Shaw | Verliebt in den geheimnisvollen Milliardär | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2192, 144 Seiten

Reihe: Julia

Shaw Verliebt in den geheimnisvollen Milliardär


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0195-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2192, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-0195-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nicolo Chatsfield hat den Ruf eines Helden. Warum also vergräbt er sich in der Einsamkeit des düsteren Familienanwesens? Sophie Ashdown, die hübsche Assistentin des neuen Geschäftsführers der Hotelkette, sucht den geheimnisvollen Milliardär auf. Der älteste Chatsfield-Erbe muss sie unbedingt zu einem Meeting begleiten, das über die Zukunft der legendären Hotels entscheidet! Doch nichts hat Sophie auf Nicolos dunkle Anziehungskraft, erotische Ausstrahlung und zugleich schroffe Ablehnung vorbereitet. Als hätte seine Seele Wunden - die ihre Liebe vielleicht heilen kann?



Chantelle Shaw ist in London aufgewachsen. Mit 20 Jahren heiratete sie ihre Jugendliebe. Mit der Geburt des ersten Kindes widmete sie sich ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter, ein Vollzeitjob, da die Familie bald auf sechs Kinder und verschiedene Haustiere anwuchs. Chantelle Shaw entdeckte die Liebesromane von Mills & Boon, die sie schon aus ihrer Jugend kannte, in den ersten Jahren als Mutter neu. Während ihrer unfreiwillig nachtaktiven Zeit, hatte sie häufig ein Baby im Arm und ein Buch in der anderen Hand. In ihrer Freizeit fing Sie an, eigene Geschichten zu schreiben. Mills & Boon lehnte ihre ersten Entwürfe ab, ermutigte sie aber weiter zu machen. Doch als Mutter von sechs Kindern, die auch noch halbtags arbeitete, blieb ihr kaum Zeit. Erst 20 Jahre später begann sie wieder ernsthaft zu schreiben, als sie versuchte über den Tod ihrer Mutter hinweg zu kommen. Sie konnte sich in die Welten in ihrem Kopf flüchten und so für einige Zeit ihre Trauer vergessen. Seit dieser Zeit mag Chantelle Shaw Liebesromane noch mehr als zuvor, denn kein anderes Genre verleiht seinen Lesern ein ähnliches Gefühl von Glück und Entspannung. Sie liebt es, starke, entschlossene und sexy Helden zu kreieren, die letztendlich das große Glück und die Liebe finden. Das Schreiben nimmt ihre meiste Zeit ein, aber wenn sie einen freien Kopf braucht, geht sie in ihren Garten oder spazieren. Manchmal wünschte sie sich nur, dass sie auch von der Hausarbeit einen freien Kopf bekommen würde.

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2. KAPITEL

Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Minuten stand Sophie plötzlich auf der falschen Seite der Tür zu Nicolos Arbeitszimmer.

Arroganter, sturer Mistkerl! Sie schäumte innerlich und rieb sich die schmerzende Schulter. Wenn sie dort blaue Flecken bekäme, würde es sie nicht wundern! Christos hatte sie gewarnt, dass Nicolo nicht leicht zu überzeugen sein würde. Offenbar musste sie all ihren Charme und ihre gesamte Überredungskraft ins Feld führen, um ihn zu diesem Aktionärsmeeting zu lotsen. Bisher hatte sie sich ihm ja noch nicht mal erklären können.

Aber wenn sie sich nicht täuschte, hatte sie eine Schwachstelle in seiner eisernen Rüstung entdeckt – Nicolos Achillesferse, seine Schwester! Offensichtlich war er der Ansicht, dass Lucilla der Job als CEO vom Chatsfield-Imperiums zustand. Vielleicht war er eher bereit, zu dem Meeting nach London zu kommen, wenn sie ihm zusicherte, Christos zu überreden, ein, zwei konstruktive Vorschläge von Lucilla zu akzeptieren, was die Firmenführung betraf.

Das kurze Aufflackern echter, starker Emotionen auf Nicolos granitharten Zügen ermutigte sie, nicht lockerzulassen. Sie musste nur eine andere Taktik anwenden. Wenn sie jetzt noch einmal wie ein Büffel sein Büro stürmte, konnte sie sich den Empfang lebhaft vorstellen. Doch als sanfte Taube getarnt, quasi mit einem Friedenszweig im Schnabel, müsste es ihr gelingen, ihn milder zu stimmen.

Auf dem Weg zur Küche lächelte Sophie zufrieden. Was für eine fantastische Idee, ein paar leckere Sandwiches für Nicolo zuzubereiten. Es war Lunchzeit, und ihr eigener Magen knurrte auch schon seit einer geraumen Weile.

Laune und Zuversicht sanken allerdings beträchtlich, als sie nichts weiter als ein Stück harten Käse und ein paar rohe Steaks im Kühlschrank fand. Auch die Suche in Wandschränken und Schubladen förderte wenig Brauchbares zutage.

Sophie sehnte sich nach einer Tasse heißem Tee, musste sich aber mit Instantkaffee und einer angebrochenen Packung Biskuit zufriedengeben, die sie in einem Regal hinter den Tassen fand. Entschlossen lud sie beides auf ein Tablett und machte sich wieder auf den Weg zum Arbeitszimmer. Da niemand auf ihr Klopfen reagierte, öffnete sie die Tür mit einem Ellenbogen und servierte Nicolo den improvisierten Imbiss mit strahlendem Lächeln an seinem Schreibtisch.

„Ich dachte, ich bereite uns einen kleinen Lunch zu, habe aber nur Biskuits und Rührkaffee gefunden. Außer ein paar Steaks im Kühlschrank und einem weiteren Haufen in der Gefriertruhe scheint es nichts Brauchbares im Haus zu geben. Wobei das viele rohe Fleisch sicher für Dorcha ist, oder? Was wollen Sie denn heute Abend essen?“

„Fleisch … und zwar rare“, knurrte ihr unfreiwilliger Gastgeber gereizt. „Was denken Sie sich überhaupt dabei, in meiner Küche herumzuhantieren? Habe ich nicht gesagt, Sie sollen verschwinden?“

„Ich habe ja kaum was zum Herumhantieren gefunden“, beschwerte sich Sophie. „Außerdem hätten Sie mir eigentlich von sich aus eine Tasse Tee anbieten sollen, aus reiner Höflichkeit. Die Fahrt von London hierher war nämlich ziemlich anstrengend.“

„Es war allein Ihre Entscheidung, hier rauszukommen und Ihre kostbare Zeit mit der überflüssigen Reise zu vergeuden. Ich habe Giantrakos gegenüber aus meiner Meinung, was das Meeting betrifft, keinen Hehl gemacht.“

„Hier, ich habe uns beiden wenigstens eine Tasse Instantkaffee gemacht“, bot Sophie an und zog sich einen Stuhl an den riesigen Schreibtisch heran.

„Madonna mia! Was verstehen Sie nicht an dem Satz: Verlassen Sie auf der Stelle mein Haus, Miss Ashdown?“

Sophie trank einen Schluck Kaffee und stellte die Tasse zurück aufs Tablett. „Aber ich hege gar nicht die Absicht, zu gehen“, informierte sie Nicolo mit sonnigem Lächeln.

„Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als Sie zu zwingen.“ Abrupt erhob er sich von seinem Stuhl und kam um den Schreibtisch herum. Wut und noch etwas anderes loderte wie eine heiße Flamme in seinem Innern auf. Santo Cielo! Nie wieder hatte Nicolo derart die Kontrolle über seine Emotionen verlieren wollen. Üble Narben, die eine Seite seines Körpers bedeckten, waren die ständige Erinnerung daran, wozu er fähig war, wenn er die Beherrschung verlor. Und Sophie Ashdown hatte ihn mit ihrem unverschämten Eindringen in seinen Privatbereich tatsächlich bis ans Limit gebracht.

Sophies Herz sank, während sie beobachtete, wie sich sein ohnehin finsteres Gesicht gänzlich verdüsterte. Die gebräunte Haut spannte sich über den harten Wangenknochen. In den ungewöhnlichen Augen, die nicht mehr ausdruckslos wirkten, glomm ein warnender Funke. Vielleicht hätte ich doch lieber verschwinden sollen, dachte sie beklommen und registrierte gleichzeitig, dass Nicolo Chatsfield überaus faszinierende Augen hatte. Um die Iris herum waren sie goldbraun wie Bernstein, umgeben von einem olivgrünen Ring.

Instinktiv erhob sie sich von ihrem Stuhl und wich zurück, wobei ihre Hüfte schmerzhafte Bekanntschaft mit der Schreibtischkante machte. Vielleicht hätte ich ihm als Erstes von der Erlaubnis seines Vaters erzählen sollen, mich hier so lange aufhalten zu dürfen, wie ich es möchte. Doch diese Information hatte sie als Trumpfkarte im Ärmel behalten wollen, um ihr As bei passender Gelegenheit auszuspielen.

Jetzt war der Moment gekommen. Aber noch bevor sie den Mund öffnen konnte, spürte Sophie zwei feste Männerhände um ihre Taille und kreischte empört auf, als Nicolo sie mühelos vom Boden aufhob und sie sich über eine Schulter warf.

„Hey! Lass mich runter!“ Sie war so fassungslos, dass sie jede Etikette vergaß. Das Blut rauschte laut in ihren Ohren, aber was noch schwerer wog, war der Verlust ihrer Würde. Was fällt dem Kerl ein, mich wie einen Sack Kartoffeln herumzuschleppen?

„Wie kannst du es wagen!“, fauchte Sophie und trommelte mit den Fäusten auf den muskulösen Rücken ihres Aggressors. Doch der marschierte einfach aus dem Büro, quer durch die Eingangshalle in Richtung Küche. Dort griff er nach ihrer Handtasche, die Sophie auf der Anrichte abgestellt hatte.

„Sind Ihre Autoschlüssel da drin?“

„Ja, verflucht! Lass mich endlich runter! Ich verspreche auch, zu verschwinden.“

„Sie hatten Ihre Chance, Miss Ashdown.“

Es war schwer, Atem zu holen, wenn einem ständig der Magen abgedrückt wurde, und Sophie hörte sich selbst im Rhythmus von Nicolo Chatsfields lang ausholenden Schritten keuchen. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass sie derart mies behandelt wurde, und strampelte heftiger mit den Beinen, um sich zu befreien. Seine kräftige Hand lag fest auf ihrem Po.

Sophie spürte die Wärme durch den dünnen Leinenstoff und merkte entsetzt, wie sich etwas in ihr regte. Und zwar an einer sehr delikaten Stelle …

Dass ihr verräterischer Körper in dieser Weise auf Nicolos Steinzeitmethoden reagierte, frustrierte sie zutiefst. Am liebsten hätte sie ihm vorgehalten, dass sie eine hoch qualifizierte Fachkraft mit kaufmännischem Diplom und einer Qualifikation der Londoner Handelskammer als Chefsekretärin war. Der Schuft hat kein Recht, mich so zu behandeln!

Nicolo war inzwischen am vorderen Haupteingang angekommen, stieß die schwere Holztür auf und schritt leichtfüßig die Stufen der breiten Steintreppe hinab. Regentropfen, so groß wie Murmeln, prasselten auf sie herab, sodass Sophie in Sekundenschnelle bis auf die Haut durchnässt war. Als Nicolo sie endlich auf dem Kiesvorplatz absetzte, war sie fast sprachlos vor Wut und Empörung – aber nur fast!

„Du … du Neandertaler!“, rief sie erbost. „Ich hätte nicht übel Lust, dich wegen Nötigung und Körperverletzung anzuzeigen.“ Sie biss die Zähne zusammen, um sie am Klappern zu hindern, teils aus Schock, teils vor Nässe.

Hoch aufgerichtet stand Nicolo da, die Arme vor der breiten Brust verschränkt. „Sie sind unerlaubt in mein Haus eingedrungen, was mir das Recht gibt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Sie vor die Tür zu setzen, Miss Ashdown“, gab er gelassen zurück, ohne näher auf ihre vertrauliche Anrede einzugehen.

Teufel aber auch, ist der Kerl sexy! dachte Sophie, als er sich mit einer arroganten Kopfbewegung das nasse schulterlange Haar aus dem Gesicht warf. In dem langen schwarzen Mantel und den abgewetzten Lederstiefeln erinnerte er an einen Straßenräuber oder Wegelagerer, wie sie in den historischen Romanen der Regency-Epoche hießen. Natürlich würde sie gegenüber den anderen Mitgliedern ihres Online-Buchshops niemals offiziell zugeben, Fan der sogenannten ‚Bodice-Rippers‘ zu sein, der wildromantischen, historischen Liebesromane, in denen der Held noch ein echter Kerl war. Und schon gar nicht, dass sie oft davon geträumt hatte, sich von einem verwegen aussehenden Fremden entführen zu lassen, der sie vor sich auf sein Pferd warf und …

Sie schüttelte den Kopf, um die verrückten Fantasiebilder loszuwerden.

Eines stand jedenfalls fest: Christos würde sich einen anderen Trick ausdenken müssen, um Nicolo Chatsfield zum Meeting nach London zu locken, weil sie nicht gedachte, noch eine Minute länger als notwendig hier zu bleiben. Ihre Hand zitterte, während sie in der Handtasche nach dem Autoschlüssel suchte. Hastig schloss sie den Wagen auf und wollte hinter das Steuer schlüpfen, was in den nassen Kleidern, die ihren schlotternden Körper wie einen Schraubstock umschlossen, nicht so einfach war.

„Fahren Sie vorsichtig“, mahnte Nicolo. „Einige...



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