E-Book, Deutsch, 238 Seiten
Smith Wenn Tiere lieben
Auflage der EPUB Ausgabe
ISBN: 978-3-946959-82-3
Verlag: Reichel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Die erstaunliche Intuition unserer Tiergefährten
E-Book, Deutsch, 238 Seiten
ISBN: 978-3-946959-82-3
Verlag: Reichel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Gordon Smith, geb. 1962, gilt in Großbritannien als das derzeit fähigste und treffsicherste Medium. Er arbeitet seit über 30 Jahren medial, gibt öffentlich Demonstrationen seines Könnens, schreibt Bücher, organisiert Workshops und hat mit seiner Arbeit zahllose Menschen in ihrer Entwicklung inspiriert. Smith beeindruckt durch seine Natürlichkeit und plädiert für eine offene Zusammenarbeit von Wissenschaft und Spiritualität.
Zielgruppe
Tierliebhaber
Tierheilpraktiker
Tierärzte
Tierbesitzer
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Einleitung
E s scheint, als könnten wir jeden Tag eine unglaubliche Geschichte in den Medien finden, die uns über die Intuition und das Mitgefühl von Tieren staunen lässt. In diesem Buch möchte ich Ihnen ein paar der Geschichten erzählen, die ich in den vielen Jahren als Medium erlebt habe, und auch einige Fragen über Tiere beantworten. Im Grunde sind es ganz ähnliche Fragen wie die, die mir über Menschen gestellt werden. Leben die Seelen der Tiere weiter? Können sie uns durch ein Medium Zeichen senden oder etwas tun, was uns ihre Gegenwart bestätigt, wie beispielsweise ihr früheres Lieblingsspielzeug bewegen oder wie ein Hauch an uns vorbeistreifen? Werden sie da sein, um uns bei unserem Übergang willkommen zu heißen?
Zwar schaffe ich es nicht, zu jedem Haustier Verbindung aufzunehmen, aber ich kann den Leuten versichern: Die Antwort auf all diese Fragen ist ein eindeutiges »Ja!«. So wie wir Menschen können auch Tiere nicht wirklich sterben. Auch sie gehen in die geistige Welt ein. Ich kann gar nicht mehr zählen, bei wie vielen meiner Readings ein Tier neben einem Menschen saß, der vor kurzem verstorben war – sein Begleiter im Tod wie im Leben.
Für mich als Medium ist die Erfahrung, die Verbindung zu einem Tier aufzunehmen, genau dieselbe, wie wenn ich mich mit einer menschlichen Seele verbinde. Dann spüre ich eine Gegenwart, eine Persönlichkeit, die sich mir aufdrückt. Ich sehe Bilder und fühle eine reale, greifbare emotionale Verbundenheit, die auch sein Halter spürt.
Ebenso wie ich weiß, wenn eine menschliche Seele glücklich ist, fühle ich auch, wenn Hunde oder Katzen ihren Seelenfrieden gefunden haben und ihrem Menschen zeigen wollen, dass er sich nicht mehr um sein Tier zu sorgen braucht.
Tatsächlich ist die geistige Welt eine andere Bewusstseinsebene, eine hellere Ebene, auf der ein Wesen weiter und klarer als auf der Erde sehen kann. Deswegen können Tiere auf dieser Ebene immer noch wissen, was in unserem Leben geschieht, und uns genauso zur Seite stehen, wie sie es in unserer Welt taten.
Die folgende Geschichte stammt von meiner Freundin Sue, einer Tierheilerin. Sie zeigt die Magie, die entstehen kann, wenn jemand eine echte, liebevolle Verbindung zu einem Tier hat. Ich lasse sie mit ihren eigenen Worten schildern, was geschah:
Ich wurde gebeten, einem herrlichen kastanienbraunen Zuchtpferd namens Dexter Heilung zu senden. Wie seine Besitzerin Beth mir erzählte, ritt sie ihn schon seit vielen Jahren ohne Probleme, und im letzten Jahr hatte auch ihre Tochter Katy angefangen, ihn zu reiten. Dexter war ein so sanftes, zuverlässiges Pferd, dass Beth überzeugt war, Katy wäre auf seinem Rücken gut aufgehoben, und am Anfang hatten Pferd und Reiterin auch gut zusammengearbeitet. Katy hatte ihr Interesse an Dressurreiten entdeckt, und gemeinsam hatten sie ein paar Shows gewonnen. Es hatte Beth gefreut zu sehen, dass Katy wie sie selbst eine Leidenschaft für alles, was mit Pferden zu tun hat, entwickelte. Daher fiel sie aus allen Wolken, als Dexter anfing, sich seltsam zu verhalten, wenn Katy ihn ritt.
Ich bat Katy, mir zu schildern, was genau passiert war.
»Ich steige auf und wir trotten hinaus aufs Feld«, berichtete sie. »Aber nach ungefähr zehn Minuten Trab bleibt er plötzlich wie angewurzelt stehen, als wolle er keinen Schritt weitergehen. Dann bäumt er sich auf und bleibt wieder stehen; ich steige ab und versuche, ihn dazu zu bringen, vorwärts oder seitwärts zu gehen oder ihn zu ziehen, aber er rührt sich nicht von der Stelle. Nach ein paar Minuten läuft er schließlich normal weiter. Also setze ich mich wieder auf ihn, und wir reiten wieder eine Weile. Aber dann bleibt er wieder stehen und wiederholt das Ganze. Es ist echt frustrierend.«
Beth fügte hinzu: »Wir lassen ihn regelmäßig beschlagen und seine Hufe untersuchen – das kann es also nicht sein. Auch hat der Tierarzt ihn untersucht und sagt, er könne nichts finden und glaube nicht, dass Dexter Schmerzen hätte. Ich verstehe es einfach nicht, weil ich selber ihn auch immer noch reite und keine Probleme mit ihm habe.«
Ich liebe Pferde und wollte ihnen unbedingt helfen. Also suchte ich Dexter in seinem Stall auf und ließ ihn an mir schnüffeln. Dann legte ich die Hände auf seine breiten, muskulösen Schultern und stimmte mich auf ihn ein. Alles fühlte sich ganz normal an. Sein Fell glänzte und seine Augen waren klar. Er ist ein prächtiges Pferd, und ich nahm nichts wahr, was mir den Eindruck vermittelt hätte, dass er krank sei oder Schmerzen habe. Trotzdem bat ich um Heilkräfte für ihn, weil das nicht schaden konnte.
Während ich weiter Verbindung zu ihm aufnahm, tauchte vor meinem geistigen Auge das Bild einer Vierzehnjährigen auf, die in einer Schule war. Wie mir klar wurde, war es Katy, die von anderen Mädchen in ihrem Alter gemobbt wurde. Hatte Dexter etwa ihre Angst und negativen Gefühle gespürt, während sie auf ihm saß? Dann fühlte ich, dass er mir zeigte, was er Katy durch sein merkwürdiges Verhalten sagen wollte: Durch das Stehenbleiben wollte er Katy vermitteln, dass sie nicht vor den anderen Mädchen zurückweichen sollte, und indem er sich aufbäumte, drückte er aus, dass sie sich auf die Hinterbeine stellen musste. Ich nahm auch den liebevollen Beschützerinstinkt wahr, den er für Katy und Beth hatte. Was für ein tolles Pferd! Ich ließ ihn wissen, dass ich den beiden so gut ich konnte helfen würde.
Dann bat ich Katy, Dexter aus dem Stall zu holen und aufs Feld zu bringen, wo sie mir zeigen sollte, was sie gewöhnlich tat – mit einem Unterschied. »Während du auf Dexter reitest«, sagte ich, »sollst du dich an die glücklichsten Augenblicke in deinem Leben erinnern – als du zum Beispiel an Weihnachten deine Geschenke ausgepackt oder dein erstes Pony bekommen hast. Versuche, solche Gefühle hochsteigen zu lassen. Wenn dir etwas Unangenehmes in den Sinn kommt, dann ignoriere es und konzentriere dich wieder auf die schönen Gedanken. Und ich will, dass du von jetzt an jedes Mal, wenn du mit Dexter ausreitest, nur an solche glücklichen Zeiten denkst, okay?«
»Okay«, sagte sie, »aber mit wem kann ich dann noch über meine Probleme reden? Ich habe zwar viele schöne Erinnerungen, aber die kennt Dexter längst. Was ist mit den anderen Dingen, die passieren, und was ist, wenn ich nichts Positives habe, was ich ihm erzählen kann?«
»Du redest also schon mit Dexter über alles?«, fragte ich.
»Ja, klar«, antwortete sie. »Zwar nicht immer laut – meistens nur still in Gedanken – aber dir sag ich doch alles, stimmt’s, Dexter?«
Sie streichelte seinen Kopf.
Allmählich fügte sich alles zu einem Bild zusammen. Sie hatte Dexter zu ihrem Vertrauten gemacht und all ihre Probleme und negativen Gefühle auf dem armen Kerl abgeladen.
Ich sah zu, wie sie ihre Runden auf der Wiese drehten, und jedes Mal, wenn sie an mir vorbeikamen, rief ich Katy zu: »Glückliche Gedanken, Katy! Die glücklichen Gedanken nicht vergessen!«
Nach gut zwanzig Minuten erkundigte ich mich: »Läuft es heute besser?«
»Er macht es toll«, rief sie zurück. »Er ist nicht einmal stehengeblieben; er ist so wie früher!«
Als sie wieder an mir vorbeikamen, sagte ich: »Gut, Katy, kannst du jetzt bitte absteigen? Ich möchte mich kurz mit dir unterhalten.«
Wir gingen zum Haus zurück.
»Ich halte euren Dexter für ein ganz tolles Pferd«, sagte ich, »und ich weiß nicht, ob dir klar ist, was für eine einfühlsame Seele er hat. Ich glaube, woran er in den letzten Wochen gekaut hat, war die Tatsache, dass du womöglich in der Schule Probleme hast …? Wenn ich mich nicht irre, dann solltest du vielleicht mit deiner Mutter darüber reden – was meinst du?«
Ich war nicht sicher, wie sie auf dieses schwierige Thema reagieren würde, da ich schließlich eine Fremde war. Doch sie platzte damit heraus, als könnte sie es nicht länger für sich behalten: »Das will ich ja, aber es geht nicht! Ich will meine Mutter nicht damit belasten. Schließlich sind wir nur hierhergezogen, damit ich in diese schreckliche Schule gehen kann. Aber ich hasse sie, ich hasse sie!«
Tränen stiegen ihr in die Augen. »Und keiner in der Schule kann mich leiden«, fügte sie hinzu.
»Ich bin sicher, das stimmt nicht«, sagte ich rasch.
»Und warum nicht?«, fragte sie. »Irgendwie passe ich nicht rein, und es gibt da eine Clique von Mädchen, die auf mir herumhacken.«
Ich konnte mit ihr mitfühlen. »Ich weiß, wie sich das anfühlt«, sagte ich.
»Woher wollen Sie das wissen?«, fragte sie bissig.
»Nun, auch ich war in der Schule todunglücklich«, sagte ich.
Sie sah mich erstaunt an.
»Ich war wie ein Junge«, verriet ich ihr, »und ich wollte immer nur Football spielen und mich um Tiere kümmern. Ich wollte nicht ständig über Jungs reden und nach der Schule im Einkaufszentrum rumhängen wie die meisten anderen Mädchen. Ich hatte auch das Gefühl, dass mich keiner versteht, und die anderen hänselten mich, aber irgendwann waren sie es leid, auf mir herumzuhacken, und ließen mich in Ruhe. So etwas kann passieren, wenn man nicht in die Gruppe passt oder anders ist. Aber wenn du richtig gemobbt wirst, ist das etwas anderes, und dann musst du es deiner Mutter sagen. Auf alle Fälle will sie sicher nicht, dass du in der Schule unglücklich bist, oder? Und Dexter ist darüber auch nicht gerade glücklich, stimmt’s?«
...




