Singh | Hauch der Versuchung - Dunkle Verlockung Teil 1 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 110 Seiten

Reihe: Psy Changeling

Singh Hauch der Versuchung - Dunkle Verlockung Teil 1


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-9070-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 110 Seiten

Reihe: Psy Changeling

ISBN: 978-3-8025-9070-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Als Ria Wembley das Opfer eines Überfalls in den Straßen von San Francisco wird, kommen ihr die DarkRiver Leoparden zu Hilfe. Die Gestaltwandler sorgen in der Stadt für Sicherheit, und da Rias Leben immer noch in Gefahr schwebt, wird sie weiterhin von ihnen beschützt. Vor allem Emmett - einer der DarkRiver Soldaten - geht die junge Frau nicht mehr aus dem Kopf und er gibt alles, um sie für sich zu gewinnen ... Ca. 110 Buchseiten Die Novelle ist ebenfalls in der Anthologie 'Dunkle Verlockung' erschienen.



Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

Singh Hauch der Versuchung - Dunkle Verlockung Teil 1 jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1

Rias Strumpfhose war zerrissen. Ungläubig starrte sie auf ihre Füße. Wo waren bloß die Schuhe? Wahrscheinlich in der Gasse, in der irgendein Schwein versucht hatte, sie zu vergewaltigen, um auf diese Weise doch noch eine Art »Abschlag« auf das Schutzgeld zu bekommen, das ihre Familie nicht hatte zahlen wollen.

Etwas streifte ihre Schultern und legte sich warm und weich um ihren Körper. Eine Decke. Sie griff danach und zuckte zusammen, als ihre blutenden Handflächen die Wolle berührten. Sofort ließ sie wieder los. Die Decke rutschte auf die Kante des Rettungswagens.

»Lassen Sie mich die Decke halten.« Ria blickte in Richtung der tiefen Stimme und sah ein ihr unbekanntes Gesicht. Der Gestaltwandler, der den Angreifer gegen die Mauer geschleudert hatte, war blond und blauäugig gewesen und hatte sie an ihren ungestümen jüngeren Bruder Ken erinnert. Doch der Mann vor ihr war aus härterem Holz geschnitzt: Auf seinem markanten Gesicht lagen Schatten, die Augen waren bernsteinfarben wie lange gereifter Whiskey, das Haar war dunkel und dicht, durchzogen von goldenen Strähnen. »Komm schon, Schätzchen, sag was.«

Sie schluckte, suchte nach Worten, verlor sich aber im Wirrwarr ihrer Gedanken und versank im dumpfen Sumpf der Angst. Es war eine schreckliche Furcht, die sie in der Gasse im brodelnden Chinatown, nur wenige Minuten von ihrem Elternhaus entfernt, erfasst hatte ein entsetzlicher Moment, der ihr ewig lang erschienen war. In Bruchteilen von Sekunden hatte sich die Welt um sie herum vollkommen verändert. Gerade hatte sie noch gelächelt, und im nächsten Augenblick war die Aufregung über die letzte bestandene Prüfung der Abendschule Schmerz und Schock gewichen, als der Kerl sie schlug und überall betatschte.

Weiches Mandarin erklang plötzlich, so völlig unerwartet und so willkommen, dass es durch den Schmerz und die Angst drang. Erstaunt sah sie wieder auf. Der Fremde fragte sie in der Sprache ihrer Großmutter, ob es ihr gut ginge. Sie nickte und fand endlich doch Worte: »Ich spreche Englisch.« Das hätte sie nicht extra sagen müssen. Im Gegensatz zu ihrer halb chinesischen, halb amerikanischen Mutter hatte Ria bis auf die Knochenstruktur nur wenig von ihrer Großmutter geerbt. Ihr Haar war glatt, aber nicht pechschwarz, sondern dunkelbraun. Die leichte Mandelform der Augen bemerkte man nur, wenn man sehr genau hinsah. Das Aussehen hatte sie mehr von ihrem amerikanischen Vater geerbt, der braunes Haar und braune Augen hatte.

»Wie heißen Sie?« Eine Hand legte sich auf ihre Wange.

Sie zuckte zusammen, doch die Berührung der großen Hand war sanft und geduldig. Nach einer Weile entspannte sie sich und genoss die Wärme der rauen Hände der Mann war es offenbar gewohnt, mit den Händen zu arbeiten. »Ria. Und wer sind Sie?«

»Emmett«, sagte er sehr ernst. »Und ich bin für Sie verantwortlich.«

Sie runzelte die Stirn, die wahre Ria kämpfte sich durch den Nebel des Schocks. »Wer gibt Ihnen dazu das Recht?«

»Ich bin groß, ich bin stark und ziemlich sauer, dass es jemand gewagt hat, während meiner Wache Hand an eine Frau zu legen.«

Sie blinzelte. »Ihrer Wache?«

»Dorian gehört zu meinen Leuten«, sagte der Mann und nickte dem blonden Typen zu, der dem Täter die Knochen zerschmettert hatte. »Leider hat er gute Arbeit geleistet. Ich hätte das Stück Scheiße gern selbst auseinandergenommen.«

Gewalt war Ria noch nicht oft begegnet, aber sie hatte keinerlei Zweifel, dass ein Gestaltwandler vor ihr stand, der sich blitzschnell in einen Leoparden verwandeln konnte und dass der Leopard keine Schwierigkeiten damit hatte, auf brutale Art Gerechtigkeit zu üben. In seinen Augen sah sie unbändige Wut tief in ihnen flackerte etwas auf, das nicht ganz menschlich war. »Er kann mir nichts mehr tun.« Eigenartigerweise spürte sie das Bedürfnis, den Mann zu trösten.

»Aber er hat Ihnen etwas getan.« Das konnte man nicht leugnen. »Ich werde nicht eher ruhen, bis ich das Nest ausgeräuchert habe, aus dem diese miese Schlange gekrochen ist.«

Ria schaute zu dem Mann, der sie angegriffen hatte und nun bewusstlos in der Gasse lag. Er lebte gerade eben noch – aber er würde eine ganze Weile kein Wort von sich geben. »Der arbeitet nicht auf eigene Faust?«

»Sieht so aus, als würde er einer neuen Verbrecherbande angehören.« Die Decke rutschte wieder, und Emmett zog sie vorsichtig hoch. »Die DarkRiver-Leoparden haben verdammt viel Energie reingesteckt, um die Stadt von solchem Abschaum zu befreien, aber nun kriecht das Ungeziefer wieder hervor.«

Ria kannte das Leopardenrudel. Jeder in der Stadt wusste, wer die Leoparden waren. Sie lebten in den Wäldern des Yosemite-Nationalparks und hatten San Francisco zum Teil ihres Territoriums erklärt, als Ria noch ein Kind gewesen war. Ohne die Erlaubnis der Leoparden kamen keine anderen Raubtiergestaltwandler in die Stadt. Aber seit ein paar Jahren entfernten sie auch menschliche Raubtiere aus der Stadt.

»Ich kann Ihnen noch mehr über den Kerl erzählen«, sagte sie mit kräftigerer Stimme, da nun langsam die Wut in ihr aufstieg. »Er ist in das Geschäft meiner Mutter gekommen und hat eine Kontonummer hinterlassen, auf die sie ein ›Schutzgeld‹ überweisen sollte. Wir haben gedacht, es wäre einer von den üblichen Strolchen.«

»Die Nummer hole ich mir morgen bei Ihnen ab. Jetzt müssen Sie erst einmal versorgt werden.« Er schob einen muskulösen Arm unter ihre Beine, legte den anderen um ihren Rücken und hob sie hoch, bevor sie wusste, wie ihr geschah.

Überrascht schrie sie auf.

»Ich lasse Sie schon nicht fallen.« Er murmelte beruhigende Worte und trug sie ins Innere des Rettungswagens. »Will Sie nur vor dem Wind schützen.«

Sie hätte sich wehren sollen, aber sie war zu müde; alles tat ihr weh, und er war so warm. Als er sich mit ihr hinsetzte, legte sie den Kopf an seine Brust und atmete tief ein. Sie seufzte schwer. Er roch so gut: heiß und männlich, sauber und frisch nach Aftershave. Obwohl er sich offensichtlich mehr als einmal täglich rasieren musste. Sein Kinn kratzte über ihr Haar, als er sie noch näher auf seinen Schoß zog. Aber dagegen hatte sie nichts, war ihr letzter Gedanke, bevor ihr die Augen zufielen.

Emmett strich der jungen Frau in seinen Armen, die ihn an einen Mink erinnerte, übers Haar. Sie war so zart wie ein kleiner Nerz und im Augenblick am Ende ihrer Kräfte. Wütend, weil jemand es gewagt hatte, ihr ein Leid anzutun, hielt er sie besonders vorsichtig, bis sie sich endlich entspannte. Als sie seufzte und sich an ihn kuschelte, knurrte der Leopard in ihm zufrieden. In diesem Moment warf Dorian einen Blick in den Wagen.

Der blonde Soldat nickte in Richtung Ria. »Geht es ihr gut?«

»Wo zum Teufel bleiben die Sanitäter?«, knurrte Emmett.

»Kümmern sich um das Stück Scheiße.« Dorian zuckte die Achseln. »Ich hätte ihn gleich umbringen sollen.«

Der wilde Teil von Emmett hätte Dorian gerne gesagt, er solle die Sache ein für alle Mal beenden, doch Emmett zwang sich, über die Wut des Leoparden hinauszudenken. »Wir brauchen alle Informationen über die Bande, die er uns geben kann, also hoffen wir mal, dass er nachher in der Lage sein wird, zu reden.«

»Jetzt könnten wir gut die Medialen brauchen«, murrte Dorian. Mediale waren die dritte Gattung im Triumvirat ihrer Welt. »Ein Telepath könnte dem Scheißkerl die Informationen aus dem Schädel reißen.«

»Ihr seid grausam«, ließ sich eine benommene weibliche Stimme vernehmen.

Ein Blick verriet Emmett, dass Ria die Augen geschlossen hatte. »Ja, das sind wir«, sagte er, vermutete aber, dass sie schon schlief. Ihre Wimpern lagen wie dunkle Halbmonde auf der verführerisch weißen Haut. Nur mit Mühe gelang es ihm, seine Aufmerksamkeit wieder Dorian zuzuwenden. »Hatte sie Kontaktnummern für den Notfall bei sich?« Der Soldat hatte Rias Sachen durchgesehen, während Emmett sich um die junge Frau kümmerte.

»Ja, die Eltern sind bereits auf dem Weg.« Dorians Zähne blitzten auf, als er lächelte. »Der Stimme nach zu urteilen, ist der Vater ziemlich geladen. Du solltest sie vielleicht nicht so ansehen wie gerade.«

»Kümmere dich um deinen eigenen Scheiß.« Emmett umfasste Ria noch ein wenig fester.

Dorian hob die Hände und zog sich lachend zurück. »Okay, deine Beerdigung.«

»Hol endlich die Sanitäter.«

»Ich glaube, Tammy kommt gerade. Sie kann dein Mädchen zusammenflicken.«

Kaum hatte Dorian das gesagt, tauchte die Heilerin der Leoparden an der Wagentür auf. »Lass mich mal sehen«, sagte sie mit sanfter Stimme und stellte ihre Tasche in das Fahrzeug.

Sobald sie die Berührung der Frau spürte, schlug Ria die Augen auf. Emmett strich ihr beruhigend über den Rücken. »Das ist Tamsyn, unsere Heilerin. Sie können ihr vollkommen vertrauen.« Zur Freude des Leoparden entspannte Ria sich beinahe augenblicklich wieder.

»Nennen Sie mich Tammy.« Die Frau lächelte. »Das machen alle.«

»Ich kenne Sie«, sagte Ria einen Moment später. »Sie haben einen großen Jadestein im Laden meiner Mutter gekauft.«

»Alex ist Ihre Mutter?« Tammy lächelte erneut, als Ria nickte. »Ich habe gefragt, ob sie mir etwas empfehlen könnte, womit ich meinen Dickschädel von Mann in die Schranken weisen kann, und sie hat nur gemeint, für einen dicken Schädel brauche man einen ebenso dicken Stein.«

»Das hört sich mehr nach meiner Großmutter an.«

Tammy...


Singh, Nalini
Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.