Sehenswertes in der Altstadt
Esplanade
Die Esplanade - griechisch Spianada genannt - zählt zu den schönsten Plätzen Griechenlands. Das parkähnliche Plateau am östlichen Rand der Altstadt (Campiello) liegt direkt gegenüber dem Alten Fort. Im Jahr 1576 begannen die Venezianer Altstadthäuser abzureißen, um ein freies Schussfeld bei der Verteidigung der Festung zu erhalten. Das spätere Exerziergelände wurde erst im 19. Jh. in einen Park umgewandelt. Im nördlichen Teil des Parks kann man am Wochenende oder oft auch am Abend die Cricketspieler beobachten. Vom Café oder von einer der zahlreichen Bänke aus lässt sich das Treiben der blendend weiß gekleideten Sportler am besten verfolgen. Bis zum heutigen Tag ist die Esplanade das Zentrum des öffentlichen Lebens. Die Prozessionen zu Ehren des Inselheiligen Ágios Spirídon finden hier genauso statt wie phonstarke Rockkonzerte.
Arkadenhäuser mit Promenade (auch Liston genannt) im französischen Empirestil, zwischen 1807 und 1814 erbaut, begrenzen den Spianada-Platz im Westen. Die vom französischen Gouverneur Baron Matthieu de Lesseps (Vater des berühmten Suez-Kanal-Erbauers Ferdinand de Lesseps) entworfene Häuserzeile entstand nach dem Pariser Vorbild der Rue de Rivoli auf Höhe des Louvre. Die Promenade ist für den Straßenverkehr gesperrt. In schattiger und ruhiger Lage haben Cafés und Restaurants ihre Stühle und Tische aufgestellt. Hier flanieren Einheimische und Touristen auf und ab: sehen und gesehen werden.
Über die gesamte Altstadt reicht der Blick von der Neuen Festung
Der südliche Teil der Esplanade gleicht einem kleinen Wäldchen. Die schattigen Bäume laden zu einer Pause ein, und wer Glück hat, findet sogar ein Plätzchen auf einer Bank. Im Zentrum steht die zu Ehren des britischen Gouverneurs Thomas Maitland erbaute Rotunde. Von Einheimischen wird der runde Kolonnadenbau auch Zisterne genannt, denn hier lag der Zugang zu den größten Wasserspeichern der Stadt. Der viktorianische Musikpavillon stammt ebenfalls aus der britischen Kolonialzeit und wird noch heute für Konzerte und Tanzaufführungen genutzt.
Ganz im Süden der Esplanade, an einer vielbefahrenen Kreuzung, erhebt sich das Denkmal des Grafen Kapodistrias, des berühmtesten Politikers von Korfu.
Alte Festung
Die Paleo Frourio (Alte Burg) direkt gegenüber der Esplanade wurde 1550 von den Venezianern angelegt und später von den Engländern mit Schutzwällen umgeben. Ein von Menschenhand geschaffener, 15 m tiefer und 20 m breiter Kanal (Kontrafossa) trennt die Anlage von der Insel.
Nicht immer so menschenleer: Eingang zur Alten Festung
Der Besuch empfiehlt sich v. a. wegen der Aussicht auf die Stadt Korfu und das griechische Festland. Zudem findet man eine Vielzahl von versteckten Winkeln, die zu einer Siesta oder einer gemütlichen Brotzeit einladen. Am Eingang befindet sich das Standbild des Grafen Matthias Johann von der Schulenburg, der 1716 die Stadt erfolgreich gegen die Türken verteidigt hatte. Seit mehreren Jahren wird das weitläufige Gelände mit Fördergeldern der EU restauriert.
Während die Festungsmauern noch aus venezianischer Zeit stammen, entstanden während der britischen Herrschaft zahlreiche Gebäude im Inneren des Forts. Zu den markantesten und größten Kirchen Korfus gehört die Georgskirche (Ágios Geórgios). Eigentlich sieht das um 1830 erbaute Gotteshaus wie ein antiker Tempel im dorischen Stil aus. Erst nach der Wiedereingliederung Korfus in den griechischen Staat wurde eine Ikonostase errichtet. Heute dient die Kirche als Ausstellungsraum. Der Platz davor wird als Veranstaltungsort genutzt, in der Hochsaison finden Festivals und Vorführungen griechischer Tanz- und Musikgruppen statt.
Am Eingang zur Alten Festung befindet sich heute das Schulenburgdenkmal, ursprünglich stand es innerhalb der Burg. Graf Matthias Johann von der Schulenburg (1661-1747) gilt bei den Korfioten als Held. Der aus einem kleinen Dorf in Sachsen stammende Berufsoffizier verteidigte zwischen dem 25. Juli und 22. August 1716 im Namen Venedigs mit nur 3000 Soldaten Korfu erfolgreich gegen fast 40.000 Türken. Noch zu seinen Lebzeiten - im Jahre 1718 - wurde ihm ein Denkmal gesetzt. Der italienische Bildhauer Antonio Corradini schuf das Werk aus Carrara-Marmor, das den Marschall mit römischer Toga, einer Perücke auf dem Kopf und einem Lorbeerkranz darstellt. Übrigens wurde im Oktober 1718 die Feste durch einen Blitz zerstört. Schulenburg ließ die Verteidigungsanlage wiederherstellen und blieb bis zu seinem Tod Oberkommandierender der venezianischen Landtruppen. Schulenburg, der in Frankreich und Deutschland studiert hatte, war keineswegs nur Soldat, sondern auch Kunstmäzen und eng mit dem Maler Giovanni Battista Piazzetta befreundet. 1747 starb der Feldherr in Verona und wurde schließlich im Arsenal in Venedig beigesetzt. Wer sich für den deutschen Adeligen und seine Biografie vor dem Hintergrund einer unruhigen Zeit interessiert, sollte zu dem historischen Roman „Der König von Korfu“ greifen. Das über 800 Seiten dicke Werk stammt aus der Feder Werner von der Schulenburgs, eines Nachfahren der Titelfigur.
? Tägl. 8-20 Uhr. Eintritt 6 €, Rentner über 65 J. und Studierende 3 €. Es gibt auch ein Sparticket für 17 € inkl. Eintritt in das Archäologische Museum, das Museum für asiatische Kunst, das Museum für byzantinische Kunst (Antivouniotissa-Museum) und das Museum von Paleopolis (Mon Repos). Angeschlossen ein Museumsshop. Außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten ist die Festung frei zugänglich - allerdings nur bis zur Kirche auf halber Höhe. Schließlich befinden sich innerhalb der Festungsmauern nicht nur die Stadtbibliothek, sondern auch eine Musikschule und das Kafenion „Paleo Frourio“, das auch kleine Speisen anbietet. Von der Terrasse genießt man einen schönen Blick auf die Garítsa-Bucht. Wer es maritimer mag, sollte sich direkt hinter dem Festungseingang links halten: Ein Stück weit hinter der Musikschule gelangt man unter der Festungsmauer hindurch wieder ans Wasser. Hier befindet sich der Segelklub von Korfu mit einem eleganten Café-Restaurant. Große Terrasse mit Windschutz und Blick auf die Segelboote. Seafood und Pasta.
Gouverneurspalast (St.-Michael-und-Georg-Palast)
Das 1819 aus Malteser Kalkstein erbaute neoklassizistische Palais am nördlichen Ende der Esplanade ist eines der prominentesten Gebäude der Stadt. Seine Fassade ziert ein dorischer Säulengang, der von zwei Triumphbögen mit den Namen der Heiligen Michael und Georg flankiert wird. Hier hatten die britischen Gouverneure und das Ionische Parlament ihren Sitz. Übrigens wird das Gebäude als St.-Michael-und-Georg-Palast bezeichnet, weil der 1818 gegründete, gleichnamige Orden hier residierte. Früher diente das Palais auch als Sommerresidenz der griechischen Könige. Den oberen Teil der Außenfassade schmücken Allegorien der Ionischen Inseln. Korfu ist mit dem teilweise erhaltenen Symbol eines antiken Schiffs ohne Steuer dargestellt, dem Wahrzeichen der Inselhauptstadt. 1994 wurde das prachtvolle Gebäude umfassend für den EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs renoviert. Die luxuriösen Innenräume mit farbenfreudigen Fresken, aufwendigem Parkett, marmorverkleideten Kaminen und opulenten Kronleuchtern erstrahlen heute wieder in ihrem ursprünglichen Glanz. Auch die Schätze des Museums für asiatische Kunst sind wieder ausgestellt.
Im Erdgeschoss liegt die Halle des Senats. Hier tagte von 1814 bis 1864 der Senat der Ionischen Inseln. Der Saal zeigt Porträts der britischen Gouverneure Maitland und Adam und des britischen Königs George IV.
Im ersten Stock ist die umfangreiche asiatische Sammlung zu sehen. Sie umfasst wertvolles Porzellan vom 17. bis 20. Jh., das korfiotische Diplomaten und Kaufleute über Jahrzehnte zusammengetragen hatten. Es war v. a. der sammelwütige Diplomat Grigorios Manos (1850-1929), lange Zeit im Dienst des griechischen Staates als Botschafter in Asien unterwegs, der den Grundstein für diese sehenswerte Sammlung legte. Im Mittelpunkt der Sammlung stehen japanische Kunst aus der Edo-Zeit zwischen dem 17. und dem 19. Jh. sowie Porzellan und Textilarbeiten aus Thailand, China und Afghanistan.
Das bronzene Standbild vor dem Palast zeigt den englischen Gouverneur Frederick Adam, der in seiner Amtszeit von 1824 bis 1832 das vorbildliche Wasserversorgungssystem der Insel anlegen ließ.
An der Ostseite des Gouverneurspalasts ist die Städtische Galerie beheimatet. Im hinteren Teil des Gartens gelangen Besucher über eine schmale, geschwungene Treppe zum Eingang. Neben der ständigen Gemäldeausstellung gibt es wechselnde Sonderausstellungen, z. B. über das Leben von Ioannes Kapodistrias.
? Museum für asiatische Kunst und Gouverneurspalast: tägl. 8-20 Uhr. Eintritt 6 €, Rentner und Studierende 3 €. Es gibt auch ein Sparticket für 17 € inkl. Eintritt in das Archäologische Museum, die Alte Festung, das Museum für byzantinische Kunst (Antivouniotissa-Museum) und das Museum von Paleopoli (Mon Repos). Infos zum Museum unter matk.gr. ?...