Smart | Deine Liebe heilt mein Herz | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2131, 144 Seiten

Reihe: Julia

Smart Deine Liebe heilt mein Herz


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0067-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2131, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-0067-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Den charismatischen Millionär Nicolai Baranski zu heiraten, scheint Rosa die ideale Lösung. Denn er glaubt genauso wenig an romantische Gefühle wie sie selbst. Doch elf Monate später erkennt sie ihren Irrtum. Jeder Mensch braucht Liebe. Auch sie. Gerade sie! Was unmöglich scheint, solange sie mit Nicolai verheiratet ist. Keinen Tag länger will sie an der Seite ihres eiskalten Ehemannes leben. Sie verlangt die Scheidung - und erkennt verblüfft, dass Nicolai um sie kämpft! Aber warum? Aus verletzter Eitelkeit - oder hegt er etwa doch das Gefühl für sie, das man Liebe nennt?



Michelle Smart ist ihrer eigenen Aussage zufolge ein kaffeesüchtiger Bücherwurm! Sie hat einen ganz abwechslungsreichen Büchergeschmack, sie liest zum Beispiel Stephen King und Karin Slaughters Werke ebenso gerne wie die von Marian Keyes und Jilly Cooper. Im ländlichen Northamptonshire, mitten in England, leben ihr Mann, ihre beiden Kinder und sie zusammen mit einem niedlichen Cockapoo - einer Kreuzung aus den Hunderassen Cocker Spaniel und Pudel. Was Michelle am meisten am Autorinnen-Dasein liebt, ist, dass sie den ganzen Tag mit Kaffee auf dem Schoß herumsitzen, aber dabei in Gedanken weit weg sein kann ... In ihrer eigenen Welt, die sie ganz nach ihrer Vorstellung erschafft.
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1. KAPITEL

Rosa Baranski saß barfuß auf der Arbeitsplatte in ihrer Küche. Während sie darauf wartete, dass der Kaffee durchlief, starrte sie den Fußboden an. Die Steinfliesen waren ihr zuwider. Trotz der Fußbodenheizung wurden sie nie richtig warm. Der kalte Boden erinnerte sie an die Heime, in denen sie aufgewachsen war.

Es waren keine schönen Erinnerungen. Vierzig lärmende Kinder, ständig wechselndes Pflegepersonal, Aufenthaltsräume und Schlafsäle, gefliest mit kaltem Stein. Und was für Rosa das Schlimmste gewesen war: Nie und nirgends konnte man allein sein. Wie hatte sie sich damals nach einem eigenen Zimmer gesehnt!

Zwanzig Jahre waren seither vergangen, und jetzt hatte sie ein ganzes Haus für sich. Aber mittlerweile wusste sie, dass Stille noch schlimmer sein kann und Einsamkeit die Seele krank macht.

Anders als damals, als sie zum ersten Mal davon träumte, zu fliehen, gab es heute niemanden mehr, der sie davon abhalten konnte. Sie war eine erwachsene Frau. Nur mit Nico musste sie vorher reden. Sosehr ihr auch davor graute, sie schuldete ihm eine Erklärung. Sang- und klanglos zu verschwinden wäre unfair.

Sie zog das Handy aus der Gesäßtasche und las wohl zum hundertsten Mal die SMS ihres Bruders. Warum löschte sie die Nachricht nicht endlich, deren knapper, höflicher Text sie so verletzte?

Sie zuckte zusammen, als Autoreifen auf der Kieseinfahrt knirschten, und schaute aus dem Küchenfenster. Ein schwarzer Maserati fuhr hinunter in die Garage.

Nicolai war von der Geschäftsreise zurück.

Ihr Magen verkrampfte sich, die Handflächen wurden feucht. Wie damals, dachte sie beklommen, vor unserer ersten Begegnung.

Wie damals wünschte sie, sie hätte es hinter sich.

Damals war vor siebzehn Monaten gewesen, als sie mit fünf weiteren Kandidatinnen im Vorzimmer seines Büros auf ein Vorstellungsgespräch gewartet hatte. Nicolai Baranski, Besitzer und Präsident von Baranski Mining, suchte eine Vertretung für seine Assistentin, die seit ein paar Tagen im Mutterschaftsurlaub war. Er hatte den Ruf eines schwierigen Vorgesetzten mit ungewöhnlich hohen Ansprüchen. Offenbar zu Recht – Rosa fiel auf, dass die Vorzimmerdame vor jedem Anklopfen an seiner Tür tief Luft holte. Und alle Bewerberinnen verließen sein Büro gleichermaßen eingeschüchtert und erleichtert. Eine von ihnen hatte Tränen in den Augen. Als man Rosa aufrief, als Letzte, war sie ein Nervenbündel.

Ihre Überraschung hätte kaum größer sein können.

Statt des erwarteten Ungeheuers sah sie sich einem ausgesprochen attraktiven Mann mit sehr breiten Schultern und leicht zerzaustem schwarzem Haar gegenüber, der sie aus erstaunlich grünen Augen eingehend musterte und höflich bat, Platz zu nehmen. Darauf stellte er ihr in schnellem Russisch mehrere Fragen, auf die sie ihm fehlerfrei und flüssig antwortete.

„In Ihrem Lebenslauf steht, Sie haben in Russland studiert und anschließend für ein Unternehmen in Sankt Petersburg gearbeitet, bevor Sie nach London zurückgekommen sind.“

„Das ist richtig.“

Er sah auf. „Ihre Referenzen sind ausgezeichnet. Warum streben Sie einen Jobwechsel an?“

„Meine Aufstiegschancen dort sind ungewiss. Ich habe meine Kündigung schon eingereicht.“

„Hmm … Haben Sie sich noch bei anderen Unternehmen beworben?“

„Nein, nur bei Ihrem. Ihr Angebot war das interessanteste.“

„Ist Ihnen klar, dass der Posten mit häufigen Reisen verbunden ist?“

„Das war einer der Gründe, weshalb ich mich beworben habe.“ Je öfter, umso besser. Natürlich verschwieg sie das. Sie trennte ihr Privatleben stets strikt von ihrem Beruf.

„Auch, wenn Sie manchmal innerhalb von vierundzwanzig Stunden abreisen müssen?“

„Das spielt keine Rolle.“

„Sie sollten wissen, dass ich im Büro nicht auf die Uhr schaue, Miss Carter.“

„Das ist mir bekannt, Mr Baranski. Sie zahlen nicht umsonst ein hervorragendes Gehalt.“

Er musterte sie nachdenklich, bevor er ein Schriftstück aus der Schreibtischschublade nahm und ihr zuschob. „Bitte übersetzen Sie das für mich.“

Sie warf einen Blick auf das Dokument – es war in Russisch –, bat um Bleistift und Papier und machte sich an die Arbeit. Als sie fertig war, reichte sie ihm das Blatt.

In den Sessel zurückgelehnt, überflog er den Text, dann sah er auf. „Wann können Sie anfangen?“

Rosa atmete tief durch und zog nervös ihren schwarzen Pferdeschwanz stramm. Wenn sie in ihrem Leben etwas gelernt hatte, dann, dass es am besten war, eine schwierige Aufgabe so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Sie fragte sich, wie Nico ihre Mitteilung aufnehmen würde.

Sie glitt von der Granitplatte, als sie hörte, wie er die Verbindungstür zwischen der Garage und der Villa öffnete und gleich darauf wieder zuschlug. Die Kälte der Fliesen an ihren nackten Füßen ließ sie zusammenzucken. Rasch schob sie ihr Handy zurück in die Hosentasche und füllte ihren Becher mit frischem, heißem Kaffee. Vielleicht blieb er wie üblich gleich im Arbeitszimmer und sah seine Post durch.

Diesmal nicht. Schritte näherten sich, und gleich darauf stand er in der Küchentür.

„Hallo, Rosa.“

„Hi, Nico.“ Sie lächelte, in der stillen Hoffnung, dass er ihre Nervosität nicht bemerken würde. Trotz des langen Flugs sah er aus wie aus dem Ei gepellt – blütenweißes Hemd, rosa und silber gestreifte Seidenkrawatte, dunkelgraue Designerhosen. Dagegen fiel ihr Aufzug aus einem verwaschenen T-Shirt und einer ausgebeulten Jogginghose dramatisch ab. „War die Reise ein Erfolg?“

„Durchwachsen.“ Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich bin noch am Überlegen, ob ich mich an der Mine beteiligen soll oder nicht.“

Was bedeutet, dass nichts daraus wird. „Möchtest du einen Kaffee?“

„Gern.“ Er sah sich um. „Wo ist Gloria?“ Gloria war ihre Haushälterin.

Rosa nahm einen weiteren Becher aus dem Küchenschrank. „Zu Hause. Ihr Enkel hat die Masern, und sie wollte ihre Tochter entlasten. Ich habe ihr das Wochenende freigegeben.“

Nico krauste die Stirn. „Warum?“

„Weil sie sich ihretwegen Sorgen macht.“ Sie schenkte ihm Kaffee ein und gab einen Schuss Milch hinzu. Ein paar Tropfen landeten auf der Arbeitsfläche, die sie zerstreut mit dem Handgelenk wegwischte.

„Ihre Tochter ist eine erwachsene Frau.“

„Man kann sich doch um sein Kind sorgen, auch wenn es schon erwachsen ist.“ Nicht jede Mutter steckt ihre Tochter ins Heim. So wie ihre es getan hatte, als Rosa fünf Jahre alt gewesen war.

Sie reichte ihm den Becher. „Davon ganz abgesehen muss ich mit dir sprechen, und es wäre mir lieber, wenn niemand zuhört.“

„Schön, aber zuerst möchte ich dir etwas geben.“ Er reichte ihr ein kleines Päckchen mit einer Riesenschleife. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.“

Rosa fiel aus allen Wolken. Ein Geschenk? Nico machte nie Geschenke. Zögernd sah sie auf. „Vielen Dank.“

„Gern geschehen. Tut mir leid, dass ich nicht da war.“

„Das … macht nichts.“ Ihr Geburtstag war vor zwei Tagen gewesen. „Geschäfte haben Vorrang.“ Besonders für ihn, sein ganzes Leben bestand nur aus Geschäften. Dazu gehörte auch die Ehe mit ihr. Aber das hatte sie von vornherein gewusst, und es war für sie kein Problem gewesen. Wie hätte sie ahnen können, dass es eins werden würde?

Auf die Idee zu heiraten war Nico in Kalifornien verfallen, am Ende einer Geschäftsreise. Nach einer anstrengenden Woche mit Besichtigungen und Verhandlungen zum Ankauf einer Mine hatte er das ganze Team ins Restaurant eingeladen, um den erfolgreichen Abschluss zu feiern.

Sie und er waren als Letzte gegangen, und als er sie auf einen Drink in die Strandbar einlud, stimmte sie zu. Es war, wenn man so wollte, ihr erstes Date.

Sie fanden einen Ecktisch auf der Terrasse, direkt am Wasser. Nico bestellte eine Flasche Wodka und zwei Gläser, und nachdem der Kellner gegangen war, schenkte er ein.

„Auf Rosa Carter“, sagte er und hob sein Glas.

„Auf mich?“

„Die beste Assistentin, die ich je hatte.“

Bei dem unerwarteten Kompliment wurde sie rot. „Ich mache nur meinen Job, Mr Baranski.“

„Bitte nennen Sie mich Nico. Und was den Job betrifft, Sie machen ihn nicht nur, Sie machen ihn hervorragend. Jeder beneidet mich um Sie.“

Bevor sie etwas erwidern konnte, summte ihr Handy, bereits zum fünften oder sechsten Mal an diesem Abend.

„Wer schickt Ihnen denn andauernd eine SMS?“, fragte er leicht irritiert.

„Mein Exfreund“, erwiderte sie, während sie die Nachricht beantwortete.

„Ihr Ex? Was will er dann noch von Ihnen?“

„Das ist … äh … privat.“

Er lehnte sich vor. „Niemand hört uns zu, Rosa, also erzählen Sie! Wir sind nicht im Konferenzsaal.“

So klingt es aber, ging es ihr durch den Kopf, dann seufzte sie. „Vor der Abreise habe ich das Türschloss meiner Wohnung auswechseln lassen, weil ich es satt habe, dass er weiterhin kommt und geht, wie es ihm gefällt. Und das passt ihm nicht.“

Nico runzelte die Stirn. „Bedroht er Sie?“

„Nein, wenigstens nicht körperlich. Er will sich nur nicht damit abfinden, dass ich Schluss gemacht habe. Er glaubt, wenn er hartnäckig genug ist, ändere ich früher oder später meine Meinung.“ Sie straffte...



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