Shen | The Devil Wears Black | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 454 Seiten

Reihe: LYX.digital

Shen The Devil Wears Black


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7363-1850-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 454 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-1850-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie will ihm keine zweite Chance geben, doch ihr Herz lässt ihr keine Wahl

Maddie Goldbloom kann es nicht glauben, als ihr Ex-Freund Chase Black, der ihr Herz in tausend Stücke gebrochen hat, plötzlich wieder vor ihrer Tür steht. Nach sechs Monaten Funkstille bittet er sie nun, vor seinem todkranken Vater seine Verlobte zu spielen. Am liebsten würde Maddie ihm die Tür direkt vor der Nase zuschlagen, aber Chase ist nicht nur verflucht attraktiv und verboten reich, sondern auch indirekt ihr Boss. Ihr bleibt keine andere Wahl, als sich auf einen Deal mit dem Teufel einzulassen. Doch sie stellt klare Regeln für ihre Fake-Verlobung auf - auf keinen Fall will sie Chases Charme noch einmal erliegen. Allerdings scheint ihr Herz jede einzelne davon brechen zu wollen ...

'L. J. Shen sorgt nicht nur durch ihren fesselnden Schreibstil, sondern auch durch ihre einzigartigen Charaktere für absolutes Herzklopfen beim Lesen. Ich bin süchtig nach ihren Büchern!' @HEYBOOKBIRD

Der neue Einzelband von SPIEGEL-Bestseller-Autorin L. J. Shen



L. J. Shen lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht schreibt, genießt sie ein Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf NETFLIX.

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Weitere Infos & Material


1. KAPITEL


Maddie

10. Oktober 1998

Liebe Maddie,

du bist jetzt fünf Jahre alt und magst besonders gern die Farbe Gelb. Gestern hast du mich tatsächlich gefragt, ob du sie heiraten kannst. Ich hoffe, du trägst noch immer ständig diese Farbe.

(Und ich hoffe, du hast einen passenderen Heiratskandidaten gefunden.)

Fun Fact des Tages: Als die spanischen Eroberer Amerika erreichten, dachten sie, die Sonnenblumen seien aus Gold.

Das menschliche Hirn ist äußerst fantasievoll!

Bleib immer kreativ.

In Liebe

Mom x

Es war eindeutig. Ich hatte einen Schlaganfall.

Alles deutete darauf hin, und ich war mir inzwischen sicher, oft genug Grey’s Anatomy gesehen zu haben, um mich selbst zu diagnostizieren:

Verwirrtheit? Check.

Allgemeine Benommenheit? Check.

Plötzliche Kopfschmerzen? Sehstörungen? Unsicherer Gang? Check, check, check.

Die gute Nachricht war, dass ich einen Doktor hatte. Buchstäblich. Als die Symptome auftraten, ging ich gerade mit ihm zurück zu meiner Wohnung. Immerhin kam ich in den Genuss sofortiger medizinischer Versorgung, als ich sie brauchte.

Ich schob die Hände in meine gelbe, paillettenbesetzte Jacke mit den lila Punkten (eins meiner Lieblingsstücke), straffte die Schultern, betrachtete blinzelnd die große Gestalt, die auf der Treppe vor dem Mietshaus aus braunem Sandstein saß, in dem ich wohnte, und versuchte, sie aus meinem Gesichtsfeld verschwinden zu lassen.

Aber der Mann blieb dort sitzen. Der bläuliche Schein seines Handys beleuchtete seine Gesichtszüge. Die mittsommerliche Luft tanzte knisternd wie ein Feuerwerkskörper um ihn herum. Das whiskeyfarbene Licht der Straßenlaternen hob sein Profil hervor, als stünde er auf einer Bühne und zöge die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Nackte Panik überkam mich. Ich kannte nur eine Person, die das Universum dazu bringen konnte, um sie zu kreisen wie eine Hulatänzerin.

Widerstrebend schloss ich den Schlaganfall aus.

Nein. Es würde ihm nicht im Traum einfallen, hier aufzukreuzen. Nicht nach meinem Abgang.

»… also beugt sich mein kleiner Patient zu mir herab und fragt: ›Kann ich dir ein Geheimnis verraten?‹ Und ich so: ›Mmh‹, weil ich glaube, dass er mir gleich von den Scheidungsabsichten seiner Eltern erzählt. Stattdessen sagt er: ›Ich weiß endlich, welchen Beruf meine Mom hat.‹ ›Was macht sie denn?‹, frage ich … und jetzt pass auf, Maddie.« Ethan, mein Date, hob eine Hand, legte sich die andere aufs Knie und ging in die Hocke. Er überschätzte eindeutig das komische Potenzial der Geschichte. »›Als ich meinen ersten Zahn verloren habe, hat sie ein neues iPad unter mein Kopfkissen geschoben. Meine Mommy ist die Zahnfee. Ich bin der glücklichste Junge der Welt!‹«

Ethan warf den Kopf zurück und lachte, ohne meine innere Kernschmelze zu bemerken. Er war attraktiv, seine Haare, seine Augen und seine Slipper hatten fast denselben Farbton. Er besaß den schlanken Körper eines Läufers und trug eine Scooby-Doo-Krawatte. Okay, er war nicht Dr. McDreamy. Eher Dr. McReality. Und ja, er hatte mir bei dem äthiopischen Essen, das wir genossen hatten, zwölf Geschichten über seine kleinen Patienten erzählt und war jedes Mal vor Belustigung fast zusammengebrochen, wenn er ihre messerscharfen Beobachtungen wiederholte. Aber Ethan Goodman war genau der Typ Mann, den ich in meinem Leben brauchte.

Und der Mann auf meiner Treppe war derjenige, der mir diese schmerzhafte Lektion erteilt hatte.

»Kindermund.« Ich spielte an meinem baumelnden Sonnenblumen-Ohrring herum. »Ich vermisse meine Unschuld. Wenn ich etwas aus meiner Kindheit behalten dürfte, würde ich mich dafür entscheiden.«

Die Gestalt auf meiner Treppe stand auf und drehte sich in unsere Richtung. Sie löste den Blick von dem Handy und richtete ihn unverwandt auf mein Gesicht. Mein Herz schrumpfte zusammen wie ein Luftballon, drehte ein paar unkontrollierte Kreise und stürzte schließlich wie ein nasser Haufen Gummi in meine Magengrube.

Okay, ja, er war es.

Der komplette ein Meter neunzig mit gemeißelten Gesichtszügen und gnadenlosem Sexappeal. Bekleidet mit einem frischen schwarzen Hemd, die Ärmel hochgekrempelt, sodass sie muskulöse, mit Venen überzogene Unterarme von den Ausmaßen meiner Schenkel entblößten. Meine Kindheitsfreundin Layla, inzwischen meine Nachbarin, nannte ihn den personifizierten Gaston. »Gut aussehend, aber unter allen Umständen umgehend zu entsorgen.«

Er sah grimmig aus, so als wüsste er selbst nicht, was er hier eigentlich wollte.

Mit den zerzausten schwarzen Haaren.

Den schrägen graublauen Augen einer Manga-Figur.

Mit der Statur eines griechischen Gottes, so schön, dass man töten würde, um ein einziges Mal auf animalische Art die Zähne über sein Kinn streifen zu lassen.

Aber ich wusste, dass er weder Mr McDreamy noch Mr McReality war.

Chase Black war der Teufel. Mein ganz persönlicher Teufel. Immer schwarz gekleidet, immer einen bösen Kommentar auf den Lippen, mit Absichten, die so verschlagen waren wie sein Grinsen. Und ich? Man nannte mich nicht ohne Grund Märtyrer-Maddie. Ich konnte nicht niederträchtig sein, selbst wenn mein Leben davon abhing. Was glücklicherweise nicht der Fall war.

»Wirklich? Wenn ich etwas aus meiner Kindheit behalten dürfte, wäre es der erste Milchzahn, der mir ausgefallen ist. Mein Hund hat ihn gefressen. Tja.« Ethans Stimme überschlug sich vor Begeisterung. Ich richtete den Blick wieder auf mein Date. »Klar, mit Hunden passiert immer irgendetwas. Wie damals, als einer meiner Patienten – Himmel, du ahnst es nicht! – mit einem merkwürdigen Ausschlag in meine Praxis kam und …«

»Ethan?« Ich blieb abrupt stehen, nicht in der Lage, mich auf eine weitere niedliche Geschichte zu konzentrieren. Nicht dass seine Geschichten langweilig waren, aber das Unheil stand buchstäblich bereits auf der Schwelle, bereit, sich in meinem Leben auszubreiten.

»Ja, Maddie?«

»Es tut mir echt leid, aber ich glaube, mir ist ein bisschen übel.« Was genau genommen nicht mal eine Lüge war. »Ich würde gern früh schlafen gehen.«

»Oje! Glaubst du, es war das Tere Siga?«, fragte Ethan mit gerunzelter Stirn und einem Welpenblick, der mir beinahe das Herz brach.

Zum Glück lag er mir derart mit seinen Patientengeschichten in den Ohren, dass er den riesigen Mann vor meiner Tür überhaupt nicht bemerkte.

»Nein, ich fühle mich schon seit ein paar Stunden nicht wohl, und jetzt hat es mich offenbar richtig erwischt.« Ich blickte flüchtig zu Chase, der hinter Ethans Rücken stand, und musste heftig schlucken.

»Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?«

»Ja, absolut.« Lächelnd strich ich ihm seine Scooby-Doo-Krawatte glatt.

»Eine positive Einstellung, sehr gut. Das macht die Welt zu einem besseren Ort.« Ethans Augen leuchteten. Er beugte sich vor und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Er hatte Grübchen. Grübchen waren toll. Ethan war auch toll. Warum konnte ich es dann kaum erwarten, mich von ihm zu verabschieden, um in aller Öffentlichkeit den unerwarteten Gast auf der Treppe vor meiner Wohnung umzubringen?

Ach ja, genau. Weil Chase Black mein Leben zerstört hatte und ich es danach wieder zusammensetzen durfte, wobei mir jede Scherbe unserer zerbrochenen Beziehung einen tiefen Schnitt zufügte.

Näheres dazu gleich.

Jetzt musste ich mich nur noch von meinem perfekten Dr. McReality verabschieden, der mich beinahe vor einem Schlaganfall gerettet hätte.

Das Herz zappelte mir in der Brust wie ein Fisch auf dem Trockenen, als ich den Rest des Wegs zu meinem Haus zurücklegte und mir verschiedene Möglichkeiten überlegte, wie ich Chase begrüßen könnte. In jeder Variante wirkte ich gleichgültig, war zehn Zentimeter größer und trug anstelle meiner grünen Ballerinas männermordende Louboutins.

Komisch, ich kann mich gar nicht erinnern, den Müll draußen gelassen zu haben. Darf ich Sie zurück zu Ihrer Mülltonne begleiten. Mr Black?

Oh, du willst dich entschuldigen? Und wofür genau? Für deine Untreue? Für die Demütigung, weil ich mich danach auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen musste? Oder einfach nur, weil du meine Zeit verschwendet hast?

Hast du dich verlaufen, Süßer? Soll ich dich zu dem Bordell bringen, das du offensichtlich suchst?

Überflüssig zu erwähnen, dass Chase Black nicht gerade die Märtyrer-Maddie in mir ansprach.

Drei...


Shen, L. J.
L. J. Shen lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht schreibt, genießt sie ein Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf NETFLIX.

L. J. Shen lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht schreibt, genießt sie ein Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf NETFLIX .



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