Sheridan | Shadow Hearts – Folge 7: Der Verrat | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 109 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

Sheridan Shadow Hearts – Folge 7: Der Verrat


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0324-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 109 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

ISBN: 978-3-7517-0324-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Folge 7: Brent verlässt Toni und schließt sich den europäischen Vampirjägern an. Kopfüber stürzt er sich in die Jagd. Toni, Nick und Dédé hingegen begeben sich weiterhin auf die Spuren von Tonis und Nicks Vorfahren, um mehr über Tonis Kräfte zu erfahren. Werden sie Licht ins Dunkel bringen können?

Wenn sie Vampire berührt, kann sie deren Erinnerungen sehen. Als Toni diese Gabe an sich entdeckt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Bis dahin lief es alles andere als geplant: Ihr Freund hat sie verlassen, sie hat ihr Studium geschmissen und kommt mit ihrem Job als Barkeeperin gerade so über die Runden.

Doch nun begibt sie sich gemeinsam mit dem amerikanischen Vampirjäger Brent auf die Jagd nach Vampiren durch ganz Europa. Und während sie versucht, hinter das Geheimnis ihrer Kräfte zu kommen, kann sie nicht aufhören an den ersten Vampir zu denken, der ihr je begegnet ist - Finn Mathesson.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



J. T. Sheridan ist das Pseudonym der Autorin Jessica Bernett. Sie wurde 1978 als Enkelin eines Buchdruckers in Wiesbaden geboren. Umgeben von Büchern entdeckte sie schon früh ihre Begeisterung für das Schreiben. Der Liebe wegen wechselte sie die Rheinseite und lebt heute mit Mann und Kindern in Mainz. Sheridan hat schon immer davon geträumt, einen Roadtrip durch Europa zu unternehmen und kann dies nun in mit ihrer Heldin Toni in Shadow HEARTS ausleben.

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2. Kontrolle


Vier Wochen, und der Idiot ging nicht an sein Telefon. So ein Blödmann!

Ich hatte ihm Nachrichten geschickt, ihm auf die Mailbox gesprochen, ihm alles erzählt, was hier los war, und dass es uns gut ging.

Seine einzige Antwort: »Danke für die Info. Bin noch eine Weile in London. Liebe Grüße von Kirk.«

Ich hätte kotzen können!

Ich pfefferte mein Handy auf die sündhaft teure Chaiselongue, die in der Bibliothek stand, und ließ mich ebenfalls auf das Polster plumpsen.

»Ich hasse dich, Brent Foley«, murmelte ich.

»Ich glaube, nicht.«

Die Person, die lässig in der Tür stand, ließ mich zusammenzucken.

»Kannst du dir mal abgewöhnen, einfach überall aufzutauchen und durch die Gänge zu schleichen?«

Finn runzelte die Stirn und sah dabei wie ein sexy Model aus. Tatsächlich nervte mich sogar seine Perfektion in diesen Tagen …

»Ihr müsst miteinander reden«, sagte er, offensichtlich unberührt von meiner Schimpfattacke.

»Toll, danke, Finn Mathesson. Bist du jetzt unter die Psychologen gegangen?«

»Dass man Probleme dadurch löst, indem man miteinander redet, bedarf keiner großen psychologischen Kenntnisse.«

»Ach ja? Ich würde ja mit ihm reden, wenn dieser verdammte Dickkopf endlich mal an sein beschissenes Handy gehen würde!«

Nun hob er die Brauen, weiterhin die Ruhe in Person, und ich schnaufte.

Finn konnte nichts dafür. Er war nicht Brent. Aber er war hier. Deswegen bekam er meinen Zorn mit voller Wucht ab.

Ich verschränkte die Arme vor der Brust, schloss die Augen und atmete langsam ein und wieder aus. »Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht anschreien.«

»Schon okay.« Er kam zu mir und setzte sich neben mich. »Ist nicht einfach für dich momentan, hm?«

»Nein«, sagte ich patzig.

»Kann ich etwas tun, damit es dir besser geht?«

»Nicht wirklich.« Mein Blick schweifte durch den Raum. »Oder doch. Die Bibliothek beherbergt unzählige Bücher, und ich habe mich gefragt, ob es eine Art Bestandsliste gibt.«

»Suchst du nach einem bestimmten Buch?«

»Generell nach allen Büchern, die sich mit den Themen Druiden, Kelten und so weiter beschäftigen.« Ich drehte mich etwas zur Seite, damit ich ihn ansehen konnte. »Weißt du, was eine Meiga ist?«

Er schien kurz darüber nachdenken zu müssen. »Nein, ich denke nicht.«

»Meigas sind weise Frauen, Nachfahrinnen der Druiden in Galicien. Sie wurden als Beschützerinnen des Volkes geachtet und teilweise sogar von ihren Mitmenschen vor der Spanischen Inquisition bewahrt. Sie haben einen besonderen Sinn für die Kräfte der Natur … die Magie, die sie umgibt.«

»Dann sind sie so etwas wie Schamaninnen?«

Ich nickte. »Ja, so stelle ich es mir vor. Bisher wusste ich nur wenig über sie. Klar, als Kind habe ich die Hexenfiguren in der Heimat meines Vaters bewundert und kannte die üblichen Geschichten. Doch vor Kurzem habe ich herausgefunden, dass meine Vorfahrinnen von Meigas abstammen. Meine eigene Großmutter war eine Meiga, und in ihrem Dorf als solche sehr geachtet.« Ich hielt kurz inne und atmete durch, da mich die Erinnerung an den Tod meiner Omi zu übermannen drohte.

»Du hast das Geheimnis deiner Kräfte gelüftet«, stellte Finn beinahe ehrfürchtig fest.

»Ja, einen Teil davon. Meine Großmutter hat mir ein Buch vermacht, in dem einige der Familiengeheimnisse aufgeschrieben sind.«

Das Buch war in unserem VW-Bus … bei Brent.

Ich erzählte Finn, was ich in Spanien erfahren hatte und dass meine Theorie von dem Buch bestätigt worden war: Meine Kräfte wurden stärker, je älter und mächtiger der Vampir war, dem ich begegnete.

Finn stand auf und ging zu einem Bücherregal hinter der Chaiselongue. »Ob mein Freund eine Bestandsliste seiner Bücher angefertigt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich kann dir helfen, nach Werken zu suchen, die weitere Informationen enthalten könnten.«

Ich erhob mich ebenfalls und trat an seine Seite. »Danke.«

Er lächelte mich warmherzig an. »Gerne.«

Etwas hatte sich zwischen uns verändert. Ich konnte es nicht ganz greifen.

Die körperliche Anziehung war abgeschwächt … Sie war nicht mehr überwältigend und riss alles mit sich. Sie hatte Platz gemacht für etwas sehr Kostbares: Freundschaft.

Finn reichte mir ein Buch mit einem bunt bedrucktem Einband, der etwas esoterisch aussah. »Ist zwar populärwissenschaftlich, könnte aber Hinweise liefern.«

»Wiccas, Druiden und die Magie der Natur«, las ich vor. »Klingt gut.«

Er selbst nahm ein etwas älteres Buch aus einem anderen Regal.

Neugierig schaute ich auf den Titel und stellte fest, dass ich bereits an den kyrillischen Buchstaben scheiterte. »Welche Sprache ist das?«

»Russisch.«

»Du sprichst Russisch?«

»Ein wenig. Wusstest du, dass die Rus ursprünglich ein Wikinger-Stamm waren, der sich dort niederließ?«

»Und du warst dabei?«

Er hob die Schultern. »Die Waräger kamen weit herum auf ihren Fahrten.«

Verdammte Axt. Er hatte so viel zu erzählen, hatte so viel miterlebt. Und ich saß hier mit einem lächerlichen esoterischen Büchlein in der Hand. Und doch behandelte mich Finn, als sei ich ihm ebenbürtig. Vielleicht mochte ich ihn deswegen so gern.

»Hey, Leute.« Mein Bruder steckte den Kopf zur Tür herein. »Dédé und ich haben das Abendessen so gut wie fertig.«

Die beiden hatten heute den Kochdienst übernommen, und ich war ziemlich gespannt, was sie zubereitet hatten.

Nick hatte einen irrsinnigen Bedarf an Fleisch und verputzte fast jeden Tag mindestens ein ganzes Huhn. Lieber waren ihm aber Lamm und Rind. Dédé hingegen befand sich noch in der Gewöhnung. Sie nahm artig das Konservenblut zu sich, das Finn ihr gab. Aber normales Essen schien ihr nicht zuzusagen.

Finn hatte erklärt, dass Vampire durchaus normales Essen zu sich nehmen konnten und es auch wichtig war, denn nur Blut stellte nicht alle Nährstoffe bereit, die sie benötigten.

Mal abgesehen vom Essen hielt sich Dédé tapfer. Mit jedem Tag schien es ihr besser zu gehen. Sie nahm etwas an Gewicht zu, was wohl an den Nährstoffen im Blut lag, ihre Haut war makellos, und ihre blauen Augen strahlten schöner als je zuvor.

Ich fragte mich manchmal, ob auch die Anwesenheit meines kleinen Bruders dazu beitrug, denn die beiden verbrachten viel Zeit miteinander.

Doch sie war noch lange nicht dazu in der Lage, als Vampir in der Welt zurechtzukommen. Finn und sie verschwanden jeden Tag für mehrere Stunden im Keller der Villa, wo Finn mit ihr die Impulskontrolle trainierte. Außerdem ging er mit ihr die Regeln der Vampirgemeinschaft durch. In Europa herrschte ein Vampirrat. Der Verstoß gegen diese Regeln bedeutete im schlimmsten Fall den Tod.

Ich verbrachte diese Stunden in der Bibliothek oder im Park um die Villa herum. Ich nutzte jede Gelegenheit, um mich von Brent abzulenken, was mir überhaupt nicht gut gelang.

Nick hingegen schien mit unserer Situation zufrieden. Er hatte den »Unterhaltungsraum« gefunden, der aus einer Leinwand und einem Beamer, einer riesengroßen DVD-Sammlung, der neuesten Spielekonsole und einem Billardtisch bestand.

In jeder Nacht verließ er für ein paar Stunden die Villa und machte die Gegend unsicher. Ich wusste, dass er das in seiner Wolfsgestalt machte. Er hatte mir erklärt, dass er wahnsinnig werden würde, wenn er nicht jede Nacht eine Weile als Wolf durch die Gegend zog.

Nach einer Woche war der rätselhafte Vorfall in der Anstalt kaum noch Thema in Berlins Medien, was mich etwas entspannen ließ. Ich ging davon aus, dass dennoch nach uns gefahndet wurde und wir uns eine längere Zeit nicht in der Öffentlichkeit blicken lassen sollten.

Finn hatte gesagt, wir konnten so lange in der Villa bleiben, wie wir es wollten. Sein Freund war verdammt großzügig. Uns wurden sogar regelmäßig Vorräte vor die Tür geliefert.

Etwas lustlos stocherte ich im Kartoffelbrei und den Erbsen herum.

»Schmeckt es dir nicht?«, fragte Dédé irritiert. Sie saß schräg gegenüber von mir am Küchentisch, neben Nick.

Ich lächelte sie an. »Doch, es schmeckt sehr gut. Mir fehlt nur gerade ein wenig der Appetit.« Das stimmte, denn schon seit Tagen hatte ich ein flaues Gefühl im Magen. Ich schob mir eine Gabel voll Kartoffelbrei in den Mund und stellte fest, dass er wirklich gut war.

»Ich dachte, wir essen mal Hausmannskost«, sagte meine Freundin erleichtert und schnitt ein Stück von ihrer gebratenen Blutwurst ab.

»Erinnert mich an das Essen bei Oma und Opa.« Nick runzelte die Stirn. »Wie hieß das noch mal?«

Ich half ihm auf die Sprünge: »Himmel un’ Ääd.« Ich musste lächeln, wenn ich daran dachte, wie oft es das bei meinen deutschen Großeltern gegeben hatte. Kartoffelbrei mit Apfelmus und gebackener Blutwurst.

»Interessant.« Finn aß einen kleinen Bissen und lächelte Dédé aufmunternd an.

Sie schob sich eine Haarsträhne hinters Ohr und schaute verlegen auf ihren Teller.

Dédé hatte sich seit Amsterdam unglaublich verändert.

Ich kannte sie als selbstbewusste junge Frau mit einem Hang zur Melancholie. Jetzt aber schien sie wirklich aufzublühen. Sie saugte alles auf, was Finn ihr beibrachte und bemühte sich, alles richtig zu machen.

Langsam, aber sicher verwandelte sie sich in eine Vampirlady …

Nach dem Essen übernahm ich den Abwasch und wollte mich danach noch kurz hinlegen. Vor meinem Zimmer traf ich auf Dédé, die erneut etwas verlegen wirkte.

»Toni, ich möchte dich um einen Gefallen bitten.«

»Nur zu.« Ich war gespannt, was das...


Sheridan, J.T.
J. T. Sheridan ist das Pseudonym der Autorin Jessica Bernett. Sie wurde 1978 als Enkelin eines Buchdruckers in Wiesbaden geboren. Umgeben von Büchern entdeckte sie schon früh ihre Begeisterung für das Schreiben. Der Liebe wegen wechselte sie die Rheinseite und lebt heute mit Mann und Kindern in Mainz. Sheridan hat schon immer davon geträumt, einen Roadtrip durch Europa zu unternehmen und kann dies nun in mit ihrer Heldin Toni in Shadow HEARTS ausleben.

J. T. Sheridan ist das Pseudonym der Autorin Jessica Bernett. Sie wurde 1978 als Enkelin eines Buchdruckers in Wiesbaden geboren. Umgeben von Büchern entdeckte sie schon früh ihre Begeisterung für das Schreiben. Der Liebe wegen wechselte sie die Rheinseite und lebt heute mit Mann und Kindern in Mainz. Sheridan hat schon immer davon geträumt, einen Roadtrip durch Europa zu unternehmen und kann dies nun in mit ihrer Heldin Toni in Shadow HEARTS ausleben.



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