Siegner Der kleine Drache Kokosnuss und der schwarze Ritter
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-641-04770-2
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 4, 80 Seiten
Reihe: Der kleine Drache Kokosnuss
ISBN: 978-3-641-04770-2
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein spannendes Abenteuer, in dem der kleine Drache Kokosnuss fliegen und Feuer speien muss. Und natürlich erledigt er auch das – wie immer – mit Bravour!
Die Geschichten über die aufregenden Abenteuer, die der kleine Drache Kokosnuss mit seinen Freunden erlebt, sind inzwischen wahre Kinderbuchklassiker. Ingo Siegner schreibt über Freundschaft und Mut und fügt liebenswert-originelle Illustrationen hinzu. Die »Dein-Spiegel-Bestseller«-Reihe eignet sich perfekt zum Vor- und Selberlesen.
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" (S. 14-17)
Kurz bevor sie den Burggraben erreichen, klettert Matilda im Schutz der Dunkelheit auf Kokosnuss’ Schultern. Walther leiht den beiden seinen Kapuzenumhang. So verkleidet überqueren die drei Freunde die Zugbrücke und passieren die Wache am Burgtor. Als sie den Burgplatz betreten, fällt ihr Blick sofort auf den schlafenden Drachen. »Armer Onkel Ingmar! Sogar sein Maul haben sie zugebunden«, murmelt Matilda. »Klar«, sagt Kokosnuss, »damit er nicht Feuer speien kann.«
Der kleine Drache klettert zu Onkel Ingmars Ohr hinauf und flüstert: »Aufwachen!« Onkel Ingmar aber schnarcht so friedlich weiter wie zuvor. »Aufwachen!«, wiederholt Kokosnuss etwas lauter. Onkel Ingmar rührt sich immer noch nicht. Da ruft Kokosnuss, so laut er kann: »Aufwachen, du Schnarchnase!« Endlich öffnet der große Drache erst das eine, dann das andere Auge. »Wm bn ch?«, fragt er. »Hä?«, fragt Kokosnuss. »Wmm bnn chhh?!« »Er fragt, wo er ist«, sagt Matilda. »Komm, wir lösen den Knoten!« Kokosnuss und Matilda ziehen den Knoten der Maulfessel auf. »Wo bin ich?«, wiederholt Onkel Ingmar.
»Nicht so laut!«, flüstert Kokosnuss. »Du liegst mitten auf dem Burgplatz. Der schwarze Ritter hat nämlich Schlafmittel in den Honig gekippt!« »Unerhört! Der kann was erleben!«, brummt Onkel Ingmar und will sich aufrappeln. »Warte, Onkel Ingmar, nicht aufstehen! Wir haben eine Idee!«, sagt Kokosnuss und flüstert seinem Onkel den Plan ins Ohr. Der große Drache hört aufmerksam zu. Als Kokosnuss ihm erzählt, dass er dem schwarzen Ritter so richtig den Hintern verkohlen darf, grinst Onkel Ingmar. Aber als er hört, dass er Walther den Minnesänger gewinnen lassen soll, rümpft er die Nase:
»Wer ist das denn?« Da tritt Walther schüchtern hervor: »Äh, das bin ich!« »Gegen diese kleine Nudel soll ich verlieren?« Onkel Ingmar ist empört. »Also das mit der kleinen Nudel habe ich jetzt aber überhört!«, erwidert Walther beleidigt. »Scht!«, zischt Kokosnuss. »Walther hat uns aus der Drachenfalle befreit. Außerdem liebt er die Tochter des Burgherrn und er wäre bestimmt ein guter Burgherr!« »Hm«, brummt Onkel Ingmar. »Und wirst du auch nicht den Apfelbaum fällen?« »Ganz bestimmt nicht!«, versichert Walther. »Ich würde niemals einem Apfelbaum Schaden zufügen.« »Dann ist ja alles in bester Butter!«, freut sich Kokosnuss. »Jetzt legen wir dir die Maulfessel wieder um und lockern die anderen Fesseln!« Mit vereinten Kräften sind die Knoten schnell gelockert, aber Onkel Ingmar passt auf, dass er immer noch wie gefesselt aussieht. Danach schleichen Kokosnuss, Matilda und Walther mit Walthers Pferd davon und suchen sich in einem Stall einen Platz für die Nacht.
Franz der Finstere
Als der erste Sonnenstrahl auf den Burgplatz fällt, ertönen die goldenen Fanfaren, und zur Feier des Tages donnern die Kanonen aus allen Rohren. Überall in der Burg herrscht geschäftiges Treiben: Lange Tafeln werden festlich gedeckt, aus den Fenstern wehen bunte Fahnen, Gaukler und Musiker ziehen durch die Gassen. Bei Onkel Ingmar herrscht großes Gedränge. Jeder will einen Blick auf den riesigen Drachen werfen. Onkel Ingmar aber lässt sich nichts anmerken. Obwohl er hellwach ist, tut er so, als sei er noch ganz schläfrig. Kokosnuss und Matilda haben sich wieder mit dem Kapuzenumhang verkleidet und mischen sich mit Walther unter die Leute. Da ertönen die Fanfaren ein zweites und dann ein drittes Mal."




