E-Book, Deutsch, 159 Seiten
Simonsohn Holunder – Juwel der Hausapotheke. Kompakt-Ratgeber
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-86374-719-0
Verlag: Mankau Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Antiviral, immunstärkend, antidepressiv, krebs- und entzündungshemmend - Effektive Hilfe bei Erkältungen, Grippe, Krämpfen, Verdauungsbeschwerden u.v.m. - Mit gesunden Küchenrezepten und Kosmetik zum Selbermachen
E-Book, Deutsch, 159 Seiten
ISBN: 978-3-86374-719-0
Verlag: Mankau Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Barbara Simonsohn (geb. 1954) ist Ernährungsberaterin und Reiki-Ausbilderin. Seit 1982 gibt sie Seminare im In- und Ausland, vor allem über das authentische Reiki mit sieben Graden, aber auch in Azidose-Therapie und -Massagen nach Dr. Renate Collier sowie in Yoga. Darüber hinaus befasst sie sich intensiv mit dem Thema 'gesunde Ernährung' und gilt als Expertin für 'Superfoods'. Regelmäßig reist die Hamburgerin nach Indien, wo sie meditiert und ehrenamtlich als Englischlehrerin für Waisenkinder arbeitet; außerdem fördert sie Moringa-Projekte und hat im Rahmen ihrer Entwicklungsarbeit auf Haiti Fruchtbäume gepflanzt und Bio-Gärten angelegt. Seit 1995 hat Barbara Simonsohn zahlreiche Ratgeber im Bereich der ganzheitlichen Gesundheit veröffentlicht; die Gesamtauflage ihrer Bücher beläuft sich auf über 560.000 Exemplare.
Zielgruppe
gesundheitsbewussste Leser/innen, Therapeuten und Coaches
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
INHALT
Vorwort
Einleitung
DER HOLUNDER - EINE STARKE HEILPFLANZE
Zur Botanik der Holunderpflanze
- Der Schwarze Holunder
Das Konservieren -Beeren, Blüten und weitere Pflanzenteile
- Trocknen
- Einfrieren
- Entsaften
Zur Geschichte des Holunders und seiner volksmedizinischen Anwendung
- Der Holunder bei den Germanen und Kelten
- Der Holunder in der Antike
- Holunder im Mittelalter
WIRKMÄCHTIGE NÄHRSTOFFE
Die wertvollen Inhaltsstoffe des Holunders
- Eine Übersicht
- Vitamine
- Mineralstoffe
- Aminosäuren
- Öle
- Bioaktive Substanzen
EXTRA: Anthozyane
- Wie Anthozyane Krebs vorbeugen und ihn bekämpfen
Die Heilkraft des Holunders
- Wie Holunder gegen pathogene Viren wirkt
- Wie Holunder gegen pathogene Bakterien wirkt
HEILWIRKUNGEN VON A BIS Z
TOLLE PRODUKTE SELBST GEMACHT
Do it yourself - Heilmittel herstellen
- Mit Holunderblüten
- Mit Holunderbeeren
- Mit Holunderblättern
- Mit Holunderwurzeln und -rinde
Holunderpflege zum Selbermachen
- Salben und Cremes
- Öl und Balsam
- Diverse Pflegeprodukte
Holunderprodukte im Handel
- Kosmetikprodukte
- Produkte für die innere Anwendung
Rezepte für die Küche
- Süße Holunder-Genüsse
- Herzhaftes mit Holunder
- Getränke
Schlusswort
Wichtige Internetadressen
Literaturempfehlungen
Endnoten
Register
Zur Botanik der Holunderpflanze
Der Holunder gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse aus der Ordnung der Kardenartigen (früher hat man ihn der Familie der Geißblattgewächse zugeordnet). Holunderbäume können hundert Jahre und älter werden, es gibt auch zweihundert Jahre alte Methusalems. Die Pflanzenfamilie enthält vier Gattungen mit etwa 220 Arten. Weitere Vertreter sind der Schneeball und das Moschuskrautgewächs, auch als Bisamkraut bekannt.
Der Schwarze Holunder, , ist in unseren Breiten der am wenigsten giftige, der Zwergholunder oder Attich, , ist am giftigsten, und die Mittelstellung nimmt der Hirschholunder , der auch Traubenholunder oder Roter Holunder genannt wird, mit seinen leuchtend roten Beeren ein.
Der Rote Holunder ist die zweithäufigste Holunderart bei uns und wird nur 4 Meter hoch. Man findet ihn oft auf Waldlichtungen und an Berglagen, er kommt bis zu einer Höhe von 2000 Metern vor. Die Blüten kann man wie die vom Schwarzen Holunder nutzen. Die Beeren sind rot und ungiftig, die Samen aber giftig und müssen bei der Verarbeitung ausgesiebt werden. Ohne Samen hat man eine herrliche Grundlage für Mus, Saft und Konfitüre.
INFO
EIN UNLIEBSAMER VERWANDTER
Der Zwergholunder ist auch als »Stinkholunder« bekannt. Es handelt sich hier nicht um einen Baum oder Strauch, sondern um eine krautige Staude, die nur 1,5 Meter hoch wird. Wie der Name schon sagt, verströmen alle Pflanzenteile einen sehr unangenehmen Geruch, sodass er mit dem Schwarzen Holunder nicht zu verwechseln ist und man nicht auf die Idee käme, ihn zu sammeln. Die Äste bleiben krautig, das heißt, sie verholzen nicht. Seine weißen oder rosafarbenen Blüten riechen nach bitteren Mandeln und haben markante purpurne Staubbeutel, der Schwarze Holunder hat gelbe. Die Schirmrispen des Zwergholunders bleiben im Gegensatz zum Schwarzen Holunder auch dann aufrecht stehen, wenn sie Früchte tragen. Die Beeren unterscheiden sich durch eine kleine Delle in der Fruchtschale von denen des Schwarzen Holunders. Die Fruchtstände sind im Gegensatz zum Schwarzen Holunder steil nach oben aufgerichtet. Der Zwergholunder genoss bei den Galliern eine ebenso große Verehrung wie der Schwarze Holunder. Mit dem Saft der Attichwurzel färbten die Kelten ihre Haare schwarz. Kindern mit Geschwüren wurde ein Stück Wurzel um den Hals gehängt. Kräuterpfarrer Kneipp verwendete die gedörrte, zu Pulver zerstoßene Wurzel als wirksames Mittel zur Anregung der Nierentätigkeit.1 Den Bauern diente der giftige, übel riechende »Stinkholunder« als Abwehrzauber gegen Hexen, Schlangen, Würmer, Ungeziefer beim Vieh, Wühlmäuse, Ratten, Mäuse und böse Geister.
Der Schwarze Holunder
Der amerikanische Schwarze Holunder, , ist eine Unterart des Schwarzen Holunders, wird aber nur 3 Meter hoch. Er erfreut sich auch bei uns wachsender Beliebtheit, weil die Beeren süßer sind als die des europäischen Schwarzen Holunders. Samen und reife Früchte des amerikanischen Schwarzen Holunders enthalten keine Glykoside und können auch roh verzehrt werden, wie die Universität von Missouri herausfand.2 Auch wer mit Holunderbeeren färben will – ob Lebensmittel, Wolle oder Haare –, ist mit dieser Sorte gut bedient, weil die blauen Farbstoffe (Anthozyane) darin länger farbfest bleiben.
Das Verbreitungsgebiet des Schwarzen Holunders erstreckt sich über die gesamte Nordhalbkugel mit Ausnahme der Arktis. Er stellt eine der häufigsten Straucharten in Mitteleuropa dar, wächst aber auch in Sibirien, dem Kaukasus, in Nordindien, Nordafrika und Nordamerika bis zu 1600 Metern Höhe. Der Schwarze Holunder liebt nährstoffreiche Böden, wächst aber auch auf sandigem Untergrund und stellt keine hohen Ansprüche an Boden oder Klima. Er wächst sogar auf Schutthalden, ist immun gegen Säure und Rußniederschlag und dient daher zur Luftverbesserung in Industriegebieten. In Kriegszeiten überlebte er sogar unter Schutt und Asche. Er soll der einzige Strauch sein, der die saure und unfruchtbare Erde unter den Fichtenwäldern verwerten kann.
Der beste Standort ist eine sonnige oder halbschattige Lage. Die Vermehrung erfolgt über Samen, die oft von Vögeln verbreitet werden, oder durch unterirdische Ausläufer, also vegetativ. Für zahlreiche Tierarten bietet der Baum Schutz und Nahrung. In der Phänologie, der Wissenschaft der jahreszeitlich bedingten Erscheinungsformen von Pflanzen und Tieren, kündigt der Blühbeginn des Holunders den Frühsommer an. Der Holunder ist eine Augenweide und sollte in keinem Garten fehlen. Das frühe frische Grün im zeitigen Frühjahr, das wunderschöne Blütenmeer mit betörendem Duft im Sommer und die dunkelviolette Beerenpracht im Herbst lassen jedes Gärtnerherz höherschlagen. Holunder ist traditionell ein Schutzbaum, der eine gute Schwingung ausstrahlt.
INFO
KOMMERZIELLER ANBAU
Holunder wird auch kommerziell angebaut, zum Beispiel in der Steiermark und auf dem »Holunderhof Helle« in Schleswig-Holstein. Allein in Österreich gibt es etwa 250 Produzenten. Die Sorte »Haschberg« ist beliebt, weil diese Varietät besonders viele Anthozyane enthält (siehe Seite 57 ff.) und die Beeren zur annähernd gleichen Zeit ausreifen. Um 1 Kilogramm Fruchtpulver herzustellen, braucht man 200 Kilogramm Holunderbeeren.3 Es gibt auch Biobetriebe, die auf Blüten und deren Verarbeitung zu Sirup und Tee spezialisiert sind. Die Nachfrage nach Holunderprodukten hat in der Pandemiezeit angezogen und wächst weiter.
Der Schwarze Holunder wächst als Busch oder Baum und wird bis zu 12 Meter hoch. Er bildet keinen richtigen Stamm aus, sondern verzweigt sich niedrig über dem Boden und wächst sehr schnell, zwischen 70 und 90 Zentimeter pro Jahr. Seine Wurzeln sind ausschlagfreudig und treiben auch nach mehrmaliger Abholzung aus. Zuerst sind die buschigen Äste grün, im Laufe des Sommers werden sie aschgrau bis grüngrau mit langen, wenig verästelten Zweigen. Die Rinde ist korkartig, auffallend hell und mit Lentizellen (das sind die kleinen noppenähnlichen Punkte) übersät. Diese kleinen Korkporen sind Luftschächte, die einen Gasaustausch ins Zweiginnere ermöglichen, also wichtige Atmungsorgane der Pflanze darstellen. Schon ab Februar entsprießen daraus fünfzählige, unpaarig gefiederte Blätter, die länglich bis oval und scharf gesägt sind. Die Oberfläche der bis zu 30 Zentimeter langen Blätter glänzt dunkelgrün, die Unterseite ist matter und von hellgrüner Farbe. Die Blätter treiben schon im Februar aus, bleiben je nach Witterung oft bis Dezember am Gehölz und verfärben sich kaum. Der Holunder verfügt über ein weitreichendes Wurzelwerk. Die Stängelansätze sind hohl, enthalten aber weiches weißes Mark, das an Styropor erinnert.
Blüten, Holz und Beeren
Die Blüten erscheinen je nach Wetter und Klimazone ab Mitte Mai und stellen fünfstrahlige tellerförmige Trugdolden dar, die gelblich-weiß sind und angenehm nach Honig duften – ähnlich wie Lindenblüten. Jede Trugdolde besteht aus etwa 100 einzelnen winzigen sternförmigen Blüten, die reich an Pollen sind. Von August an bilden sich daraus saftreiche Beeren, die eigentlich Steinfrüchte sind. Erst sind sie grün, dann rötlich-braun und zuletzt violett-schwarz, wie Lack glänzend. Sie hängen an dunkelroten Stielen, und ihr Saft ist rot bis schwarzrot. Die Verbreitung der Samen erfolgt hauptsächlich durch Stare und Drosseln.
INFO
HEIM FÜR TIERE
Viele Tiere haben auf dem Holunder ihren Lebensraum. Die Blüten locken Schmetterlinge, Bienen und auch Raubinsekten wie Libellen und Hornissen an, die andere Insekten fressen. Manche Büsche werden von schwarzen Blattläusen befallen, der Holunder-Blattlaus, sodass man kaum noch etwas Grünes sieht. Die Blüten des Schwarzen Holunders bieten elf Kleinschmetterlingsarten, verschiedenen Käfern und Grabwespen Nahrung. Die Beeren sind für zahlreiche Vogelarten wie die Nachtigall oder die Mönchsgrasmücke begehrtes Futter wie auch für kleinere Säugetiere wie Marder oder Waldmäuse.4
Das Holz des Holunders mit seinem weißen schwammigen Mark ist weich, wird aber beim Trocknen ungewöhnlich hart und gehört daher zum Hartholz. Aus ihm werden zum Beispiel Flöten oder Möbel hergestellt (siehe Seite 129).
INFO
VORSICHT GIFTIG!
Vor allem unreife grüne Holunderbeeren und alle anderen grünen...
VORWORT
Das Märchen von Frau Holle kennt jeder. Aber was es mit dem Holunder zu tun hat, wissen die wenigsten.
Frau Holle ist die Göttin des ewigen Lebens; der Tod wird nur als Ruhezeit und Kraftschöpfen für einen neuen Frühling, eine Wiederkehr, verstanden.
Was ich Ihnen im Folgenden über die Heilwirkung des Holunders erzähle, ist sicher kein Märchen, sondern durch zahlreiche Studien abgesichert und bestätigt.
Lassen Sie sich von der Kraft der Heilpflanze des Jahres 2024 überraschen!
Ihre Barbara Simonsohn




