Short | Be my Nerd - Herzenspakt | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 316 Seiten

Short Be my Nerd - Herzenspakt

Roman | Mitreißende New Adult um ein taffes Mädchen und einen schrägen Nerd und eine Liebe, die sich nicht an Regeln hält
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-492-98773-8
Verlag: between pages by Piper
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Mitreißende New Adult um ein taffes Mädchen und einen schrägen Nerd und eine Liebe, die sich nicht an Regeln hält

E-Book, Deutsch, 316 Seiten

ISBN: 978-3-492-98773-8
Verlag: between pages by Piper
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein mitreißender New Adult - Roman um ein taffes Mädchen mit einem großen Geheimnis und einen Nerd, der zu spät bemerkt, worauf er sich eingelassen hat. »Der Wind strich kühl um mein Gesicht, meine Hände wurden nicht wärmer. Doch nirgendwo fühlte ich mich in diesem Moment wohler als dicht neben Martin auf dieser Bank neben dem überquellenden Abfalleimer.« Die achtzehnjährige Jacky braucht keinen Freund, sie braucht ihren Schulabschluss, um endlich ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Der gut aussehende Martin, zwanzig und gerade mit der Schule fertig, macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Als sie ihm hilft, einer Schlägerei mit seinen neuen Nachbarn aus dem Weg zu gehen, bietet er ihr einen Pakt an: Er gibt ihr Nachhilfe, damit sie ihren Abschluss schafft, sie spielt seine Freundin, damit er nicht mehr ins Visier der Schläger gerät. Bald fällt es Jacky unerwartet schwer, nur eine Rolle auszufüllen und ihr wahres, von Armut und Sucht geprägtes Leben vor Martin geheim zu halten. Und auch er verschweigt ihr manches ... Warnung: Dieses Buch enthält potenziell triggernde Inhalte  »?Be my Nerd? war mein kleines Sommerhighlight, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und positiv überrascht hat.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Eine emotionale Geschichte zu Mitfühlen über Freundschaft, Familie, Loyalität und die Liebe. Leseempfehlung!« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Wie schön war denn bitte diese Geschichte?Eine aufregende Liebesgeschichte mit einem Schuss Dramatik, wobei die Emotionen nicht zu kurz kommen.« ((Leserstimme auf Netgalley))

Sarah Short wurde 1985 in Heidelberg geboren. Zum Studieren zog sie zwanzig Jahre später nach Freiburg im Breisgau, wo sie noch heute mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und zwei Kaninchen lebt. Neben dem Schreiben und ihrer Arbeit als Lehrerin verbringt sie gerne Zeit mit ihren vielen Büchern oder in der Natur; mal mit, mal ohne Pferd. In ihren Geschichten entführt sie in fantastische Welten direkt vor der Haustür oder zeigt unter anderem Heidelberg von seiner romantischen Seite.
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1


Martin

Der vollgeladene Transporter rumpelte über die Straße, als ich die Autobahn verließ und das letzte Stück in Angriff nahm. Meine Mutter erwachte aus ihrer Lethargie. Sie richtete sich etwas im Beifahrersitz auf, um durch die Frontscheibe auf das grandiose Panorama zu blicken, das sich vor uns eröffnete.

Da lagen bewaldete Berge, die gerade anfingen zu erblühen, in der hellen Mittagssonne. Die Siedlung aus Hochhäusern, die man vor über vierzig Jahren in die Hügel gepflanzt hatte, wirkte ganz unerwartet nicht wie ein Fremdkörper. Vielmehr schienen die Bäume und Häuser und die darunterliegenden Weinberge und Wiesen nach all der Zeit eine untrennbare Einheit zu bilden.

Ich sollte es hassen, doch ich war zu neugierig und zu froh darüber, mein altes Leben endlich hinter mir lassen zu können. Ich schielte zu meiner Mutter.

Sie kniff den Mund zusammen, sodass man von ihrem dunkelroten Lippenstift kaum noch etwas sah.

Mama ließ weit mehr zurück als ich. Unser neuer Wohnort hatte kein leichtes Spiel, ihre Gunst zu erlangen.

Bezahlbarer Wohnraum und eine verkehrsgünstige Lage machten den Anblick der riesigen Wohnsilos für sie nicht wett.

Dann erklomm der Sprinter den Berg über eine kurvige Auffahrt. Neben uns blühten Hunderte Osterglocken am steilen Hang, linker Hand lag zu unseren Füßen die Rheinebene.

Was für eine gigantische Aussicht. Leider musste ich mich auf die Straße konzentrieren. Mama schien nichts davon zu sehen.

Um ihr etwas Zeit zu geben, steuerte ich die Tankstelle kurz vor der ersten Häuseransammlung an. Ob ich den geliehenen Wagen jetzt volltankte oder nach dem Ausladen, spielte keine Rolle. Eine andere Tankstelle würde ich sicher nicht suchen.

Während der Diesel in den Tank lief, schaute ich über die Zapfsäulen hinweg in die Ebene hinunter.

In der Ferne erkannte ich eine dunstverhangene Bergkette, davor unzählige Häuser, Straßen, Äcker und Wiesen.

An der Umgebung fand ich nichts auszusetzen. Der Wald in meinem Rücken und die Weinberge vor mir versprachen ein paar neue Lieblingsplätze. Orte, an denen ich meine Ruhe hatte.

Vielleicht wusste Mama mehr über unser neues Domizil als ich und ließ sich deshalb von der schönen Landschaft nicht blenden. Das Klacken der Zapfpistole holte mich zurück ins Hier und Jetzt.

Ich stapfte in die Tanke, um zu bezahlen, und stieg dann wieder in den Transporter ein.

»Bereit?«, fragte ich meine Mutter.

»Nein«, erwiderte sie schroff. Ich zwang mich, nicht laut zu seufzen, startete den tuckernden Motor und fuhr los.

Nur drei Minuten später hielt ich vor einer beschrankten Feuerwehrzufahrt.

»Hier geht’s nicht weiter«, sprach ich das Offensichtliche aus. »Wenn uns keiner aufschließt, müssen wir alles von hier aus ins Haus schleppen.«

Meine Mutter grummelte irgendetwas, holte ihr Handy aus der Handtasche und versuchte den Hausmeister zu erreichen.

Solange sie beschäftigt war, nahm ich den langen Häuserblock in Augenschein. Er warf Schatten auf die Straße, doch zwischen den Häusern hindurch erahnte man die weite Ebene.

Kinderlachen und Kreischen drang an mein Ohr. Schön, dass es hier nicht so langweilig zuging wie an unserem alten Wohnort. Wo so viele Kinder lebten, konnte es doch gar nicht trostlos sein. Wahrscheinlich legte Mama darauf keinen Wert.

So ruhig, wie sie es gewohnt war, würde es hier garantiert nicht werden. Aber ich vermutete auch, dass hier viel weniger Spießer wohnten.

Neben einem Müllhaus in der Nähe stapelte sich Sperrmüll und ein Sack mit Altglas, obwohl der nächste Container nur ein paar Meter entfernt war.

An diesem Freitagnachmittag waren hier viele Leute unterwegs. Zwei ältere Frauen in geblümten Röcken beäugten interessiert den Umzugswagen, dann mich, und schließlich nickten sie mir zu, bevor sie weitergingen und sich dabei in einer slawisch klingenden Sprache unterhielten. Ich fragte mich, ob es Russisch, Polnisch oder etwas ganz anderes war. Leider konnte ich außer Englisch und ein bisschen Französisch keine Fremdsprachen.

Meine Mutter würde mit alldem hier die Krise kriegen, sobald sie das Auto verließ. Halb amüsiert, halb auf der Hut nahm ich ein paar unserer neuen Nachbarn ins Visier. Auf dem schattigen Kinderspielplatz hatte sich eine muntere Truppe aus rauchenden Jogginghosenträgern zusammengefunden, die schon von Weitem so aussahen, als ob mit ihnen nicht gut Kirschen essen war. Typen, vor denen meine Mutter, meine früheren Mitschüler und Politiker warnten und die sie als verlorene Jugend darstellten.

Vielleicht zogen sie in ihrer Freizeit aber auch einfach nur bequeme Klamotten an und pfiffen auf ihre Gesundheit. Ins Handy geglotzt hatten meine Bekannten und ich genau wie sie. Es widerstrebte mir, mit Vorurteilen beladen hier anzukommen. Sollten sich manche bewahrheiten, wie der Müll, okay. Aber ich glaubte fest daran, dass vieles anders war, als es auf den ersten Blick schien. Vermutlich war ich naiv.

Und dann sah ich sie. Eine rothaarige Schönheit, die mit energischen Schritten auf die Jogginghosen zuhielt und einen schmächtigen Kerl mit Basecap zur Sau machte. Ich verstand leider nicht, was sie zu ihm sagte, aber die grölenden Antworten der anderen klangen schwer nach Gettosprech.

Du lieber Himmel. Sie machten es mir nicht gerade leicht, sie nicht in die Klischee-Schublade zu stecken.

Ich stand nahe genug, um durch die noch kaum belaubten Sträucher das Mädchen zu beobachten.

Ihre endlos langen Beine steckten in engen, schwarzen Jeans, an den Füßen trug sie Sneakers in der gleichen Farbe. Ihr Kapuzenpulli wirkte ebenso wie die aufgekrempelten Hosenbeine der Jahreszeit nicht angemessen, aber ihr herzförmiges Gesicht brachte mich rasch dazu, mit den Augen kleben zu bleiben.

Eine Stupsnase und volle, rote Lippen, eingerahmt von rotgoldenen Haaren. Wahnsinn.

Dass sie auch einen ansehnlichen Busen hatte, geschenkt.

Dieses Gesicht war der absolute Hammer.

Doch ich würde mich wie immer auf Schwärmereien aus der Ferne beschränken, sollte sie mich nicht zufällig entdecken und ansprechen. Und selbst dann bestand eine große Chance darauf, dass ich es komplett vermasselte.

Frauen und ich, wir waren einfach nicht füreinander geschaffen. Was nicht bedeutete, dass ich noch Jungfrau war oder noch nie eine Freundin gehabt hatte, es hatte nur nie richtig klick gemacht. Vielleicht lag es zum Teil daran, dass ich noch kein Mädchen kennengelernt hatte, dass sich wirklich für mich als Person interessierte. Für den Martin, der ich tatsächlich war, nicht der, den ich spielte, damit ich in der Schule oder in der Nachbarschaft nicht auffiel.

Aber die Schule war vorbei, und hier kannte mich niemand. Und so wie ich mich gezeigt hatte, würde mich auch niemand mehr kennenlernen.

Der Kulturschock ereilte mich erst beim Betreten des Hochhauses. Der Fahrstuhl war kaputt, sodass wir unsere Kisten und Möbelteile durch ein versifftes Treppenhaus in den zweiten Stock schleppen durften. Was für ein Segen, dass wir keine Wohnung in der zehnten oder elften Etage bekommen hatten. Stundenlang liefen wir treppauf und treppab, aber ein paar unserer neuen Nachbarn, zwei junge Afghanen und ein Kurde, die selbst gerade erst mit ihren Familien hier eingezogen waren, zeigten sich hilfsbereit und schleppten mit uns die Möbel. Als Dankeschön drückte meine Mutter jedem von ihnen einen Zwanziger in die Hand. Damit hatte sie einen guten Schnitt gemacht, denn professionelle Möbelpacker wären wesentlich teurer gewesen, weshalb wir auf einen solchen Luxus verzichtet hatten. Wir konnten ja nicht ahnen, dass der blöde Fahrstuhl streikte.

Zudem amüsierte ich mich schwer über die Ängste meiner Mutter, dass die Männer nur halfen, um unser Zeug zu klauen. Auch wenn sie es an einem Ort wie diesem nicht vermutete: Nette Menschen gab es überall.

Ich würde nicht behaupten, dass ich freiwillig hergezogen wäre, aber je öfter ich durch das Treppenhaus nach oben in die saubere und frisch renovierte Wohnung ging, desto weniger schlimm kam es mir vor.

Meine Mutter hatte zu viele miese Dokus gesehen und noch nie in ihrem Leben mit einfachen, normalen Leuten zu tun gehabt.

Wir würden uns an all das gewöhnen. Und ich persönlich fand es nett, jemanden grüßen zu können, wenn ich die Wohnung verließ. Vielleicht war ich pragmatischer als Mama. Ich hatte es bis jetzt nur nie sein müssen.

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Auspacken und Möbelaufbau, was bei dem üblen Muskelkater vom Treppensteigen kein Vergnügen darstellte.

Bald war ich den Tag über allein damit beschäftigt, die Wohnung einzurichten, weil meine Mutter zu ihrem neuen Job musste. Aber allein zu sein hatte mir noch nie etwas ausgemacht.

Viel raus kam ich nicht und nutzte die Zeit, in der meine Hände sich regten und Schrauben anzogen oder Kartons öffneten, um nachzudenken. Über diesen Ort, über die Leute, die ich bis jetzt getroffen hatte. Und am allermeisten über das hübsche Mädchen mit den feurig roten Haaren.

Bislang hatte ich sie bei meinen kurzen Ausflügen zum Briefkasten oder zur Müllsammelstelle nicht wiedergesehen. Doch das hielt mich nicht davon ab, mich gedanklich mit ihr zu beschäftigen und Mutmaßungen über sie anzustellen.

Sie hatte relativ jung ausgesehen, vielleicht so alt wie ich oder jünger. Auf die Entfernung hatte ich das nicht einschätzen können. Ob sie eine Ausbildung machte, studierte oder noch zur Schule ging? Ob sie Geschwister hatte? Und ob sie einen Freund hatte, womöglich einen der Typen auf dem Spielplatz? O Mann, es wurde Zeit, dass ich wieder mehr unter Leute kam. Ich entwickelte mich noch zu einem seltsamen Stubenhocker, der nur mit seiner Mutter...



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