E-Book, Deutsch, Band 122023, 144 Seiten
Reihe: Julia
Singh Karibischer Liebestraum mit dem Boss
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1860-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 122023, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-1860-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Geschäftsreise durch die Karibik mit ihrem neuen Boss ist für Eva eine Herausforderung! Denn ständig geraten sie und der attraktive Rafael aneinander. Der Milliardär, der die Rum-Destillerie ihrer Eltern gekauft hat, versteht einfach nicht, wie das Business funktioniert. Auf der anderen Seite ist Rafael mit seinem frechen Charme so unwiderstehlich, dass Eva ihren Ärger manchmal glatt vergisst. Als sie mit ihm während eines Tropensturms auf einer einsamen Insel strandet, muss sie sich endgültig entscheiden: Feind, Freund - oder Lover?
Nina Singh lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und einem sehr temperamentvollen Yorkshire am Rande Bostons, Massachusetts. Nach Jahren in der Unternehmenswelt hat sie sich schließlich entschieden, dem Rat von Freunden und Familie zu folgen, und 'dieses Schreiben doch mal zu probieren'. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens. Wenn sie gerade nicht an der Tastatur sitzt, spielt sie Tennis oder Golf, oder versinkt in einem guten Buch.
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1. KAPITEL
Das war’s dann also mit Seattle.
Rafael Malta unterzeichnete das letzte Dokument und klappte die Unterschriftenmappe schwungvoll zu.
Er würde der Stadt keine Träne nachweinen. Alles, was er mit ihr verband, waren tiefe Enttäuschung, quälende Erinnerungen und unbändige Wut.
Nur ein kurzer Moment der Unbedachtheit hatte genügt, um sein Leben in einen Scherbenhaufen zu verwandeln. Der Skandal hatte nicht nur seinem Ruf als seriöser Geschäftsmann geschadet, sondern auch dazu geführt, dass seine Beziehung zu Trina katastrophal gescheitert war.
Nun hielt ihn nichts mehr. Es war Zeit für einen Neuanfang.
Morgen, wenn er auf dem Flughafen von San Juan in Puerto Rico landete, würde sein neues Leben beginnen. Dann hieß es adíós, Mister App-Entwickler, und buenos días, Señor Malta, neuer Eigentümer und Betreiber der Gato Rum Destillerie. Eigentlich verstand Rafael nichts von der Spirituosenproduktion, doch er war hoch motiviert, sich möglichst schnell in die Materie einzuarbeiten. Das lag vor allem daran, dass er es sich nicht erlauben konnte zu scheitern. Es gab nämlich keinen Plan B.
Ein ganz neues Aufgabenfeld – was für ein Abenteuer! dachte er. Und eine einmalige Gelegenheit, die Geister der Vergangenheit endlich abzuschütteln.
Ein Klopfen riss ihn aus seinen Gedanken. Die Tür zu seinem Büro schwang auf, und Patty, seine langjährige Assistentin, trat ein.
„Sehen Sie nur, wie viel Papierkram Sie mir damit bescheren, mal eben eine Brennerei zu kaufen, Mister Malta“, beschwerte sie sich und zeigte auf den vor Schriftstücken berstenden Ordner unter ihrem Arm. „Als hätte ich nicht schon genug am Hals.“
„Mein Angebot steht, Patty. Kommen Sie mit nach Puerto Rico. Dort lebt und arbeitet es sich viel entspannter“, schlug Rafael vor.
„Da würde ich ja meine vier Enkelkinder kaum noch zu Gesicht bekommen.“ Sie trat näher an den Schreibtisch heran. „Außerdem bin ich dafür viel zu alt.“
„Ach, Patty. Sie sind doch nicht alt“, widersprach Rafael. „Sie haben mehr Elan als sämtliche jungen Studenten, die hier arbeiten.“
Sie lächelte und schüttelte bedächtig den Kopf. „Nein, Rafe. Dieses Projekt werden Sie ohne mich durchziehen müssen.“
Es gefiel Rafael nicht, seine engste Vertraute zu verlieren und damit wieder ganz auf sich allein gestellt zu sein.
Patty bemerkte seinen resignierten Gesichtsausdruck und bekam ein schlechtes Gewissen. Also versicherte sie: „Aber ich nehme gern Ihr Angebot an, Sie dort zu besuchen. Puerto Rico soll ja ein wahres Paradies sein.“
Das freute Rafael sehr. „Jederzeit gern. Und bringen Sie Ihren Mann und die Enkel ruhig mit. Ich übernehme alle Kosten.“
Patty strahlte. „Vielen Dank, das ist sehr großzügig von Ihnen.“ Doch plötzlich schimmerten ihre Augen verdächtig. „Ich werde Sie vermissen, Rafe“, sagte sie leise.
Gütiger Himmel! Weint sie etwa?
Jetzt wurde auch Rafael wehmütig. Patty war die Einzige gewesen, die nach dem Skandal im letzten Jahr immer zu ihm gehalten hatte.
Er erhob sich von seinem Chefsessel, ging zu seiner Assistentin und umarmte sie unbeholfen. „Sie werden mir auch fehlen, Patty“, meinte er und ließ zu, dass sie sich schniefend an seiner Brust ausweinte.
Die Situation war absurd für Rafael. Es war das erste Mal in seinem Leben, dass eine Frau nicht wegen ihm, sondern um ihn weinte.
Der neue Boss will mit Dir sprechen.
Eva unterdrückte einen wüsten Fluch, als sie am nächsten Morgen die Textnachricht von Teo auf ihrem Handy entdeckte. Von wegen nur neuer Boss! Dieser Mann war der Grund dafür, dass ihr ganzes Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wurde!
Doch eigentlich hatte sie sich den ganzen Schlamassel selbst zuzuschreiben. Durch ihre Schuld war es so weit gekommen, dass ein ausländischer Investor die Familienfirma übernommen hatte. Und nun würden alle Menschen, die sie liebte, darunter leiden.
Ich werde das wieder in Ordnung bringen, schwor sie sich. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!
Da ertönte ein Signalton. Noch eine Nachricht von ihrem Bruder.
Schwing sofort deinen Hintern hierher! Señor Malta wartet nicht gern …
Eva verabscheute es, so herumkommandiert zu werden. Doch ihr blieb keine Wahl, denn zumindest für die nächsten paar Tage war sie weisungsgebunden. Im Kaufvertrag war festgehalten worden, dass sie dem neuen Besitzer der Brennerei bei der Geschäftsübergabe mit ihrem Wissen zur Seite stehen würde.
Wie konnte Papá mir das nur antun?
Aber nein, das war nicht fair. Ihn traf ja keine Schuld an der ganzen Misere. Es war einzig ihre Schuld, dass die Familie alles verloren hatte: die Firma und ihr Zuhause.
Eva wusste nicht viel über diesen Rafael Malta, außer dass er ein umtriebiger Unternehmer war, der es durch die Entwicklung einer App zu einem beträchtlichen Vermögen gebracht hatte. Aber eins wusste sie genau: Der Mann hatte keine Ahnung von Rum. Wie sie ihn in ein paar Tagen in die Kunst des Destillierens einführen sollte, war ihr ein Rätsel.
Ach, egal. Ist ja nicht mehr unsere Firma!
Doch es gelang ihr nicht wirklich, gleichgültig zu sein. Tief in ihrem Herzen wusste Eva, dass ihr die Zukunft von Gato Rum immer wichtig sein würde. Selbst wenn sie künftig nicht mehr in der Lage war, darauf Einfluss zu nehmen. Denn die Destillerie und das angrenzende Landgut, die Hacienda mit der großen Villa, waren das Vermächtnis ihrer Familie, seit bald hundert Jahren.
Und durch mich ist nun alles verloren, dachte Eva verzweifelt. Das Bewusstsein, ihren Liebsten so viel Kummer bereitet zu haben, war unerträglich.
Es muss doch einen Weg geben, das Erbe meiner Familie zu retten!
Doch im Moment konnte sie nichts weiter tun, als den Weisungen des neuen Besitzers zu folgen.
Warum muss er nur so unverschämt gut aussehen?
Eva hatte Bilder von Rafael Malta im Internet gesehen, aber in Fleisch und Blut wirkte dieser Mann noch viel beeindruckender. Er war groß und durchtrainiert, und die Kombination aus dunklem, welligem Haar und smaragdgrünen Augen gab ihm etwas Mysteriöses und Verwegenes.
Ihr fiel auf, dass er hier mit seinen gebügelten Kaki-Hosen und dem gestärkten weißen Hemd irgendwie fehl am Platz wirkte.
Auch das hochtechnisierte Tablet, auf dem er sich eifrig Notizen machte, passte nicht in die Umgebung. Offenbar versuchte dieser Mann, sich die Herstellung von Rum auf theoretischer Basis erklären zu lassen. Eva schnalzte missbilligend mit der Zunge.
Das tat sie wohl etwas zu laut, denn beide Männer blickten sofort zu ihr auf. Ihr Bruder Teo nickte ihr zu. Er schien erleichtert über ihre Ankunft zu sein, und Eva wusste auch, warum. Ihr Bruder hatte sich nie sonderlich im Familienunternehmen engagiert. Seine Leidenschaft waren nicht Zuckerrohr und Rum, sondern Oldtimer und Autorennen.
Eva gefiel es nicht, dass ein kleiner, wohliger Schauer durch ihren Körper ging, als Rafael Malta sie aufmerksam musterte.
Evalyn Gato, komm gar nicht erst auf dumme Gedanken!
Seit dem katastrophalen Scheitern ihrer ersten Ehe hatte sie allem abgeschworen, was in die Abteilung groß, dunkelhaarig und gut aussehend fiel. Denn auch ihr Ex-Mann Victor hatte dieser Kategorie angehört. Und die Beziehung zu ihm war der größte Fehler ihres Lebens gewesen.
„Hallo, Schwesterherz“, begrüßte Teo sie. „Wir haben dich schon sehnsüchtig erwartet.“
Rafael Malta schenkte ihr ein strahlendes Lächeln. „Schön, Sie endlich kennenzulernen, Miss Gato.“
Eva schüttelte seine Hand. „Nennen Sie mich Evalyn.“
Teo musste schmunzeln. Niemand sonst nannte seine Schwester so. Aber sie hatte sicher einen triftigen Grund dafür, warum sie sich dem neuen Eigentümer gerade so vorstellte.
Rafael sah Eva direkt in die Augen und hielt ihre Hand noch eine Weile fest. Sie war erstaunt über seine Kraft und die Tatsache, dass seine Finger sich ein wenig rau anfühlten. Sie war davon ausgegangen, dass er die Art von Mann war, die sich nicht die Hände durch körperliche Arbeit schmutzig machte.
Doch vielleicht hatte sie ihn unterschätzt. Offensichtlich konnte er auch zupacken. Ihr gefiel das sehr, doch sie wollte es sich nicht eingestehen.
Schnell zog sie ihre Hand wieder weg.
Teo räusperte sich laut und sah demonstrativ auf seine Uhr. „Ich muss dann auch los. Hat mich gefreut, dich kennenzulernen, Rafe.“
Eva sah ihren Bruder entsetzt an. „Wo willst du hin?“
„Ich habe noch einen Termin“, sagte er ausweichend. „Ich denke, ihr kommt auch ohne mich klar.“
Du mieser, kleiner Verräter!
Kaum hatte Eva den Gedanken zu Ende gebracht, war Teo schon in seinem Vintage-Sportwagen verschwunden und brauste davon.
Jetzt war sie mit Rafael allein.
Und er stand einfach nur da und lächelte sie an.
Nach einer Schrecksekunde hatte sie sich wieder gefangen. „Hat Teo Ihnen schon alles gezeigt?“, fragte sie nun ganz geschäftsbeflissen.
Rafael nickte. „Aber nur ganz flüchtig. Er meinte, dass Sie mich dann später in die Finessen einweihen werden.“
Eva sah zu Boden und schob einen kleinen Kieselstein mit ihrer Schuhspitze umher. „Das wird sicher ein Riesenspaß“, murmelte...




