E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Shepherd Weihnachtszauber im Paradies
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2512-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7515-2512-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Surfen, Tauchen, unter Sternen schlafen: Sienna hat eine ganze Liste von aufregenden Dingen, die sie unbedingt ausprobieren möchte. Weshalb sie nach ihrer bitteren Scheidung genau über Weihnachten in die Südsee jettet. Und kaum in dem Inselparadies Bora Bora angekommen, begegnet ihr am weißen Strand ein sexy Surflehrer, der perfekt für alle Punkte auf ihrer Liste ist - zu der sie noch 'heiße Affäre' hinzufügt. Doch was sie nicht will, sind Tränen, wenn sie nach dem Fest der Liebe wieder nach Hause fliegt und Kai für immer verlässt ...
Kandy Shepherd liebte das Schreiben schon immer. Um ihrer Leidenschaft auch beruflich nachzukommen, wandte sie sich dem Journalismus zu, arbeitete für angesehene Frauenmagazine und machte sich in dieser Branche als Redakteurin schnell einen Namen. Sie mochte ihren Job - doch noch lieber wollte sie Geschichten schreiben! Also ließ sie den Journalismus hinter sich und konzentrierte sich vollkommen auf ihre Romane. Bis heute schreibt Kandy so viel sie kann. Sie selbst sagt, es war wohl unvermeidlich, dass sie zur Schriftstellerin wurde. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihren geliebten Tieren auf einer idyllischen kleinen Farm in den Blue Mountains bei Sydney.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Jedes Mal, wenn Sienna Kendall hörte oder las, wie jemand die französisch-polynesische Insel Bora Bora als Paradies beschrieb, sah sie sich im Geist im Bikini am Strand mit einem gekühlten Cocktail aus tropischen Früchten in der Hand. Den Blick auf aquamarinblaues Wasser und die bunten Segel der Kitesurfer gerichtet, dazu als Hintergrundkulisse den majestätischen Mount Otemanu und als Garnierung zuckerweißer Sand, Sonne, Palmen.
Thea und Eliza hätten sich kein perfekteres Ziel für Siennas erstes Weihnachtsfest fern von zu Hause aussuchen können. Wie oft hatte sie an trüben Wintertagen in London davon geträumt, auf eine Südseeinsel zu entfliehen. Es war perfekt und dennoch …
Dennoch hatte sie sich noch nie zuvor so einsam gefühlt, weil ihre Schwestern ein wichtiges Detail übersehen hatten. Bora Bora war vor allem ein Paradies für verliebte Paare, das Traumziel für Hochzeitsreisende.
Und was bedeutete das für sie mit ihren zweiunddreißig Jahren? Nach der übelsten aller Scheidungen verunsichert und alleinstehend auf dieser Trauminsel zu landen, umgeben von schwer verliebten Pärchen?
Alles in ihrem schicken strohgedeckten Domizil war für zwei Personen eingerichtet, von Toilettenartikeln bis hin zu kuscheligen Bademänteln für Sie und Ihn. In der vergangenen Nacht hatte sie sich in ihrem luxuriösen Doppelbett so einsam und verloren gefühlt wie nie zuvor in ihrem Leben. Ein deprimierendes Gefühl, das sich mit der Aussicht auf das in zehn Tagen drohende Weihnachtsfest – ohne Eltern und Schwestern – dramatisch verstärkte.
Sienna seufzte abgrundtief. Dass Thea und Eliza das Gleiche bevorstand, war ihr auch kein Trost. Inzwischen erschien ihr dieser Weihnachtspakt, dem sie alle drei zugestimmt hatten, nur noch als verrückte, nicht wirklich durchdachte Schnapsidee. Andererseits …
Ein Abenteuer und eine Herausforderung war es auf jeden Fall, oder?
Thea und sie hatten für Eliza ein Feriendomizil in einem Baumwipfel-Resort im Regenwald von Costa Rica gebucht. Und zusammen mit Eliza hatte sie für Thea eine Reise ins Winterwunderland eines der angesagtesten japanischen Skigebiete organisiert.
Sie selbst hatte am vierzehnten Dezember am Flughafen Heathrow Tränen der Freude und Rührung vergossen, als sie von ihren Schwestern erfahren hatte, dass ihr Überraschungsziel Bora Bora sein würde.
Sienna lächelte unter Tränen. Ihre Schwestern kannten sie so gut.
Ihr Ex-Mann Callum war passionierten Skiläufer, darum hatten sie während ihrer gemeinsamen Jahre alle Urlaube grundsätzlich im Schnee verbracht, während Sienna sich danach gesehnt hatte, dem britischen Winter auf eine tropische Insel zu entfliehen.
Bora Bora war wirklich die perfekte Wahl, und Sienna hoffte von ganzem Herzen, dass Thea und Eliza ebenso glücklich mit ihren Weihnachtsferienorten sein würden. Ungeachtet sämtlicher irritierenden Gefühlswallungen war sie wild entschlossen, jede Minute ihres Aufenthalts hier zu genießen. An diesem Morgen, ihrem zweiten Tag auf der Insel, entfloh sie der Einsamkeit ihrer luxuriösen Bleibe an einen ebenso beliebten wie belebten Strand, der etliche Hochglanzprospekte zierte.
Hier tummelten sich neben den unvermeidlichen Liebespaaren auch Familien mit Kindern, Teenager und ein offenkundig entspanntes Großelternpaar, das einem kleinen Mädchen im rosa Rüschenbadeanzug seine volle Aufmerksamkeit schenkte.
Sienna musste ihren Blick von dem Kleinkind förmlich losreißen und versuchte, sich auf ihren Kriminalroman zu konzentrieren. Doch die aufsteigenden Tränen ließen Wörter und Sätze vor ihren Augen verschwimmen. Sie hatte sich schon immer eigene Kinder gewünscht und fälschlicherweise angenommen, ihrem Ex-Mann würde es ebenso gehen. Dass sie sich darin getäuscht hatte, war ein Schmerz, der nicht verging, ebenso wie die bitteren Gedanken und Selbstvorwürfe, weil sie so dumm gewesen war, zehn Jahre lang an dieser bedrückenden Ehe festzuhalten.
Mädchenhaftes Gekicher ließ sie von ihrem Buch aufschauen.
Das Gelächter kam von zwei Teenagern auf Surfbrettern, die nah am Ufer vorbeiflogen. Sienna seufzte unwillkürlich und hörte selbst, wie sehnsüchtig und eine Spur neidisch das klang. Die beiden wirkten so glücklich und unbeschwert. Wie lange war es her, dass sie selbst so eine überschäumende Freude verspürt hatte?
Sie konnte sich nicht erinnern.
So leicht wie ein Vogel über die Wellen zu schweben, musste ungeheuer befreiend sein, zumindest in ihrer Fantasie. Vielleicht sollte sie sich zumindest den Versuch gönnen, etwas Ähnliches zu erleben, solange sie in diesem Inselparadies war. Sich selbst herauszufordern, gehörte schließlich auch zu dem mit ihren Schwestern geschlossenen Weihnachtspakt.
Zu den Teenagern gehörte offenbar ein Mann in den Dreißigern, wahrscheinlich ihr Surflehrer. Auch er lachte frei heraus, rief den beiden immer wieder ermutigende Kommentare auf Französisch zu und brachte sein Board nah genug an sie heran, um im Bedarfsfall eingreifen und helfen zu können.
Als der Mann näher in Siennas Sichtfeld geriet, stockte ihr der Atem, dafür spürte sie ihr Herz unerwartet ganz oben im Hals schlagen. Er war … heiß. Richtig heiß! Sie konnte nicht aufhören, ihn anzustarren. Groß, stark, mit Muskeln ausgestattet, die durch den kurzärmeligen schwarzen Neoprenanzug perfekt in Szene gesetzt waren. Dazu dichtes dunkles Haar, ein bronzefarbener Teint und ein breites Lächeln, das perfekte weiße Zähne präsentierte und sie dazu brachte, zurückzulächeln, obwohl er überhaupt nicht in ihre Richtung schaute.
Sienna schluckte und setzte ihre dunkle Sonnenbrille auf, um ihn unauffällig beobachten zu können. Und natürlich auch seine Schülerinnen, die ebenso attraktiv waren wie ihr aufregender Lehrer. Alle drei steuerten ihre Bretter nun geschickt in Richtung Strand, sprangen elegant ab und zogen die Boards auf den Sand, worauf das ältere Paar sich von seinem Platz erhob und mit dem kleinen Mädchen an der Hand auf die kleine Gruppe zusteuerte.
Im nächsten Moment beobachtete Sienna mit klopfendem Herzen, wie der dunkle Adonis das Kind auf den Arm nahm und es zärtlich auf die Wangen küsste, während die Kleine vor Freude quiekte. Das Bild ging Sienna zu Herzen. Offensichtlich standen sich die beiden sehr nah. Ob er ihr Vater war?
Sie schluckte heftig. Das Schlimmste, was Callum ihr neben einer Unzahl anderer Grausamkeiten angetan hatte, war, ihr nach der Heirat zu sagen, dass er keine Kinder wollte. Sollte sie auf Nachwuchs versessen sein, müsste sie sich halt einen anderen Ehemann suchen.
Und das war wirklich das Letzte, was sie ihrem verletzten Herzen zumuten wollte.
Als Sienna sah, wie sich das ältere Paar mit der Kleinen zurückzog, nachdem sich alle noch einmal umarmt hatten, hielt sie den Atem an. Jeden Moment konnte auch der attraktive Surflehrer aus ihrem Blickfeld verschwinden, wenn sie nicht …
Ein schneller Blick ließ sie weder auf den Boards noch auf dem Drachensegel ein Logo erkennen. Wenn sie ihrem verrückten Impuls also nachgeben wollte, ihn zu fragen, ob er auch ihr das Kitesurfen beibringen könnte, musste sie wohl oder übel direkt auf ihn zugehen – und zwar sofort.
Na, dann tu es doch einfach!
War es nicht genau das, worum es bei diesem Urlaub auf Bora Bora ging? Neue Wege zu beschreiten, Risiken einzugehen und Dinge auszuprobieren, die ihr normalerweise nie in den Kopf gekommen wären? Kitesurfen könnte eines dieser Experimente sein. Sie musste nur den Mut aufbringen, diesen muskulösen Adonis anzusprechen und … ihr Ansinnen vorzutragen.
Je näher sie ihm kam, desto attraktiver und aufregender erschien er ihr. Der schwarze Neoprenanzug saß wie eine zweite Haut und die kurzen Ärmel verdeckten nur teilweise interessant aussehende Tahiti-Tattoos.
Kurz vor ihrem Ziel stockte ihr Fuß. Da er sie nicht zu bemerken schien, räusperte Sienna sich und versuchte ein möglichst selbstbewusstes Lächeln, als er von dem bunten Segel aufschaute, das er gerade zusammenfaltete.
„Ähm … ich frage mich gerade, ob ich eine Übungsstunde bei Ihnen buchen könnte“, brachte sie unbeholfen heraus. „Kitesurfen sieht so … so lustig aus, und ich würde es wirklich gern mal ausprobieren.“
Adonis richtete sich zu seiner vollen Größe auf, und Siennas Herzschlag verdoppelte sich nahezu. Sie war hochgewachsen, aber er überragte sie fast um Haupteslänge. Nie in ihrem Leben hatte sie einen attraktiveren Mann gesehen.
Bitte, lass ihn Ja sagen!
Kai Hunter war von dem Ansinnen der attraktiven Brünetten im bronzefarbenen Bikini so verblüfft, dass er einen Moment brauchte, um seine Gedanken zu ordnen. Hielt sie ihn ernsthaft für einen Kite-Surflehrer, während ihn jeder hier als den Kopf, oder besser gesagt, als das Gesicht seiner Firma Wave Hunters kannte: der führenden Marke in Sachen Wassersport?
Und selbst wenn nicht, würde man ihn unter Garantie angesichts seiner Profiausrüstung als den internationalen Surf-Champion identifizieren, der Tahiti in jüngeren Jahren bei Surfwettbewerben rund um den Globus repräsentiert hatte. Oder als Spross seiner Familie, die nicht nur immens wohlhabend, sondern auch international gut vernetzt war … und in der er Le mouton noir, das...




