Singh | Age of Trinity - Das Licht des Ozeans | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 17, 524 Seiten

Reihe: Psy Changeling

Singh Age of Trinity - Das Licht des Ozeans


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-0392-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 17, 524 Seiten

Reihe: Psy Changeling

ISBN: 978-3-7363-0392-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Für die Liebe lohnt es sich zu kämpfen

Von einem Attentäter in den Rücken geschossen und dem Tod nur knapp entronnen, erwacht der Anführer des Menschenbundes Bowen Knight aus dem Koma. Doch statt in einem Krankenhaus befindet er sich auf dem Grunde des Ozeans, mitten in einer Stadt der geheimnisvollen BlackSea-Gemeinschaft. Nur ein riskanter und experimenteller Eingriff konnte ihn retten - und noch ist unklar, ob er nicht doch sterben wird. Aber durch seine Nähe zu der Gestaltwandlerin Kaia, die ihn vom ersten Augenblick an in ihren Bann zieht, merkt Bowen, dass es sich lohnt zu kämpfen - nicht nur für die Zukunft der Menschen, sondern auch für sein eigenes Glück.

'SILBERNES SCHWEIGEN packt einen von der ersten Seite und lässt einen nicht mehr los!' FRESH FICTION

Der zweite Band in der AGE-OF-TRINITY-Serie von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Nalini Singh



Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen. Ihre Bücher sind regelmäßig auf der Spiegel-Bestsellerliste vertreten.
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3


KL: Hast du keinerlei Sicherheitsbedenken, Mal? Mir ist klar, dass wir Attie erlauben müssen, ihr Experiment durchzuführen, aber Hugos Informationen ändern die Situation. Bowen Knight ist ein kaltblütiger Mörder, der es auf uns abgesehen hat.

MR: Sollte er nicht aus dem Koma erwachen, haben wir nichts weiter getan, als Attie zu geben, was sie braucht. Und falls doch, ist er unter unserer Kontrolle.

Nachrichtenaustausch zwischen Kaia Luna und Malachai Rhys

Die gereizte Köchin hatte große, blitzende braune Augen, hellbraune Haut und langes dunkles Haar, das ihr zu einem Zopf geflochten über die Schulter fiel. Mit der cremeweißen Blüte, die sie über ihrem rechten Ohr trug, erinnerte sie ihn an eine tahitianische Prinzessin, über die er einmal einen Film gesehen hatte. Nur dass diese Frau keine Prinzessin war. Sie war eine Kriegerin, die – das sagte ihm sein Bauchgefühl – an sich halten musste, um ihm nicht an die Gurgel zu gehen.

Finger berührten seine linke Schulter und übten einen sachten Druck aus. »Das müsste helfen, damit Sie wieder klar im Kopf werden.«

Bo wollte schon einwenden, dass es seinem Kopf bestens gehe … doch er hatte nicht einmal gemerkt, wie die andere Frau sich ihm näherte. Und das, obwohl er ein Sicherheitsexperte mit hoch entwickelten Instinkten war. Offenbar hatte sich der Nebel doch nicht ganz verzogen.

Er wandte sich der mit einem weißen Laborkittel bekleideten Ärztin zu, deren von Silberfäden durchzogenes schwarzes Haar zu einer strengen Bobfrisur geschnitten war. Ihm fiel die Diskrepanz zwischen den weißen Strähnen, die auf ein höheres Alter wiesen, und der jugendlichen Spannkraft ihres faltenfreien, bräunlichen Gesichts auf.

Ihre Augen hingegen schienen ihm irgendwie vertraut. Sie glichen Lilys, auch wenn deren graue Iris heller war als die der Ärztin. Niemand wusste etwas über die ersten zwei Lebensjahre seiner Schwester, doch die Gentests, die im Rahmen einer medizinischen Routineuntersuchung zum Ausschluss latenter Krankheiten bei ihr durchgeführt worden waren, hatten ergeben, dass sie eurasischer Abstammung war. Die Ärztin wirkte zudem seltsam unförmig, als versteckte sie eine Bowlingkugel unter ihrem Kittel.

Als die Frau mit dem jungen Gesicht und der ungestalten Figur einen Strohhalm zwischen seine Lippen führte, trank er einen Schluck von der kalten, süßlichen Flüssigkeit. »Wie lange war ich weg?«, fragte er anschließend, als er zunehmend wacher und geistig rege wurde.

»Acht Wochen und vier Tage. Seit Sie auf dieser Brücke in Venedig angeschossen wurden.«

Zwei Monate.

Während Bo noch damit haderte, dass ihm so viel Lebenszeit genommen worden war, wandte er seine Blicke der kriegerischen Köchin mit den zornigen Augen zu, um sich zu vergewissern, dass sie kein Hirngespinst gewesen war.

Da stand sie leibhaftig. Mit verschränkten Armen, verdrossener Miene und aufreizenden Kurven.

Sie befanden sich in einem Krankenhauszimmer. Das blaue Laken, das seinen Körper bedeckte, und das auf der Matratze waren die einzigen Farbtupfer in dem sonst puristisch weißen Raum. Er war an alle möglichen Maschinen beiderseits des Bettes angeschlossen, aber was waren diese kleinen Dinger auf seiner Haut? Er hatte sie sich nicht nur eingebildet. Winzige, silberne, matt glänzende Objekte bedeckten seine nackten Arme, er fühlte sie auch auf seinen Beinen, seiner Brust, überall.

Sie sahen aus wie roboterartige Käfer.

»Das sind Impulsgeber«, erklärte die braunäugige Köchin unvermittelt. »Dank ihrer werden Sie nicht ans Bett gefesselt sein, nur weil Ihre Muskeln sich während Ihres Komas in Pudding verwandelt haben.«

»Am Rücken habe ich auch welche?« Er konnte sie jetzt spüren.

»Eine kleinere Version. Das Bett ist so konzipiert, dass es diesen Teil Ihres Körpers ertüchtigt und den Blutkreislauf in Gang hält.« Sie trat ans Fußende und stellte irgendetwas an dem Datenmonitor ein. »Ich habe das Trainingsprogramm deaktiviert, Attie. Es hätte sonst in einer Stunde wieder von vorn begonnen.«

Auf einmal nahm er eine metallische Empfindung an seinem Schädel wahr. »Bin ich kahl?« Er hätte schwören können, dass sie ihm die Haare zurückgestrichen hatte, doch das könnte eine seiner Benommenheit entsprungene Illusion gewesen sein.

Es war die junge/alte Ärztin, die antwortete. »Nein. Ich verfolge Ihre Gehirnströme mithilfe eines Systems aus feinen Elektroden, die direkt an Ihrer Kopfhaut angebracht sind. Es war nicht nötig, Ihre Haare zu scheren, um sie zu befestigen.«

Wieder ein Moment explosionsartiger Klarheit, der einen weiteren Teil seines Gehirns zu vollem Bewusstsein erweckte. »Lily muss erfahren, dass ich aufgewacht bin.« Die dramatischen Folgen des Attentats mussten sie tief erschüttert haben. Er hatte sich für sie in die Schusslinie geworfen und würde das ohne Zögern wieder tun, aber er kannte seine Schwester. Bestimmt machte sie sich schreckliche Vorwürfe.

Die arme Lil. Sie ahnte nicht, dass er aus Selbstsucht so gehandelt hatte. Bo hatte den roten Punkt auf ihrer Stirn gesehen und war von einem solch blanken Grauen erfasst worden, wie er es noch nie erlebt hatte. Der Gedanke, seine kleine Schwester zu verlieren, war jenseits aller Vorstellung.

Großer Gott. »Ist sie am Leben?« Während der zwei Monate, die er im Koma gelegen hatte, war der Zerfall der Chips in den Köpfen seiner Schwester und all seiner engsten Freunde unaufhaltsam fortgeschritten. »Was ist mit den anderen?«

»Niemand ist gestorben«, beruhigte die Ärztin ihn. »Ashaya und Amara Aleine haben eine Lösung gefunden, um den Zersetzungsprozess zu verzögern. Allerdings nur vorübergehend. Der Person, die direkt nach Ihnen das Implantat erhalten hat, bleiben noch zwei bis drei Monate.«

Also würde es trotzdem mit ihnen allen zu Ende gehen, nur eben ein bisschen langsamer. Es waren die Aleines gewesen, die diesen Abwehrschild entwickelt hatten, um das menschliche Bewusstsein gegen mediale Einflussnahme und Zwangsausübung abzuschirmen, aber Bo gab den beiden Wissenschaftlerinnen nicht die Schuld an dem tödlichen Countdown. Er, Lily, ihre engsten Freunde und Partner hatten sich trotz des Einwandes der Schwestern, das Implantat sei noch in der Testphase, freiwillig entschieden, es sich einsetzen zu lassen.

Künftig vor geistiger Manipulation geschützt zu sein war das Risiko wert gewesen. Doch der Preis war hoch. Am Ende würde nur ein Trümmerhaufen übrig bleiben.

Er ballte die Faust. »Wissen meine Eltern, was mit mir geschehen ist?«

»Nein. Diese ganze Aktion ist streng geheim.«

»Es geht um ein Experiment?« Obwohl ihm die Ärztin geantwortet hatte, richtete er die Frage an die Köchin mit den zornigen Augen.

Sie starrte ihn kalt und schweigend an.

Der Laborkittel der Ärztin raschelte, als sie in sein Blickfeld trat und sich mit einer Hand den Rücken rieb. »Sind Sie sicher, dass Sie jetzt darüber reden möchten? Wollen Sie sich nicht erst etwas regenerieren?«

Bo setzte sich mühsam auf, wies dabei jede Hilfe zurück, obwohl seine Muskeln fast augenblicklich zu zittern anfingen.

Die Köchin mit dem Körper eines Pin-up-Girls – verflixt, woher war dieser Gedanke jetzt gekommen? – verdrehte die Augen, trat ans Bett und arrangierte die Kissen so, dass er sich mit dem Rücken dagegenlehnen konnte.

Erst als das gestärkte blaue Laken zu seiner Hüfte hinunterrutschte, merkte er, dass er darunter nackt war. Seine Haut – deren Farbe normalerweise seine schottischen und brasilianischen Wurzeln erkennen ließ – war mehrere Nuancen heller als sonst und mit diesen silbernen Plättchen bedeckt, die es ihm ermöglichten, sich zu bewegen, obwohl er zwei Monate lang in absoluter Reglosigkeit verbracht hatte.

Die Köchin erstarrte kurz, bevor sie auf ihren Posten am Fuß des Bettes zurückkehrte und nur eine enttäuschend leichte Spur ihres exotischen Zimt- und Blumenduftes hinterließ.

Er biss die Zähne aufeinander und behielt das Laken wachsam im Auge, damit es nicht noch tiefer glitt, während er sich die Kissen zurechtrückte. Obwohl die mit seinem Körper verbundenen Kabel lang genug waren, dass er ausreichend Bewegungsspielraum hatte, keuchte er wie nach einem Marathonlauf, als er sich endlich in eine aufrechte Sitzposition gebracht hatte.

Anscheinend konnten nicht einmal die Impulsgeber der Auswirkungen seines achtwöchigen Komas vollkommen Herr werden, trotzdem hatten sie ganze Arbeit geleistet. Eine intensive, auf seine gegenwärtige gesundheitliche Verfassung abgestimmte medizinische Versorgung, und er wäre schon bald wieder auf dem Damm. »Wer sind Sie?«, fragte er, als er zu Atem kam. »Und wo bin ich?«

»Ich bin Dr. Atalina Kahananui«, antwortete die Ärztin, während sie ihre Aufmerksamkeit auf einen der Monitore neben seinem Bett richtete.

Bo wusste, dass er sich auf sie konzentrieren sollte, aber die andere Frau im Raum war wie eine Naturgewalt, er konnte sie einfach nicht ignorieren. Sein Instinkt sagte ihm, dass sie eine Bedrohung darstellte und ihn aus noch nicht bekannten Gründen als Feind betrachtete. Von ihr ging eine subtile, tödliche Gefahr aus, die eine Gänsehaut bei ihm auslöste.

Er fragte sich, ob dieser Eindruck seinem derzeitigen Zustand geschuldet war … oder der unwillkürlichen, heftigen körperlichen Reaktion, die sie bei ihm auslöste. »Sie ziehen es vor, ein Geheimnis aus Ihrer...


Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen. Ihre Bücher sind regelmäßig auf der Spiegel-Bestsellerliste vertreten.



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