss kommen. Ich kann Euch leider nur noch eine Weile hierlassen.“

Behutsam schob Anthony Sarah an den Tisch und schritt zur Tür. Am Eingang sprach er leise und eindringlich auf den Wärter ein.

„Mein lieber Freund, wenn du es wagen solltest, hier noch einmal aufzutauchen, ohne dass ich dich ausdrücklich gerufen habe, werde ich dir die Zähne einschlagen lassen.“

Der Wärter gab einen jämmerlichen Laut von sich. Schweißperlen liefen über sein vernarbtes Gesicht.

„Haben wir uns verstanden?“, fragte Anthony gespielt freundlich.

Der Mann nickte kurz, ehe er schnell verschwand.

Anthony wandte sich wieder Sarah zu. Seine Miene wirkte besorgt. „Haben Euch die Wachleute belästigt, Sarah? Oder verletzt?“

Ihr Herzschlag hatte sich wieder etwas beruhigt. Aber sie fühlte sich schwach. Die Haftbedingungen und das schlechte Essen forderten ihren Tribut. In diesem Moment hätte sie alles darum gegeben, um stark zu erscheinen.

Verzweifelt hielt sie sich am Tisch fest, als ihr die Beine den Dienst versagten. Einen Augenblick später stand Anthony schon neben ihr und hob sie hoch.

„Sarah!“, rief er erschrocken. Er trug sie durch die Zelle auf das schmale Strohlager. „Was habt Ihr? Seid Ihr krank?“

Er beugte den Kopf über sie. Das schwache Licht, das vom vergitterten Fenster her auf ihn fiel, unterstrich sein markantes Gesicht.

„Warum seid Ihr hierhergekommen, Anthony?“

Mit einer zärtlichen Geste strich er ihr das Haar aus dem Gesicht. Sarah biss sich auf die zitternden Lippen. „Ich will Euch aus diesem Kerker befreien.“

Sie lachte bitter. „Falls Ihr es vergessen haben solltet, Lord Rutledge hat andere Pläne mit mir. Sobald der Henker zum Zuge kommt, werde ich am Richtblock den Kopf verlieren.“

Unwillkürlich fiel der Blick seiner dunklen Augen auf ihren schlanken weißen Hals. Er schluckte schwer. „Das wird nicht passieren, Sarah. Ihr werdet noch heute mit mir den Tower verlassen.“

„Aber selbstverständlich. Soll ich einfach an den Wärtern...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.