Singh Sasson | Sinnliche Nächte mit dem Ex | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2279, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Singh Sasson Sinnliche Nächte mit dem Ex


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1550-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2279, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7515-1550-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Liebe hat Nisha abgeschworen. Niemals möchte sie von einem Mann abhängig sein! Der Erfolg ihres Modelabels ist für sie das Allerwichtigste. Doch das braucht dringend eine Finanzspritze, und der Einzige, der als Investor infrage kommt, ist ausgerechnet ihr Ex Sameer! Während sie für eine Fashion Show in New York zusammenarbeiten, erwacht die erotische Anziehung zwischen ihnen von Neuem, und bald verbringen sie sinnliche Nächte miteinander. Aber kann Sameer sie endlich so lieben, wie Nisha es sich wünscht?

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1. KAPITEL


„Nisha, du gehst nicht, bevor du nicht gefrühstückt hast.“

Nisha atmete tief durch. Noch dreißig Sekunden und ihre Mutter Reeta würde ins Bad gestürzt kommen. Rasch glättete sie die Grundierung auf ihrem Gesicht mit einem Schwamm und ließ den Zeigefinger über ihre Stirn gleiten. Die große Narbe von ihrer rechten Schläfe bis zur Braue über dem linken Auge war kaum sichtbar. Zu fühlen war sie allerdings nach wie vor, obwohl ihre Mutter so viel dafür gezahlt hatte, sie entfernen zu lassen.

Sie verteilte etwas Puder, dann kam der Eyeliner an die Reihe. Lipgloss musste warten, sie kam auch so schon zu spät.

Als sie die Badezimmertür aufzog, stand ihre Mutter Reeta vor ihr, in der einen Hand einen Bagel, in der anderen einen To-go-Becher mit Tee. „Ma!“

Ihre Mutter war fünfzehn Zentimeter kleiner als sie, was einiges besagte, da sie gerade mal eins siebzig maß. Reeta war gertenschlank und hatte den gleichen hellbraunen Teint wie sie. Da hörte die Ähnlichkeit aber auch schon auf. Nisha hatte einen breiten Mund, der ihrer Mutter war eher schmal. Ihre braunen Augen waren oval, die ihrer Mutter rund und noch dunkler.

„Wie willst du Kraft für deine Präsentation haben ohne etwas im Magen?“

Nisha seufzte nur und nahm ihr Becher und Bagel ab. Das ersparte ihr vielleicht eine lange Diskussion.

„Willst du etwa so gehen?“

Nisha sah an ihrem schlichten schwarzen Rock herunter, zu dem sie eine Jacke mit Stehkragen im Stile Nehrus trug. Das war das Outfit, mit dem sie bei allen Investoren-Treffen erschienen war.

„Was stimmt daran nicht?“

Aaare, du wirkst so steif. Du solltest ein Kleid anziehen. Etwas, das sexy ist. Und leg Lippenstift auf.“

„Ma, es ist kein Date. Ich versuche, einen ernsthaften Geschäftsmann davon zu überzeugen, das Geld in mein Label zu investieren, eine gute Entscheidung ist.“

„Du kannst nie wissen, wann bei so einem Treffen mal ein attraktiver Junggeselle auftaucht.“

Nisha wusste schon nicht mehr, wie oft sie ihrer Mutter zu erklären versucht hatte, dass sie weder an einem Date noch an einer Heirat interessiert war. Es gab nur einen Mann, den sie je hatte heiraten wollen. Ihm hatte sie ihre Narben zu verdanken. Im Moment interessierte sie nur eins, der erfolgreiche Start ihres Labels. Dafür war sie darauf angewiesen, dass das Treffen heute gut lief.

Ihre Geschäftspartnerin und beste Freundin Jessica hatte ihr gesagt, es sei der letzte Investor, der einem Treffen mit ihnen zugestimmt hatte. Sie hatte keine weiteren Kontakte, die sie ansprechen konnte. Ohne frisches Geld war es ihnen nicht möglich, mit einer Show an der Fashion Week teilzunehmen. Was im Klartext bedeutete, dass sie am Ende waren. Aber eine indische Mutter davon zu überzeugen, dass ihre dreißigjährige Tochter nicht an einer Heirat interessiert war, das war, als wolle man einem kleinen Kind am Weihnachtsmorgen erklären, dass es den Weihnachtsmann nicht gab.

„Ma, ich komme zu spät.“

„Aber, Nisha …“

„Bis später, Ma.“ Sie hauchte ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange und verließ das kleine Apartment auf der neunzehnten Etage.

Nach New Yorker Maßstäben war das Fünfundsiebzig-Quadratmeter-Apartment im East Village der schiere Luxus. Ihre Mitarbeiter und ihre Freunde beneideten sie darum, aber nur sie kannte den Preis, den ihre Mutter dafür gezahlt hatte.

Bei dem Gedanken daran verspürte Nisha wieder die vertrauten Gewissensbisse. Ihre Mutter mochte ihr im täglichen Miteinander auf die Nerven gehen, doch sie hatte viel aufgegeben, um sie zu unterstützen. Zu viel. Das war umso mehr Motivation, ihr Label erfolgreich auf den Markt zu bringen. Nie wollte sie in die Lage ihrer Mutter kommen, von einem Mann abhängig zu sein.

Sie betrat den Fahrstuhl mit der großen Ledermappe mit ihrem Portfolio unter dem Arm. Die Mappe war ein Geschenk ihrer Mutter gewesen, nachdem Nisha ihr erklärt hatte, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte. Eingraviert waren nur zwei Worte auf Hindi: Khush raho. Bleibe glücklich.

Beim Verlassen des Gebäudes gab sie dem Portier ein Zeichen, und er winkte ihr ein Fahrradtaxi herbei. Die waren im dichten New Yorker Verkehr auf kurzer Strecke wesentlich schneller als jedes Auto. Bis zu ihrem Studio waren es gerade mal zwei Meilen.

Sie stieg ein und nannte dem Fahrer die Adresse, und er setzte sie an der Ecke Tenth Avenue, West Thirteenth Street ab. Geschickt wich sie vor dem Studio dem Schlagloch aus, in dem sie sich vor einigen Monaten fast das Fußgelenk gebrochen hatte.

Jessica wartete bereits auf sie. „Gott sei Dank, dass du da bist. Uns bleibt noch genau eine Stunde, bis der Investor kommt. Die Models sind in einer halben Stunde da.“

Nisha lächelte ihr dankbar zu. Sie wusste, dass ihre Partnerin sicher schon seit zwei Stunden bei der Arbeit war und Zahlen zusammengestellt und Diagramme entworfen hatte, die den Investor beeindrucken sollten.

Sie hatte den kreativen Part in ihrer Zusammenarbeit, während Jessica sich um alles andere kümmerte. Sie bemühten sich, jeden nur möglichen Penny zu sparen. Models, Visagistinnen und Stylistinnen kosteten viel Geld, und die bisherigen Termine mit potenziellen Investoren waren alle im Sande verlaufen. Dies war ihre letzte Chance, das Geld aufzubringen, das sie brauchten, um an der Fashion Week teilzunehmen.

„Ich habe mir die Outfits angesehen, die du zusammengestellt hast. Ich finde, du solltest mehr von deinen indisch angehauchten Designs nehmen wie zum Beispiel das in Gelb-Blau. Die Farben fallen schön ins Auge.“

„Das ist etwas riskant.“

„Nicht bei diesem Investor. Er ist Inder, und er sagte, er mag deinen Stil, als ich ihm deine Entwürfe gemailt habe.“

„Von welchem Unternehmen kommt er?“ Nisha wusste selbst nicht, wieso ihr Puls jedes Mal schneller ging, sobald sie von einem Inder hörte. Es gab unendlich viele reiche Investoren aus Südasien. Sie hatte ein neues Leben angefangen. Hatte sich ein neues Land gesucht. Wieso konnte sie Sameer Singh nicht einfach vergessen? Wieso schoss er ihr immer wieder zu den unpassendsten Momenten in den Sinn.

„Von der Mahal-Group. Sie haben nur eine Bedingung. Falls sie sich zu dem Investment entschließen, muss die Show in ihrem neuen Hotel in New York stattfinden.“

Nisha entspannte ein wenig. Soweit sie wusste, hatte Sameers Familie keine Hotels in den Vereinigten Staaten, sondern nur in Indien. „Ist die Bedingung für dich akzeptabel?“

„Wir haben keine Wahl. Die Location ist nicht ideal, aber nur sie macht den Deal für sie interessant. Sie sind sogar bereit, die Kosten der Veranstaltung zu übernehmen. Falls das erste Event gut läuft, bieten sie an, eine weitere Show in ihrem Hotel in Vegas durchzuziehen. Das allein ist schon ein fetter Pluspunkt. Wenn wir die Kosten für die Veranstaltung sparen, können wir für das Geld zwei zusätzliche Näherinnen und Stickerinnen einstellen und die Entwürfe nehmen, die bisher zu teuer waren.“

Nisha biss sich auf die Unterlippe. Sie hatte Mühe, die Panik im Zaum zu halten, die in ihr aufstieg. Sie brauchten dieses Geld, ganz gleich zu welchen Bedingungen. Die Designs, die Jessica bei den vorherigen Terminen zurückgehalten hatte, waren einzigartig. Falls dieser Investor ihnen die Möglichkeit bot, auch diese Ideen zu verwirklichen, dann würde sie alles tun, um ihn zu überzeugen.

Sie verbrachten die nächste Stunde damit, alles für die kleine Modenschau vorzubereiten, die sie dem Mann zeigen wollten. Nisha zwang sich, sich ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Dabei machte sie ein paar der Atemübungen, die sie von ihrer Mutter gelernt hatte. Sie halfen ihr, ihren Körper mit positiver Energie aufzuladen, um gegen den bevorstehenden Stress gewappnet zu sein.

Als es so weit war, warteten sie in der Tür auf ihren Gast.

„Wer repräsentiert die Mahal-Group?“, erkundigte Nisha sich.

„Ein Mr. Singh.“

Nisha erstarrte. Singh war in Indien ein weitverbreiteter Name, aber wie viele reiche Hoteliers mit dem Namen Singh mochte es geben?

Eine Limousine mit Chauffeur hielt vor dem Gebäude. Als sie den Mann sah, der ausstieg, ließ ihre Anspannung nach. Nein, es war nicht Sameer Singh. Der hier war kleiner und etwas untersetzt. Sameer war groß, schlank und athletisch, mit einem Körper, von dem Frauen träumten. Es war acht Jahre her, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, aber sie würde ihn überall sofort erkennen. Lächelnd trat sie auf den Mann zu.

„Mr. Singh, ich bin Nisha Chawla. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns nehmen.“

Der Mann schüttelte ihr lächelnd die Hand. „Es freut mich, Sie kennenzulernen, Ma’am, aber ich bin nicht Mr. Singh.“ Er sprach mit starkem indischen Akzent, fast so wie ihre Mutter. „Mein Name ist Vinod Sharma. Ich bin der persönliche Assistent von Mr. Arjun Singh.“

Nishas Herz sank. So viele Zufälle konnte es nicht geben. Sameer hatte einen älteren Bruder, der Arjun hieß. Seine Familie betrieb Hotels in Indien. Hatten sie inzwischen in die Staaten expandiert? Sie bedauerte, sich vorher nicht genauer über den Investor informiert zu haben.

Ihre Freundin und Geschäftspartnerin trat vor. „Ich bin Jessica. Wir haben miteinander korrespondiert.“

Vinod Sharma schüttelte ihr die Hand. „Mr. Singh wird bald hier sein.“

Falls es Arjun war, konnte sie damit umgehen. Nisha war ihm ein paarmal begegnet. Er war kühl und ein cleverer Geschäftsmann, und er war nicht Sameer....



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