Singh | Romantic Christmas - Verführung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Reihe: LYX.digital

Singh Romantic Christmas - Verführung


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-9139-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-9139-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Unter Romantic Christmas erscheinen vier romantische Christmas-Storys als E-Book. Die junge Heilerin Tamsyn ist verzweifelt. Nathan, der mächtige Wächter ihres Rudels, dem sie seit ihrem 15. Geburtstag versprochen ist, weigert sich, den Bund zu vollziehen, den das Schicksal für sie beide vorgesehen hat. Kann sie ihn davon überzeugen, dass sie füreinander bestimmt sind? Diese Kurzgeschichte ist außerdem in der Anthologie "Magische Verführung" erschienen. Ca. 100 Buchseiten

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1

Tamsyn ließ den Blick über den Festplatz schweifen. Ihr gegenüber stand Lachlan, das Alphatier des Rudels. Alter und Weisheit hatten sein Haar weiß werden lassen. Gerade sagte er etwas zu Lucas, der zwar erst fünfzehn war, aber schon jetzt den Geruch eines zukünftigen Alphas verströmte. Vergangenheit und Zukunft nebeneinander. Eines Tages würde Lucas sie anführen. Alle wussten es. Der Junge war in Blut getränkt worden, man hatte seine Eltern vor seinen Augen ermordet, und dennoch würde er sie führen. Selbst wenn er in zehn Jahren eigentlich noch zu jung für diese Aufgabe sein würde.

Tamsyn ging es ähnlich. Auch sie war mit ihren neunzehn Jahren eigentlich noch viel zu jung, um die Heilerin der DarkRiver-Leoparden zu sein. Lucas’ Mutter Shayla war ihre Mentorin gewesen. Aber das Attentat auf Lucas’ Eltern hatte das Rudel nicht nur seiner Heilerin beraubt seither lebten sie in ständiger Angst vor Übergriffen. Doch sie sammelten in aller Stille ihre Kräfte, um eines Tages die ShadowWalkers auszurotten, das Rudel, das für die Tode verantwortlich war.

Wenn es so weit war, würde Nate einer derjenigen sein, die es mit dem gefährlichen Rudel aufnahmen. Groß und stark ragte er neben Lachlan auf, lauschte konzentriert dem Gespräch. Mit seinen neunundzwanzig Jahren war Nate einer der besten Soldaten; bald würde er den alten Cian als Wächter ablösen. Die Wächter bildeten den äußersten Verteidigungsring des Rudels. Nur die stärksten, klügsten und gefährlichsten Leoparden wurden dafür auserwählt.

»Tammy, da bist du ja schon!«

Überrascht löste sie den Blick von Nate und schaute in Lysas strahlend grüne Augen. »Bin erst vor einer Stunde gekommen.« Sie konnte es immer noch nicht fassen, dass sie wieder zu Hause war. Sechs Monate lang hatte sie in einem Lehrkrankenhaus in New York verbracht, und es war die schlimmste Zeit ihres Lebens gewesen.

»Der Kursus ist also vorbei?«

»Ja, zumindest dieser Teil.« Den ausstehenden Teil ihrer medizinischen Ausbildung konnte sie im nahe gelegenen San Francisco absolvieren. Die meisten Heiler unter den Gestaltwandlern verließen sich auf ihre angeborene Gabe, aber Tamsyn hatte sich entschlossen, auch die konventionelle Medizin zu erlernen. Für sie stellte das eine Möglichkeit dar, ihre Unerfahrenheit wettzumachen, denn ihre Heilkräfte waren noch nicht voll ausgebildet. Auf keinen Fall sollte ihre Jugend dem Rudel Nachteile bringen.

»In meiner Abwesenheit ist doch alles gut gegangen, oder?« Nur äußerst ungern hatte sie die DarkRiver-Leoparden einer anderen Heilerin überlassen, auch wenn sie ihr bedenkenlos traute. »Maria?«

»Sie ist heute Morgen gefahren. Wollte auch unbedingt wieder nach Hause, genau wie du.« Lysa lächelte. »Wirklich nett von Marias Rudel, uns ihre Heilerin zu borgen. Sie war auch wirklich toll, trotzdem bin ich froh, dich wiederzuhaben.«

Tamsyn erwiderte die stürmische Umarmung ihrer Freundin.

Lysa ließ sie wieder los. »Na, geh schon! Bestimmt haben du und Nate euch eine Menge zu erzählen.«

»Nein.« Tamsyn warf einen Blick über die Schulter. »Er ist gerade mit Lachlan beschäftigt.«

»Er ist dein Gefährte. Du kannst ihn einfach wegschleifen.«

Gefährte. Bei diesem Wort machte Tamsyns Herz jedes Mal einen kleinen Sprung. Mit fünfzehn war ihr Paarungstrieb erwacht, und sie hatte das große Glück, dass ihr Gefährte im gleichen Rudel lebte und sie ihn seit frühester Kindheit kannte. »Es ist ja noch nicht offiziell.«

Lysa verdrehte die Augen. »Als wenn das eine Rolle spielt. Alle wissen, dass ihr füreinander bestimmt seid.«

Vielleicht, aber sie waren noch weit davon entfernt, diesen Bund zu vollziehen. Nate hatte sich in den Kopf gesetzt, dass sie vorher noch ihre Freiheit auskosten sollte. Bislang hatte sie ihm nicht klarmachen können, dass er für sie diese Freiheit bedeutete. Sie wollte nicht von ihm getrennt sein. Doch Nate war ihr überlegen. Er war zehn Jahre älter als sie und gewohnt, dass man seinen Befehlen gehorchte.

»Ich gehe mich mal frisch machen«, sagte Tamsyn und riss ihren Blick nun schon zum zweiten Mal von Nate los. »Ich habe vorhin nur kurz meine Taschen abgestellt.« Um nach ihm Ausschau zu halten.

»Na, dann sehen wir uns später.« Lysa lächelte ihr zu. »Ich muss noch mal kurz mit Lachlan reden.«

Tamsyn nickte ihrer Freundin zu und kehrte dann der baumumstandenen Lichtung, die dem Rudel als Festplatz diente, den Rücken zu.

Nate hatte mitbekommen, dass Tamsyn angekommen war, und die ganze Zeit darauf gewartet, dass sie zu ihm kommen würde. Und nun ging sie davon. »Entschuldige mich bitte«, sagte er zu Lachlan. Mit einem Mal hatte das Gespräch keine Bewandtnis mehr für ihn. Es war um einen Medialen namens Solias King gegangen, der Erkundigungen über die Ausmaße ihres Territoriums und ihre Verteidigungslinien einholte. Offenbar bildete sich dieser King ein, dabei diskret vorgegangen zu sein. Lachlan war sich sicher, dass er es auf ihr Land abgesehen hatte.

»Das ist jetzt aber wichtig oh.« Der Alphaleopard folgte Nates Blick, und seine Miene hellte sich auf. »Kein Wunder, dass du abgelenkt bist! Na, dann werden wir dich wohl eine Zeitlang nicht sehen. Schätze, wir müssen den Idioten ohne deine Hilfe aufspüren.«

Gutmütiges Gelächter folgte Nate, der zwischen den Bäumen verschwand, um dem Geruch seiner Gefährtin zu folgen. Binnen einer Minute hatte er sie eingeholt. Sie erstarrte, als sich seine Hand um ihren Nacken schloss. »Nathan.«

Wie zart und weich sich ihre Haut anfühlte! Nate war sich bewusst, wie leicht er sie verletzen konnte. Ihr langes Haar hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden, und so wirkte ihr Hals noch zerbrechlicher. Er streichelte sie mit dem Daumen. »Wann bist du zurückgekommen?«

»So um vier.«

Mittlerweile war es halb sechs und dunkel. »Wo bist du denn gewesen?« Dem Leoparden gefiel es nicht, dass sie nicht gleich zu ihm gekommen war.

Mit zusammengekniffenen Augen wandte sie den Kopf zu ihm herum. »Du hast mir ja nicht gerade eine Nachricht hinterlassen, wo du bist.«

Sein Leopard beruhigte sich wieder. Sie hatte nach ihm gesucht. Sanft zog er sie zu sich heran, und wenngleich sie es geschehen ließ, machte sie sich steif. »Was hast du?«

»Juanita hat mir nur allzu gerne verraten, wo du warst.«

Er hörte ihre Eifersucht heraus. »Sie ist bloß eine Freundin und Kollegin.«

»Und deine Geliebte ist sie auch schon gewesen.«

Am liebsten hätte er geknurrt. »Wer hat dir das gesagt?«

»Ich bin zehn Jahre jünger als du«, gab sie zurück. »Natürlich hast du Frauen gehabt. Dafür muss mir niemand ein Schild mit einem Pfeil drauf malen.«

Wutentbrannt stieß er die nächsten Worte hervor: »Seit deinem fünfzehnten Geburtstag habe ich keine Geliebte mehr gehabt.« Er war ein kerngesunder Leopard im besten Alter. Unter der sexuellen Enthaltsamkeit litt er, aber seine Gefährtin zu betrügen kam für ihn nicht in Frage. »Und wenn jemand etwas anderes behauptet, dem reiße ich die Kehle raus.«

»Niemand behauptet etwas anderes.« Ihre Stimme klang rau. »Aber mir gefällt der Gedanke nicht, dass du andere Frauen hattest, die dich berührt und dir Lust verschafft haben.«

Ihre Offenheit schockierte ihn. Normalerweise sprach Tamsyn nie so mit ihm. »Was genau hast du eigentlich in New York getrieben?« Der Besitzerinstinkt riss mit Klauen und Zähnen an ihm.

Ihr blieb der Mund offen stehen. »Das glaube ich einfach nicht!« Mit einer schnellen Kopfbewegung, die er ihr beigebracht hatte, befreite sie sich aus seinem Griff. Dann stemmte sie die Hände in die Hüften und sah ihn dabei direkt an. »Du glaubst also, ich würde « Ihr entfuhr ein empörter Schrei. »Und wenn es so wäre, wessen Schuld wäre das wohl?«

Er verschränkte die Arme vor der Brust, damit er sie nicht spontan an sich reißen würde, um seinem Leoparden zu bestätigen, dass sie immer noch sein war. »Tamsyn.«

»Nein. Mir steht’s bis hier!«, und sie unterstrich die Worte mit einer abrupten Handbewegung. »Alle anderen haben Liebhaber am laufenden Band, und mir bleibt nichts außer Frustration!«

Ihr unbändiges Verlangen war eine unumstößliche Tatsache. Leopardinnen, die geschlechtsreif geworden waren, übten eine große sexuelle Anziehungskraft aus, ihr Geruch brachte die jungen Männer fast um den Verstand. Nate hatte ihren Moschusgeruch in der Nase, reif und saftig, zum Anbeißen. Ihr Aroma war exquisit, und nur er allein hatte das Recht, sich danach zu verzehren. Der bloße Gedanke, andere Männer könnten sich davon angezogen fühlen, brachte sein Blut zum Kochen. Leise sagte er: »Wenn ich dich nehme, wird es für immer sein.«

»Das weiß ich doch! Und ich akzeptiere das auch. Ich möchte zu dir gehören in jeder Hinsicht.«

Der Schwellung in seiner Hose nach zu urteilen wäre er nur zu gerne auf ihr Angebot eingegangen. Aber sie war doch erst neunzehn. Sie wusste doch noch gar nicht, worauf sie sich einließ. Er war nicht irgendein Leopardenjunges, das ihr mit hängender Zunge überallhin folgen würde. Er würde sie nehmen und nie wieder hergeben. Sexuell war er ihr weit voraus, und die sexuellen Bedürfnisse von Leopardengestaltwandlern nahmen mit dem Alter noch zu. »Du weißt nicht, was du sagst.«

»Verdammt, Nate! Ich habe es satt, vor Verlangen nach dir nicht mehr einschlafen zu können.« Sie ballte die Hände zu Fäusten, und ihre...


Singh, Nalini
Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.

Nalini Singh wurde auf den Fidschi-Inseln geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, begann sie 2003 eine Karriere als Autorin von Liebesromanen.



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