Singer | Frühstück mit Elefant | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 379 Seiten

Singer Frühstück mit Elefant

Roman
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8387-0724-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 379 Seiten

ISBN: 978-3-8387-0724-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Mit störrischen Vierbeinern hat Pferdetrainerin Neelie kein Problem. Aber wie kuriert man einen treulosen Ehemann? Als selbst eine gemeinsame Expedition in den afrikanischen Busch nicht hilft, erkennt sie allmählich: Manchmal führt erst ein Unglück auf direktem Weg ins Glück. Ein höchst amüsanter Roman über eine ungewöhnliche Zähmung und die Heilung eines gebrochenen Herzens.

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24 (S. 166-167)

Plattentektonik. So nennt man das Phänomen, wenn sich die Platten der Erdoberfläche übereinanderschieben und durch die Kollision Gebirge entstehen und Erdbeben sowie Vulkanausbrüche hervorgerufen werden. Und nun hatte ich so eine Plattenverschiebung in meinem Kopf. Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, ich würde nach Hause kommen, schön heiß duschen, mich auf mein Bett fallen lassen und augenblicklich in Tiefschlaf versinken.

Nachdem ich Reese und Gracie, die über meine Abwesenheit höchst verstimmt war, einen flüchtigen Gruß zugemurmelt hatte, lag ich jedoch die halbe Nacht wach und spürte, wie sich die Kontinentalplatten in meinem Hirn verschoben. Gebirge falteten sich auf und verschwanden wieder, Eruptionen von Gefühlen brachten mich ins Wanken, Grenzen wurden überschritten und eingerissen. Ich wollte Matt hassen und konnte es nicht. Ich wollte keine Gefühle für Thomas Princeton Pennington empfinden und hatte sie trotzdem. Tränenströme traten über die Ufer. Ich hatte das Gefühl, als sei ich der Schauplatz einer mächtigen Kontinentalverschiebung.

In mir herrschte ein geographisches Chaos. Grace überwand sich schließlich doch noch, mir zu vergeben, spielte nicht mehr die Beleidigte und sprang versöhnlich auf mein Bett. Sie leckte mir als Willkommensgruß das Gesicht und machte es sich auf meiner Brust bequem. Alley Cat schmiegte sich in meine Achselhöhle, und so schliefen wir gemeinsam ein. Am nächsten Morgen stand Reese neben der Küchenspüle und trank rasch eine Tasse Kaffee, ehe er sich zur Schule aufmachen musste. »Guten Morgen«, begrüßte er mich. »Und – hast du ihn lebendig mit zurückgebracht?« Ich goss mir ebenfalls eine Tasse Kaffee ein und ließ Grace zur Hintertür hinaus. »Sie. Es ist eine Elefantenkuh. Wir haben sogar zwei Elefanten lebendig mit zurückgebracht.

Sie hatte noch ein Junges bei sich.« »Ich hatte eigentlich Matt gemeint«, sagte er. »Ich hatte erwartet, dass du ihn an allen vieren gefesselt hier hereinschleifst – mit einem triumphierenden Lächeln auf den Lippen.« »Ich habe überhaupt keinen Grund zu lächeln«, sagte ich. »Alles ist immer noch ein einziges Durcheinander. Ich bin ein einziges Durcheinander.« Reese stemmte die Hände in die Hüften. »Okay, das sollte dich ein bisschen aufheitern: Wie erschießt man einen blauen Elefanten?« »Nicht jetzt«, erwiderte ich. »Mit dem blauen Elefantentöter«, sagte er. »Und wie erschießt man einen roten Elefanten?«

»Das ist überhaupt nicht komisch, Reese.« Ich öffnete die Kühlschranktür und schaute nach, was ich frühstücken könnte. »Man würgt ihn so lange, bis er blau wird«, beantwortete er seine Frage selbst. »Und dann erschießt man ihn mit dem blauen Elefantentöter.« Er wieherte vor Lachen und schlug sich auf die Knie. »Ich kenne noch einen: Was ist außen rot und weiß und innen grau und weiß?« Ich drehte mich auf dem Absatz um. »Hast du mich nicht verstanden«, fuhr ich ihn an. »Ich bin nicht in der Stimmung für solche Witze.« »Was ist denn bloß in dich gefahren?«, fragte er.

»Hast du dich in Simbabwe nicht amüsiert?« »Nein«, erwiderte ich. »Dort sterben Menschen und Tiere. Das ganze Land verendet. Es war ganz und gar nicht zum Amüsieren.« »Oh«, sagte er zerknirscht. Ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder dem Kühlschrank zu. »Was machen die denn hier drin?«, fragte ich, verärgert über eine Ansammlung von sechs halbleeren, übergroßen Pizzakartons, die sich ordentlich auf den beiden obersten Fächern stapelten. Ich hatte ihm Eier und Saft, Brot, Schinken und Obst dagelassen. Und ein gebratenes Hähnchen. »Nachdem ich alles gegessen hatte, was da drin war, hab ich halt noch ein paar Snacks eingekauft«, erklärte er. »Ich war am Verhungern.« »Was für eine Ironie!«, sagte ich. »Es gibt anscheinend verschiedene Arten von Verhungern.«



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