E-Book, Deutsch, 302 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Sommer Für immer Inselwind
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-2649-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Norderney-Liebesroman
E-Book, Deutsch, 302 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-2649-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Liebe findet dich, wenn du es am wenigsten erwartest
Auf der Insel Norderney führt Raik nach dem Tod seiner Eltern deren Fahrradladen weiter und kümmert sich um die vier jüngeren Geschwister. Bei so viel Verantwortung bleibt keine Zeit für Beziehungen. Und aus Prinzip lässt er sich nicht auf Touristinnen ein. Doch als er Svea kennenlernt, wirft er seine Vorsätze über Bord. Was als Urlaubsflirt beginnt, entwickelt sich schon bald zu echten Gefühlen. Aber Sveas Leben ist ein einziges Chaos. Sie hat sich gerade erst von ihrem Mann getrennt und muss herausfinden, was sie will. Und dann stellt auch noch ein Anruf von Raiks Ex-Freundin alles gehörig auf den Kopf ...
Der Auftakt einer zauberhaften Wohlfühl-Liebesroman-Reihe um fünf Geschwister an der ostfriesischen Nordseeküste.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Antonia Sommer lebt mit ihrem Mann im Rheinland, doch ihr Herz gehört Norderney. Salzige Luft, Möwengeschrei und die Brandung der Wellen beleben ihre Sinne und inspirieren sie zu unzähligen Geschichten, in denen Liebe stets die Hauptrolle spielt. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet Antonia als freie Lektorin. Sie liebt Musik, den Wind und Herbstblätter - gern auch in dieser Kombination.
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Raik
Es regnete seit Tagen. Selbst die schönste Insel verliert ihren Charme, wenn sie nur noch ein dunkler Fleck im ewigen Grau ist, und mit seiner Insel war das leider nicht anders.
Das Wetter drückte auf Raiks Stimmung, auf die Stimmung aller. Sie hatten sich einen goldenen Herbst gewünscht und ihn nicht bekommen. Sie hatten sich einen kalten, trockenen Winter gewünscht – und bekamen ihn ebenfalls nicht. Der langersehnte Frühling stürzte nun in Unmengen von Wasser auf sie herab und beraubte jeden, wirklich jeden, seines Strahlens.
Niemand war noch gut gelaunt.
Raik freute sich auf die Möglichkeit, dem Trübsal zu entkommen und sie wenigstens für ein Wochenende in sein Leben zu lassen: die Sonne in ihrer pursten Form.
Yara, seine Tochter, war mittlerweile vier Jahre alt und Raiks ganzes Glück. Heute Abend würde er sie endlich wiedersehen.
Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass Beeke gleich kommen müsste. Er war seiner Zwillingsschwester mehr als dankbar, dass sie im Fahrradladen für ihn einsprang, denn so konnte er eine frühere Fähre nehmen und wäre entsprechend eher in Köln, wo Yara mit ihrer Mutter Lena lebte.
Tatsächlich mochte er die Großstadt nicht, dabei war Köln sicher noch eine der schöneren. Sechs Monate hatte er es dort ausgehalten, und die Hälfte der Zeit nur noch aus Liebe zu seinem Kind. An diese Zeit dachte er nicht gern. Seine Beziehung mit Lena hatte von Anfang an unter keinem guten Stern gestanden, und ihr Zusammenleben hatte daran nichts geändert.
Aber das war lange vorbei. Mittlerweile wohnte er wieder auf Norderney, und Lena hatte längst eine neue Beziehung. Das war okay für ihn, denn bislang hatte es seine Besuchswochenenden nicht beeinflusst. Alle paar Wochen sah er sein Kind, und das war ihm wichtig.
»He, Träumerchen«, riss ihn Beekes Stimme aus seinen Gedanken.
»Oh, he. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass du schon da bist.« Er fuhr sich über den Bart.
»Das habe ich gemerkt. Alles okay?« Beeke brachte ihre Jacke ins Büro. Sie war nicht nass, und mit einem Blick aus den bodentiefen Fenstern stellte Raik erleichtert fest, dass es aufgehört hatte zu regnen. Na, das war doch mal was.
»Ja, ich habe nur über Köln nachgedacht«, sagte er, als sie wieder bei ihm war. Er ging zur Kasse, zog die Tastatur heran und öffnete das Programm, mit dem er das Radlager, den Fahrradladen, den er nach dem Tod seiner Eltern übernommen hatte, verwaltete. Heute war nicht viel los, und bei dem Wetter würde sich das auch nicht ändern. Wer fuhr schon gern im Regen Fahrrad? »Danke, dass du einspringst.«
Beeke kam zu ihm herum und lehnte den Kopf an seine Schulter. »Immer. Bringst du mir wieder was aus der Großstadt mit?«
Raik grinste. »Was hätte mein Schwesterchen denn diesmal gern?« Er wuschelte ihr durch die Haare.
»Schokolade! Zeig deinem Kind endlich die wichtigen Dinge des Lebens und geh mit ihr ins Schokoladenmuseum. Und von da bringst du mir was mit!« Als wäre Beeke selbst noch ein kleines Kind und nicht bereits Anfang dreißig, strahlte sie ihn an, und er musste lachen.
»Du weißt schon, dass du das, was dort hergestellt wird, in jedem Laden kaufen oder bestellen kannst?«
Sie zog eine Schnute. »Das ist aber nicht das Gleiche! Und nun mach dich weg hier, sonst war es vollkommen umsonst, dass ich mich an meinem freien Tag so früh aus dem Bett gequält habe!«
Raik zog die Augenbrauen hoch. »Wenn ich mich nicht irre, warst du vor mir auf, du Wribbel.«
»Nun geh endlich!« Sie schob ihn vom Tresen weg.
»Ich mach ja schon. Wieso hast du eigentlich so gute Laune?« Lachend holte er seinen Hoodie aus dem Büro und zog ihn über.
»Es ist Wochenende! Es soll aufhören zu regnen, ich habe frei, und heute Abend gehe ich mit meinem Lieblingsbruder aus«, zählte sie auf.
Raik schnaubte. »Es ist überhaupt nicht wahr, dass Klaas dein Lieblingsbruder ist.«
Beeke kicherte. »Aber es ärgert dich so süß, wenn ich das sage.«
Er schlang den Arm um Beekes Nacken und murrte, als sie ihm in die Seite kniff. Sie rauften kurz miteinander, bevor er sich losmachte und sein Haargummi herauszog, um seinen Zopf neu zu binden.
»Verschwinde doch einfach, Nervensäge!«
»Pass bloß auf, du, sonst gebe ich noch mehr Mitbringsel in Auftrag.« Mit der Hüfte schubste sie ihn weg.
Raik grinste. »Lieber nicht. Ich habe schon eine Liste von Tessa bekommen.«
Beeke lachte auf. »Auch Schokolade?«
»Wenn‘s doch nur so einfach wäre.« Er nahm seine Tasche, die er ebenfalls aus dem Büro geholt hatte, und hing sie sich um. »Nein, unsere kleine Schwester möchte gern ein ganz bestimmtes T-Shirt haben und einen Mini-Dom.« Raik verdrehte die Augen. »Und neue Bilder von Yara, weil ich ihrer Meinung nach nie genug Fotos von uns mache.«
»Da hat sie recht!«
Stöhnend verließ Raik den Fahrradladen. Doch er freute sich, wie viel Anteil seine Schwestern an seiner Situation nahmen. So viel Verständnis sie auch für ihn gehabt hatten, sie waren damals sehr traurig gewesen, als er Norderney verlassen hatte. Nun unterstützten sie ihn, damit er sein Kind oft besuchen konnte.
Wobei aller Support nichts nutzte, wenn es dann doch nicht klappte. Zwei Stunden später warf er genervt sein Handy aufs Bett, von dem es mit einem Poltern auf den Boden fiel.
»Ach, verdammt!« Er unterdrückte sämtliche Schimpfworte, die ihm in den Sinn kamen, und ballte die Hände zu Fäusten.
Gestern Abend hatte er Lena noch einmal gefragt, ob es dabei bleiben würde, dass er Yara heute besuchen kam, und sie hatte Ja gesagt. Natürlich, Raik. Auf jeden Fall, Raik.
Und jetzt sagte sie ab.
Weil etwas dazwischengekommen war.
Innerhalb nicht mal eines Tages.
Er fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht.
Mit einem heftigen Windstoß knallte das offene Fenster gegen den Rahmen und schreckte ihn auf. Missmutig schloss er es. Die Fensterbank war nass, es regnete schon wieder.
Was für ein beschissenes Wochenende.
»Alles in Ordnung?« Nele, die mittlere seiner Schwestern, lugte vorsichtig durch den Türspalt.
»Lena hat mein Besuchswochenende gestrichen.« Vom Wäscheberg auf dem Boden zog er ein Handtuch hervor und wischte lustlos damit über die Fensterbank.
»Mit welcher Begründung?« Sie trat ein, hob sein Telefon auf und reichte es ihm.
Seufzend nahm er es entgegen. »Eine spontane berufliche Einladung.«
»Und es hätte gestört, wenn Yara in der Zeit bei dir gewesen wäre?«
»Mein Besuch passt zeitlich nicht rein. Ihre Eltern kümmern sich.«
»Ach, Mist. Das tut mir leid. Ich weiß, wie sehr du dich gefreut hast.« Sacht drückte sie seinen Arm.
»Ich kann nachher mit Yara zoomen«, sagte er mit gespielter Freude, verzog dabei jedoch das Gesicht.
Nele verdrehte die Augen. »Toll. Weil die Maus ja auch so gern vor der Kamera rumsitzt.«
Raik hasste es, auf Lenas guten Willen angewiesen zu sein. Das hatten weder er noch seine Tochter verdient. Als sie noch ein Paar waren, hatte er alles getan, um es ihr recht zu machen. Er war sogar in diese verdammte Stadt gezogen, hatte alles aufgegeben, um bei ihr und seinem Kind zu sein.
Und zum Dank musste er immer noch nach ihrer Pfeife tanzen.
Nele schien ihm seine Gedanken anzusehen. »Na komm. Bisher war Lena immer zuverlässig. Sei gnädig mit ihr.«
»Ich weiß.« Niedergeschlagen seufzte er. »Ich habe mich nur so auf die Kleine gefreut. Wir wollten zusammen Pizza backen.«
Nele umarmte ihn. »Du kannst mir helfen, das Essen zu planen. Wir könnten auch Pizza machen.«
»Wollte Tessa nicht grillen?« Raik drückte sie kurz, dann löste er sich und steckte sein Handy in die Hosentasche.
»Ja, aber da es regnet, haben wir das verschoben. Ich muss gleich noch zum Supermarkt. Dann kann ich direkt für das Wochenende einkaufen.«
»Alles klar. Ich rufe eben Bee an und sag ihr Bescheid, dass ich doch da bin.«
Beeke bestand darauf, dass er zu Hause blieb und nicht wieder zum Laden kam. Wie erwartet, verlief der Tag ruhig, und sie nutzte die Zeit zum Arbeiten.
Nach dem Telefonat ging er in die Küche, wo Nele vor dem Kühlschrank stand und den Zeitplan der Familie studierte, der dort hang. »Ich könnte was zu essen brauchen. Soll ich uns was machen? Isst du ein Porridge mit? Wo ist Tessa?«, fragte er.
Nele drehte den Kopf zu ihm und blinzelte. »Äh.«
»Zu viele Fragen?« Er grinste und schob sie vom Kühlschrank weg. Schnell zupfte sie das Kalenderblatt ab und wedelte damit.
»Porridge ist super, Zimt und Zucker reicht, und Tessa ist bei Amelie. Sie schläft auch dort.«
»Hm? Ich dachte, sie wollte unbedingt grillen?« Raik nahm die Milch aus dem Kühlschrank, holte einen kleinen Topf heraus, füllte Haferflocken, Quark und Milch hinein und stellte ihn auf den Herd.
»Ja, sie übernachtet zwar bei ihrer...




