Shatner | Star Trek - Classic: Die Rückkehr | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Shatner Star Trek - Classic: Die Rückkehr

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11496-1
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11496-1
Verlag: Heyne
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Rückkehr eines Totgeglaubten

Eine Gruppe romulanischer Renegaten ist ein gemeinsames Bündnis mit den Borg eingegangen, um die Föderation zu vernichten. Dazu setzen sie ein gefährliches Werkzeug ein: Den Mann, der ihnen ihre schlimmste Niederlage beibrachte. Den Romulanern ist es gelungen, Kirks Leiche auf Veridian III zu exhumieren und den Körper mittels neuester Nanotechnologie wiederzubeleben. Er soll den einzigen Mann töten, der die drohende Invasion noch abwenden könnte: Captain Jean-Luc Picard ...

William Shatner ist Schauspieler, Produzent, Regisseur und Musiker. Berühmt wurde er durch seine Rolle als Captain Kirk, den er in der Serie Star Trek (1966 – 1969) und in sieben Star-Trek-Filmen mimte. Für seine Rolle als Anwalt Denny Crane in der Serie Boston Legal gewann er einen Emmy und einen Golden Globe. William Shatner lebt mit seiner Frau Elizabeth in Los Angeles.
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Kapitel 1


James T. Kirk ist tot …

Als Commander William Riker neben dem Grab der Flottenlegende im Transporterstrahl rematerialisierte, überraschte ihn der Gedanke, der ihm plötzlich gekommen war. Von all dem, was vor knapp einem Monat auf dem öden Planeten Veridian III passiert war, lastete das Schicksal von James T. Kirk am schwersten auf ihm.

Auf der anderen Seite des Planeten lag die geborstene Hülle des Enterprise-Wracks. Der noch verwertbare Schrott wurde langsam von einer Gruppe von Raumflotteningenieuren abtransportiert. Auch wenn das Schiff nicht mehr zu retten war – laut der Ersten Direktive durfte keine Spur von ihm auf dieser Welt zurückbleiben. Auf Veridian IV, dem nächsten Planeten, existierte eine primitive Kultur. Falls eines Tages Raumfahrer dieser Welt hier landeten, durften sie nicht auf Spuren höherer Technik stoßen, damit die natürliche Entwicklung ihrer Wissenschaft nicht beeinflusst wurde.

Riker hatte damit gerechnet, dass der Verlust des herrlichen Schiffes ihn auffressen würde. Die Enterprise hatte viel zu früh den Dienst quittiert, und in seinen Träumen hatte er immer gehofft, eines Tages im Kommandosessel des Captains sitzen zu dürfen.

Doch in der Zeit, die vergangen war, seit die Enterprise durch die Lufthülle des Planeten gerast und zu ihrer ersten und letzten Landung angesetzt hatte, wandten sich seine Gedanken immer wieder dem Schicksal des Captains einer früheren Enterprise zu. Der ersten Enterprise …

»Ist er das, Sir?«

Riker wandte sich zu Lieutenant Baru um. Die Naht, die das dunkelblaue Gesicht der jungen bolianischen Offizierin in zwei Hälften teilte, zog sich eng zusammen, als ihr Blick sich weitete. Sie schaute in die Ferne, an dem Grab vorbei.

Riker nickte. Er lächelte innerlich über ihre Reaktion, da er in ihr die Ernsthaftigkeit der Jugend wiedererkannte. Der Sicherheitschef der Farragut hatte ihm Baru und die drei anderen Offiziere, die ihn begleiteten, persönlich als Ehrengarde empfohlen, um Kirks sterbliche Überreste zur Erde zu überführen. Riker wusste, was sie sah. Was nun alle sahen.

Den einsamen Wächter auf der fernen Erhebung. Der trockene Wüstenwind ließ sein elegantes schwarzes Gewand leicht flattern. Die rötliche Sonne reflektierte die silbernen Schriftzeichen, die in es eingestickt waren.

Er war gekommen.

Von Romulus.

Gegen alle Logik.

»Spock«, sagte Baru. Mit Ehrfurcht.

Riker verstand.

Er kannte den vulkanischen Botschafter; er hatte als lebendiges, atmendes Individuum mit ihm zusammengearbeitet. Trotzdem war Spock ebenso eine Legende wie Kirk.

Er war ebenso eine Legende, wie die Freundschaft, die die beiden Männer auf der Enterprise verbunden hatte.

Die Offiziere der Ehrengarde standen ungezwungen da und bemühten sich respektvoll, den angesehenen Besucher nicht anzustarren. Statt dessen blickten sie zu dem einfachen Steinhaufen hin, den Jean-Luc Picard über Kirks Leiche errichtet hatte. Die untergehende Sonne warf lange Schatten auf ihn und ließ kurz ein altmodisches Flottenabzeichen aufblitzen.

Riker atmete die unbewegte, trockene Luft der veridianischen Wüste ein. Er warf einen Blick auf den dunkler werdenden Himmel, als sähe er dort oben die Farragut in eine Kreisbahn schwenken; als sei sie gekommen, um den geehrten Toten abzuholen, ihn nach Hause zu bringen.

Spock verharrte in seiner Wächterposition so reglos wie die von der Zeit geglätteten Steine seiner Umgebung.

Wie mag es wohl sein, fragte sich Riker, wenn man seinen besten Freund verliert – und dann, achtundsiebzig Jahre später noch einmal?

Ein Hinweis auf die Kraft der dazu gehörigen Antwort waren die ungewöhnlichen Umstände, die Spock hierhergebracht hatten. Knappe vier Tage nach der Rettung der Mannschaft von Rikers Enterprise hatte der Flottengeheimdienst eine Notmission durchgeführt, um Spock vom Hauptplaneten des Romulanischen Sternenreiches nach Veridian III zu bringen, damit er seinen Freund auf der letzten Fahrt begleiten konnte.

Spocks Rückholung war kein Unternehmen gewesen, das sich leicht hatte bewerkstelligen lassen. Die Beziehungen zwischen den Romulanern und der Föderation waren jahrhundertelang gespannt gewesen. Spock war federführend bei den Bemühungen, die Spannungen in Jahrzehnten geheimer Verhandlungen abzubauen, um die Romulaner mit den Vulkaniern und somit auch mit der Föderation zu versöhnen.

Die Romulaner stammten zwar von den Vulkaniern ab, doch sie hatten der Logik eine Absage erteilt, die ihre Ahnen davor bewahrt hatte, sich von der rohen Kraft ihrer blutdurstigen Anfänge zu lösen. Wer außer Spock – das Kind einer emotionalen Menschenfrau und eines logisch denkenden Vulkaniers – konnte beide Seiten besser verstehen und für eine Vereinigung arbeiten?

Riker hatte zusammen mit Spock und Captain Picard viele lange Diskussionsabende verbracht. Beide wussten: Der Prozess, in den Spock involviert war, bestand vor allem aus den Widrigkeiten, die er in seinem zweigeteilten Herzen erlebte – nur in größeren Dimensionen.

Welche außergewöhnlichen Aktionen die Flotte auch hatte durchführen müssen, um den Botschafter nun an diesen Ort zu bringen – Riker wusste, man würde keine einzige hinterfragen, auch nicht angesichts des Zwangs der Föderation, dass sie offiziell so tun musste, als wisse sie nichts von Spocks Aktivitäten.

Die Flotte, die Föderation, die ganze Galaxis schuldete Spock zuviel, um ihm irgend etwas zu verwehren.

Und ebenso viel schuldete sie Kirk.

Am Horizont flammte das letzte strahlende Licht der sterbenden Sonne auf. Dann verschwand sie hinter einem fernen Berggipfel.

Über ihnen, im dunkler werdenden Zwielicht, tauchten die Sterne auf.

Riker sah, dass Spock, als sei er in Gedanken versunken, in der Ferne den Kopf neigte.

Ja, wie mag es wohl sein?, fragte er sich.

Ein warmer Luftzug bewegte die dürren Zweige und trockenen Blätter des einsamen, auf der Erhebung wachsenden Strauches.

Lieutenant Baru suchte Rikers Blick.

»Ja, Lieutenant?« Riker fiel auf, dass er seine Frage zu leise ausgesprochen hatte. Der verblassende Tag hatte das leere Gelände der fremden Landschaft zu einem feierlichen Ort gemacht.

»Müsste sich die Farragut nicht längst gemeldet haben, Sir?«

Riker drückte auf seinen Kommunikator. »Riker an Farragut. Die Ehrengarde hat Stellung bezogen.«

Keine Antwort.

»Wir sind zu früh gekommen«, sagte Riker zu Lieutenant Baru. Die Farragut war bei der Rettungs- und Bergungsmission auf Veridian III das Arbeitspferd gewesen. Es überraschte ihn nicht, dass das überlastete Raumschiff sich möglicherweise verspätet hatte. »Geben wir Captain Wells noch ein paar Minuten, bevor wir allgemein Alarm schlagen.« Er lächelte ihr zu.

Lieutenant Baru hatte ihre Position noch nicht lange genug inne, um sein Lächeln zu erwidern. Sie nickte in zustimmendem Schweigen und wandte den Blick wieder dem Steinhaufen zu.

Schweigend verging die Zeit.

Der Abend wurde dunkler.

Rikers Kommunikator zirpte.

Als er ihn berührte, lächelte er Baru erneut an. Sie war zu verkrampft. Er würde mit ihr darüber reden müssen. Schließlich traf man bei der Flotte nicht täglich Entscheidungen, bei denen es um Leben und Tod ging.

»Riker. Was ist?«

Doch sein Lächeln verblasste, als er erkannte, dass der verstümmelte und von Störgeräuschen überlagerte Funkspruch nicht von der Farragut kam.

»Commander Riker, hier ist Kilbourne! Wir werden …« Eine krachende Störung überlagerte den Rest der Meldung.

Riker aktivierte den Kommunikator erneut. Kilbourne war der Chefingenieur am Bergungsort. Die Ehrengarde rückte alarmiert näher.

»Kilbourne, hier ist Riker. Meldung wiederholen.«

Pfeifende Störgeräusche. Riker verstand nicht, was dafür verantwortlich sein konnte. In diesem Sonnensystem gab es nichts, das den Subraumfunk stören konnte.

Dann hörte das Rauschen eine Sekunde lang auf, und Kilbournes aufgelöste Stimme durchdrang erneut den veridianischen Abend.

»… weiß auch nicht, woher sie kommen! Zwei Fähren sind erledigt! Wir brauchen …«

Dann: nichts.

Nicht mal Störgeräusche.

Rikers Kommunikator zirpte sinnlos vor sich hin, und er versuchte, eine neue Verbindung herzustellen.

Riker musterte die vier um ihn versammelten Offiziere. Man sah ihnen an, von wem sie ausgebildet worden waren. Ihre angestrengten Mienen hatten nun nichts Jugendliches mehr.

»Die Sache wird warten müssen«, sagte Riker. Er tippte erneut auf sein Abzeichen. »Riker an Botschafter Spock.«

Eine Sekunde verging. Dann antwortete eine tiefe, vertraute Stimme.

»Hier ist Spock.«

»Am Bergungsort gibt es offenbar irgendwelche Probleme, Herr Botschafter. Ich muss Sie bitten, dort zu bleiben, während wir zurückbeamen, um die Lage zu sondieren.«

»Natürlich, Commander«, sagte Spock ruhig. »Um welche Probleme handelt es sich?«

»Ich weiß es nicht genau«, erwiderte Riker. Er blickte durch die Finsternis, die Kirks Grabhügel, die Stelle, an der Spock wartete, nun völlig einhüllte. Doch der Botschafter war in seinem schwarzen Gewand unsichtbar. »Es klingt fast so, als … würden unsere Leute angegriffen.«

Spock antwortete nicht. Was auch logisch war, wie Riker fand, denn seine Mitteilung erforderte keine Antwort.

»Riker an Transportersteuerung. Fünf Mann zum Bergungsort...


Shatner, William
William Shatner ist Schauspieler, Produzent, Regisseur und Musiker. Berühmt wurde er durch seine Rolle als Captain Kirk, den er in der Serie Star Trek (1966 – 1969) und in sieben Star-Trek-Filmen mimte. Für seine Rolle als Anwalt Denny Crane in der Serie Boston Legal gewann er einen Emmy und einen Golden Globe. William Shatner lebt mit seiner Frau Elizabeth in Los Angeles.



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