Smith | So What? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 341 Seiten

Smith So What?

Rhys & Diana
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7575-9615-6
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Rhys & Diana

E-Book, Deutsch, 341 Seiten

ISBN: 978-3-7575-9615-6
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Liebe ist überflüssig, wenn man sie denn ignorieren kann ... Diana Stell dir vor, du stehst ständig unter Beobachtung, weil dein Vater nicht nur der Bürgermeister New Yorks ist, sondern auch keine Geduld mehr mit deinem lockeren, oftmals anstrengenden Temperament hat. Was wäre da schöner, als mit einem attraktiven Unbekannten, der keine Ahnung hat, wer du bist und dich in dieser Nacht trotzdem glücklich machen kann, Regeln zu brechen? Bingo! Er ist charmant, gutaussehend und impotent. Zumindest bei mir. Um es nicht persönlich zu nehmen, verschwinde ich schnell wieder. Tja, und dann taucht er doch wieder auf. Dieses Mal in meiner Welt. Und dieses Mal will er es wirklich wissen. Doch will ich das auch? Rhys Es passiert selten, dass ich mir außerhalb meines Terrains eine Frau für eine Nacht suche. Warum sollte ich auch, wenn ich meine Befriedigung durch meine Kundinnen bekomme? Doch dann stolpert mir Diana vor die Füße. Ich lass es darauf ankommen und versage, bevor ich überhaupt anfangen kann! Gut, einmal kann Mann verschmerzen, weil sie verschwunden ist und ich die Sache nicht weiter hinterfrage. Aber dann wird mir vor Augen geführt, warum ein Mann wie ich keine Frau wie Diana haben kann: Denn ihre Stiefmutter ist meine Stammkundin! Wäre mein Ego nicht so stark angeschlagen, würde ich mich von ihr fernhalten. Ganz sicher liegt es nur daran, dass ich sie einfach nicht aus dem Kopf bekomme. Oder etwa nicht? Keiner der beiden hat nach Liebe gesucht, aber was passiert, wenn sie sie gefunden haben, ohne es zu wissen?

Emma Smith wurde 1988 im Ruhrgebiet geboren und schrieb schon als 10-Jährige ihre eigenen Geschichten. Mittlerweile genießt sie im Privaten ihr Kleinstadtleben mit Mann und Kindern und erschafft zwischen Haushalt und Kinderspielzeug seit 2016 ihre eigene Bücherwelt rund um Liebe, Lust und Leidenschaft. Emma ist auch auf allen gängigen Social-Media-Plattformen zu finden.
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KAPITEL 1


Mucksmäuschenstill drückte ich die Tür ins Schloss und holte erst dann wieder Luft.

»DIANA!«

»Mist«, entfuhr es mir, bevor Dad aus dem Arbeitszimmer gestampft – ja richtig! – kam, um auf mich zu zugehen.

Er hatte die Krawatte abgelegt und roch leicht nach Gin.

Keine gute Kombi.

»Wo bist du gewesen?«

»Aus«, antwortete ich.

Dads Nasenflügel bebten, weil ich es immer wieder mit kurzen Antworten schaffte, seinen Puls in astronomische Höhen zu jagen.

»Kannst du mir mal verraten, warum du ausgegangen bist, wenn ich dir gesagt habe, dass du zuhause bleiben und den Skandal …«

Ich winkte ab und warf den Haustürschlüssel in meine Handtasche zurück. Jetzt brauchte ich mich auch nicht mehr bemühen, leise ins Haus zu kommen.

»Wie wäre es damit, Dad? Wenn du ernsthaft geglaubt hast, dass du deine fünfundzwanzigjährige Tochter einsperren kannst, nur weil es da diese Fotos …«

»Nur Fotos? Mädchen, ist dir eigentlich klar, dass das alles auf mich zurückfällt, wenn meine ach so erwachsene Tochter oben ohne abgelichtet wird?«

Ich verdrehte die Augen und stolzierte an ihm vorbei, um hoch in mein Zimmer zu gehen.

»Ich rede mit dir!«, brüllte Dad noch lauter und ich könnte schwören, eines der großen Selbstporträts von Dad, links an der Wand, begann zu wackeln.

Beeindruckend.

»Lass sie doch, Darling.«

Eigentlich wollte ich direkt die Treppe hoch, aber meine allzeit beliebte Stiefmutter Catherine stand mir im Weg. Obwohl wir uns zu Hause befanden und man es gemütlicher hätte haben können, trug sie ihre üblichen Zehn-Zentimeter-Hacken und ein Dolce-Kostüm, das man auch nur einmal tragen durfte, bevor man von der High Society deswegen gemieden wurde. Ihr Haar war perfekt gestylt. Selbst ein Betonbohrer hätte Probleme, durch die Fülle an Haarspray durchzukommen. Tja, und dann war da noch diese makellose Make-up-Maske, die sie stets trug. Ich hatte diese Frau noch nie ungeschminkt gesehen oder gar mit Poren erwischt, die sie vielleicht etwas menschlicher hätten aussehen lassen. Natürlich machte die viele Schminke sie mindestens zehn Jahre jünger als sie in Wirklichkeit war. Meine beste Freundin Coco fragte sich oft, was zuerst runterfallen würde, wenn sie ihr kräftig auf die Schulter hauen würde. Wahrscheinlich ein Haufen Puder und falsche Wimpern. Coco jedoch war der Meinung, dass sich darunter vielleicht sogar ein Kerl verbergen könnte. Die Wahrheit würden wir beide wohl nie herausfinden.

»Diana weiß einfach nicht, dass es um so viel mehr geht als …«

»Als was? Geld, Macht und Ruhm, Catherine?«, fiel ich ihr ins Wort und sie zog hörbar die Luft ein. Dazu hielt sie sich damenhaft das Dekolleté, das selbstverständlich so tief ausgeschnitten war, dass mich fast ein Nippel gegrüßt hätte.

»Hast du das gehört, Darling? So redet deine Tochter mit mir!«

Ich verdrehte die Augen, weil ich absolut keine Lust auf dieses Melodram hatte. Deswegen stieg ich weiter die Treppe hoch und ging an ihr vorbei.

»Wo willst du hin?«, fragte Dad, statt sich für meine Stiefmutter einzusetzen.

Zumindest das hatte er sein lassen. Erst war Catherine damals mit Sack und Pack eingezogen, nur damit Dad dieses geldgeile Miststück dann auch noch, vier Monate nachdem Mom gestorben war, heiraten konnte. Aber nach acht Jahren Ehe mit Catherine war selbst Dad mittlerweile so weit, dass er sie lieber ignorierte, als mit ihr zu reden.

»Auf mein Zimmer, Dad«, erklärte ich monoton. »Natürlich werde ich über meine Sünde nachdenken und mich bessern.«

Dads Blick wurde finsterer. »Ach, tust du das?«

Er wusste, ich redete Scheiße. Und ich wusste, er glaubte mir kein einziges Wort.

»Natürlich, Dad. Hab noch einen schönen Abend.« Automatisch starrte ich zu Catherine, die darauf wartete, dass ich ihr diesen auch wünschte.

Nun, darauf konnte sie lange warten.

Erneut japste sie entsetzt nach Luft, als ich ohne ein weiteres Wort die Stufen hochging.

»Wie kannst du das zulassen? Deine Tochter behandelt mich wie eine …«

Bevor sie den Satz beenden konnte, schloss ich bereits meine Zimmertür.

Seufzend lehnte ich mich gegen das dicke Eichenholz und blickte mich in meinem großzügigen Zimmer um.

Es mochte für so manch Fünfundzwanzigjährigen merkwürdig aussehen, dass ich noch bei meinem Dad lebte. Nun, nicht in unseren Kreisen.

Dad war der Bürgermeister New Yorks. Ja, leider keine süße Provinzstadt im Nirgendwo.

Er war bereits privilegiert geboren worden. Mom hingegen … nicht. Sie war Kellnerin gewesen, traf eines Tages Dad, der dort essen wollte und schwups, wurde ich zehn Monate später geboren. Die beiden liebten sich wirklich abgöttisch. Als Mom Krebs bekam, steckte Dad mitten in seiner politischen Karriere und … irgendwann ging alles nur noch den Bach runter.

Ich würde gerne sagen, dass das alles Vergangenheit war, aber all diese Dinge waren immer noch in meinem Kopf verankert.

Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte Dad nichts gegen mein Temperament und meine Andersartigkeit, in Bezug auf die High Society, einzuwenden. Es schien ihm sogar zu gefallen, weil es ihn an Mom erinnerte. Sie war wie ich ein freier Vogel, der nichts lieber tat, als normal zu leben. Aber seit einiger Zeit fand er mein Benehmen nicht mehr witzig. Oder übertrieb ich es tatsächlich maßlos?

Seufzend legte ich meine Handtasche auf den Schreibtischstuhl und blickte auf die Zeitung, die mir den ganzen Schlamassel erst eingebrockt hatte.

Letzten Monat waren Coco und ich auf Hawaii und hatten die Paparazzi nicht gesehen. Nun, meine Brüste schon. Immerhin schafften sie es auf Seite vier der Zeitung. Halb New York hatte mich nun oben ohne gesehen. Ich war nicht prüde, aber dass Dad davon nicht begeistert war, konnte selbst ich nachvollziehen.

Nur übertrieb er. Wenn es nach ihm ginge, dürfte ich das Haus gar nicht mehr verlassen. Dad stand unter enormen Druck. Einige forderten bereits seinen Rücktritt, weil vieles in der Stadt nicht so lief, wie erwartet. Da passte es natürlich für seine Widersacher, dass die Tochter von Clifford Osbourne nackt abgelichtet wurde.

Seufzend schaute ich mich in meinem Zimmer um.

Es war noch nicht mal ganz neun Uhr. Der Tag war irgendwie noch nicht gelaufen. Zumindest wollte ich nicht, dass er damit endete, mit Catherine auf der Treppe diskutiert zu haben.

Nun, da gab es wohl nur eines zu tun.

Ich legte mir wieder die Handtasche um, öffnete eines meiner Fenster und kletterte das Spalier hinunter.

»Komm schon. Nur ein Drink«, bettelte ich Coco übers Handy erneut an.

»Ich kann nicht. Du weißt, dass die Klausur ultrawichtig ist«, erklärte sie zum tausendsten Mal.

Ich stöhnte laut auf.

»Genieß du die Nacht. Immerhin hast du alle Klausuren bereits hinter dir.«

Wir beide studierten an der New Yorker Universität. Unser Master-Studium war fast geschafft. Ich wartete nur noch auf meine Noten, Coco musste noch eine Klausur schreiben. Deswegen und nur deswegen kam sie heute davon.

»Okay. Ich genieße es. Aber nur, wenn du nächste Woche wieder mit von der Partie bist«, stellte ich klar und betrat die erstbeste Bar, die meinen Weg kreuzte.

»So wie ich dich kenne, wirst du mir den halben Abend Fotos schicken. Und dann bekomme ich ein schlechtes Gewissen, was du ja auch beabsichtigst.«

Ich seufzte zufrieden auf.

»Du kennst mich einfach zu gut.«

»So schlimm?«

Sie wusste, dass Dad momentan in Bombenstimmung war.

Ich setzte mich an die halbleere Bar und nickte, obwohl sie es nicht sehen konnte.

Der Laden war groß, dunkel und modern eingerichtet. Leise Musik war im Hintergrund zu hören.

Der Barkeeper kam auf mich zu.

»Ein Soda bitte.«

»Soda? Muss ich mir Sorgen machen?«, fragte Coco.

»Alkohol führt nur zu mehr Alkohol. Das kann ich mir im Moment nicht leisten.«

Wir wussten beide, dass Dad sich das nicht leisten konnte. Aber Coco war so clever, mich nicht zu korrigieren.

»Kopf hoch. Solche Bilder verschwinden auch schnell wieder aus der Öffentlichkeit und …«

Ich schnaubte. »Mich interessieren diese Fotos nicht, das weißt du. Aber Dad, keine Ahnung, ob …« Der Barkeeper stellte mir mein Glas Soda hin, ich nickte dankbar. »Na ja, egal. Du kümmerst dich darum, dass ich dich nächstes Jahr nicht mehr zur Uni begleiten muss und ich kümmere mich darum …«

Ja, um was eigentlich?

»Dass du einen Abend mal vergisst, wer du in Wirklichkeit bist, Dee.«

Meinen Spitznamen aus ihrem Mund zu hören, half mir, mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Ich war aus gutem Grund durch das Fenster geklettert. Ich war aus gutem Grund nicht zuhause geblieben.

»Du hast recht. Lern heute nicht zu lange«, sagte ich.

Coco seufzte. »Ja, versuch ich. Bis morgen.«

»Bis morgen.«

Ich legte auf und starrte noch eine...



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