E-Book, Deutsch, Band 240, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
Smith / Welsh / James Bianca Exklusiv Band 240
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-3002-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 240, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-3002-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
CHARMANT - UND UNWIDERSTEHLICH von WELSH, KATE
Gleich schlägt das Herz des smarten Anwalts Brad Costain wieder höher, als er Melissa Jahre nach ihrer leidenschaftlichen Affäre trifft. Dabei ging es ihm bei seiner Suche nach ihr eigentlich um das kleine Kind, das sie groß zieht. Doch nun geht es um viel mehr ...
NUN IST UNSER GLÜCK VOLLKOMMEN von JAMES, ARLENE
Seit Kurzem gehört Laurens ganzes Herz dem süßen Baby, das eine junge Frau in ihrem Hotel heimlich zur Welt gebracht hat, bevor sie verschwand. Als sich ihr Gast Colin Garret dann auch noch als absoluter Traummann entpuppt, scheint ihr Glück perfekt! Sie ahnt nicht, wer er ist.
DIE FRAU SEINES BRUDERS von SMITH, KAREN ROSE
Hat Kylie die letzten Jahre mit dem Falschen verbracht? Schon auf der Highschool war sie in Brock verliebt. Geheiratet aber hatte sie dessen selbstverliebten und treulosen Bruder Alex. Darf sie nach dessen Tod nun einfach ihrem Herzen folgen direkt in Brocks Arme?
Karen Rose Smith wurde in Pennsylvania, USA geboren. Sie war ein Einzelkind und lebte mit ihren Eltern, dem Großvater und einer Tante zusammen, bis sie fünf Jahre alt war. Mit fünf zog sie mit ihren Eltern in das selbstgebaute Haus 'nebenan'. Da ihr Vater aus einer zehnköpfigen und ihre Mutter einer siebenköpfigen Familie kam, waren immer Tanten, Onkels, Cousins oder Cousinen zu Besuch. Nicht ohne Grund ist ein starkes Thema in ihren Büchern die Familie und die Erinnerungen aus der Kindheit geben ihr oft einen Grund zu schreiben. Als Karen das Teenageralter erreichte, wurde Musik für sie genauso bedeutend, wie das Lesen. Ihre Lieblingsband waren die Beatles. Aber durch einen ihrer Cousins hörte sie von den Monkees und war von nun an gefesselt. Sie schrieben zusammen ein Skript über die Band und sandten es zu jedem Konzert bei dem die Gruppe in diesem Sommer auftrat. Am College begann sie Gedichte zu schreiben und lernte dort auch ihren zukünftigen Ehemann kennen. Nach der Hochzeit, beide waren Lehrer geworden und hatten einen Sohn bekommen, entschied Karen Rose Smith als Innenausstatterin zu arbeiten. Nach einer Weile kehrte sie dazu zurück zu lehren, aber Veränderungen in ihrem Leben hatten sie dazu gebracht Liebesromane zu schreiben. Mittlerweile schreibt sie ihre Bücher nur noch in Vollzeit. Seit 1991 hat sie 82 Romane an Verlage verkauft. Zweimal hat sie 'New Jersey's Golden Leaf Award' und einmal den 'Colorado Romance Writers Award' wie den 'Phoenix Desert Rose Chapters Golden Quill' gewonnen. Ihre Romane sind immer wieder auf verschiedenen Bestsellerlisten zu finden. Gegenwärtig arbeitet sie hart an einer Buchserie in drei Teilen als Harlequin Special Edition, sowie auch einer Mystery Serie für Kensington um ihre Leser zu begeistern. Seit 1971 ist sie verheiratet und glaubt an die Kraft der Liebe. Sie schreibt Beziehungsgeschichten, sowohl im Romantik - als auch im Mystery - Genre. Ebenso schreibt sie Detective-Romane und hat dem Special Agent Daniel Vartanian zum Leben erweckt. Sie können ihr bei Twitter und Facebook folgen.
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1. KAPITEL
Auf der Route Nr. fünf in Hughesville, Maryland, bog Brad nach links ab. Müde und erschöpft versuchte er, einen Blick auf die Richtungsschilder zu erhaschen, und konzentrierte sich dann wieder auf die Straße. Die lange Fahrt war anstrengend gewesen. Er musste aufpassen, denn gleich kam die letzte Abzweigung. Zwei Monate hatte es ihn gekostet, bis er Melissa Abell ausfindig gemacht hatte. Aber dann hatte der Detektiv Joe Brennan, der für seine Anwaltskanzlei arbeitete, ihre Adresse über eine Erbschaft von ihrem Onkel herausbekommen. Es konnte nur noch ein paar Minuten dauern, bis Brad ihr wieder gegenüberstehen würde. Sie sollte ihm Rede und Antwort stehen, warum sie damals einfach verschwunden war.
Ganz offensichtlich hatte Melissa nie die Absicht gehabt, ihn nach der Trauerfeier nach Bellfield zu begleiten. Aber warum hat sie das nicht einfach gesagt? grübelte er. Er hatte ihr anbieten wollen, ihr mit dem Baby zu helfen. Das Baby war das Einzige, was ihm von seinem Bruder geblieben war. Und sein Bruder war der einzige Mensch, den er jemals geliebt hatte. Warum will sie um jeden Preis verhindern, dass ich sie unterstütze? Es geht doch nur darum, ihr finanziell unter die Arme zu greifen, redete Brad sich angestrengt ein.
Es ergab keinen Sinn. Melissa war auf das Leben als alleinerziehende Mutter nicht vorbereitet. Sie war nicht auf gewöhnlichem Weg schwanger geworden, sondern nur deshalb, weil sie großherzig einer künstlichen Befruchtung mit Garys Samen zugestimmt hatte, nachdem Leigh erfahren hatte, dass sie selbst wegen einer früheren Infektion unfruchtbar geworden war.
Er unterdrückte die heftigen Gefühle, die ihn bei jedem Gedanken an Melissa durchfluteten. Das erste Mal waren sie sich auf Bellfield begegnet, am Abend vor Garys und Leighs Hochzeit. Melissa war wegen der Hochzeit in die Stadt gekommen, und sie schien genauso schick und klug und charmant zu sein wie ihre Zwillingsschwester.
Als er sie auf der Tanzfläche in den Armen gehalten hatte, war sein Schicksal bereits besiegelt gewesen. Und als das Lied zu Ende war, verlangte er innerlich schon viel mehr als nur einen Tanz. Er wollte ihren wundervollen Körper unter sich spüren und ihr so nahe sein, wie zwei Menschen sich nur nahe sein können.
Der Tanz hatte zu einem mitternächtlichen Spaziergang durch den Park und zu einem heißen Zwischenspiel im Gartenhaus geführt. Wenn ihr nicht eine unglaublich naive Bemerkung über die Lippen gekommen wäre, hätte er ihr in jener Nacht ganz sicher die Jungfräulichkeit geraubt. Aber plötzlich hatte ihn die Panik ergriffen, und er war gezwungen gewesen, innezuhalten und nachzudenken.
Sie ist noch Jungfrau, und wenn du sie entjungferst, dann hast du eine Riesenverantwortung am Hals, hatte er gedacht. Verantwortung und Verpflichtung waren ganz und gar nicht seine Sache. Du kommst ganz nach deinem Vater, hatte man ihm jahrelang unter die Nase gerieben. Alle möglichen Frauen hatten ihm das vorgeworfen, seine Mutter eingeschlossen, so lange, bis er schließlich und endlich selbst davon überzeugt war.
Damals im Park hatte Brad seine Leidenschaft schnell wieder gezügelt und war mit Melissa zur Party zurückgekehrt. Aber er hatte bezweifelt, dass er sich bei der nächsten Begegnung mit Melissa würde beherrschen können. Also war ihm nichts anderes übrig geblieben, als seinen eigenen Gefühlen einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen. Deshalb hatte er eine langjährige gute Freundin gebeten, seine Geliebte zu spielen. Niemals hatte er damit gerechnet, dass Melissa wütend und ärgerlich reagieren würde, wenn sie ihn mit einer anderen Frau im Arm sah. Im Grunde genommen war zwischen ihnen doch gar nichts passiert, und von einer Beziehung waren sie meilenweit entfernt gewesen. Die Katastrophe war trotzdem eingetreten, und er hatte beschlossen, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Er hatte nicht gewagt, ihr die Sache zu erklären.
Fünf Jahre waren seitdem vergangen. Vor zwei Monaten hatte sie die Trauerfeier fluchtartig verlassen. Wenn er mit ihr über das Baby reden wollte, musste er sich wohl oder übel allein mit ihr treffen. Ohne die schützende Gegenwart der anderen Trauergäste. Die Aussicht beunruhigte ihn zutiefst, und sein Herz pochte umso heftiger, je näher er ihrem Haus kam.
Er bog um die nächste Ecke, fuhr ein kleines Stück auf der holprigen und kurvenreichen Landstraße entlang – und hatte das Gefühl, in einer vollkommen fremden Welt gelandet zu sein. Die Farmhäuser an der Straße gehörten den Amischen, einer mennonitischen christlichen Gemeinde, die noch ganz in ihren alten Bräuchen und Traditionen aufging.
Mehrere Male musste er Pferdekutschen überholen, die gemächlich auf der Landstraße dahinzockelten und von bärtigen Männern mit flachen, runden Hüten gelenkt wurden. Aus irgendeinem Grund schien es den Kindern einen Riesenspaß zu machen, aus dem Rückfenster zu schauen und ihm fröhlich zuzuwinken. Es war unmöglich, ihre strahlenden Gesichter zu ignorieren. Mit Kindern hatte er zwar nicht viel Erfahrung, aber es schien ihm falsch, nicht zurückzulächeln und sich das Winken zu verkneifen.
Ein paar Meilen weiter entdeckte er plötzlich einen verrosteten, überquellenden Briefkasten. Sein abruptes Bremsmanöver am Anfang des langen Kieswegs wirbelte eine Menge Staub auf. Er wartete, bis er wieder klare Sicht hatte, und entzifferte dann die verblassten Buchstaben auf dem Briefkasten. Abell war darauf zu lesen. Hier bin ich richtig, dachte Brad unwillkürlich. Seine Suche nach Melissa Abell war zu Ende. Er hatte sie gefunden. Und das Kind seines Bruders.
Entschlossen lenkte er seinen Sportwagen auf den holprigen Kiesweg. Nach einer scharfen Biegung stand er plötzlich auf einer freien Fläche und hielt an. In der Mitte des Platzes befand sich ein altes Farmhaus aus Schindeln, das bestimmt schon bessere Tage gesehen hatte. Es war umringt von ein paar heruntergekommenen Scheunen, und hinter dem Haus dehnten sich die saftigen Wiesen. Unkraut rankte sich am verwitterten, weiß gestrichenen Zaun hoch.
Brad konzentrierte seine Aufmerksamkeit auf das Haus und runzelte die Stirn. Über die Hälfte der weißen Farbe war schon abgeblättert und gab das nackte Holz zu erkennen. Einige der grün angemalten Fensterläden fehlten. Es wehte eine leichte, frühsommerliche Brise, und auf der Veranda vor dem Haus schaukelten zwei Schaukelstühle aus Korbgeflecht gemächlich hin und her. Blaue, rote, violette und gelbe Blumen blühten auf den Beeten vor dem Haus und sollten den kläglichen Anblick in freundlicheres Licht tauchen, aber der Versuch gelang nur mäßig.
Er stieg aus dem Wagen und schaute sich um. Es fiel ihm ausgesprochen schwer, die heruntergekommene Farm mit der Frau in Verbindung zu bringen, die vor fünf Jahren in Bellfield sein Herz im Sturm erobert hatte. Hat sie mich etwa belogen? fragte er sich. Das Haus sah ganz und gar nicht danach aus, als würde es von einer weltläufigen Innenarchitektin bewohnt.
Nein, es war keine Lüge gewesen. Jetzt fiel es ihm wieder ein. Damals auf der Hochzeit von Gary und Leigh hatte sie tatsächlich behauptet, dass sie Innenarchitektin sei und ein eigenes Geschäft besitze. Aber wenn sie die Schwangerschaft in der Nähe von Gary und Leigh hatte verbringen wollen, dann musste sie ihr Geschäft für neun Monate schließen. Und das hielt kein Unternehmen aus. Die Schwangerschaft würde sie ruinieren. Wovon will sie ihr Baby eigentlich ernähren? fragte Gary sich wieder. Im Bericht des Detektivs hatte es geheißen, dass die Farm ziemlich heruntergekommen war, aber trotzdem ein lohnendes Investitionsobjekt darstellte. Nur hatte Brennan keine Anzeichen entdeckt, dass sie ihr Haus verkaufen wollte. Außerdem hatte der Detektiv ihm verschwiegen, dass Melissa Abell offenbar völlig verarmt war.
Brad war wie angewurzelt stehen geblieben. Seine Wut schnellte in ungeahnte Dimensionen. Hier will diese Frau Garys Baby aufwachsen lassen? Brad war empört. Vor seinem geistigen Auge erschien ein kleiner Junge, der Gary ähnlich sah. Barfuß und in abgerissener Kleidung stand er neben der Straße und schaute zu, wie die Welt an ihm vorüberzog. Am besten, ich hole das Baby ganz zu mir, dachte er grimmig. Er konnte ein Kindermädchen engagieren, das sich um den Alltag kümmerte. Und er wollte da sein, wann immer es einen großen Augenblick im Leben seines Neffen zu feiern gab.
Er straffte die Schultern, wappnete sich innerlich für den Kampf um den Sohn seines Bruders und machte sich auf den Weg zur Haustür. Als er den Fuß auf die unterste Stufe der Verandatreppe gesetzt hatte, hörte er Melissas Stimme durch die Tür. „Was willst du?“, fragte sie mit feindseliger Stimme.
Brad atmete tief durch. „Du hast das Mittagessen sausen lassen“, scherzte er gezwungen.
„Ich hatte dir und deiner Familie nichts mehr zu sagen“, antwortete sie. Sie klang jetzt ganz ruhig. Fast schon feierlich. „Keinen Bissen hätte ich heruntergebracht.“
„Und deshalb bist du davongerannt?“ Er hob die Augenbraue. „Weil du uns nichts mehr zu sagen hast?“
„Ich bin nicht gerannt. Ich bin gefahren. Wir leben schließlich in einem freien Land.“
Er atmete noch mal tief durch und zwang sich zur Ruhe. „Melissa, wir müssen reden“, drängte er.
„Ach, wirklich? Worüber sollten wir beide uns unterhalten?“ Sie stieß die Tür auf und trat auf die Veranda.
Die Schwangerschaft sah man ihr immer noch nicht an. Ihre Figur war zierlich und schlank, und ihre blaugrünen Augen blitzten vor Wut. Mühsam unterdrückte er ein Grinsen. Sie mochte wütend sein und ihre Stimme konnte hart klingen, aber wenn...




