Simrock | Das Nibelungenlied | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 331 Seiten

Simrock Das Nibelungenlied

Vollständige Ausgabe der Nibelungensage
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7448-3389-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Vollständige Ausgabe der Nibelungensage

E-Book, Deutsch, 331 Seiten

ISBN: 978-3-7448-3389-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Nibelungenlied bietet alles, was spannende Abenteuerliteratur ausmacht: Historische Schilderungen der Pracht und Intrigen am königlichen Hof, Legenden von Mut, Furcht, Siegen und Niederlagen, Geschichten von Freundschaft, Hass, Liebe, und Eifersucht. Im Nibelungenlied werden Schätze gesucht, Drachen getötet, und eine Tarnkappe eingesetzt, die unsichtbar macht. Das Nibelungenlied erzählt auch von der kleinen verwundbaren Stelle, die einen scheinbar unbesiegbaren Gegner doch besiegbar machen kann. Mit diesem geballten Inhalt ist die Nibelungensage seit langem ein Bestseller der Sagen- und Märchenliteratur. Einige der bekanntesten Charaktere der Nibelungensage sind: Siegfried, der Drachentöter, Alberich, der Zwerg, Etzel, der König von Hunnenland, Gunther, der Burgunderkönig, und Kriemhild, Siegfrieds Frau. Das Nibelungenlied ist eine Sammlung spannender Heldensagen des Mittelalters. Die Bezeichnung Lied wurde aus dem Mittelhochdeutschen übernommen. Gemeint ist ein Epos, eine Abfolge von Geschichten. Das Nibelungenlied ist also kein Lied im heutigen Sinne. Die handschriftlichen Versionen der Nibelungensage, auf denen die heutigen Buchausgaben des Nibelungenliedes beruhen, sind kurz nach dem Jahr 1200 entstanden und wurden in modernes Hochdeutsch übertragen. Die vorliegende Übertragung des Nibelungenliedes von Karl Simrock gehört wegen ihres flüssigen Stils zu den Standardwerken. Simrock modernisiert die Sprache des Textes, bewahrt aber den erzählerischen Charme des Nibelungenliedes und behält die Erzählform der vierzeiligen Reime bei. Das Nibelungenlied galt über mehrere Jahrhunderte als verschollen. Im 18. Jahrhundert wurde es wiederentdeckt und aus dem Mittelhochdeutschen ins Hochdeutsche übertragen. Der Komponist Richard Wagner griff die Nibelungensage in seinem Werk Der Ring des Nibelungen auf. Die regelmäßigen Aufführungen des Stückes tragen weltweit zu fortdauernder Popularität und Bestsellerstatus des Nibelungenliedes bei.

Simrock Das Nibelungenlied jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Drittes Abenteuer – Wie Siegfried nach Worms kam


Den Herrn beschwerte selten · irgendein Herzeleid.
Er hörte Kunde sagen · wie eine schöne Maid
Bei den Burgunden wäre · nach Wünschen wohlgetan,
Von der er bald viel Freuden · und auch viel Leides gewann.

Von ihrer hohen Schöne · vernahm man weit und breit,
Und auch ihr Hochgemute · ward zur selben Zeit
Bei den Jungfrauen · den Helden oft bekannt:
Das ladete der Gäste · viel in König Gunthers Land.

So viel um ihre Minne · man Werbende sah,
Kriemhild in ihrem Sinne · sprach dazu nicht Ja,
Daß sie einen wollte · zum geliebten Mann:
Er war ihr noch gar fremde · dem sie bald ward untertan.

Dann sann auf hohe Minne · Sieglindens Kind:
All der andern Werben · war wider ihn ein Wind.
Er mochte wohl verdienen · ein Weib so auserwählt:
Bald ward die edle Kriemhild · dem kühnen Siegfried vermählt.

Ihm rieten seine Freunde · und die in seinem Lehn,
Hab' er stete Minne · sich zum Ziel ersehn,
So soll' er werben, daß er sich · der Wahl nicht dürfe schämen.
Da sprach der edle Siegfried · „So will ich Kriemhilden nehmen,

Die schöne Königstochter · von Burgundenland,
Um ihre große Schöne · Das ist mir wohl bekannt,
Kein Kaiser sei so mächtig · hätt' er zu frein im Sinn,
Dem nicht zum Minnen ziemte · diese reiche Königin.“

Solche Märe hörte · der König Siegmund.
Es sprachen seine Leute · also ward ihm kund
Seines Kindes Wille · Es war ihm höchlich leid,
Daß er werben wolle · um diese herrliche Maid.

Es erfuhr es auch die Königin · die edle Siegelind:
Die mußte große Sorge · tragen um ihr Kind,
Weil sie wohl Gunthern kannte · und die in seinem Heer:
Die Werbung dem Degen · zu verleiden fliß man sich sehr.

Da sprach der kühne Siegfried · „Viellieber Vater mein,
Ohn' edler Frauen Minne · wollt' ich immer sein,
Wenn ich nicht werben dürfte · nach Herzensliebe frei.
Was jemand reden möge · ich bleibe immer dabei.“

„Ist dir nicht abzuraten“ · der König sprach da so,
„So bin ich deines Willens · von ganzem Herzen froh
Und will dir's fügen helfen · so gut ich immer kann;
Doch hat der König Gunther · manchen hochfährt'gen Mann.

„Und wär' es anders niemand · als Hagen der Degen,
Der kann im Übermute · wohl der Hochfahrt pflegen,
So daß ich sehr befürchte · es mög' uns werden leid,
Wenn wir werben wollen · um diese herrliche Maid.“

„Wie mag uns das gefährden!“ · hub da Siegfried an:
„Was ich mir im Guten · da nicht erbitten kann,
Mag ich schon sonst erwerben · mit meiner starken Hand;
Ich will von ihm erzwingen · so die Leute wie das Land.“

„Leid ist mir deine Rede“ · sprach König Siegmund,
„Denn würde diese Märe · dort am Rheine kund,
Du dürftest nimmer wagen · zu reiten in ihr Land.
Gunther und Gernot · die sind mir lange bekannt.

„Mit Gewalt erwerben · kann niemand die Magd,“
Sprach der König Siegmund · „das ist mir wohl gesagt;
Willst du jedoch mit Recken · reiten in das Land,
Die Freunde, die wir haben · die werden eilends besandt.“

„So ist mir nicht zumute „ · fiel ihm Siegfried ein,
„Daß mir Recken sollten · folgen an den Rhein
Einer Heerfahrt willen · das wäre mir wohl leid,
Sollt' ich damit erzwingen · diese herrliche Maid.

„Ich mag sie schon erwerben · allein mit meiner Hand,
Ich will mit zwölf Gesellen · in König Gunthers Land;
Dazu sollt ihr mir helfen · Vater Siegmund.“
Da gab man seinen Degen · zu Kleidern grau und auch bunt.

Da vernahm auch diese Märe · seine Mutter Siegelind;
Sie begann zu trauern · um ihr liebes Kind:
Sie bangt' es zu verlieren · durch die in Gunthers Heer.
Die edle Königstochter · darüber weinte sie sehr.

Siegfried der Degen · ging hin, wo er sie sah.
Wider seine Mutter · gütlich sprach er da:
„Frau, ihr sollt nicht weinen · um den Willen mein:
Wohl will ich ohne Sorgen · vor allen Weiganden sein.

„Nun helft mir zu der Reise · nach Burgundenland,
Daß mich und meine Recken · ziere solch Gewand,
Wie so stolze Helden · mit Ehren mögen tragen:
Dafür will ich immer · den Dank von Herzen euch sagen.“

„Ist dir nicht abzuraten“ · sprach Frau Siegelind,
„So helf' ich dir zur Reise · mein einziges Kind,
Mit den besten Kleidern · die je ein Ritter trug,
Dir und deinen Gesellen · ihr sollt der haben genug.“

Da neigte sich ihr dankend · Siegfried, der junge Mann.
Er sprach: „Nicht mehr Gesellen · nehm' ich zur Fahrt mir an
Als der Recken zwölfe · verseht die mit Gewand.
Ich möchte gern erfahren · wie's um Kriemhild sei bewandt.“

Da saßen schöne Frauen · über Nacht und Tag,
Daß ihrer selten eine · der Muße eher pflag,
Bis sie gefertigt hatten · Siegfriedens Staat.
Er wollte seiner Reise · nun mit nichten haben Rat.

Sein Vater hieß ihn zieren · sein ritterlich Gewand,
Womit er räumen wollte · König Siegmunds Land,
Und ihre lichten Panzer · die wurden auch bereit
Und ihre festen Helme · ihre Schilde schön und breit.

Nun sahen sie die Reise · zu den Burgunden nahn,
Und sie begann zu sorgen · beides, Weib und Mann,
Ob sie je wiederkommen · sollten in das Land.
Sie geboten aufzusäumen · ihre Waffen und ihr Gewand.

Schön waren ihre Rosse · ihr Reitzeug goldesrot;
Wenn wer sich höher dauchte · so was es ohne Not,
Als der Degen Siegfried · und die ihm untertan.
Nun hielt er um Urlaub · zu den Burgunden an.

Den gaben ihm mit Trauern · König und Königin.
Er tröstete sie beide · mit minniglichem Sinn
Und sprach: „Ihr sollt nicht weinen · um den Willen mein:
Immer ohne Sorgen · mögt ihr um mein Leben sein.“

Es war leid den Recken · auch weinte manche Maid;
Sie ahnten wohl im Herzen · daß sie es nach der Zeit
Noch schwer entgelten müßten · durch lieber Freunde Tod.
Sie hatten Grund zu klagen · es tat ihnen wahrlich not.

Am siebenten Morgen · zu Worms an den Strand
Ritten schon die Kühnen · all ihr Gewand
War von rotem Golde · ihr Reitzeug wohlbestellt;
Ihnen gingen sanft die Rosse · die sich da Siegfried gesellt.

Neu waren ihre Schilde · licht dazu und breit,
Und schön ihre Helme · als mit dem Geleit
Siegfried der kühne · ritt in Gunthers Land.
Man ersah an Helden · nie mehr so herrlich Gewand.

Der Schwerter Enden gingen · nieder auf die Sporen;
Scharfe Speere führten · die Ritter auserkoren.
Von zweier Spannen Breite · war, welchen Siegfried trug;
Der hatt' an seinen Schneiden · grimmer Schärfe genug.

Goldfarbne Zäume · führten sie an der Hand;
Der Brustriem war von Seide · so kamen sie ins Land.
Da gafften sie die Leute · allenthalben an:
Gunthers Mannen liefen · sie zu empfangen heran.

Die hochbeherzten Recken · Ritter so wie Knecht,
Liefen den Herrn entgegen · so war es Fug und Recht,
Und begrüßten diese Gäste · in ihrer Herren Land;
Die Pferde nahm man ihnen · und die Schilde von der Hand.

Da wollten sie die Rosse · ziehn zu ihrer Rast;
Da sprach aber Siegfried · alsbald, der kühne Gast:
„Laßt uns noch stehn die Pferde · mir und meinem Geleit:
Wir reiten bald von hinnen · dazu bin ich ganz bereit.

„Wer von euch es wisse · der soll mir's nicht verschweigen:
Wo ich den König finde · das soll man mir zeigen,
Gunther den reichen · aus Burgundenland.“
Da sagt' es ihm einer · dem es wohl war bekannt.

„Wollt ihr den König finden · das mag gar leicht geschehn:
In jenem weiten Saale · hab' ich...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.