E-Book, Deutsch, Band 1, 344 Seiten
Reihe: Sexy Secrets
Snow Sexy Secrets of an Escort: Teach me!
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-86495-305-7
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 1, 344 Seiten
Reihe: Sexy Secrets
ISBN: 978-3-86495-305-7
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Wie weit würdest du gehen, um alles zu behalten, wofür du kämpfst?
Charlotte steht mit dem Rücken zur Wand. Alles wächst ihr über den Kopf und mehr schlecht als recht hält sie sich mit Aushilfstätigkeiten über Wasser. In ihrer Not nimmt sie einen Job als Escort an, doch anstatt charmante Abende zu liefern, stolpert sie von einem Fettnäpfchen ins nächste. Um nicht völlig zu scheitern, braucht sie dringend Nachhilfe … im wahrsten Sinne des Wortes.
Ausgerechnet Ben soll ihr helfen - der berüchtigte Bad Boy der Uni, der nichts anbrennen lässt und jede Frau um den Verstand bringt. Nur zu dumm, dass Charlotte sein dunkles Geheimnis kennt und es nutzt, um ihn zu überreden. Doch Ben spielt nach seinen eigenen Regeln - und ehe sie sich versieht, steht für Charlotte nicht mehr nur ihr Stolz und Job, sondern auch ihr Herz auf dem Spiel.
Mit jeder Berührung verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Gefühl, Pflicht und Verlangen ... bis keiner von beiden weiß, wo Lust endet – und Liebe beginnt.
Teil 1 der "Sexy Secrets"-Reihe – prickelnd, emotional und süchtig machend.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Charly 17 Stunden vorher Glas vom Tresen nehmen. Spülen. Polieren. In das Regal stellen. Darin bin ich mittlerweile richtig gut. Die Gläser und der Tresen haben vor meiner Zeit nicht einmal annähernd so sehr gefunkelt wie jedes Mal nach meiner Schicht. Aber das ist auch schon alles, was mir gelingt. Ansonsten strahlt hier nichts. Der Job geht mir auf die Nerven, doch irgendwo muss ich ja das Geld für mein Studium herbekommen. Der Dienstleistungssektor ist einfach nicht mein Fachgebiet. Ich studiere Wirtschaftswissenschaften und nicht Arschkriecherei. Von dem ständigen aufgesetzten Lächeln taten mir bereits an meinem ersten Tag hier die Gesichtsmuskeln weh, und weil ich keine Lust auf Krämpfe in den Wangen hatte, legte ich das Lächeln nach meiner ersten Schicht ab. Immerhin kann ich das Augenrollen unterdrücken, wenn mich Kerle mit irgendwelchen dümmlichen Sprüchen anlabern. Das ist doch schon etwas, oder? Trotzdem ist es nicht zu übersehen, dass sich donnerstagabends von Woche zu Woche weniger Gäste in die Bar verirren. Irgendwie versuche ich mir einzureden, dass es nicht an mir liegt. Aber eigentlich müsste ich es besser wissen. In Frankfurt sind donnerstags die After-Work-Locations immer mehr als gut besucht. Gerade im Bahnhofsviertel boomt das Abendgeschäft seit einigen Jahren. Obwohl die Bar mitten im Geschehen ist und es nicht mehr als ein Katzensprung zum Hauptbahnhof ist, herrscht hier tote Hose. Heute haben nur zwei Männer den Weg zu uns gefunden. Normalerweise würde ich sie als zu gut aussehend einschätzen, um in einer leeren Bar zu sitzen. Aber sie scheinen heftig über etwas zu diskutieren und genießen vielleicht sogar die Ungestörtheit in unserem Lokal. Nach einem spaßigen Abend sieht es zumindest nicht aus, denn der eine von beiden stürzt einen Drink nach dem anderen hinunter, nur um danach noch griesgrämiger dreinzublicken. Der Typ kommt mir mit seinem dunklen, zerzausten Haar und dem Ansatz eines Barts irgendwie bekannt vor. Obwohl dieser Style mittlerweile an jeder Ecke von Frankfurt – und vermutlich ganz Deutschland – zu finden ist, lässt dieser Kerl alle anderen Männer in Vergessenheit geraten. Der Longsleeve, den er trägt, sitzt eng genug, um einen durchtrainierten Oberkörper erahnen zu können. Auch die ausgeprägten Wangenknochen lassen ihn hart wirken. Dabei könnte ich schwören, dass seinen Lippen ein Lächeln richtig gut stehen würde. Seine gesamte Erscheinung ist ziemlich markant. Wieder frage ich mich, woher er mir so bekannt vorkommt. Ob er ein Prominenter ist? Ich gucke eindeutig zu wenig Fernsehen. Wenn meine Kommilitonin und beste Freundin Leni hier wäre, hätte sie mir sofort sagen können, wer der Typ ist. Aus der Bar kenne ich ihn jedenfalls nicht. Er war noch nie hier. Zumindest nicht seit meiner wahnsinnig langen Karriere von drei Monaten als Bardame. Ich muss ihn von irgendwo anders her kennen, habe aber keinen blassen Schimmer, woher. Sein Freund sagt mir noch weniger. Dabei hat auch er ein markantes Gesicht, das sicher jedem Single-Mädchen der Stadt im Kopf bleibt. Kurzes blondes Haar, glatt rasiert und zwei niedliche Grübchen, wenn er lacht. Seine Augen sehen im Vergleich zu denen seines Freundes warm und freundlich aus. Ich war froh, dass er die Getränke bestellt hat, denn bei ihm habe ich mich nicht ganz so unbehaglich gefühlt. Der Blonde hebt das Glas, um einen Toast auszusprechen, dabei verschüttet er die Hälfte seines Drinks. Mister Eiskalt beginnt zu lachen. Eines dieser herzhaften Lachen, die regelrecht anstecken. Vielleicht habe ich mich doch vom ersten Eindruck täuschen lassen. Ich spüre, wie sich ein Lächeln auf meine Lippen stiehlt, und ich kann von seinen ablesen, wie er sagt: „Die nächste Runde geht auf mich.“ Oh Mist! Jetzt kommt er zur Bar. Erwidere den Blick, Charly. Aber es gelingt mir nicht. Ich kann Männern einfach nicht in die Augen sehen. Selbst wenn ich versuche, mich dazu zu zwingen, und mir klar ist, dass es unhöflich ist, das Gegenüber nicht anzusehen. Charlotte, ermahne ich mich erneut. Ganz ruhig bleiben und schön weiterpolieren, damit du super beschäftigt aussiehst. „Ich bekomme noch zwei Whiskey Cola.“ Natürlich bekommt er die. Ich rolle mit den Augen bei seiner blöden Bestellfloskel. Kann er nicht normal bestellen? Oh nein … Ich habe echt mit den Augen gerollt. Das konnte ich doch bislang bei jedem noch so dämlichen Spruch unterdrücken. Was ist nur los mit mir? Warum lasse ich mich von ihm mehr als von den anderen Gästen aus dem Konzept bringen? Nach einer gefühlten Ewigkeit und mit zitternden Händen stelle ich ihm das erste der bestellten Getränke vor die Nase. Das zweite folgt kurz darauf, doch mittlerweile hat er die Hälfte des ersten bereits heruntergekippt. „Noch einen!“, übertönt er das Knallen, als er das Glas unkoordiniert auf dem Tresen abstellt. „Meine Güte, da versucht wohl jemand, einen Scheißtag in Alkohol zu ertränken.“ Oh. Mein. Gott. Das habe ich eben nicht wirklich laut gesagt? Erschrocken blicke ich zu dem Typen auf, und für einen Moment sieht er mich so klar an, als hätte er den ganzen Abend über nur Wasser getrunken. Wie immer kann ich den Blickkontakt nicht halten, obwohl seine Augen trotz seines eisigen Blickes so wundervoll grün strahlen, dass ich mir am liebsten jedes Detail einprägen möchte. Doch stattdessen starre ich wieder auf den Tresen und studiere einen Wassertopfen vor mir, als wäre er das achte Weltwunder. Keinen Atemzug später klatscht der Typ einige Geldscheine vor mir auf die Theke und lallt: „Geht dich nichts an.“ Dann dreht er sich zu seinem Kumpel um und grölt durch die ganze Bar: „Josh-uuh-aah! Wir gehen! Die prüde Bardame redet über Zeug, das sie nicht zu interessieren hat!“ Prüde? Was soll das denn heißen? Er kennt mich überhaupt nicht. Außerdem haben wir nicht mehr als zwei Sätze gewechselt. Nur weil mein Ausschnitt nicht bis zum Boden reicht und ich einen schlichten Cardigan anhabe, bin ich doch nicht prüde! Am liebsten würde ich ihm sein blödes Glas an den Kopf feuern. Ich greife danach, aber anstatt es ihm hinterherzuwerfen, mustere ich es, als hätte sich ein Faszinationszauber darübergelegt. Vorsichtig streiche ich mit dem Daumen über den Tropfen am Glasrand – genau über die Stelle, wo zuvor noch seine Lippen waren. Ich habe seine Zungenspitze nur einen Moment gesehen, und doch war es lang genug, um mich jetzt zu fragen, wie es wohl ist, von ihr berührt zu werden. Ich schließe die Augen und fahre sanft über meinen Hals. Der kalte Tropfen an meinem Daumen benetzt meine Haut und ein prickelnder Schauer wandert über meinen Körper. Vielleicht würde es sich so anfühlen, wenn er über meine Haut lecken würde? Das Glas fällt laut schmetternd auf den Boden und reißt mich zurück in die Realität. Ach verdammt! Die Scherben sind mir allerdings ziemlich egal, viel mehr erschrecken mich meine eigenen Gedanken. Warum beginne ich jetzt, wild zu fantasieren? Doch nicht wegen so einem Arschloch! Nein, das waren keine Fantasien, sondern Hirngespinste. Mein übermüdeter Körper will mir einen Streich spielen und mich dafür bestrafen, dass ich es wieder nicht geschafft habe, über meinen eigenen Schatten zu springen, und nun auch noch die letzten Gäste vergrault habe. Ich komme mir selbst bereits wie ein muffeliger Stinkstiefel vor. Aber das bin ich normalerweise überhaupt nicht. Wirklich! Außer bei der Arbeit … Wie deprimierend ist das denn bitte? Kaum habe ich die Scherben weggekehrt, ertönt hinter mir erneut eine Männerstimme. „Ey, Schnecke. Einen Wodka Energy. Zackig!“ „Den kannst du dir sonst wo hinstecken“, keife ich zurück. Der Kerl hinter mir fängt an, laut zu lachen, und ich schmunzele ihn über meine Schulter hinweg an, während ich ihm ein Wasser eingieße und hinstelle. „Kein Wunder, dass dein Trinkgeld so mies ausfällt, Charly. Du musst freundlicher zu deinen Gästen werden“, sagt mein bester Freund Mark. „Ich bin freundlich.“ „Komisch, warum glaube ich dir das bloß nicht? Versuch es doch mal mit einem Lächeln, dann hast du es auch leichter.“ Ich grummele nur, weil Mark mich zwar mittlerweile in- und auswendig kennt, aber eines nicht weiß – nämlich, wie schwer mir das alles hier fällt. Das ist mein erster Job neben dem Studium und ich bin anscheinend nicht sehr gut darin. Das oberflächliche Geflirte, die netten Sprüche und lockeren Gespräche. Jedes Mal muss ich dabei über einen riesengroßen Schatten springen und gegen meinen inneren Schweinehund – von mir liebevoll Jochen genannt – ankämpfen. Ich bin einfach viel zu schüchtern, wenn ich mit fremden Menschen – vor allem Männern – sprechen muss. Vermutlich, weil ich mir nie etwas daraus gemacht habe. Mein Studium war mir am wichtigsten und nicht die Leute, die im Hörsaal sitzen. Ich hatte Glück, dass Mark hartnäckig genug war, um sich mit meiner verschlossenen Art und Jochen anzulegen. Sonst wäre ich noch immer eine Einzelgängerin, wie sie im Buche steht. „Also, was ist die Spieltheorie?“, fragt Mark, während ich die zehnte Cola herunterspüle, damit mir die Augen nicht zufallen. Diese nächtlichen Arbeitszeiten rauben mir wirklich sämtliche Kräfte. „Was?“ „Die Spieltheorie.“ Ich blicke Mark weiterhin fragend an. „VWL? Die Klausur in zwei Wochen?“, erklärt er und...




