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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 608 Seiten

Reihe: Ghost Hunter Academy

Short Ghost Hunter Academy

Teuflische Rache
3. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7583-4338-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Teuflische Rache

E-Book, Deutsch, Band 3, 608 Seiten

Reihe: Ghost Hunter Academy

ISBN: 978-3-7583-4338-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Apokalypse abgewendet: Check. Das Machtgleichgewicht zwischen den vier Welten wiederhergestellt: Check. Luzifer und seine fiesen Kumpels bis zum Jüngsten Gericht in die Hölle gesperrt: Check. Fall abgeschlossen, denkt jedenfalls der sechzehnjährige Matthias Wolf, gegenwärtiger jüngster Geisterjäger und unfreiwilliger Himmelsbote. Bis die strebsame Geisterjägerin und Halbdämonin Anouk Dupont aus Paris in sein Leben tritt und es heftiger durcheinanderwirbelt als der Erzengel Camael. Ihr Gepäck wiegt schwerer als das von Matthias, doch beide versuchen, ihre anfänglichen Animositäten zu überwinden, um zusammen mit den älteren Geisterjägern um Joelle Aynurin und Gabor Farkas ein erneutes Komplott der gefallenen Engel aufzudecken und einen Racheakt zu verhindern. Obwohl sie immer auf die Hilfe ihrer Freund zählen können, werden Anouk und Matthias den Feind nur bezwingen, wenn sie es schaffen, ein echtes Team zu werden. Für einen Engel und eine Dämonin die schwierigste Aufgabe von allen ...

Sarah Short wurde 1985 in Heidelberg geboren. Zum Studieren zog sie zwanzig Jahre später nach Freiburg im Breisgau, wo sie noch heute mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und zwei Kaninchen lebt. Neben dem Schreiben und ihrer Arbeit als Lehrerin verbringt sie gerne Zeit mit ihren vielen Büchern oder in der Natur; mal mit, mal ohne Pferd.

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1 Matthias September Durch meine geöffnete Zimmertür hörte ich das Radio aus der Küche plärren. Dank Katharinas Besessenheit von Achtziger- und Neunzigerjahre-Hits wusste ich, dass Annie Lennox dort „I saved the world today“ sang. Und meine Stiefschwester, allerdings ein wenig schräger. Ich lag auf meinem Bett, starrte an die weiße hohe Decke und fühlte mich ziemlich genauso, wie der Songtext es schilderte. Ganz und gar nicht wie ein Held, denn ich war keiner. Gott hatte mich bloß benutzt, um die vier Welten zu retten. Ich war ein Werkzeug, nichts weiter. Im Papierkorb unter meinem Schreibtisch lag zusammengeknüllt das Dankesschreiben der Ghost Hunter Association. Ich wollte niemandes Dank, ich hatte ihn nicht verdient. Ihre Dankbarkeit konnten sie sich sonst wohin stecken, genauso wie die Einladung, bei der nächsten Jahreshauptversammlung eine Rede zu halten. Die Apokalypse war in letzter Sekunde abgewendet, alles war wieder wie vorher. Die Welt drehte sich weiter und niemanden interessierte mehr, was passiert war. Weil es Vergangenheit war. Vergangenheit, von der zudem kein Normalsterblicher wusste. Jetzt wollte ich etwas Neues, die Zukunft. Die Vergangenheit zu vergessen, wäre gerade das schönste; machtverliebte Höllenfürsten, spät erscheinende Engel, übelwollende Geister, sie alle sollten mich nicht mehr kümmern. Was wollte die GHA also noch von mir? Die sollten mich alle in Ruhe lassen. Am liebsten würde ich alles vergessen, was geschehen war und wieder ein stinknormaler Achtklässler sein, der zufällig in seiner Freizeit als Geisterjäger unterwegs war. Aber mehr nicht. Ich war kein Auserwählter, nichts Besonderes. Ich war kein Gesegneter mehr. Zumindest wehrte ich mich nach Kräften dagegen. Sicher, dank Camael konnte ich es in punkto Stärke, Schnelligkeit und Ausdauer mit einem Halbdämon aufnehmen. Schon vorher war ich groß und kräftig gewesen, nach Camaels Heilung war ich über Nacht um mindestens sieben Jahre gealtert und befand mich jetzt wie alle Halbdämonen, die ihre Reife erreicht hatten, auf dem Höhepunkt meiner Entwicklung. Das hatte den unangenehmen Nebeneffekt, dass ich auch älter aussah und gleich am ersten Schultag gefragt worden war, wie viele Klassen ich schon wiederholt hätte. Super. Tatsächlich hätte ich es hingenommen, wenn meine Kräfte fort gewesen wären. So befürchtete ich, dass der Himmel noch längst nicht mit mir fertig war, dass es nicht gereicht hatte, den Weltenschlüssel zurückzubringen und durch meinen Wunsch Gott dazu zu überreden, die Zeit zurückzudrehen. Ich hatte wirklich Angst, dass das nicht alles gewesen war. Vielleicht wollte der Himmel mich mein ganzes Leben für sich beanspruchen. Scheiße, ich war erst fünfzehn Jahre alt und kam mir vor, als befände ich mich in einer Sackgasse. Selbst für normale Geisterjäger gab es nicht dieselbe Menge an Selbstbestimmung wie für Normalsterbliche, aber was galt für mich? War mein Leben bereits komplett verplant? Camael hätte sich doch auch einen anderen Deppen suchen können, der den Kopf hinhält. Ich biss mir auf die Lippe und rieb mir über die Stirn. Dann drehte ich den Kopf zur Seite und fuhr zusammen, als ich den Geist auf meinem Bürostuhl entdeckte. „Opa! Kannst du dich nicht bemerkbar machen, wenn du erscheinst?“ Mein Herz klopfte viel zu hart. Es war nicht das erste Mal, dass Opa Friedrich sich einen Spaß daraus gemacht hatte, mich zu erschrecken. Auch jetzt lächelte er selbstzufrieden. Er sah Papa sehr ähnlich, nur mit mehr Haaren. Er erschien immer als etwa fünfundzwanzigjähriger Mann, nicht als grauhaariger Großvater. Dieses Aussehen kannte ich nur von Fotos. „So macht es aber viel mehr Spaß.“ Ich erwiderte sein Grinsen nicht, dafür war ich zu mies gelaunt. Stattdessen stand ich auf, um die Tür zu schließen. Mama sollte nichts davon mitkriegen, dass ich mal wieder ein Gespenst im Zimmer hatte und mit jemandem sprach, den sie nicht sehen konnte. „Na, mein Junge, tust du dir selbst leid? Haderst du mit der Entscheidung des Himmels?“ „Ich dachte, Geister können nicht die Gedanken der Sterblichen lesen!“, brummte ich und ließ mich ihm gegenüber auf die Bettkante fallen. Bis auf meine lange Schlafanzughose war ich nackt, ich hatte mich weder gekämmt, noch gewaschen, hatte mich noch nicht einmal zum Frühstücken aufraffen können. Opa würde aber bestimmt auch dann nicht gehen, wenn ich behauptete, vor Hunger umzukommen. Er sagte freundlich: „Um zu diesem Schluss zu kommen, muss ich nicht deine Gedanken lesen.“ Sein Grinsen erstarb. „Du hast seit Tagen dein Schwert nicht angerührt und die Patrouillen geschwänzt. Julius wird nicht mehr lange zusehen, das weißt du schon, oder?“ Wenn er so streng mit mir redete, erinnerte er mich noch mehr an meinen Vater. „Ja. Es ist ja nicht schlimm, ein Geisterjäger zu sein. Ich will nur keine Marionette mehr sein, weder für den Himmel noch für die Ghost Hunter Association oder sonst jemanden. Ich bin doch nur irgendein Junge.“ „Und weil du dich so siehst, bist du für den Himmel würdig, weiter das Engelsmal zu tragen. Es nützt dir nichts, dich hier zu verstecken und zu hoffen, dass sie sich jemand anderen suchen. Du bist der Erwählte, dich hat Camael gesegnet. Er hat dir nicht nur seinen Schutz zugesichert, er hat dir einen großen Teil seiner Kräfte, seines Verständnisses für die Mechanismen der Welten gegeben. Er hat dir ewiges Leben geschenkt!“ Ich sprang auf und funkelte meinen Großvater an. „Ich habe nicht darum gebeten!“, zischte ich. „Hörst du? Ich wollte nichts davon haben!“ Nicht einmal die Unsterblichkeit. Camael hatte mir auf dem Heiligenberg davon erzählt. Es hätte ja aber sein können, dass mit dem Zurückspringen der Zeit alles hinfällig geworden war. Jedenfalls hatte ich das gehofft. Katharina war ein ewiges Leben in die Wiege gelegt worden, sofern sie keiner umbrachte, doch mein großer Bruder hatte sich mehr oder weniger aus freien Stücken dafür entschieden, als er sich mit Lilith verband. Ich hatte immer geglaubt, eines Tages zu sterben und dann ins Jenseits einzugehen und nicht ein ewig an die Erde gefesselter himmlischer Diener zu sein. Da das Zeichen des Erzengels nach wie vor als eine Art Tattoo auf meinem Rücken prangte, musste ich davon ausgehen, nur zu sterben, wenn jemand nachhalf. Fast jeder hätte sich über die Aussicht gefreut, nie mehr krank zu werden und dem Tod nicht länger ausgeliefert zu sein. Ich kam mir in gewisser Weise undankbar vor, doch dann auch wieder nicht. All das fühlte sich im Moment wie eine zu schwere Last an. „Jesus wollte nicht jung sterben, Luther wollte keine neue Konfession begründen. Und doch haben sie ihr Los angenommen, weil sie auf Gott vertrauten!“ „Komm mir nicht damit! Ich habe mich nicht offen beschwert, sondern alles getan, was von mir erwartet wurde. Und jetzt will ich mein altes Leben zurück, verstehst du das nicht?“ Opa schüttelte den Kopf und seufzte. „Niemand von uns bekommt sein altes Leben zurück. Es gibt Ereignisse, die zu viele Spuren hinterlassen, um wieder dort anzuknüpfen, wo man gestartet ist. Du bist nicht mehr der Matthias, der du warst, als ihr hierhergezogen seid. Und du wirst es auch nie wieder sein.“ „So wie bei „Der Herr der Ringe“?“ „Wenn dir das mehr zusagt als die Bibel, ja. Frodo fand nach seiner Odyssee und dem Ringkrieg keinen Frieden in Beutelsend. Er musste sein altes Leben endgültig hinter sich lassen. Aber er hat nicht damit gehadert, er hat sich aufgemacht zu den Unsterblichen Landen und etwas Neues gewagt. Willst du wieder unwissend sein wie zu Beginn?“ „Nein. Das will ich nicht. Aber ich habe genug von dem ganzen Stress! Was, wenn der Himmel ständig neue Missionen für mich hat?“ Aufgebracht zerzauste ich meine welligen Haare. Sie hatten die gleiche Farbe wie Großvaters. Seine waren allerdings ordentlich nach hinten gestrichen. „Du bist doch kein Geheimagent“, antwortete er schmunzelnd. „Hat sich zwischenzeitlich aber so angefühlt“, murmelte ich. „Der Himmel wird dich nie vergessen, Matthias. Du bist Teil von Gottes Plan, so wie jeder Mensch. Sieh es als Geschenk an, dass du davon Kenntnis hast.“ „Und was soll ich deiner Meinung nach tun?“ „Du ziehst dir etwas Anständiges an, frühstückst und machst dich auf den Weg zu Gábor Farkas. Du wirst mit ihm und den anderen Halbdämonen trainieren. Menschen sind keine ernstzunehmenden Gegner mehr für dich. Dem Himmel zu dienen, ist dein Weg, Matthias. Hör endlich auf, dich dagegen zu sträuben.“ Ich nickte nur. Alles, was ich sagen wollte, würde sich wie das Gemecker eines Kindes anhören. Also hielt ich lieber den Mund. Zu meinem Ärger war mir klar, dass Opa recht hatte. Es wäre eine schwere Sünde, die Gaben des Himmels zu missachten und Gottes Willen nicht zu gehorchen. Selbst...



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