Showalter | Broken Hearts - Brennende Sehnsucht | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten

Reihe: The Original Heartbreakers

Showalter Broken Hearts - Brennende Sehnsucht


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95649-906-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten

Reihe: The Original Heartbreakers

ISBN: 978-3-95649-906-7
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf jeder Party punkten, reihenweise Typen abschleppen und die weibliche Konkurrenz locker abhängen: Keine Frage, Harlow ist die Flirt-Queen von Strawberry Valley. Bis ein Schicksalsschlag sie aus der Bahn wirft und sie entschlossen einen Schlussstrich unter ihre wilde Vergangenheit zieht. Jetzt will sie nichts mehr von Oberflächlichkeiten wissen. Zu dumm, dass sie sich ausgerechnet in Beck Ockley verknallt. Der ist zwar theoretisch der perfekte Kandidat: umwerfend sexy, Millionär, verboten charmant. Aber leider total allergisch gegen jede Art Bindung. Dabei knistert es wahnsinnig zwischen ihm und Harlow und er scheint ihre Gefühle zu erwidern ... Sein rätselhaftes Verhalten fasziniert sie immer mehr. Erst als sie erfährt, was wirklich dahintersteckt, begreift sie, worauf sie sich eingelassen hat ...
'Unverschämt freche, clevere Helden und ein perfekt gestrickter, unkonventioneller Plot: Gena Showalter in atemberaubender Bestform.'
New York Times-Bestsellerautorin Kristan Higgins
'Showalter haut mich jedes Mal von Neuem um.'
Sylvia Day, #1 New York Times-Bestellerautorin
'Auf jeder Seite prickelnde Romantik'
New York Times-Bestsellerautorin Jill Shalvis
'Die Figuren sind so sexy und witzig, dass man sich vom Fleck weg in sie verliebt'
Bestsellerautorin Lori Foster
'Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen'
New York Times-Bestsellerautorin Carly Phillips
'Der Name Showalter garantiert beste Unterhaltung'
RT Book Reviews
'Mitreißende Stories und unvergessliche Figuren - Gena Showalter schaffte es immer wieder, ihre Leser zu überwältigen'
Bestsellerautorin Jeaniene Frost
'Eine clevere und sexy Romanze voll witziger Sprüche, mitreißender Dialoge und aufregender Sinnlichkeit'
Romantic Times Book Reviews
'Die ultimative Gute-Laune-Lektüre'
All About Romance
'Gena Showalters Geschichten sind rasant, ihre Figuren so lebendig, dass sie förmlich aus den Seiten herausspringen ... Sie enttäuscht nie.'
USA Today-Bestsellerautorin Julie Kenner
'Showalter erzählt humorvoll und eindringlich'
Booklist



Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Gena Showalter gilt als Star am romantischen Bücherhimmel des Übersinnlichen. Ihre Romane erobern nach Erscheinen die Herzen von Kritikern und Lesern gleichermaßen im Sturm. Mit der beliebten Serie »Herren der Unterwelt« feierte sie ihren internationalen Durchbruch. Mit ihrer Familie und zahlreichen Hunden lebt Showalter in Oklahoma City.

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1. KAPITEL


Harlow Glass stand auf der Veranda eines einhundert Jahre alten Farmhauses, das wohl mehr Persönlichkeit hatte als die meisten Menschen. Das letzte Licht des Tages schien das Gebäude liebevoll zu umfangen, die Wände, von denen einst die cremeweiße Farbe abgeblättert war und den Blick auf das morsche, verwitterte Holz freigegeben hatte, glänzten in neuer Verkleidung und frischer Farbe. Die beschädigte Versiegelung am Erkerfenster war ersetzt worden, sodass sich zwischen den Scheiben keine Feuchtigkeit mehr sammeln konnte. Früher hatte sich Efeu bis zum Dach hinaufgerankt, doch inzwischen waren die Pflanzen beschnitten und die Ranken entfernt.

Harlow sah die Auffahrt hinab. Keine Autos.

Sie lauschte an der Tür. Keine verdächtigen Geräusche.

Ein Lächeln erstrahlte auf ihrem Gesicht. Nachdem sie monatelang Pech gehabt hatte, lief endlich einmal etwas zu ihren Gunsten.

Hoffentlich würde es so bleiben.

Zitternd schob sie den Schlüssel ins Türschloss. Die Angeln quietschten, als die massive Eingangstür aus Holz aufschwang. Anheimelnde Düfte nach frischem Brot, Vanille und karamellisierten Früchten wehten ihr entgegen und ließen ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ihr leerer Magen knurrte und zog sich beinahe schmerzhaft zusammen.

„Hallo?“, rief sie.

Eine empörte oder überraschte Antwort blieb aus.

Mutig schloss sie die Tür hinter sich und ging ins Wohnzimmer. Erleichtert atmete sie durch. Ich bin wieder da.

Ihr Zuhause aus Kindertagen erwiderte einen ächzenden Willkommensgruß, und einen Moment lang spielte sich vor ihrem geistigen Auge eine ihrer liebsten Erinnerungen ab: Martha Glass rückte das Sofa an eine neue Stelle, während sie, Harlow, auf einer der Armlehnen saß und so tat, als würde sie auf einem buckelnden Wildpferd reiten. Ihr Vater war an jenem Tag nicht da gewesen, um sie zu verhöhnen und zu beleidigen – Du bist jämmerlich, du bist dumm, du bist eine einzige Enttäuschung! Und so hatte eine entspannte, beinahe ausgelassene Stimmung geherrscht.

Die Erinnerung, die sie so lange in Ehren gehalten hatte, erstarb, als eine deprimierende Erkenntnis sich Bahn brach. Das hier war zwar das Zuhause ihrer Kindheit, doch es gehörte nicht länger ihr. Streng genommen hatte sie gerade einen Einbruch begangen. Aber eben nur streng genommen! Schließlich hatte sie nur … Na ja, nachdem die Renovierungsarbeiten nun abgeschlossen waren, musste sie sich das Haus doch einmal von innen ansehen. Und falls anschließend zufällig ein paar Nahrungsmittel verschwanden, würde sie den neuen Besitzern damit nur einen Gefallen tun – immerhin bewahrte sie diese vor fiesen Fettfallen.

„Gern geschehen“, murmelte Harlow.

Die Besitzer des Farmhauses waren die neuesten Einwohner von Strawberry Valley, Oklahoma. Es waren drei Junggesellen, die sie einige Wochen lang aus der Ferne beobachtet hatte. Lincoln West, dem sie den Titel „der Intelligente“ verliehen hatte. Beck Ockley – „der Schöne“. Und Jase Hollister – „der Wilde“. Männer, mit denen sie noch nie gesprochen hatte und mit denen sie auch in Zukunft nicht zu sprechen vorhatte. In Harlows Herzen gehörte das Haus nach wie vor ihr und würde immer ihr gehören. Und das machte die Männer zu Eindringlingen. Sie war hier geboren, und wenn alles nach Plan lief, würde sie hier auch sterben. Nur hoffentlich nicht heute.

Dies war das erste Mal, dass sie das Haus betrat, nachdem die Bank sie vor ungefähr sieben Monaten unsanft vor die Tür gesetzt hatte. Langsam drehte sie sich im Kreis und betrachtete die einzige Liebe, die noch Teil ihres Lebens war. Zu viele Veränderungen. Verschwunden waren die zerkratzten, fleckigen Holzfußböden. Die angeblichen Makel waren abgeschliffen worden.

Was war denn an ein paar Schwachstellen verkehrt? Die Eigenarten eines Hauses oder auch eines Menschen zeugten doch nur davon, dass gelebt wurde.

Die Tapete war entfernt, die Wände mit Rigipsplatten ausgebessert und in der Farbe eines Karamell-Latte gestrichen worden. Ehemals heruntergekommene Zierleisten und die Vertäfelung erstrahlten in neuem Glanz. Eine weibliche Note hier und da verhinderte, dass das Haus wie eine totale Junggesellenbude wirkte – Dekokissen, Schalen mit Duftpotpourri und Spitzendeckchen. Aber sie vermisste die Katzenbilder, die ihre Mutter aufgehängt hatte, oder die hier und da platzierten Stücke aus Porzellan, die Strickkörbe, die Porzellanpuppen und die kitschigen Lampen, die auf den Beistelltischen mit den Deckchen gestanden hatten.

Harlow machte sich auf eine Enttäuschung gefasst und ging in Richtung der Schlafzimmer. Zuerst kam sie ins ehemalige Gästezimmer, das inzwischen das reinste Männerrefugium war. Die eine Hälfte des Zimmers wurde von einem breiten Bett mit dunkelbrauner Bettwäsche dominiert, während die andere von einem riesigen Flachbildschirm beherrscht wurde, der oberhalb einer gigantischen Konsole mit unzähligen DVDs angebracht war.

Wie sollte sich ein Mensch in einem solchen Raum entspannen?

Der Anblick des nächsten Schlafzimmers – ihr ehemaliges Kinderzimmer – ließ sie innerlich kochen. Das Prinzessinnen-paradies, das ihre Mutter für ihr Töchterchen geschaffen hatte und das sie, selbst als sie älter geworden war, aus sentimentalen Gründen nicht verändert hatte, war zu einer Spielwiese für einen großen Jungen umfunktioniert worden. Unterschiedliche Spielkonsolen standen auf einem gestuften Podest. Die Controller lagen auf dem Boden verteilt. Vor einem riesengroßen ungemachten Bett hing eine Bildleinwand, die von der Decke bis zum Fußboden reichte. Die Wände, die sie einst mit einem liebevoll gestalteten magischen Wald bemalt hatte, waren inzwischen beige. Beige!

Gut, das Wandgemälde hatte ein paar Schäden davongetragen. Dennoch hatte sie jeden Zentimeter geliebt, hatte Wochen damit zugebracht, Skizzen anzufertigen, Farben zu mischen, den ganzen Prozess zu lernen und wertzuschätzen, während sie sich von ihrer Fantasie mitreißen ließ. Natürlich hatte sie die Früchte ihrer Arbeit schon zerstört, bevor die Farbe Beige den Rest erledigte, als sie in einem Wutanfall wahllos Farbe über das Gemälde schüttete. Trotzdem. Diese monotone Wandgestaltung war viel schlimmer.

Ehe sie doch noch dem Drang nachgab, sich einen Stift zu suchen und etwas an die Wand zu malen, um ein wenig „Leben in die Bude“ zu bringen – zum Beispiel zwei Hände mit ausgestreckten Mittelfingern –, verließ sie das Zimmer lieber wieder und zog die Tür hinter sich zu.

Das Hauptschlafzimmer schließlich hatte sich in den Traum eines arbeitssüchtigen Nerds verwandelt. Alle Spuren ihrer Eltern waren verschwunden. Computer und Zubehör lagen auf einem großen Schreibtisch, auf dem Bett und auf dem Fußboden. Gott, sie hielt es nicht länger aus …

Sie ging in die Küche – wo die Tapete von den Wänden abgezogen worden war. Gut. Nicht so schlimm. Diese Veränderung konnte sie nachvollziehen. Die Tapete war im Laufe der Jahre dermaßen vergilbt, dass die Erdbeeren, die ursprünglich frisch und fröhlich die Wände geziert hatten, zum Schluss eher wie geschwollene Hoden aussahen.

Die dazu passenden roten Arbeitsflächen auf den Küchenmöbeln waren durch glänzende weiße Marmorflächen ersetzt worden. Wenigstens die Schränke waren noch da – wenn man sie auch abgeschliffen und schwarz lackiert hatte. Nicht schlecht oder so … Einfach nur anders.

Stechender Schmerz erfasste Harlow, während sie darüber nachdachte, was sein sollte und was nicht. Der Schmerz hätte bestimmt auch noch den Rest ihres Herzens zerstört, wenn sie nicht mit einem Mal einen Blaubeerkuchen entdeckt hätte, der auf dem Herd stand.

Arbeitslos, ohne einen Cent in der Tasche und überdies obdachlos, hatte sie seit einer Ewigkeit keine anständige Mahlzeit mehr zu sich genommen. Und ein anständiges Dessert? Nicht mehr seit Mommas Tod.

Erneut durchzuckte sie dieser Schmerz – dieses Mal allerdings schlimmer. Aber wieder lenkte der gedeckte Kuchen sie davon ab. Wie in Trance ging sie darauf zu. Mit zitternden Fingern strich sie über den Rand der Kuchenform und fing einen Tropfen der noch warmen Glasur auf.

Nur mal probieren … Nur ein einziges Mal.

In dem Moment, als sie den süßen Geschmack auf der Zunge hatte, verpuffte ihr ursprünglicher Plan, sich ein Sandwich aus ein paar Lebensmitteln zu machen, die die drei Junggesellen nicht vermissen würden. Sie hastete durch die Küche und durchsuchte die Schubladen nach den richtigen Utensilien. Mit wachsender Ungeduld stellte sie fest, dass sich nichts mehr am angestammten Platz befand.

Kies knirschte. Eine Autotür wurde zugeschlagen.

Harlow gefror das Blut in den Adern. Sie rannte ins Wohnzimmer und warf sich auf die Couch, um aus dem Fenster zu sehen.

Beck Ockley, „der Schöne“ höchstpersönlich, half gerade einer Frau aus dem Wagen. Beck … der Mann, der sie an den Geräteschuppen auf dem hinteren Teil des Grundstücks erinnerte: außen gepflegt, innen alles durcheinander.

Er war über eins achtzig groß und muskulös und seine Haare waren eine faszinierende Mischung aus Hell- und Dunkelbraun. Die Strähnen wirkten immer etwas zerzaust. Seine Augen, in denen stets ein Ausdruck lag, als wäre er gerade aus einem Bett aufgestanden, hatten die Farbe von flüssigem Honig. Wimpern, die so lang und dicht waren, wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte, umrahmten diese Augen. Aber selbst ein Mann wie er sollte ein paar Stunden brauchen, um einen neuen Fisch an Land zu ziehen.

Andererseits strahlte er eine geradezu magische Attraktivität aus. Vermutlich konnte er mit seinem Lächeln so gut wie jede Frau um den...



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