Smith / Rusch | Star Trek - Classic: Das Gesetz des Verrats | E-Book | www.sack.de
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Smith / Rusch Star Trek - Classic: Das Gesetz des Verrats

Tag der Ehre Bd. 4 - Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11503-6
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Tag der Ehre Bd. 4 - Roman

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ISBN: 978-3-641-11503-6
Verlag: Heyne
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Haben Menschen Ehre?

Die klingonische Kolonie auf Signi Beta hat keinerlei strategische Bedeutung und dient nur der Landwirtschaft. Fremde greifen sie an und verbrennen Felder, Häuser und Siedler. Der Notruf erreicht die Enterprise, die den Klingonen zu Hilfe eilt. Doch sie können nur wenig gegen die feindliche Übermacht ausrichten. James Kirk und sein Landeteam schaffen es bis zur Planetenoberfläche, wo sie sich mit den Klingonen verbünden. Sie werden in aussichtslose Kämpfe verwickelt - und die Klingonen stellen fest, dass die Menschen weitaus mehr Ehre besitzen, als im Imperium bekannt ist.

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Kapitel 1


Kerdoch knurrte leicht, richtete sich auf und reckte die angespannten Rückenmuskeln. Er war nun seit fast dreißig Jahren Bauer, und mit jedem Jahr wurde sein Körper etwas steifer. Aber er war gern bereit, diesen Preis zu zahlen.

Sein Blick fiel auf seine Arbeit. Das TIqKa SuD-Feld breitete sich wie ein ruhiges Meer vor ihm aus. Blaugrüne Halme wehten unter der Berührung eines unsichtbaren Windes wie sanfte Wogen hin und her. Jeder Getreidehalm strotzte vor Gesundheit.

Am Horizont hatte sich K'Tuj, die größere der beiden gelben Sonnen, hinter den Horizont verzogen. Nun beschien nur noch das mattgelbe Licht K'Machs seine Arbeit. Schon kehrte die Kühle in die Luft zurück und vertrieb die große Hitze des Tages. Kerdoch wusste, dass die Kälte sich innerhalb einer Stunde melden würde. Dann brach die kurze Nacht an. Hinter ihm, in der Ortschaft würden bald die Laternen und in den Kuppelhäusern die Feuer angehen.

Er und die anderen Kolonisten lebten nun seit fünf Jahren auf diesem Planeten. Sie hatten ihn QI'Tu getauft: Paradies. Ihm gefielen zwar viele Dinge an seiner neuen Heimat, aber am liebsten mochte er die Abende am Feuer. Dann hielten das Bier und die Flammen die Kälte ab und taten seinen ermüdeten Muskeln wohl.

Er drehte sich langsam um und betrachtete sein Feld und seine Arbeit. Zwischen dem blaugrünen Getreide war kein einziger schwarzer Qut-Unkrautstängel zu erblicken. Er hatte den täglichen Kampf erneut siegreich bestanden. Einen Moment lang erfüllte ihn der Stolz eines gut geführten Kampfes. Er hatte nichts dagegen.

Als die zweite Sonne den Horizont berührte, dachte er an die Aufgaben des nächsten Tages, den Kampf um die anstehende Ernte. Die Ernährung des Reiches war eine immerwährende Schlacht, die jeden Tag geschlagen werden musste, damit man den Krieg nicht verlor. Kerdoch war stolz auf seine Stellung im Reich. Er wurde aufgrund seiner Arbeit und des Ertrags seiner Felder im ganzen Sektor respektiert. Er genoss diesen Respekt; er hatte die Absicht, den Ertrag noch zu steigern.

Er schritt zwischen den Gewächsen her, ohne einen Stängel abzubrechen, erreichte die freie Stelle zwischen den Feldern, bog ab und machte sich über einen unbefestigten Weg zwischen zwei niedrigen Gräben auf den Heimweg. Seine Familie wartete sicher schon auf ihn. Das Essen war fertig, das Feuer knisterte und knackte, als stünde ein Fest an. Das Fest der täglichen Schlacht, die er wieder einmal gewonnen hatte.

Plötzlich wurden seine Gedanken an die Familie und die Aufgaben des nächsten Tages vom sengenden Geräusch zweier über ihm dahinjagenden Flugmaschinen unterbrochen. Sie flogen niedrig, kaum mehr als zehn Mannshöhen. Er konnte zwar nicht erkennen, welchem Typ sie angehörten, aber sie sahen nicht aus, als seien sie klingonischer Herkunft. Sie waren flach und diamantenförmig und ähnelten keiner Maschine seines Volkes, die er je gesehen hatte.

Der heftige Wind, den sie erzeugten, ließ Kerdoch wanken und straucheln. Dann fand er das Gleichgewicht wieder. Rings um ihn her bog sich das Getreide, als würde es von einer riesigen unsichtbaren Hand bewegt.

In den fünf Jahren, die er auf seinem Land und auf diesem Planeten verbracht hatte, hatte er nie Flugmaschinen über die Felder fliegen sehen, weder in großer, noch in niedriger Höhe. Und noch nie mit dieser Geschwindigkeit. Zweifellos fügte diese närrische Handlung seinem Getreide Schaden zu. Er wollte dafür sorgen, dass man die Verantwortlichen zur Rechenschaft zog.

Kerdoch schaute sich im abnehmenden Licht um, um zu sehen, ob er irgendwelche Schäden erblickte. Aber es war zu dunkel. Die Kälte der Nacht setzte schon ein. Er musste wohl bis morgen mit der Bewertung warten.

Im schwachen Licht erspähte Kerdoch die beiden Maschinen, als sie über dem leuchtenden Rot des Sonnenuntergangs eine hohe, sehr enge Kurve beschrieben; dann rasten sie wieder auf ihn zu. Auch diesmal flogen sie sehr niedrig und waren so schnell wie zwei himmlische Silberpfeile.

Er blieb stehen. Er war zu erschreckt, um sich zu bewegen.

Sein Geist bemühte sich, in dem, was er sah, einen Sinn zu erkennen.

Die Maschinen wirkten, als flögen sie einen Angriff.

In seiner Jugend auf dem Planeten T'Klar hatte Kerdoch derlei Anflüge während einer großen Schlacht gesehen. Seine Mutter war bei einem solchen Angriff umgekommen. Der Pilot war zu feige gewesen, seinen Opfern ins Auge zu schauen. Kerdoch hatte überlebt und den Piloten zwei Jahre später sterben sehen. Damals hatte die Rache gut geschmeckt.

Breite rote Strahlen schossen aus dem Bug der beiden schlanken Maschinen und schnitten einen breiten Streifen aus rotblauem Feuer in das Getreide.

Sie flogen tatsächlich einen Angriff!

Und sie rasten genau auf ihn zu.

Kerdoch warf sich instinktiv auf die rechte Wegseite und tauchte in dem niedrigen Graben unter. Er ging davon aus, dass die schwere Arbeitskleidung seinen Körper schützte, und er hob die Arme, um seinen Kopf zu bedecken.

Fast im gleichen Augenblick waren die Maschinen über ihm. Dann waren sie vorbei.

Die Erschütterungen des Vorbeiflugs drückten Kerdoch in den Graben und sein Gesicht, um ihn noch mehr zu erniedrigen, in den Dreck. Dafür würden sie bezahlen!

Bevor er sich bewegen konnte, um in eine aufrechte Position zu gelangen, spürte er ein starkes Brennen an der Schulter und am Rücken. Er brannte! Ihre Feuerwaffen hatten ihn in Brand gesteckt!

Kerdoch rollte sich herum, wälzte sich so fest und schnell wie möglich am Grabenboden, um die Flammen an seinen Kleidern von der Kühle der Erde ersticken zu lassen. Wie oft hatte er den kalten Boden verflucht, weil er sich übel auf seine Gelenke auswirkte, doch nun war er ihm dankbar.

Als er sicher war, dass das Feuer an seinem Rücken nicht mehr brannte, stand er auf und ignorierte seine Schmerzen.

Fünfzig Schritte weit – auf beiden Seiten – bestand sein Getreide nur noch aus rauchender Asche, die am Rand des Vernichtungsstreifens von flackernden kleinen Feuern beleuchtet wurde. In der Ferne sah er durch den Rauch die beiden Maschinen, die ihren Vernichtungsfeldzug nun über den Feldern seines Nachbarn betrieben.

Wer waren sie?

Warum verbrannten sie die Ernte? Die Nahrung des Reiches?

Ihre Tat hatte doch überhaupt keinen Sinn.

Hinter ihm, aus der Richtung seines Hauses und dem Zentrum der Ortschaft, waren laute Explosionen hörbar.

Kerdoch fuhr herum. Flammen schossen zum Himmel hoch, denn nun griffen noch mehr der fremden Flugmaschinen an.

Seine Familie und sein Haus befanden sich in der Nähe des Koloniezentrums. Kerdoch lief auf der Stelle los, um seine Angehörigen zu retten.

Und um es jenen heimzuzahlen, die für alles verantwortlich waren.

Captain James T. Kirk verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich an die Wand des winzigen Büros. Es gehörte Commander Bracker, dem Leiter der Sternbasis 11 – eine der kleinsten, die er je betreten hatte. Das Büro war kaum groß genug, um zwei Personen aufzunehmen, deswegen empfanden es auch die vier restlichen Anwesenden als reichlich eng. Und die Enge trug nicht dazu bei, Kirks Laune zu verbessern.

Er warf einen Blick über den Schreibtisch hinweg auf das lächelnde Gesicht seines Freundes Kelly Bogle von der U.S.S. Farragut. Bogle stand hinter Bracker, und es gelang ihm, sich in dem engen Raum zum Mittelpunkt der Beachtung zu machen. Er war vor ihm eingetreten und besetzte nun den Platz, den Kirk sonst eingenommen hätte. Den Platz, den er gehabt hatte, als sie beide auf der Sternbasis angekommen waren.

Bogles Platz war auch ein Symbol für seinen gerade erfolgten Sieg über Kirk. Kirk dehnte seine Schultern, doch er konnte die Spannung darin nicht lindern. Er hatte verloren! Und das konnte er nicht ausstehen, nicht mal bei einem freundschaftlichen Fangt-den-Dieb-Spiel. Am schlimmsten jedoch war es, gegen Kelly Bogle zu verlieren, seinen Freund und ehemaligen Mannschaftskameraden von der Farragut. Das machte ihn noch saurer.

Captain Bogle maß zwar nur acht Zentimeter mehr, aber Kirk war der Unterschied immer viel größer erschienen. Es gelang Bogle immer wieder, so aufrecht daherzugehen, dass er auch dann wie der größte Mann im Raum wirkte, wenn er es nicht war. Sein brünettes Haar war stets perfekt frisiert. Kirk wusste auch, dass seine aufrechte Haltung und seine perfekte Frisur bestens zu den Methoden passten, mit denen Bogle sein Schiff kommandierte. Bei ihm lief alles exakt nach Vorschrift. Doch bei einem Kampf konnte Kirk sich kein besseres Schiff, keine bessere Mannschaft und keinen besseren Captain an seiner Seite vorstellen.

Er mochte Kelly Bogle auch deswegen, weil er zu den wenigen Menschen gehörte, die ihn unterkriegen konnten. Klar, nur selten. Aber Bogle schaffte es auch, wenn er sich nach den Vorschriften richtete.

Neben der Tür standen zwei rotuniformierte Angehörige der Farragut-Mannschaft. Zwischen ihnen befand sich ein winziger, kindlich aussehender, äußerst dünner Humanoide. Der Gefangene trug möglicherweise gestohlene Standardkinderkleidung einer Sternbasis und eine kleine Mütze mit einem Enten-Aufnäher. Er war zwar der erste Liv, den Kirk je gesehen hatte, aber er hatte von diesem Volk in den letzten Jahren viel gehört. Angeblich waren die Liv ein Volk von Dieben. Spock behauptete freilich, es sei unlogisch, dass sich ein ganzes Volk diesem Beruf verschrieben haben könne. Ob logisch oder nicht: Die Liv klauten auf allen Planeten, Sternbasen und Schiffen, auf denen man sie antraf.

Sie waren hellhäutig und wirkten auf den ersten Blick wie Menschenkinder. Sie hatten eine rosige Haut, hellblaue Augen und...



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