E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
Sinclair Skandal um den Bad Boy
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3715-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: CORA Verlag
ISBN: 978-3-7515-3715-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Alle halten Dominic für einen gewissenlosen Playboy. Umso besser! So kann der Nachtclubbesitzer undercover sein geheimes Hilfsprogramm für Frauen in Not betreiben. Doch ausgerechnet die aparte Journalistin Meredith, die ihn reizt und erregt wie keine andere, wittert eine heiße Story und bringt sein Geheimnis in Gefahr ...
Wenn Kira Sinclair gerade nicht als Büro - Managerin arbeitet oder neue Zeilen für eine Geschichte schreibt, verbringt sie Zeit mit ihrem Ehemann, zwei bezaubernden Töchtern und jeder Menge Tieren auf ihrer kleinen Farm im Norden Alabamas. Egal in welcher Form, Schreiben war schon immer ein Teil ihres Lebens.
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1. KAPITEL
Dominic Mercado hielt sich die schmerzende Wange. Überrascht stellte er fest, dass er eben gerade zum ersten Mal von einer Frau geohrfeigt worden war.
Vermutlich hatte es in seinem Leben schon viele Momente gegeben, in denen er es verdient hätte, geohrfeigt zu werden. Überraschenderweise war es aber bisher noch nie passiert.
Dass es jetzt geschehen war, nervte ihn aus zwei Gründen: Erstens hatte er es nicht verdient. Zweitens war es Meredith Forrester gewesen, der zauberhafte, temperamentvolle Rotschopf, der sein Leben in der Vergangenheit mehr als anstrengend gemacht hatte.
Meredith funkelte ihn böse an. In ihrem Gesicht spiegelten sich Wut, Enttäuschung und selbstgerechte Empörung. Dominic war klar, dass sie heute in seinen Club gekommen war, um Streit zu suchen. Das war wirklich merkwürdig, zumal sie sich seit fast zwei Jahren weder gesehen noch gehört hatten.
Was wollte sie von ihm? Was hatte er getan?
Im Grunde spielte es eigentlich keine Rolle. Er hatte es zwar immer ganz anregend gefunden, sich mit Meredith Auseinandersetzungen zu liefern, aber heute Abend gab es wichtigere Dinge zu tun. Er hatte ohnehin durch den Besuch seines alten Freundes Gray Lockwood schon Zeit verloren.
Dominic entschloss sich also zu einer neuen Strategie. Statt ebenfalls aggressiv zu reagieren, schenkte er Meredith ein breites, entspanntes Lächeln.
„Wie schön, dich zu sehen, Meredith“, verkündete er.
„Bemüh dich nicht, Dominic. Ich kenne dich schon, seit du Akne hattest.“
Dominics Grinsen vertiefte sich. Diese Frau hatte wirklich Power. Jedes Mal, wenn er sie traf, haute es ihn wieder um. Wenn sie jemand anders gewesen wäre, hätte er sie längst verführt.
Aber sie war nun einmal Meredith, die beste Freundin seiner Schwester. Und damit war sie tabu.
„Du hast dich wirklich kein bisschen verändert, Meredith“, bemerkte er.
Sie wischte seine Bemerkung mit einer Handbewegung beiseite. „Du auch nicht, wenn man den neuesten Informationen trauen darf.“
In Anbetracht dessen, dass er den heißesten Nachtclub von Las Vegas betrieb und ständig mit den Reichen und Schönen zu tun hatte, war es schwer zu sagen, was sie damit meinte. Dominics Name tauchte andauernd in Zusammenhang mit irgendwelchen Prominenten auf, und auch wenn höchstens die Hälfte der Klatschgeschichten der Wahrheit entsprach, konnte er unmöglich sagen, was Meredith so aufgeregt hatte. Und sie sogar zu Tätlichkeiten veranlasste.
Normalerweise mied sie seinen Club wie der Teufel das Weihwasser. Das Excess war ihrer Meinung nach absolut unter ihrem Niveau.
Dominic trat ein bisschen näher an Meredith heran und musterte jede Kurve, die sich in ihrem engen silberfarbenen Abendkleid abzeichnete, bevor er antwortete.
„Ehrlich gesagt ist es mir egal, was du über mich gehört hast“, sagte er schließlich. „Aber du bist kein kleines Mädchen mehr und solltest nicht jedes Gerücht glauben, das erzählt wird.“
Seine Taktik verfing nicht bei ihr. Anstatt sie zu verunsichern, hatte er ihren Zorn noch mehr angeheizt. Ungeduldig stieß sie ihn ein Stück von sich weg, während ihr Kleid, das ihren Körper wie flüssiges Metall umhüllte, die Lichter der schwirrenden Scheinwerfer in der Bar reflektierte. Der Stoff reichte nur bis zum Oberschenkel, während Merediths lange schlanke Beine nackt in dem dämmrigen Licht schimmerten.
Sie war eine einzige Verlockung. Aber er war klug genug, sich davon nicht beeindrucken zu lassen.
„Hier geht es nicht um bloßes Gerede, Dominic“, zischte sie, während sie vehement von sich stieß. „Aber ich hätte mir ja denken können, dass du mich nicht ernst nimmst. Wie immer.“
Dominic lachte. „Dafür nimmst du das Leben so ernst, dass es für uns beide reicht“, erklärte er. Er konnte sich wirklich nicht vorstellen, dass Meredith schon einmal gegen irgendwelche Regeln oder Gesetze verstoßen hatte. Nein, sie war immer perfekt und kontrolliert.
Das genaue Gegenteil von ihm. So ein Leben hätte ihn längst umgebracht.
„Und das ist dein Problem“, fuhr er fort. „Ich wette, du kannst überhaupt keinen Spaß haben.“ Spielerisch ließ er eine Strähne ihres rotgoldenen Haares durch seine Finger gleiten.
„Oh doch“, fauchte sie. „Aber nicht mit dir.“ Damit schlug sie seine Hand weg.
Dominic holte tief Luft. Er wusste schon lange, dass sie nichts mit ihm zu tun haben wollte. Also war es besser, die Funken, die er in ihrer Nähe spürte, zu ignorieren und sich von ihr fernzuhalten.
„Ich habe gehört, dass du und dein Club in Menschenhandel verwickelt seid.“ Ihre Stimme war eisig.
Nicht gut.
Das hatte er nicht erwartet. Blitzschnell setzte er sein Pokerface auf. Es fiel ihm nicht schwer, seine Gedanken und Gefühle zu verbergen, das hatte er im Umgang mit seinem gewalttätigen Stiefvater von klein auf gelernt.
Bei jedem anderen hätte er es jetzt mit seinem berühmten Charme probiert, aber er wusste, dass Meredith dagegen immun war. Also wählte er den direkten Weg.
„Ich hätte gedacht, dass du zwischen Fakten und Gerüchten unterscheiden kannst, Meredith“, sagte er kühl.
Ihre Lippen wurden schmal. „Glaub mir, das kann ich. Es gibt Beweise, Dominic. Spätestens morgen Abend weiß jeder in Amerika Bescheid über deine Geschäfte. Es wird ein Fest für die Medien werden.“
Verdammt. Den Namen Meredith Forrester kannte jeder im Land. Sie hatte ihren großen Durchbruch gehabt, als sie einen Korruptionsskandal aufdeckte, der bis in die höchsten politischen Kreise reichte. Und dann war sie die Karriereleiter noch höher geklettert, als sie einen weiteren großen Skandal in der Musikbranche nachweisen konnte.
Wenn sie kurz vor Mitternacht in seinen Club rauschte und ihm so eine Szene hinlegte, musste sie stichhaltige Beweise haben.
Zwar hatte Dominic immer damit gerechnet, dass ihm seine guten Taten eines Tages um die Ohren fliegen könnten, aber auf diesen Zeitpunkt war er nicht vorbereitet gewesen.
Natürlich hatte er auch nicht geahnt, dass Meredith irgendwie davon Wind bekommen würde, was er zusammen mit Gray Lockwood, Anderson Stone und Stone Surveillance betrieb.
Wie sollte er ihr erklären, dass sie dafür sorgten, Frauen zur Flucht zu verhelfen, die Opfern von Missbrauch waren? Und heute Nacht sollte Tessa, eine junge Frau, die dringend Hilfe brauchte, in Sicherheit gebracht werden.
Dominic stöhnte unterdrückt auf. Es ging ihm nicht um sein eigenes Wohlergehen, aber wenn er beobachtet wurde, konnte er nicht für Tessas Sicherheit garantieren. Weder heute noch morgen.
Meredith lehnte sich vor. „Kannst du dir vorstellen, wie Annalise das finden wird? Deine Schwester wird am Boden zerstört sein.“
Dominic wurde es einen Moment lang ganz übel. Seine Schwester würde einen Riesenaufstand machen. Und es würde dauern, bis er ihr die Lage in Ruhe erklären konnte. Das fehlte ihm alles gerade noch.
„Eigentlich gilt man doch als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist, oder?“ Dominic hob eine Braue.
Das leise Lachen von Meredith verursachte ihm eine Gänsehaut.
„Ich bin keine Anwältin, sondern Journalistin“, sagte Meredith. „Wenn meine Recherchen richtig sind, werden deine Komplizen und du das bald am eigenen Leib zu spüren bekommen.“
Dominic schluckte. Am liebsten hätte er Meredith spontan in die Arme gezogen und sein Gesicht in ihrem dichten rotgoldenen Haar vergraben, hätte ihre Lippen geküsst und die Wärme ihres Körpers an seinem gespürt.
Seit Ewigkeiten begehrte er die beste Freundin seiner Schwester, die jetzt zornbebend vor ihm stand, aber ebenso lange hatte er geübt, die Hände von ihr zu lassen. Das Letzte, was er brauchte, war ein Konflikt mit seiner Schwester.
Meredith war einfach zu gut und viel zu perfekt für ihn.
Jetzt schüttelte sie angewidert den Kopf. „Ich wusste ja schon immer, dass du ein vergnügungssüchtiges, selbstgefälliges und egoistisches Arschloch bist, aber so etwas Widerliches hätte ich dir nicht zugetraut“, erklärte sie.
Ebenso gut hätte sie ihm ihre High Heels in den Magen rammen können.
Ihre Worte schmerzten viel mehr als die Ohrfeige, die sie ihm versetzt hatte. Dominic versuchte verzweifelt, sein Gleichgewicht wiederzufinden, während der sinnliche Duft von Merediths Parfüm seine Sinne bis zum Zerreißen anspannte.
„Stopp, jetzt wirst du ungerecht“, protestierte er. „Außerdem hat dich keiner darum gebeten, hier aufzukreuzen, um meiner Schwester zur Seite zu stehen. Bestimmt findet sie es ganz toll, dass du dir solche Sorgen machst, aber ich habe jetzt einfach keine Zeit mehr für dich und deine dramatischen Auftritte. Der Club wartet auf mich.“
Und ein Missbrauchsopfer, das ich beschützen muss, fügte er in Gedanken hinzu.
Spätestens jetzt hätte er sich umdrehen und verschwinden sollen, doch stattdessen legte er seine Hand auf die Schulter von Meredith und zog mit den Fingern langsam eine Linie bis zu ihrem Ellbogen.
Ihre Haut fühlte sich wie Seide an, und er spürte, wie Meredith unter seiner sanften Berührung erschauerte. Dominic wusste, dass sie sich später für ihre Reaktion hassen würde, aber es war ihm...




