Sinclair / Flynn / Forbes | Bianca Gold Band 59 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 59, 448 Seiten

Reihe: Bianca Gold

Sinclair / Flynn / Forbes Bianca Gold Band 59


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-4974-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 59, 448 Seiten

Reihe: Bianca Gold

ISBN: 978-3-7337-4974-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



GIB UNSERER ZUKUNFT EINE CHANCE von MARY J. FORBES
Ihr neuer Chef Michael Rowan, der sich rührend um seine verwaiste Nichte kümmert, gibt Shanna den Glauben an die Liebe zurück. Doch was hat Michael Schmerzliches erlebt, dass er sich nicht zu seinen Gefühlen für sie bekennen kann?
KOMM ZURÜCK IN UNSER LEBEN von CHRISTINE FLYNN
Kellys Herz klopft zum Zerspringen! Sie hat sich erneut in den attraktiven Millionär Alex Burke verliebt. Auch seinen kleinen Sohn hat sie sofort ins Herz geschlossen. Nur eins scheint ihrem Glück im Weg zu stehen: Alex verschweigt etwas vor ihr!
ALLES NUR FÜR DICH von TRACY SINCLAIR
In Paris, der Stadt der Liebe, heiratet Nicole den vermögenden Philippe. Eine reine Vernunftehe, um ihrem geliebten Neffen eine gesicherte Zukunft zu bieten. Erst als es beinahe zu spät ist, entdeckt sie, was sie wirklich für ihren Ehemann empfindet ...



Der preisgekrönten Autorin Christine Flynn erzählte einst ein Professor für kreatives Schreiben, dass sie sich viel Kummer ersparen könnte, wenn sie ihre Liebe zu Büchern darauf beschränken würde sie zu lesen, anstatt den Versuch zu unternehmen welche zu schreiben. Sie nahm sich seine Worte sehr zu Herzen und verließ seine Klasse, schrieb daraufhin sehr wenig, bis sie 15 Jahre später von ihrem Ehemann einen Silhouette Liebesroman erhielt, den er kostenlos mit dem Geschenkpapier für ihr Muttertagsgeschenk bekam. Weder sie noch ihr Ehemann erinnern sich daran, was er ihr gekauft hatte. Aber an das Buch erinnert sie sich noch ganz genau. Da sie von zwischenmenschlichen Beziehungen insbesondere von den oft komplizierten zwischen Mann und Frau schon immer fasziniert war, fokussierte sie sich beim Schreiben ihrer Werke auf die Ausleuchtung dieser Thematik. Jetzt wird sie als 'Meisterin des Geschichtenerzählens im Liebesromangenre' vom Romantic Times Magazine erachtet. Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig auf den Bestsellerlisten unter anderem auf der der USA Today.
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1. KAPITEL

Er wirkte aufgeregt wie ein Mann, der den betörenden Duft einer Frau auffing.

Aber er war kein Mann, sondern ein Pferd. Ein rotbrauner Hengst, und er hatte ihren Geruch gewittert. Mit misstrauischem Blick blähte er die Nüstern, als sie sich ihm auf der langen, schmalen Koppel näherte.

Seine muskulösen Flanken zitterten, und trotzig warf er den Kopf zurück.

Shanna McKay ging noch einen Schritt näher. Sie hatte keine Angst und wusste, dass er es spürte. Sie wollte dem Besitzer beweisen, dass sie große Tiere liebte, dass sie sich im Umgang mit ihnen bestens auskannte.

Die Gerüche von Dung, Erde und frisch gemähtem Gras lagen in der Luft. Eine Fliege schwirrte an ihrem Gesicht vorbei. Der Hengst legte die Ohren an und stand wie erstarrt.

Sie streckte eine Hand nach ihm aus. „Hallo, hübscher Junge.“

Er blähte die Nüstern und riss die Augen weit auf.

„Was zum Teufel tun Sie da?“

Beim Klang der donnernden Stimme galoppierte der Hengst davon, mit wallender Mähne und erhobenem Schweif. Sein glattes Fell glänzte in der untergehenden Junisonne.

Shanna wagte einen Blick über die Schulter und verspürte den Drang, dem Pferd nachzusetzen. Der Mann, der auf der anderen Seite des Gatters stand, war sehr groß, elegant gekleidet in Leinenhemd und dunkler Anzughose, und er starrte sie so finster an, als hätte sie seine Mutter beleidigt.

„Oh.“ Sie unterdrückte den Drang, sich an die Kehle zu fassen. „Ich habe Sie gar nicht kommen hören.“

„Offensichtlich.“ Er öffnete das Gatter und marschierte zu ihr. „Was haben Sie sich dabei gedacht, sich einem Tier zu nähern, das Sie nicht kennen?“

„Ich wollte …“ Der Mann wirkte ebenso imposant wie der Hengst. „Ich habe mich ihm vorgestellt.“

„Er beißt.“

„Keine Sorge, ich kenne mich mit Pferden aus.“

„Aha.“ Mit kühlen grauen Augen blickte er zu dem Hengst, der mitten auf der Weide stand – Rotgold auf Grasgrün. „Ihm sind Sie garantiert unterlegen, Miss …?“

„Ich heiße Shanna McKay, und ich habe fast mein ganzes Leben mit Pferden zu tun gehabt. Ich weiß mich ihnen mit Vorsicht und sanfter Stimme zu nähern.“

Finster blickte er sie an. „Im Gegensatz zu mir, wollen Sie damit wohl sagen? Miss McKay, ich bin nicht total unwissend, was den Umgang mit Hengsten angeht.“

„Wissen Sie, ich wollte gerade gehen. Es war nett, Sie kennenzulernen.“ Gewiss gab es andere Jobs, bei weniger mürrischen Arbeitgebern.

Er stellte sich ihr in den Weg, als sie an ihm vorbeigehen wollte. „Moment. Warum sind Sie hier?“

Sie ignorierte den grimmigen Zug um seinen Mund und blickte ihm geradewegs in die stahlgrauen Augen. „Wegen des Stellenangebots in der Zeitung.“

Verblüfft blinzelte er. „Sie wollen Kühe melken?“

Sie reckte das Kinn vor. „Ich habe Erfahrung.“

Er musterte ihren Körper. „Ein kleiner Wicht wie Sie?“ Er schmunzelte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie Kühe von fünfhundert Kilo herumschubsen.“

„Ich bin kein Wicht. Ich bin einen Meter sechsundsiebzig groß und wiege …“

„Sechzig Kilo.“

Nun blinzelte sie voller Verwunderung.

„Ich kenne den menschlichen Körper. Ich bin Arzt.“

Demnach war er … Michael Rowan? Der beste Chirurg am Allgemeinen Krankenhaus von Blue Springs? Nun, dann kannte er den weiblichen Körper aus dem Effeff. Bei seinem Aussehen hatte er vermutlich jede Woche eine andere Geliebte.

„Sie müssen mehr essen. Sie haben mindestens sieben Kilo Untergewicht.“

„Wie bitte?“

Sein Blick wurde abrupt sanft. „Entschuldigung. Ich habe die schlechte Angewohnheit, ungebeten medizinische Ratschläge zu erteilen. Die sollte ich zügeln.“

Sie nickte. „Sagen Sie mir einfach, wo ich K. Nelson finde.“

„Sie ist momentan nicht in der Stadt.“

„Ihr Vorarbeiter ist eine Frau?“

„Kein Vorarbeiter. Meine Großmutter. Die Annonce läuft unter ihrem Mädchennamen, weil ich verhindern wollte, dass mein Klinikpersonal durch Anrufe belästigt wird.“ Mit einer Falte zwischen den schwarzen Brauen neigte er den Kopf. „Sie hätten eine schriftliche Bewerbung an den Blue Sentinel richten sollen.“

Ihre Wangen erglühten. Sie hatte dem potenziellen Arbeitgeber mit Charme, Geist und Intelligenz imponieren wollen – von Angesicht zu Angesicht. Doch Michael Rowan war nicht so leicht zu beeindrucken. „Na ja, ich bin vermutlich ohnehin zu spät gekommen.“

Er musterte den Hengst in der Ferne. „Woher wussten Sie, dass es sich um die Rowan Dairy handelt?“

„So was spricht sich herum.“

Seine Augen wirkten müde, als er sie musterte und sich dabei das Kinn rieb. „Ich entschuldige mich erneut.“ Er reichte ihr die Hand. „Ich bin Michael Rowan.“ Warm und fest umschlossen seine Finger ihre Hand.

„Ich weiß. Wir haben dieselbe Highschool besucht.“ Es zuckte um ihre Mundwinkel, als er verblüfft die Augenbrauen hochzog. „Ich bin in die Mittelstufe gekommen, als Sie das Examen abgelegt haben.“

„McKay … Der Name kommt mir bekannt vor. Waren Sie schon mal in der Klinik?“

„Ich werde nie krank.“

„Dann wohnen Sie in dieser Gegend?“

„In Blue Springs.“

„Aha.“ Er schob die Hände in die Hosentaschen und blickte sie durchdringend an.

Sie hob den Rucksack auf, der neben dem Gatter auf der Erde lag, schlang ihn sich über eine Schulter und sagte: „Ich brauche diesen Job, Dr. Rowan. Geben Sie ihn mir?“

„Das kommt darauf an.“

„Worauf?“

Staub wirbelte unter seinen blitzblank geputzten Schuhen auf, als er ihr folgte. „Ihre Erfahrung.“

„Vier Jahre, drei Monate.“

Er öffnete das Gatter und schloss es wieder, nachdem sie es beide passiert hatten. „Kommen Sie mit ins Haus, und wir bringen es hinter uns.“

„Was?“

Er seufzte. „Wenn man sich für einen Job bewirbt, muss der Arbeitgeber, also ich, einige Fragen stellen. Aber ich werde es nicht mit Pferdedung an den Schuhen tun.“

Ein brauner Klumpen klebte an der Außenseite seines linken Schuhs. Sie presste die Lippen zusammen und blickte in die Ferne zu dem Hengst, der friedlich auf der saftigen Weide graste. Ich habe keine Angst vor dir – oder deinem berühmten Besitzer.

„Miss McKay, wenn es Ihnen nichts ausmacht, möchte ich heute Abend noch essen, bevor ich schlafen gehe. Ich hatte einen langen Tag.“

„Entschuldigung. Ich neige dazu …“

Abrupt wandte er sich ab und schritt davon.

… mit offenen Augen zu träumen.

Sie blickte ihm nach. Mit jedem Hüftschwung blähte sich sein frisches weißes Hemd an der Taille. Sein Po war so formschön wie der von Tiger Woods, und seine Beine waren sehr, sehr lang und brachten ihn rasch voran.

Du brauchst den Job, Shanna, vergiss das nicht.

Sie eilte ihm nach.

Der Pfad schlängelte sich zwischen einem lichten Mischwald hindurch, der die Stallungen von einem zweistöckigen gelben Farmhaus im Kolonialstil trennte. Es war Jahrhunderte alt. Hohe Fenster und eine breite Veranda, geschmückt von weißen und roten Geranien, überblickten die Weiden und Koppeln. Davor erstreckte sich keine Rasenfläche, sondern ein üppiger Gemüsegarten. Gleich dahinter erhob sich ein bewaldeter Hügel, und sie malte sich aus, wie die grünen Douglasfichten einen heimeligen Anblick in trostlosen Jahreszeiten boten.

Sie überquerten die Auffahrt. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne fielen auf einen glänzenden schwarzen Jeep Cherokee. Ihr verbeulter Pick-up stand noch bei den Stallungen, wo sie ihn abgestellt hatte, da die Tiere der Farm sie vor den Menschen angezogen hatten.

Dr. Rowan ging über einen Plattenweg um das Haus herum zur Hintertür, zog sich die Schuhe aus und warf sie hinunter ins Gras. Dann öffnete er die Tür. „Kommen Sie rein.“

Sie legte den Rucksack ab, schlüpfte aus den Sandaletten und folgte ihm durch einen kleinen sauberen Flur in eine große helle Küche mit einem Treibhausfenster als Kräutergarten, in das sie sich auf Anhieb verliebte.

Der angrenzende Wohnbereich war vertieft angelegt und wies massive Deckenbalken auf. Abnehmendes Sonnenlicht strömte durch hohe, breite Fenster herein. Am Fuß einer Eichentreppe hing ein Ölporträt einer Frau, deren dunkle Schönheit Entschlossenheit und Macht ausstrahlte.

„Miss McKay?“

Sie wirbelte herum. Er stand in der Tür eines kleinen Arbeitszimmers und musterte sie. Wie lange wartete er schon?

„Ihr Haus ist wundervoll“, sagte sie aufrichtig.

„Danke.“ Er deutete zu dem einzigen Lederstuhl im Raum. „Bitte. Setzen Sie sich.“

Er nahm einen Füllhalter und ein schwarzes Notizbuch aus einem Sekretär, sank auf das Fensterbrett und kritzelte in das Buch, während sie sich mit kerzengeradem Rücken auf den Stuhl setzte, die Füße fest auf den Boden stellte und die Hände im Schoß faltete.

„Wo haben Sie Ihre Erfahrung in der Milchwirtschaft gesammelt?“

„Lasser-Farm.“

„Die kenne ich.“

„Ich habe mit fünfzehn bei Caleb und Estelle zu arbeiten angefangen.“

„Sie haben die Ausbildung nicht abgeschlossen?“, hakte er mit entsetztem Unterton nach.

Sie lächelte....



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