E-Book, Deutsch, Band 2419, 144 Seiten
Reihe: Julia
Shaw Eine Braut für den spanischen Playboy
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1265-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2419, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1265-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sechs Wochen hat er Zeit: Nur wenn Rafael bis dann verheiratet ist, überlässt sein Großvater ihm das Milliardenunternehmen der Casillas. Aber woher soll der spanische Playboy so schnell eine Ehefrau nehmen? Die nach einer kurzen Scheinehe zur Scheidung bereit ist? Das Schicksal kommt ihm zu Hilfe, als die hübsche Juliet mit ihrem Lieferwagen seinen teuren Sportwagen rammt. Die junge alleinerziehende Mutter ist in größter finanzieller Not, und Rafael macht ihr ein skrupelloses Angebot: fünf Millionen Pfund für ihr Ja - garantiert ohne Liebe?
Chantelle Shaw ist in London aufgewachsen. Mit 20 Jahren heiratete sie ihre Jugendliebe. Mit der Geburt des ersten Kindes widmete sie sich ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter, ein Vollzeitjob, da die Familie bald auf sechs Kinder und verschiedene Haustiere anwuchs. Chantelle Shaw entdeckte die Liebesromane von Mills & Boon, die sie schon aus ihrer Jugend kannte, in den ersten Jahren als Mutter neu. Während ihrer unfreiwillig nachtaktiven Zeit, hatte sie häufig ein Baby im Arm und ein Buch in der anderen Hand. In ihrer Freizeit fing Sie an, eigene Geschichten zu schreiben. Mills & Boon lehnte ihre ersten Entwürfe ab, ermutigte sie aber weiter zu machen. Doch als Mutter von sechs Kindern, die auch noch halbtags arbeitete, blieb ihr kaum Zeit. Erst 20 Jahre später begann sie wieder ernsthaft zu schreiben, als sie versuchte über den Tod ihrer Mutter hinweg zu kommen. Sie konnte sich in die Welten in ihrem Kopf flüchten und so für einige Zeit ihre Trauer vergessen. Seit dieser Zeit mag Chantelle Shaw Liebesromane noch mehr als zuvor, denn kein anderes Genre verleiht seinen Lesern ein ähnliches Gefühl von Glück und Entspannung. Sie liebt es, starke, entschlossene und sexy Helden zu kreieren, die letztendlich das große Glück und die Liebe finden. Das Schreiben nimmt ihre meiste Zeit ein, aber wenn sie einen freien Kopf braucht, geht sie in ihren Garten oder spazieren. Manchmal wünschte sie sich nur, dass sie auch von der Hausarbeit einen freien Kopf bekommen würde.
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2. KAPITEL
„Wirklich sehr lustig“, murmelte Juliet enttäuscht. „Ich bin nicht in der Stimmung für Scherze, Mr. Mendoza-Casillas.“
„Rafael“, korrigierte er. „Und es ist kein Scherz. Ich brauche eine Ehefrau. Vorübergehend, und nur dem Namen nach.“ Er neigte den Kopf zur Seite. „Sie sagten vorhin, dass das Leben als Alleinerziehende ein ewiger Kampf ist. Wäre es nicht schön, zur Abwechslung ein komfortables Leben ohne Sorgen zu führen?“
„Schön wär’s, ja“, sagte sie. „Aber dazu müsste ich schon im Lotto gewinnen.“
„Dann betrachte mich als Hauptgewinn, chiquita.“
Sein Lächeln raubte Juliet den Atem, und ihr Herz fing an, schneller zu schlagen.
„Sie sind ja verrückt“, keuchte sie.
Und sie musste ebenfalls den Verstand verloren haben, denn sie saß immer noch bei ihm im Wagen.
Fünf Millionen Pfund! Das konnte nicht sein Ernst sein. Und wenn doch, dann gab es mit Sicherheit einen Haken.
Sie musste wieder daran denken, was sie ihm unterstellt hatte. Gott, wieso hatte sie das bloß gesagt? Sie hatte die Fotos auf den Titelseiten der Magazine gesehen, die Rafael mit einer hinreißend schönen Blondine zeigten. Juliet selbst sah im Vergleich dazu aus wie ein hässliches Entlein.
„Wenn Sie eine Frau brauchen, warum heiraten Sie dann nicht Ihre Freundin, mit der Sie gerade in allen Zeitungen zu sehen gewesen sind?“
„Zum einen ist Michelle bereits verheiratet – aber selbst wenn sie noch nicht vergeben wäre, könnte ich sie nicht fragen. Sie würde nur erwarten, dass ich mich in sie verliebe – ebenso wie die anderen Frauen, mit denen ich in der Vergangenheit geschlafen habe.“
Gott, war er arrogant!
„Aber Sie haben keine Angst, dass ich mich in Sie verlieben könnte?“ Sie hatte sarkastisch klingen wollen, aber stattdessen klang sie nur atemlos.
„Das würde ich Ihnen nicht empfehlen“, entgegnete er hart. „Ich glaube weder an die Liebe noch an die Ehe. Aber ich brauche trotzdem eine Ehefrau.“ Er fluchte, als sein Handy zu klingeln begann. Er zog das Gerät aus der Tasche seines Jacketts und wies den Anruf ab. „Ich habe jetzt leider keine Zeit. Treffen wir uns heute Abend, um alles Weitere zu besprechen?“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich bin nicht interessiert.“
Als sie die Tür öffnen wollte, ergriff er ihr Handgelenk. „Geben Sie mir wenigstens eine Chance, alles zu erklären. Danach können Sie immer noch entscheiden, ob ich verrückt bin oder nicht. Wobei ich finde, dass es ziemlich dumm von Ihnen wäre, sich diese Chance entgehen zu lassen. Wenn Sie auf meinen Vorschlag eingehen, müssen Sie sich nie wieder Gedanken über den Preis eines Paares Schuhe machen.“
„Also gut.“ Er war überzeugend, das musste sie ihm lassen. Und wenn er ihr so nah war, konnte sie auch nicht klar denken. „Ich treffe mich mit Ihnen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich auch zustimmen werde.“ Juliet atmete zittrig aus. „Aber es muss nach neun Uhr sein. Ich arbeite in der Abendschicht als Reinigungskraft in einem Einkaufszentrum.“
Rafael ließ sie los, und sie wusste nicht, ob sie enttäuscht oder erleichtert sein sollte.
Er gab ihr eine Visitenkarte. „Hier ist meine Telefonnummer. Schicken Sie mir Ihre Adresse, und ich hole Sie um Viertel nach neun von zu Hause ab.“ Er runzelte die Stirn. „Was ist mit Ihrer Tochter? Kümmert sich jemand um sie, während Sie abends arbeiten?“
„Natürlich kümmert sich jemand um Poppy. Ich würde sie niemals allein lassen“, entgegnete sie empört.
Dass er andeutete, sie könnte eine schlechte Mutter sein, erinnerte sie wieder an den Brief von Bryans Anwalt. Sofort breitete sich ein unangenehmes Gefühl in ihrer Magengrube aus.
Mit fünf Millionen Pfund könnte ich einen top Anwalt engagieren, um gegen Bryans Forderungen vorzugehen, dachte Juliet kurz darauf, als sie aus Rafaels Wagen stieg und durch den strömenden Regen zurück zu ihrem Van lief. Aber sie wäre verrückt, auch nur in Betracht zu ziehen, auf seinen Vorschlag einzugehen.
Jawohl, ermahnte sie sich selbst. Vollkommen verrückt.
Rafael parkte seinen Lamborghini vor dem tristen Hochhaus und schüttelte den Kopf. Nicht zum ersten Mal kam ihm der Gedanke, dass er einen Fehler gemacht hatte. Er kannte diese Frau überhaupt nicht. Wie war er bloß auf die absurde Idee gekommen, ausgerechnet ihr vorzuschlagen, ihn zu heiraten?
Er rief sich ihr Bild vor Augen. Sie hatte wie eine nasse Katze ausgesehen, als sie bei ihm im Wagen saß, eher mager als kurvig, das Gesicht halb verborgen unter dem Schirm ihrer Baseballkappe – der wohl unweiblichsten und unvorteilhaftesten Kopfbedeckung überhaupt.
Rafaels Meinung nach sollten Frauen elegant, dekorativ und sexy sein – und die spindeldürre Sandwichverkäuferin war nichts von alledem.
Sein Ärger über den Schaden an seinem Wagen war in Ungeduld umgeschlagen, als sie anfing zu weinen. Er wusste aus Erfahrung, dass Frauen ihre Tränen häufig einsetzen, um Männer zu beeinflussen. Doch ihm war schnell klar geworden, dass Juliet ihm nichts vorspielte, und er hatte Mitgefühl mit ihr empfunden.
Nur ein einziges Mal zuvor hatte er eine Frau so verzweifelt erlebt, damals in den Slums, in denen er die ersten zwölf Jahre seines Lebens verbracht hatte. Er erinnerte sich noch genau: Maria Gonzales, eine ältere Nachbarin, die immer freundlich zu ihm und seiner Schwester gewesen war. Ihr Sohn war in einen Kampf zwischen zwei Banden geraten und erstochen worden. Ihr klagendes Weinen und Schluchzen hallte ihm noch heute in den Ohren wider.
Als Juliet ihm von ihren finanziellen Problemen und der Sorge erzählt hatte, das Sorgerecht für ihre kleine Tochter zu verlieren, hatte sich diese Idee in seinem Kopf gebildet. Ihre Situation machte sie zur idealen Ehefrau für ihn. Das Geld, das er ihr in Aussicht stellte, würde ihr ganzes Leben verändern. Und was noch viel wichtiger war: Sie stellte an ihrer Ehe keinerlei Erwartungen. Es würde eine geschäftliche Transaktion sein, nichts weiter.
Aber vielleicht bin ich ja auch verrückt, dachte Rafael, als er aus seinem Wagen stieg und seinen Blick über die graue Betonwüste schweifen ließ. Er bemerkte eine Bande wenig vertrauenswürdig aussehender Jugendlicher, die auf einer Bushaltestelle saßen und seinen Lamborghini musterten. Und als er auf dem Weg zum Hochhaus an ihnen vorüberging, beobachteten sie ihn.
Rafael selbst war in den Slums am Stadtrand von Madrid aufgewachsen, wo bittere Armut der perfekte Nährboden für Verbrechen war. Banden von Gesetzlosen beherrschten dort die Straßen, und sein Vater war in diese kriminelle Unterwelt verwickelt gewesen. Als Junge hatte Rafael Dinge erlebt, die kein Kind jemals sehen sollte.
Dieses Hochhaus mag nicht in den Slums liegen, dachte er, als er in den Aufzug trat, dessen Boden mit Unrat übersät war, und in dem es stechend nach Urin roch. Aber es war dennoch kein guter Ort, um ein Kind großzuziehen. Er war nicht für Juliet und ihre kleine Tochter verantwortlich, erinnerte er sich selbst. Aber er sah absolut keinen Grund, warum sie fünf Millionen Pfund ablehnen sollte, wenn es ihr die Chance gab, aus diesem Rattenloch zu entkommen.
Der Fahrstuhl erreichte das oberste Stockwerk, und er trat hinaus in den schlecht ausgeleuchteten Korridor. Hier bot sich dasselbe Bild wie zuvor in der Aufzugkabine. Alles war schmutzig und unaufgeräumt.
Er klopfte an ihre Wohnungstür, die sich fast sofort öffnete. Der scheußliche Nylonoverall, den Juliet trug, legte nahe, dass sie erst kurz vor seiner Ankunft von ihrem Reinigungsjob zurückgekehrt war. Ohne die Baseballkappe konnte er einen Blick auf ihr Gesicht erhaschen und bemerkte, dass sie zarte Gesichtszüge besaß. Vielleicht wäre sie sogar ziemlich hübsch, wenn sie nicht so blass und ausgelaugt aussehen würde. Ihr Haar war von einem unscheinbaren Braun, und sie trug es streng aus dem Gesicht gekämmt und zu einem Pferdeschwanz im Nacken zusammengefasst.
Lediglich ihre hellblauen Augen, die an die Farbe des Himmels an einem Frühlingstag erinnerten, waren bemerkenswert. Doch unter ihnen lagen dunkle Schatten, die sie noch müder und auch jünger wirken ließen, als sie wirklich war.
Juliet zog den Overall aus, unter dem ein schlabbriges graues T-Shirt zum Vorschein kam. Rafael ließ seinen Blick tiefer schweifen, über die billigen, schlecht sitzenden Jeans bis hinunter zu den ausgetretenen schwarzen Stiefeln. Unwillkürlich musste er an Camila Martinez denken, die verwöhnte Tochter des Duque de Feria und bevorzugte Kandidatin seines Großvaters, für die Position als Rafaels Braut.
Der Unterschied zwischen den beiden Frauen konnte kaum offensichtlicher sein. Wenn er mit Juliet zur Geburtstagsfeier auftauchte und verkündete, dass er ein graues Mäuschen anstelle eines stolzen Schwans geheiratet hatte, würde es seinem Großvater zeigen, dass er sich von niemandem gängeln ließ.
„Ich sagte, dass Sie anrufen sollen, wenn Sie angekommen sind, damit ich Sie draußen vor dem Haus treffen kann“, empfing Juliet ihn. „Wenn Sie Ihren Wagen unten haben stehenlassen, wird sich in diesem Augenblick wahrscheinlich jemand daran zu schaffen machen. Wir haben hier in der Gegend ein großes Problem mit Gangs.“
Rafael unterdrückte ein Schaudern bei dem Gedanken, dass jemand seinen Lamborghini anrührte. „Das hier ist in der Nacht kein sicheres Pflaster für eine Frau“, entgegnete er ruppig.
Er wollte noch mehr sagen, verstummte aber, als er hörte, wie am Ende des Korridors eine Tür geöffnet wurde,...




