E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Sinclair Heißkalte Rache in Las Vegas
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3716-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7515-3716-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Um herauszufinden, wer ihr Casino heimlich plündert, engagiert Hotelbesitzerin Annalise einen Detektiv. Ausgerechnet Luca Kilpatrick übernimmt den Job, der unglaublich attraktive Tech-Milliardär und geniale Spieler, der mit Annalises Familie noch eine Rechnung offen hat ...
Wenn Kira Sinclair gerade nicht als Büro - Managerin arbeitet oder neue Zeilen für eine Geschichte schreibt, verbringt sie Zeit mit ihrem Ehemann, zwei bezaubernden Töchtern und jeder Menge Tieren auf ihrer kleinen Farm im Norden Alabamas. Egal in welcher Form, Schreiben war schon immer ein Teil ihres Lebens.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Er ist da.“
Annalise Mercado holte tief Luft. Luca Kilpatrick – genau der Mann, den sie eigentlich nicht sehen wollte.
Bei dem Gedanken an ihn spürte sie Schmetterlinge im Bauch, wie schon so oft in den letzten zwei Wochen, und das gefiel ihr gar nicht. Obendrein gab es nichts Schlimmeres als diese ungute Mischung zwischen Vorfreude, banger Erwartung und Angst – und genau dieses Gefühl hatte sie begleitet, seit Luca sie auf der Verlobungsparty ihres Bruders überrascht hatte. Mit der Verkündung, er sei der Retter, den ihr Casino brauchte.
Was für ein himmelschreiender Unsinn! Annalise brauchte keinen Retter, keine Hilfe. Und erst recht keinen vorgeblichen Retter, der ein Betrüger war, ein Kartenhai.
Betrüger und Spielcasinos – wenn etwas nicht zusammenpasste, dann das!
Und dass Luca Kilpatrick ein Betrüger war, das war so sicher wie das Amen in der Kirche.
„Lass ihn noch fünf Minuten warten. Und dann kann er kommen.“
Sollte er sich ruhig noch eine Zeit lang die Beine in den Bauch stehen! Sicher, das war ein Machtspielchen von Annalises Seite, aber warum auch nicht? Vor zwei Wochen hatte er sie mit der Verkündung überrascht, er sei engagiert worden, um ihr zu helfen … und dann hatte er sich einfach blitzschnell aus dem Staub gemacht. Sie hatte keine Gelegenheit gehabt, überhaupt darauf zu antworten oder zu protestieren. Deshalb war es nur gerecht, wenn er jetzt ein paar Minuten warten musste!
Sie zog den kleinen Spiegel hervor, den sie immer in ihrer Schreibtischschublade verwahrte, überprüfte ihr Make-up und lächelte probehalber, um sicherzugehen, dass nichts vom Mittagessen zwischen ihren Zähnen steckte. Sie wollte makellos und professionell wirken, wenn sie dem Mann verkündete, er solle sich gefälligst zum Teufel scheren. Das hatte nichts mit Eitelkeit zu tun – und auch nicht damit, dass ihr Herz bei der kurzen Begegnung vor zwei Wochen plötzlich schneller geschlagen hatte.
„Für mich brauchen Sie sich nicht extra fein zu machen, Lady“, ertönte plötzlich Lucas amüsierte Stimme.
Verdammt! Hatte sie nicht ihrer Sekretärin gesagt, sie solle ihn fünf Minuten warten lassen? Das waren garantiert keine fünf Minuten gewesen!
Sie spürte Hitze in sich aufsteigen und konnte nur hoffen, dass sie nicht errötete. Prüfend musterte sie ihn. Er war dunkelhaarig, hochgewachsen und attraktiv. Ja man konnte es nicht leugnen, er sah fantastisch aus – und das wusste er ganz offensichtlich auch. Er strahlte etwas Aristokratisches aus. Sein Anzug war eine Maßanfertigung und ließ den muskulösen Körper darunter erahnen.
Der Mann besaß eine fast schon verbotene Selbstsicherheit. Als ob ihm die ganze Welt gehörte und er alles um sich herum mit eiserner Faust beherrschte. Seinen stahlgrauen Augen schien nichts zu entgehen.
Sollte er sich bloß nicht zu viel einbilden! Schließlich befand er sich in ihrem Reich. In ihrem Büro auf dem Gebiet ihres Casinos. Dort, wo sie das Sagen hatte!
Annalise erhob sich von ihrem Schreibtischstuhl und bedeutete ihm mit einer Geste, er solle sich auf den Stuhl gegenüber setzen. Lächelnd leistete er der Anweisung Folge. Genüsslich lehnte er sich im Stuhl zurück und sah sich im Büro um. „Hübsch hier. Viel netter als dieser kleine abschließbare Raum im Keller, in den man mich verfrachtet hat, als ich das letzte Mal im Magnifique war.“
Das war jetzt acht Jahre her, aber Annalise erinnerte sich noch sehr gut daran. Luca hatte von ihrem Vater, assistiert von seinen Security-Leuten, eine Abreibung verpasst bekommen. Sein Gesicht war blutverschmiert gewesen, und ihr war bei dem Anblick ganz schlecht geworden.
Man hatte ihn beim Betrügen erwischt, und ihr Vater – noch ganz alte Las-Vegas-Schule – hatte entsprechend hart reagiert, ganz anders, als sie heutzutage so eine Angelegenheit klären würde. Dieses brutale Vorgehen hatte ihre Sicht auf ihren Vater für immer verändert. Noch heute hatte sie daran zu knabbern.
Ja, sie sah vieles anders als ihr Vater, aber er war der einzige Elternteil, den sie noch hatte. Ihre Mutter war von ihrem Stiefvater getötet worden, als Annalise neun Jahre alt gewesen war, und sie und ihr Bruder hatten sogar dabei zusehen müssen.
Aber an dieses traumatische Erlebnis wollte sie jetzt nicht denken. Sie hatte anderes zu tun.
Sie lächelte den Besucher an und versuchte, selbstsicher zu wirken. „Sie hätten sich den Weg hierher sparen können. Aber Sie waren vor zwei Wochen ja so schnell verschwunden, dass Sie nicht einmal meine Reaktion abgewartet haben. Ich weiß nicht, was Anderson Stone oder mein Bruder Ihnen erzählt haben, aber ich brauche Ihre Hilfe nicht.“
Anderson Stone war ein enger Freund ihres Bruders Dominic. Er führte eine renommierte Privatdetektei in Savannah im Bundesstaat Georgia. Eigentlich hatte er das nicht nötig; er war Erbe einer hoch angesehenen amerikanischen Familie und Milliardär. Als sie gegenüber ihrem Bruder erwähnt hatte, dass es im Magnifique zu Diebstählen und Betrug gekommen war, hatte er sofort Stone um Rat und Hilfe gebeten.
Und als Reaktion darauf war Luca erschienen. Nicht gerade das, was sie sich erhofft hatte.
Sie hatte darüber schon ein ernstes Wort mit ihrem Bruder gesprochen, hatte ihm gesagt, dass sie solche Einmischungen nicht schätzte. Das Magnifique mochte auch Teil seines Erbes sein – aber sie leitete es und entschied ganz allein, wen sie einstellte.
Oder nicht einstellte.
Ihr war nichts anderes übrig geblieben, als diesen Gesprächstermin anzusetzen, um die Sache wieder geradezurücken. Luca schien bereits einen festen Auftrag erhalten zu haben, und den musste sie jetzt annullieren. Dabei kündigte sie ungern jemandem, selbst Luca.
Eigentlich hatte sie gehofft, sie könnte das Gespräch schnell über die Bühne bringen; sie würde ihm sagen, dass sie seine Dienste nicht benötigte, und er würde verständnisvoll nicken, aufstehen und sich entfernen. Stattdessen saß er da völlig entspannt auf seinem Stuhl und schien sich pudelwohl zu fühlen. Er machte nicht den Eindruck, als ob er bereitwillig wieder gehen würde.
Nein, dieser wohl knapp einen Meter neunzig große Mann wirkte, als sei er gekommen, um zu bleiben.
„Sie glauben nur, Sie bräuchten meine Hilfe nicht“, sagte er lächelnd. „Aber in Wirklichkeit haben Sie sie bitter nötig.“
Wie selbstsicher, wie entspannt er da saß! Das machte Annalise ganz rasend! In einer Sache hatte er recht – sie brauchte Hilfe. Aber nicht von ihm. Irgendwie machte dieser Mann sie nervös. Das war schon auf der Verlobungsparty ihres Bruders so gewesen.
„Ich möchte auf Ihre Dienste lieber verzichten.“
Er sah sie nur grinsend an und schwieg.
„Verstehen Sie“, sagte sie verunsichert, „Stone wusste ganz offensichtlich nicht, dass es eine Vorgeschichte zwischen dem Magnifique und Ihnen gibt. Sonst hätte er Sie nie für diesen Job beauftragt.“
Luca grinste jetzt noch breiter. „Oh, Stone hat alles gewusst. Erstens leitet er eine hervorragende Detektei, und es gehört zu seinem Beruf, alles zu wissen. Und zweitens habe ich es ihm selbst gesagt.“
„Sie haben es ihm selbst gesagt?“
„Ja. Ich war ihm noch einen Gefallen schuldig, aber ich wollte, dass er weiß, dass ich diesen Auftrag auch aus persönlichen Gründen annehme.“
Annalise kniff die Augen zusammen. „Das müssen Sie mir schon etwas näher erklären.“
„Ganz einfach. Es bereitet mir eine gewisse Genugtuung zu sehen, dass das Magnifique in Schwierigkeiten steckt.“
„Und trotzdem würden Sie uns dabei helfen wollen, das Problem zu lösen?“ Das ergab überhaupt keinen Sinn.
Er zuckte mit den Schultern. „Ich löse gerne schwere Fälle, ich mag Herausforderungen. Und wenn die Ermittlungen ein bisschen länger dauern, soll es mir nur recht sein. Je mehr Geld Sie verlieren, einerseits durch die Betrüger, andererseits durch die Honorare, die ich koste, desto besser. Ich finde, ein bisschen Bares schuldet das Magnifique mir schon, nachdem Ihr Vater mich so hart angefasst hat. Die Arztrechnungen sind ziemlich hoch ausgefallen. Und ich habe es ihm zu verdanken, dass ich immer noch ein bisschen hinke.“
Annalise verspürte einen Anflug von Mitleid, unterdrückte es aber schnell wieder. Hinkte er denn überhaupt? Als er hereingekommen war, war ihr nichts aufgefallen, allerdings war sie auch in Gedanken gewesen. Vielleicht log er auch nur, um ihr Schuldgefühle einzureden. Na ja, sie würde darauf achten, wenn er wieder ging.
„Okay, Sie sind offen, und das ehrt Sie“, sagte sie. „Aber dadurch haben sie mir genug Munition gegeben, Sie schon vor Arbeitsantritt zu feuern.“
„Ich kann mir vorstellen, dass Ihnen das gut in den Kram passen würde. Aber Sie können mich gar nicht feuern.“
„Wenn ich das recht verstanden habe, erwarten Sie doch, dass ich Ihr Honorar zahle.“
„Das schon, aber es war Stone, der mich engagiert hat. Und die Abmachung mit ihm ist eindeutig. Nur er kann mich feuern.“
Annalise spürte, wie Wut in ihr aufstieg. Was stimmte denn nicht mit den Männern in ihrem Leben? Warum glaubten sie immer, sie könnten Dinge für sie entscheiden, und dazu noch ohne Rücksprache? Sie selbst hatte mit Stone absolut nichts abgemacht!
Ja,...




