Shepherd | Süße Bescherung für den Prinzen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 232021, 144 Seiten

Reihe: Julia

Shepherd Süße Bescherung für den Prinzen


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0712-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 232021, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-0712-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Prinz Edward von Tianlipin weiß, dass sein Leben der Krone gehört. Selbst seine Braut wurde schon vor Jahren für ihn bestimmt. Doch als er in Singapur die zauberhafte Sally vor dem Ertrinken rettet, fühlt er sich unwiderstehlich zu ihr hingezogen. Nur für eine Nacht will er seine Pflicht vergessen. In seinem Penthouse über den Dächern der Stadt verbringen sie Stunden ungezügelter Leidenschaft. Dann muss er die Romanze ohne ein Wort beenden. Denn als Thronfolger darf er nicht seinem Herzen folgen! Oder kann es ein Weihnachtswunder geben?



Kandy Shepherd liebte das Schreiben schon immer. Um ihrer Leidenschaft auch beruflich nachzukommen, wandte sie sich dem Journalismus zu, arbeitete für angesehene Frauenmagazine und machte sich in dieser Branche als Redakteurin schnell einen Namen. Sie mochte ihren Job - doch noch lieber wollte sie Geschichten schreiben! Also ließ sie den Journalismus hinter sich und konzentrierte sich vollkommen auf ihre Romane. Bis heute schreibt Kandy so viel sie kann. Sie selbst sagt, es war wohl unvermeidlich, dass sie zur Schriftstellerin wurde. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihren geliebten Tieren auf einer idyllischen kleinen Farm in den Blue Mountains bei Sydney.

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1. KAPITEL

Sally Harrington spielte absichtlich die beeindruckte Touristin, während sie staunend den Dachgarten mit seinen Palmen, tropischen Blumen und dem riesigen Infinity Pool betrachtete – alles über dem sechzigsten Stockwerk eines Wolkenkratzers in Singapur.

Dieses buchstäblich himmlische Paradies übertraf ihre kühnsten Erwartungen. Es war absolut spektakulär. Kein Wunder, dass eine auserwählte Schar wohlhabender Jetsetter es zu ihrem persönlichen Spielplatz erklärt hatte. Mit dem Handy schoss sie ein Foto nach dem anderen und machte sogar ein paar Selfies, um authentischer zu wirken.

Sie gab nämlich Sally, die Touristin, weil sie den wahren Grund ihres Besuchs geheim halten wollte. Denn eigentlich war sie in Singapur auf verdeckter Recherchemission für das berühmte Harrington Park Hotel in London, das erst vor Kurzem zurück in den Besitz ihrer Familie gefallen war.

Es ging also nicht um einen luxuriösen Urlaub, sondern um ihre Arbeit als professionelle Innenarchitektin. Manche würden das vielleicht als leichte Form der Industriespionage bezeichnen, und Sally wollte nicht dabei ertappt werden.

Nicht nur die Ästhetik des Dachgartens interessierte sie, auch die Planung der Anlage war bemerkenswert. Wie die ursprüngliche Architektur unterstützt wurde, um das Gewicht des Pools und der vielen Pflanzen in den großen Töpfen mit Erde zu halten. War das ganze Material mit dem Helikopter oder einem Kran hierhertransportiert worden?

Ihr blieben nur sieben Wochen, um einen eigenen sensationellen Dachgarten zu entwerfen, der bei der großen Wiedereröffnung vom Harrington Park Hotel – zu der nur geladene Gäste gebeten waren – am Heiligabend präsentiert werden sollte.

Die Boulevardpresse bezeichnete die Harringtons als Hoteldynastie. Für Sally und ihre beiden Brüder war es unmöglich, in London unerkannt zu bleiben. Aber hier, so weit weg von zu Hause, war sie völlig anonym und konnte inkognito Inspirationen für ihr ehrgeiziges Projekt suchen. Außerdem hatte sie nur zu gern die Chance ergriffen, eine Pause von dem totalen Chaos zu machen, in das sich ihr geordnetes Leben, für das sie hart arbeitete, verwandelt hatte.

Zuerst hatten sie und ihr Zwillingsbruder James – für Freunde und Familie einfach nur Jay – beschlossen, das Erbe ihrer Großmutter für das Harrington Park Hotel einzusetzen, als es plötzlich zur Zwangsversteigerung gekommen war. Das Luxushotel im Regent’s Park war seit mehr als hundert Jahren in Familienbesitz, nur leider hatte ihr skrupelloser Stiefvater es übernommen und in den wirtschaftlichen Ruin getrieben.

Jay und sie waren bei der Versteigerung von einem mysteriösen Investor überboten worden, der sich schnell als ihr entfremdeter älterer Bruder Hugo entpuppte. Sally hatte ihn seit siebzehn Jahren nicht mehr gesehen. Als er die Familie verlassen hatte, war sie zehn Jahre alt gewesen und Hugo siebzehn. Jetzt drängte er auf Versöhnung und Zusammenarbeit der Geschwister, um sowohl das Hotel als auch den Stolz ihrer Familie zu retten.

Jay, einem Spitzenkoch mit eigenem Sterne-Restaurant, fiel es deutlich leichter als ihr, sich Hugos Plänen anzuschließen, dem Hotel wieder zu seinem früheren Glanz zu verhelfen. Sally hatte zwar zugestimmt, sich um die Renovierung der Innenräume und einen exotischen Dachgarten zu kümmern, doch das bedeutete nicht, dass sie Hugo verzeihen konnte. Noch heute erinnerte sie sich an ihr Entsetzen, als sie vor all den Jahren am Weihnachtsmorgen aufgewacht war und erfahren hatte, dass ihr geliebter älterer Bruder ohne Abschied fortgegangen war.

Nach dem Tod ihres Vaters und der Ehe ihrer Mutter mit einem Mann, den Sally zutiefst verachtete, war Hugos Verrat einfach zu viel gewesen, um ihm jemals zu vergeben. Und jetzt war er zurückgekommen und wollte sich versöhnen. Da kam die Gelegenheit, dem kühlen London den Rücken zu kehren und im tropischen Singapur auf andere Gedanken zu kommen, gerade richtig für sie.

Mit dem Pool weit hinter sich ging Sally rückwärts, um eine letzte Aufnahme von den herrlichen rosa und lila Orchideen zu machen, die rund um das Restaurant gepflanzt waren. Die tropische Nachmittagssonne wärmte sie. Gerade überlegte sie, ob sie noch mehr Sonnencreme auftragen sollte … da stolperte sie über irgendetwas. In Sekundenbruchteilen voller Panik begriff sie, dass sie rückwärts in den Pool stürzen würde, und ruderte hilflos mit den Armen.

Sie hörte noch ein kollektives erschrockenes Keuchen der Zuschauer auf der anderen Seite des Pools, dann verlor sie endgültig das Gleichgewicht und stürzte in ihrem ärmellosen weißen Leinenkleid ins kalte Wasser. Ihr langes Haar legte sich über ihr Gesicht, und ihr Kleid verhedderte sich um ihre Beine und zog sie nach unten, während sie sich abmühte, wieder an die Oberfläche zu kommen.

Es gelang ihr nicht recht, denn sie konnte nicht schwimmen, und ihre hochhackigen Sandalen behinderten sie zusätzlich.

Edward Chen ging auf dem Weg zu seinem nächsten Nachmittagsmeeting am Pool vorbei, als er die Frau mit dem langen kastanienbraunen Haar ins Wasser stürzen sah. Er registrierte das Gelächter der Leute am Beckenrand, die wie er zweifellos darauf warteten, dass sie sofort wiederauftauchte. Aber sie tat es nicht. Panik und Schrecken standen der Frau auch unter Wasser ins Gesicht geschrieben, und sie schien sich aus ihrer misslichen Lage nicht allein befreien zu können.

Ohne an seinen maßgeschneiderten italienischen Leinenanzug oder seine handgefertigten Lederschuhe zu denken, tauchte Edward in den tiefen Pool. Nur ein paar starke Schwimmzüge, und er war bei ihr, packte sie unter den Armen und kam mit ihr zusammen an die Oberfläche.

Dort hielt er sie beide über Wasser, während die Fremde das Wasser aus ihren Augen blinzelte, heftig hustete und nach Luft schnappte. Dabei klammerte sie sich fest an seine Schultern. Sie versuchte, etwas zu sagen, aber die Worte gingen in einem weiteren Hustenanfall verloren. Wahrscheinlich versuchte sie, ihm zu danken.

„Sagen Sie nichts, halten Sie einfach kurz den Atem an“, riet er ihr.

Er schob sie zu den flachen Stufen, die aus dem Pool führten. Als sie zitternd aus dem Wasser taumelte und sich dabei immer noch fest an ihn klammerte, gab es gedämpften Applaus von den Leuten, die nur wenige Minuten zuvor noch gelacht hatten.

Edward fluchte leise. Denn jeder mit einem Handy war für ihn ein potenzieller Paparazzo.

Wussten diese Menschen, wer er war?

Die Augen der Frau weiteten sich alarmiert. „Bitte …“, brachte sie stockend über die Lippen. „Bitte bringen Sie mich von hier weg. Ich möchte nicht noch mehr Aufmerksamkeit erregen.“

Das kam Edward sehr gelegen, da auch er nicht auf sich aufmerksam machen wollte. Schon gar nicht in Begleitung einer attraktiven jungen Engländerin – ihren Akzent hatte er sofort zugeordnet. Sogar völlig durchnässt sah sie reizend aus: groß und schlank mit einem herzförmigen Gesicht und grauen Augen. Unter Wasser hatte sie mit ihrem dunklen kastanienbraunen Haar wie eine Meerjungfrau ausgesehen.

Ob ihr Zittern vom kalten Wasser oder dem Schock herrührte, konnte er nicht beurteilen. Edward selbst war auch völlig durchnässt, und seine Schuhe quietschten bei jedem Schritt. So durfte er sich auf keinen Fall öffentlich blicken lassen!

Er stammte aus einer Familie, die durch einen heftigen Skandal bis in die Grundfesten erschüttert worden war. Für die Zukunft und das Ansehen seiner Sippe war es entscheidend, dass er sich absolut unauffällig verhielt. Selbst Anspielungen und Spekulationen über seine vermeintliche Heldentat in der Presse konnten ihm empfindlich schaden.

Das nasse Kleid der Frau klebte eng an ihrem Körper und brachte ihre Kurven deutlich zur Geltung. Da war der nächste Skandal praktisch vorprogrammiert.

Hastig zog er ein großes Badehandtuch von einem Stapel auf einer nahe gelegenen Liege, warf es um die Schultern der Fremden und nahm sich selbst auch eines.

„Halten Sie Ihren Kopf gesenkt und laufen Sie so schnell wie möglich weiter“, zischte er.

Nach wenigen Schritten stolperte sie, und er musste seinen Arm um sie legen, um sie zu stützen. Im Vorbeigehen schnappte er sich das Handy, das sie kurz vor ihrem Sturz am Beckenrand fallengelassen hatte.

„Sind Sie verletzt?“

„Nur mein Stolz.“

„Übernachten Sie in diesem Hotel?“

Sie schüttelte den Kopf, und feuchte Strähnen flogen ihr dabei ins Gesicht. „Ich bin nur zum Mittagessen hergekommen. Mein Hotel liegt im älteren Teil der Stadt.“

„Ich wohne hier im Penthouse. Es gibt einen privaten Aufzug zu meiner Suite. Dahin werde ich Sie erst einmal bringen.“

„Ja, bitte.“

Irgendwie wirkte sie ein wenig desorientiert, und Edward beeilte sich, seine Meerjungfrau zum Privataufzug zu führen. Hoffentlich hatte man ihn am Pool nicht erkannt!

Ein paar Minuten später betraten sie die weitläufige Suite, in der er residierte, solange sein Haus in Singapur entkernt und renoviert wurde. Erleichtert warf er die Tür hinter sich zu und atmete aus. Dann wurde ihm klar, dass er ein Problem gegen ein anderes ausgetauscht hatte. Denn ihm gegenüber stand eine fremde Schönheit, die den Marmorboden seiner Hotelsuite nasstropfte. Ihre Anwesenheit hier konnte leicht falsch verstanden werden.

„Danke“, stieß sie hervor. „Ich hätte ertrinken können.“ Ihre Augen wirkten immer noch unnatürlich groß, und ihre vollen Lippen bebten. Das Make-up um ihre Augen war...



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