Shaw | SURVIVORS (Band 1-3) Bundle | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 1000 Seiten

Reihe: Survivor

Shaw SURVIVORS (Band 1-3) Bundle

Thriller, Action, Postapokalypse
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95835-998-7
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller, Action, Postapokalypse

E-Book, Deutsch, Band 4, 1000 Seiten

Reihe: Survivor

ISBN: 978-3-95835-998-7
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



SURVIVORS - Band 1-3 jetzt in einem Bundle zum kleinen Preis! Band 1: Grahams Prüfung Band 2: Grahams Hoffnung Band 3: Grahams Widerstand Inhalt: Es geschieht, was die Welt am meisten fürchtet. Ein mutiertes Vogelgrippe-Virus (H5N1) löst eine weltweite Pandemie aus, die den Planeten verwüstet und die Menschheit fast ausrottet. Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung überleben. Eine sterbende Mutter weiß, dass ihr kleines Kind zu den wenigen gehört, die immun gegen das Virus sind. Was kann sie tun, um das Überleben ihres Kindes zu sichern, bevor ihr nahender, tragischer Tod eintritt? Währenddessen trägt Graham das letzte Familienmitglied zu Grabe. Dem Rat seines Vaters folgend begibt er sich in die Wildnis, zur Blockhütte der Familie, und durchlebt dabei Triumphe und Tragödien. Wieder und wieder muss er sich anpassen, um zu überleben. Gerade als er das Gefühl hat, diese neue Welt endlich in den Griff zu bekommen, überrascht ihn die Nachricht, dass er nicht allein ist. Eine versteckte, aber verwundbare Gemeinschaft von Preppern lebt in der Nähe. Wird er die Kraft haben, den Gefahren zu begegnen und zu überleben? Und noch wichtiger: Wird er in der Lage sein, die ihm Anvertrauten zu beschützen?

A. R. Shaw, geboren im Süden von Texas, diente von 1987 bis 1991 als Funkerin in der Reserve der United States Air Force. Dort arbeitete sie mit dem Military Auxiliary Radio System (MARS-Station) auf der Kelly Air Force Base, Texas. Ihr erster Roman, The China Pandemic (2013), erreichte im Mai 2014 Platz Eins im Genre Dystopie und Post-Apokalypse. Der Stoff wurde als 'unheimlich plausibel' und die Figuren als 'erstaunlich detailliert' gelobt. Shaw schreibt die fesselnde, post-apokalyptische Geschichte als Romanserie fort. Sie lebt mit ihrer Familie im Osten des U.S.-Bundesstaates Washington, wo jedes Jahr der tiefe Schnee des Winters irgendwann doch den glorreichen Strahlen des Sommers nachgeben muss. Immer wieder zieht es sie in den Nordosten Washingtons, wo sie die Tage damit verbringt, am wunderschönen Skagit River zu schreiben.
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Kapitel 2


Der gebrechliche alte Mann streckte die Hand nach seinem Sohn aus. Voller Tränen ergriff Graham sanft die zitternden, faltigen Hände seines Vaters, der vor ihm im Sterben lag. Er spürte, dass sie sich jetzt so nah waren wie nie zuvor.

Graham versicherte ihm, dass er es so machen würde, wie sie es besprochen hatten. Er würde das Gewehr zu allen Zeiten bei sich tragen. Mit ersticktem, rasselndem Husten erinnerte ihn sein Vater daran, dass Gott für ihn nicht vorgesehen hatte, sich das Leben zu nehmen. Das würde nur seelenloses Umherirren im Jenseits bedeuten. Zudem würde er nie wieder eins mit seiner verstorbenen Familie werden können.

Er hatte die Zeichen in jüngster Zeit zu oft gesehen und wusste, dass das Ende seines Vaters nah war. Verzweiflung breitete sich in ihm aus, denn diesmal würde er allein zurückbleiben, ohne auch nur eine einzige vertraute Seele auf der Welt. Der keuchende, pfeifende Atem seines Vaters wurde kürzer, der Blick wurde starr, und das Gesicht sank in sich zusammen. Grahams Verzweiflung über den bevorstehenden Verlust des Vaters wich dem Gebet um Gnade und ein schnelles Ende. Er konnte nicht mehr ertragen, wie sein Vater sich quälte. So, wie sich auch diejenigen gequält hatten, die nun unter der Erde lagen. Einer nach dem anderen waren sie voller Schmerz und Trauer gestorben.

Graham konnte einfach nicht begreifen, weshalb ausgerechnet er noch lebte. Hilflos hatte er mitansehen müssen, wie seine Frau Nelly starb und ihr ungeborenes Kind mit sich nahm. Dann hatte ihn seine geliebte Mutter verlassen, gefolgt von seiner Schwester und seiner vier Jahre alten Nichte. Und nun sein Vater.

»Was soll ich ohne dich tun?«, fragte Graham.

Sein Vater antwortete langsam: »Mache das, was ich dir beigebracht habe. Triff gute Entscheidungen auf deinem Weg und bereue nichts. Du wirst es schaffen. Und du sollst immer wissen: ich bin stolz auf dich.«

Graham wischte den Speichel von den Lippen seines Vaters und hielt seine Hand.

Als der Tod endlich kam, wurde sein Vater ganz ruhig und sagte ein letztes Mal: »Ich liebe dich, mein Sohn.«

Abgrundtief erschöpft von seiner schier endlosen Wacht rieb sich Graham das Gesicht. Vor Frust, Angst und Trauer liefen ihm die Tränen über seinen hellbraunen Backenbart. Er hatte sich nicht mehr rasiert, seit die Welt zusammengebrochen war, und es war ihm egal, ob er sich jemals wieder rasieren würde. Nahrung und sogar die Luft, die er zum Atmen brauchte, hatten jegliche Bedeutung für ihn verloren. Er hatte keine Ahnung, wie er weitermachen sollte ohne die Kraft und Orientierung, die ihm sein Vater gegeben hatte. Er weinte um ihn, wie er um die anderen vor ihm geweint hatte.

Nach dem allerletzten, rasselnden Schluchzen seines Vaters holte Graham tief Luft. »Reiß dich zusammen«, hätte sein Vater streng gesagt. Er beschloss, sich daran zu halten. Jetzt war er das Oberhaupt des Clans, und er würde weitermachen, als ob noch eine Familie existierte, die es zu beschützen galt.

Auch wenn es diesmal so schwer werden würde, wie nie zuvor – er musste nur noch ein letztes Grab ausheben. Es war ein schwacher Trost, aber für den Moment musste er genügen. Alle, die er jemals gekannt hatte, lebten nicht mehr: seine komplette Familie, alle Freunde, alle Bekannten. Vom einfachen Bettler bis zum reichsten Konzernlenker war keine soziale Schicht verschont worden. Sogar der Präsident war gestorben. Diese Pandemie praktizierte wahrhaft Chancengleichheit. Rassismus oder die Benachteiligung bestimmter gesellschaftlicher Schichten ließ sich ihr jedenfalls nicht vorwerfen.

Nur das blauschattige Morgenlicht leuchtete über ihnen, als sich Graham über die blau geäderten Augen des Mannes beugte, den er liebte und bewunderte. Dann schloss er diese Augen für immer.

»Auf Wiedersehen, Dad«, flüsterte er und küsste ihn auf die Stirn. Mit geübten Bewegungen wickelte er die Ränder des weißen Bettlakens langsam um den Körper seines Vaters. Dann verließ er leise das Zimmer.

***


Sein Vater hatte Graham um einen Platz zwischen den anderen vier Gräbern im preisgekrönten Rhododendrongarten seiner Mutter gebeten. Auf der einen Seite lagen seine Mutter und Nelly, auf der anderen seine Schwester und seine Nichte. So hatte es sein Vater gewollt, »zum Schutze der Ladys«, wie er gesagt hatte. Graham war von Anfang an klar gewesen, dass sein Vater, der immer ein Gentleman gewesen war, bis zum Ende durchhalten und sich erst nach den Damen des Hauses verabschieden würde.

Jetzt im Oktober ließ es sich im weichen Lehmboden noch leicht graben, aber bald würde es kalt werden. Der herbstliche Regen war oft dicht und langanhaltend, doch an diesem Morgen regnete es in Strömen. Er würde warten müssen.

Graham fürchtete diese letzte Aufgabe fast so sehr, wie er sich davor gefürchtet hatte, seine geliebte Nelly zu beerdigen. Er ließ sich in den Sessel seines Vaters fallen und schluchzte unkontrolliert. »Was soll ich jetzt machen?«, schrie er, nahm sein Wasserglas und schleuderte es quer durch den Raum. Es zerschellte an der Wand.

Aber die Antwort hatte er bereits. Sein Vater hatte ihn darauf verpflichtet, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Graham erinnerte sich daran, aber fragte laut: »Wozu?« Er schluchzte weiter, frustriert von den unbeantwortet bleibenden Fragen.

Er verließ das Schlafzimmer, ging ans Fenster im Esszimmer und spähte hinaus in den Garten seiner Mutter. Er sah die verblichenen Blätter der Rhododendronbüsche. Die Erinnerung an ihre Frühlingsblüten ließ den Wunsch in ihm aufkommen, er könne seine Trauer irgendwie mit Nelly teilen.

Nachdem die Pandemie ausgebrochen war, hatte er sich mit seiner Frau in das abgeschiedene Haus seiner Eltern geflüchtet. Hauptsache weg von dem Chaos, das in Seattle ausgebrochen war. Vergeblich hatte man versucht, das Virus mit Quarantänemaßnahmen unter Kontrolle zu bekommen. Nelly konnte nicht länger als Lehrerin arbeiten, und Grahams Job als Mathematikprofessor existierte nicht mehr. Das einzig Sinnvolle war gewesen, so schnell wie möglich ihre Wohnung in der Stadt zu verlassen. Die Entscheidung war endgültig gefallen, als eines Nachts Schüsse knallten, die ihn aufschrecken und seine schwangere Frau schützend an sich ziehen ließen. Am nächsten Morgen hatten sie erfahren, dass die Nachbarn wegen ihrer Lebensmittelvorräte ermordet worden waren. Aus Furcht, Nelly und er könnten die nächsten sein, hatten sie das Auto vollgepackt und die Stadt verlassen.

Während die Weltbevölkerung ausstarb, gingen die Menschen aufeinander los. Frische Lebensmittel wurden unendlich wertvoll. Selbst die Vorräte an Konserven gingen zur Neige. Die, die immun waren, beraubten die Lebenden. Alle suchten verzweifelt nach den schwindenden Nahrungsmittelreserven. Die Supermärkte wurden schon lange nicht mehr beliefert. Die vergeblichen Versuche der lokalen Behörden machten alles nur noch schlimmer. Mit Straßensperren sollten die Infizierten aus ihrem Gebiet herausgehalten werden, wodurch die Bewohner zu Gefangenen in ihren eigenen Gemeinden wurden.

Graham war von einem Vater großgezogen worden, der im Marine Corps gedient hatte. Dennoch war er davon überzeugt, dass der Besitz von Waffen streng reglementiert werden musste. Er fand, dass der allzu einfache Zugang zu Schusswaffen maßgeblichen Anteil an den zahlreichen Amokläufen an Schulen hatte. Graham war auch gegen die Kriege, die Amerika in aller Welt führte. Diese Ansicht verstärkte sich noch an den liberal gesinnten Schulen und Universitäten, die er besucht und an denen er schließlich gelehrt hatte.

Graham liebte und lebte die Kultur und die Ideale des Pazifischen Nordwestens, in dem er aufgewachsen war. Ganz im Gegensatz zu seinem Vater und seiner Mutter, die ihre Sicht auf die Dinge stets für sich behalten hatten. Sie hatten weder öffentlich für eine Seite Partei ergriffen noch darauf gedrängt, dass die Kinder ihre Ansichten übernahmen. Sie wollten, dass Graham unabhängig und stark wurde in dieser unruhigen Welt.

Obwohl Grahams Vater darauf bestanden hatte, ihm schon in sehr jungen Jahren das Jagen beizubringen, hatte er nie eine eigene Waffe besessen. Sein Vater hatte oft versucht, ihn zu überzeugen, zum Schutz eine Pistole bei sich zu führen. Zumal Graham verheiratet war und in einer zumindest nach Meinung seines Vaters gefährlichen Gegend lebte. Doch Graham hatte sich immer geweigert und im Gegenzug sogar versucht, seinen Vater davon zu überzeugen, dass diese Denkweise überholt war und jede Situation friedlich bereinigt werden konnte.

Sein Vater hatte das immer bezweifelt. Seine Erfahrungen besagten das Gegenteil. Während ihm die Haltung seines Sohnes weiter Sorgen machte, brachte er ihm im Laufe der Jahre wie nebenbei die Fähigkeiten bei, die es zum Überleben brauchte. Er wollte den Jungen vorbereitet wissen, unabhängig von persönlichen Idealen und politischer Zugehörigkeit. So verbrachten sie viel Zeit in der Wildnis. Sogar wenn sie in der Blockhütte der Familie Urlaub machten, brachte er seinen Sohn listig dazu, zu lernen. Vordergründig hatte er ihm alles beigebracht, was er über die Jagd und das Campen im Freien wusste, aber im Hintergrund waren es tatsächlich zahlreiche Überlebenstechniken gewesen, die er seinen Sohn gelehrt hatte.

Merkwürdigerweise hatten sie manchmal die alte Hütte erreicht, die im Laufe der Jahre mit fließendem Wasser und Strom nachgerüstet worden war, nur um festzustellen, dass beides nicht verfügbar war. Dann hatte ihm sein Vater gezeigt, wie man die Solaranlage aufbaute, um Strom zu gewinnen, und wie sich das Wasser aus dem nahe gelegenen See sterilisieren ließ. Er hatte ihm das Jagen...



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