Smart | Sinnliches Wiedersehen auf Sizilien | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2445, 144 Seiten

Reihe: Julia

Smart Sinnliches Wiedersehen auf Sizilien


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1420-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2445, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1420-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wenn sie sich nur erinnern könnte, wer der Vater ihres kleinen Sohnes ist! Aber seit einem Autounfall vor vier Jahren hat Orla ihr Gedächtnis verloren. Nur in ihren Träumen sieht sie immer den schönen Unbekannten ... Bis sie zur Hochzeit ihrer Schwester nach Sizilien fliegt und in der Kathedrale unvermittelt dem italienischen Milliardär Tonino Valente gegenübersteht. Plötzlich kehrt ihre Erinnerung zurück! Tonino war ihr Geliebter! Vor ihm, dessen Blicke ihr Herz schneller schlagen lassen, ist sie damals Hals über Kopf geflohen - aber warum?



Michelle Smart ist ihrer eigenen Aussage zufolge ein kaffeesüchtiger Bücherwurm! Sie hat einen ganz abwechslungsreichen Büchergeschmack, sie liest zum Beispiel Stephen King und Karin Slaughters Werke ebenso gerne wie die von Marian Keyes und Jilly Cooper. Im ländlichen Northamptonshire, mitten in England, leben ihr Mann, ihre beiden Kinder und sie zusammen mit einem niedlichen Cockapoo - einer Kreuzung aus den Hunderassen Cocker Spaniel und Pudel. Was Michelle am meisten am Autorinnen-Dasein liebt, ist, dass sie den ganzen Tag mit Kaffee auf dem Schoß herumsitzen, aber dabei in Gedanken weit weg sein kann ... In ihrer eigenen Welt, die sie ganz nach ihrer Vorstellung erschafft.
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1. KAPITEL

Vier Jahre später.

„Stehst du bitte eine Minute still?“, tadelte Orla kopfschüttelnd ihre Schwester. Wie sollte sie Aislins Brautkleid schließen, wenn diese immerzu auf der Stelle wippte?

„Ich versuche es ja.“

„Versuch es energischer. Diese Häkchen sind kniffelig. Einatmen.“

Theatralisch holte Aislin Luft.

Mühsam bugsierte Orla das zweite Häkchen in die Öse. Ausgezeichnet. Nur noch fünfzehn weitere verdammte Dinger. „Bist du sicher, dass du keinen BH anziehen willst?“

„Es ist ein trägerloses Kleid.“

„Dann nimm einen trägerlosen BH. Was machst du, wenn das Kleid herunterrutscht und die sizilianische High Society deine blanken Brüste bewundern kann?“ Wenn es etwas gab, um das sie Aislin beneidete, dann war es deren beeindruckende Oberweite.

„Dieses Kleid ist maßgeschneidert. Es wird nicht rutschen.“

Orla schob das dritte Häkchen in die Öse. „Warum lässt du dir nicht von der Designerin helfen?“

„Die bleibt in der Nähe, für den Fall, dass wir sie brauchen.“

„Aber sie ist an das hier gewöhnt. Sie hat geschickte Finger, ganz im Gegensatz zu mir.“ Endlich steckte das vierte Häkchen in der Öse. Angespannt atmete Orla aus.

„Mach dich mal locker. Man könnte ja glatt glauben, du heiratest heute.“

„Bist du denn überhaupt nicht nervös?“

„Nö.“ Aislin strahlte, und dazu hatte sie auch allen Grund. Sie heiratete nicht nur die Liebe ihres Lebens, sondern wusste auch seit einem Monat, dass sie schwanger war.

Orla wünschte nur, die Hochzeit fände in Irland statt. Bestimmt lag es an ihrer unterschwelligen Angst, dass sie so ungeschickt an den Häkchen herumfummelte. Oder war das Gefühl in ihrem Magen nur Aufregung?

Fest stand jedenfalls, dass ihr Herz in den Wochen vor der Hochzeit immer schneller geklopft hatte. Und nun, da sie endlich in Sizilien war, erfüllte die Ahnung, dass etwas passieren könnte, sie mit Vorfreude – oder Furcht.

Fast vier Jahre lag ihre erste Reise nach Sizilien inzwischen zurück. Sechs Monate nach ihrer Rückkehr hatte sie bei einem schweren Autounfall große Erinnerungslücken davongetragen. Nach und nach hatte sie sich wieder an das meiste erinnern können, aber die Zeitspanne zwischen ihrem Aufenthalt in Sizilien und dem Unfall existierte in ihrem Gedächtnis noch immer nicht.

Dass der Wunsch, ihren Vater kennenzulernen, sich leider nicht erfüllt hatte, wusste sie von Aislin. Nach seinem Tod im letzten Jahr hatte sie viel geweint, doch da war immer auch ein Gefühl, dass sie um mehr weinte als nur um den Vater, den sie nie getroffen hatte.

Sie tröstete sich mit der Tatsache, dass sie einen Bruder bekommen hatte: Salvatores Sohn, Dante. Genau genommen war er ihr Halbbruder. So, wie Aislin ihre Halbschwester war, auch wenn Orla es nie so betrachtete. Man liebte einen Menschen ja nicht halb. Entweder liebte man ihn oder nicht. An das Leben ohne die drei Jahre jüngere Aislin konnte sie sich nicht erinnern. Sie waren Schwestern und beschützten einander bedingungslos.

Aislin hatte Dante aufgespürt, um Orla einen Gefallen zu tun, und sich in ihn verliebt. Obwohl er erst vor vier Monaten in ihr Leben getreten war, fühlte es sich an, als hätte er schon immer dazugehört.

„Holst du es eben?“, fragte Aislin, als ihr Handy summte.

„Okay, aber rühr dich nicht. Falls die Häkchen aufgehen, mache ich sie nicht noch einmal zu.“ Orla schnappte das Handy von der Frisierkommode, reichte es ihrer Schwester und machte sich wieder an die Arbeit.

„Eine Nachricht von unserer lieben Mutter“, verkündete Aislin.

Das Häkchen entglitt Orlas Fingern. „Was will sie denn?“

„Mir Glück wünschen.“

„Wie großzügig von ihr“, schnaubte Orla.

„Na komm, sei nicht so. Du weißt doch, dass es nicht leicht ist, in ein Flugzeug zu steigen, um die Hochzeit deiner jüngsten Tochter mitzuerleben.“

„Stimmt. Es ist schließlich nicht so, als wäre der Verlobte ihrer Tochter ein Milliardär, der angeboten hat, sie mit seinem Privatjet herzubringen.“

„Und es ist auch nicht so, als hätte sie ihre Töchter seit – warte mal – sieben Jahren nicht gesehen.“

„Oder als hätte sie ihr einziges Enkelkind nie kennengelernt.“ Finn, Orlas dreijähriger Sohn, ihr Wunder des Lebens, schlief unter den wachsamen Augen einer Krankenschwester im Nebenzimmer.

Die Schwestern hatten vor langer Zeit gelernt, dass sie Ärger und Schmerz wegen ihrer Mutter am besten mit Humor erstickten.

„Ich schätze, du solltest dankbar sein, weil sie daran gedacht hat“, meinte Orla trocken.

„Ich fließe fast über vor Dankbarkeit.“

„Und ich habe offen gestanden eine Heidenangst vor Dantes Mutter.“ Orlas Geburt war vor siebenundzwanzig Jahren der Auslöser für die Scheidung von Dantes Eltern gewesen.

„Das brauchst du nicht. Ich habe dir doch erzählt, dass sie dir nicht feindselig gesonnen ist.“

„Aber sie hört sich furchterregend an.“

„Sie ist umwerfend komisch. Als Dante ihr angekündigt hat, dass sie Oma wird, meinte sie, sie wolle auf keinen Fall Nonna genannt werden.“

„Wie werdet ihr sie denn nennen?“ Es gelang Orla, zügig hintereinander zwei Häkchen zu schließen.

Aislin kicherte. „Nonna!“

„Ist sie schon hier?“ Mit „Hier“ war das traumhafte Luxushotel auf einer Klippe über dem Tyrrhenischen Meer gemeint. Dante hatte das Anwesen für dieses Wochenende gemietet.

„Sie fährt mit Giuseppe direkt zur Kathedrale.“ Giuseppe war Dantes aktueller Stiefvater, Immacolatas sechster Ehemann.

Es klopfte, und ein Hotelmitarbeiter trug ein riesiges Blumenbouquet in die Suite. „Mit den besten Empfehlungen des Besitzers“, sagte er auf Englisch.

„Wie reizend.“ Aislin klatschte vor Freude in die Hände. „Stellen Sie die Vase bitte auf das Fensterbrett und danken Sie Mr. Valente in meinem Namen.“

Valente?

Aus einem unerfindlichen Grund stellten sich die feinen Härchen in Orlas Nacken auf. Rasch blickte sie zur Tür, hinter der ihr Sohn schlief.

Als sie wieder allein waren, trafen sich die Blicke der Schwestern im Spiegel. „Hast du den Hotelbesitzer schon kennengelernt?“, fragte Aislin.

Jetzt richteten sich auch noch die Härchen auf ihren Armen auf. „Sollte ich denn?“, fragte sie leichthin und grub die nackten Zehen in den flauschigen Teppich. Ihr wurde eiskalt.

Aislin zuckte die Schultern, sah ihre Schwester allerdings so nachdenklich an, dass der noch mulmiger wurde. „Tonino ist einer von Dantes Platzanweisern bei der Trauung. Die beiden sind alte Freunde. Schon ihre Väter waren befreundet.“

Orlas Finger versteiften sich, als würden sie ein Eigenleben führen. Ihre Brust wurde eng, der Boden schien zu schwanken …

„Autsch!“, quiekte Aislin.

Erst jetzt spürte Orla den Rücken ihrer Schwester unter ihren Fingernägeln. Hastig zog sie die Hände weg – samt des Häkchens, das sie gerade hatte schließen wollen.

Neben den hohen Eingangstüren wartete Tonino Valente darauf, dass die letzten Gäste die Barock-Kathedrale betraten.

Dante stand am Altar und wischte sich mit einem Taschentuch über die Stirn.

Tonino musste sich ein Lachen verkneifen. Wer hätte gedacht, dass sein Freund Dante Moncada vor Lampenfieber schwitzen würde, während er auf seine Braut wartete? Vor Jahrzehnten waren sie mit ihrer Clique auf Mofas durch Palermo geflitzt und hatten die Coolen gemimt, um Mädchen zu beeindrucken. Damals hatte Dante geschworen, sich nie zu binden. Nur Tonino war davon ausgegangen, eines Tages zu heiraten, und doch gab es heute außer ihm keinen anderen Junggesellen mehr in der Clique.

Einmal hatte er fast geheiratet, diese Kathedrale sogar schon gebucht, bevor das Schicksal in Form einer irischen Verführerin eingeschritten war. Ein einziger Blickkontakt, und in seinem Leben war nichts gewesen wie zuvor.

Seltsam, dass Dante eine Irin heiratete. Tonino hatte sie nur kurz getroffen, die attraktive rothaarige Frau, die seinen Freund in einen liebeskranken Narren verwandelt hatte.

Was hatten Irinnen an sich, dass sie einem Sizilianer derart den Kopf verdrehen konnten?

Seine Irin … Nun, die Romanze war extrem kurz gewesen. Wenn auch intensiv. Unglaublich intensiv. Dann war seine Geliebte abgereist, ohne sich zu verabschieden. Kein Wort. Sie hatte einfach gepackt, sich aus dem Staub gemacht und seine Nummer blockiert, sodass er sie nicht anrufen konnte.

Die Kälte, mit der sie die Affäre damals beendet hatte, war schon bemerkenswert.

Er konnte kaum fassen, dass er vier Jahre später noch immer an die Frau dachte.

Am Fuße der Stufen, die zur Kathedrale führten, mühte sich in der Nachmittagssonne ein junges Paar mit einem Rollstuhl ab, der zugleich ein Kinderwagen war. Tonino eilte hinunter, um den Gästen zu helfen.

„Sie gehören zur Braut?“, fragte er auf Sizilianisch und dann auf Englisch, als sie es in die Kirche geschafft hatten. Alle Platzanweiser waren über die Gehbehinderung des Neffen der Braut informiert worden. Vorne in der Kathedrale war ein Platz für ihn reserviert, damit er gute Sicht hatte. Bis seine Mutter, die Brautjungfer, mit Aislin eintraf und übernehmen konnte, sollte ein Platzanweiser bei dem Jungen bleiben. Das ist jetzt wohl mein Job, folgerte Tonino.

„Ja“, antwortete die...



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