Sommer | Plötzlich Braut | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 431 Seiten

Sommer Plötzlich Braut


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7438-1941-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 431 Seiten

ISBN: 978-3-7438-1941-2
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Nach einer spontanen Schnapsidee im Vollrausch landet Florence als Ersatzbraut vor dem Altar. Wie hieß noch mal der Mann, den sie gleich heiraten soll? Ach ja, Noah, zweiundreißig, verdammt süß und von der eigentlichen Braut im Stich gelassen. Also wird fix die ganze Verwandtschaft und alle Freunde per Rund-SMS eingeladen, aber die Eltern und Schwiegereltern müssen noch davon überzeugt werden, dass man nicht den Verstand verloren hat und schon kann das glückliche Eheleben beginnen. Oder etwa nicht?! Florence und Noah werden es herausfinden! In diesem süßen Chick-Lit Liebesroman geht es um die große Liebe, die uns manchmal an seltsamen Orten auflauert und nicht mehr loslässt. Catch your Love! - lautet das Motto, denn Floh will um ihre Ehe kämpfen, als alles den Bach hinuntergeht ... Denn Noah hat noch eine kleine Tochter und die eigentliche Braut will endlich ihr neues Liebesglück ohne Kind genießen.

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Plötzlich Braut
  Plötzlich Braut von Laura Sommer   Chick-Lit Liebesroman                                                           Prolog   Es gibt Tage im Leben, an denen sollte man lieber im Bett bleiben. Und es gibt auch solche Nächte … ja, Nächte, oder Abende, in denen man sich weinend zu Hause verkriechen sollte, anstatt in eine Bar zu gehen. Eine Bar, die dazu verleitet, Alkohol zu trinken. Viel, ja, sehr viel Alkohol, welchen ich, im Übrigen, so absolut gar nicht vertrage. Und dann trifft man dumme Entscheidungen. Dumm? Okay, dumm ist absolut untertrieben. Absolut total bescheuerte Entscheidungen! Jetzt stehe ich hier in einem weißen, wunderschönen Brautkleid und den wackeligsten Knien, die ich je hatte. Das könnte allerdings auch an den Schuhen liegen, die mir zwei Nummern zu groß sind. Tja, sind halt auch nicht meine eigenen. Neben mir steht ähm, steht … ach, wie heißt er noch? Nun, neben mir steht dieser Kerl aus der Bar. Und er hat gerade allen Ernstes „Ja“ gesagt. Was daran so schlimm ist? Tja, der Pfarrer starrt mich an und möchte nun von mir selbiges hören. Aber … soll ich wirklich einen vollkommen fremden Mann heiraten, den ich gar nicht kenne? Ha! Noah-Sebastian heißt er! Gut, wenigstens kann ich mich an seinen Namen erinnern. Na, das ist doch mal ein Anfang … Aber, soll ich wirklich ja sagen? Soll ich?           Plötzlich Braut   „Ähm, Floh? Was machst du da?“, ertönt es direkt neben mir. „Hm?“ Ich werde aus meinem jämmerlichen Tagtraum gerissen und blicke zu Pea, die etwas irritiert auf meine Hände starrt. Ups! Ich schalte sofort die Maschine aus und suche die kleinen Kaffeebohnen zusammen, die mir aus dem Behälter gepurzelt sind. Tja, ich hätte mich eben konzentrieren sollen, aber so ist das nun mal, wenn man seinen dramatischen Gedanken von Einsamkeit und ich-werde-einsam-sterben-weil-mich-ja-sowieso-kein-Mann-haben-will-Fantasien freien Lauf lässt. Pea hilft mir und gemeinsam verschließen wir den Röstkaffee, um ihn in die Auslage zu legen. In etwa dreißig Minuten öffnen wir, aber schon jetzt stehen die Kunden Schlange. Tja, kein Wunder! Unser „Böhnchen“, wie wir das Traditionsunternehmen „Zum Bohnenhaus“ gerne nennen, ist sehr begehrt und deutschlandweit bekannt. Wir bieten nicht nur Kaffee an, sondern auch Kaffeeschokolade und Kuchen, den man hier kaufen und vor Ort verspeisen kann. Ja, ich liebe meinen Job. Der Duft von Kaffee, Röstaromen und Kuchen liegt in der Luft und das von morgens bis abends, sechs Tage die Woche. Ich atme tief ein und aus. Wenigstens dürfen wir uns hier gratis am Kaffee bedienen und unser Chef war sogar so nett, eine nigelnagelneue Kaffeemaschine zu spendieren, die sogar leckeren Schaum schlägt. Für Espresso dann natürlich, aber mit unseren frisch gemahlenen Bohnen schmeckt er einfach perfekt! „Du bist wohl noch nicht ganz wach, was?“, neckt sie mich. Ach ja, Pea. Eine süße Maus. Mitte dreißig, verheiratet, zwei Kinder. Ein Haus. Dazu sieht sie super aus! Groß, grazil, blonde Haare, moderner Bob-Haarschnitt und ihre Finger……! Oh Gott, ich habe noch nie so hübsche Finger gesehen. „Nicht so wirklich“, flunkere ich. Eigentlich kann ich seit Tagen nicht mehr schlafen, denn am Sonntag werde ich dreißig. Ja! Dreißig! Was für ein Albtraum. Ja, ich weiß, ich sollte nicht so viel jammern und es ist ja nicht so, dass ich an meinem Geburtstag plötzlich über Nacht ergrauen, überall Falten bekommen werde und alles der Schwerkraft zum Opfer fallen wird. Dennoch. Dann habe ich die drei vorne dran stehen. Die drei! Himmel Herrgott, eine drei. Keine zwei mehr. Was war ich damals glücklich, kein Teeny mehr zu sein und die blöde neunzehn wegzuhaben. Zwanzig war ein tolles Alter, wirklich. Ich seufze theatralisch auf und wecke damit Julias und Peas Neugier. Julia putzt gerade noch über die Theke und wirft Pea einen wissenden Blick zu, bevor sie murmelt: „Der schwarze Tag rückt doch näher!“ Die zwei fangen an zu kichern, was ich allerdings gar nicht so lustig finde. Ja, ich bin eigentlich ganz schön albern, ich weiß. „Ach so, ganz vergessen …“ Pea gluckst und hilft mir dabei, meine Schleife zu richten. Im „Böhnchen“ tragen wir nämlich hübsche Kostüme. Ein dunkelblaues Kleid mit langen Ärmeln, die bis zum Handgelenk reichen, darüber ist ein Stück weiße Bluse gestülpt, die im Kragen und an den Handgelenken eingenäht wurde. Pferdeschwanz ist Pflicht bei langen Haaren, so wie den meinen. Lang, dunkelbraun und lockig. Widerspenstig und kaum zu bändigen würde es aber auch gut treffen. Das dunkelblaue Kleid reicht bis knapp über die Knie. Darüber tragen wir eine weiße Schürze, die im Nacken und um die Taille zusammengebunden wird. Alles muss sitzen. Wir liefern hier Spitzenqualität an unsere Kunden und ein seriöses, ordentliches Auftreten ist sehr wichtig. Und ja, ich bin auch ein wenig stolz auf diesen Dresscode. Julia, Pea und ich stehen hinter dem Verkaufstresen. Für den Service sind andere Mädels zuständig. Aber ich bin froh die zwei zu haben, wirklich. Pea ist eher der mütterliche Typ. Ruhig, ausgeglichen und so fürsorglich. Und Julia ist mehr der Vamp. Dunkelrotes Haar, lang und glatt, worauf ich verdammt neidisch bin! Dazu eine schlanke Silhouette. Sie hat sich vor wenigen Monaten mit ihrem Freund verlobt. Die Hochzeit soll nächstes Jahr stattfinden, wenn beide achtundzwanzig werden. Die liebe Julia hat wohl auch Panik, mit dreißig noch keinen Mann zu haben. So wie ich. Oh weh, jetzt fange ich schon wieder an zu jammern, verdammt. Ich bin eine starke, unabhängige Frau! Jawohl! Wenn ich mir das immer und immer wieder selbst einrede, glaube ich es sicher bald selbst, haha! Ha … ja. Toll. Seufz. „Bleibt es denn dabei? Reinfeiern?“, wirft Julia in den Raum, doch mein aktueller Gemütszustand scheint sie etwas zu irritieren. „Oder?“ „Hm, ehrlich gesagt möchte ich ungerne …“, murmele ich, doch Pea stupst mich einfach an und sagt: „Na klar wird gefeiert! Auf in ein neues Lebensjahrzehnt! Dreißig ist das neue zwanzig!“ Haha, ja genau. „Mir wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn wir uns gemütlich am Sonntag zum Brunchen treffen könnten. Bei mir zu Hause?“ Doch als ich das sage, starren mich die zwei an, als würde ich ihnen eine Rheumadecke andrehen wollen. „Mit Kuchen und Brötchen …“, zähle ich auf, doch auch das sorgt nur für fassungslose Gesichter. „Ich dachte eher an Disco, süße Männer, Fleischbeschau?“ Julia grinst mich frech an. Klar, süße Männer für mich, oder was? Die sind doch keine Quarkhörnchen mit Marmeladenfüllung … Ich blicke zu unserem Kuchenstand, wo wir selbige im Angebot haben. Mh, vielleicht kann ich mir zur Mittagspause ja eines gönnen? Yummy! „Und wehe du sagst, du bist zu alt dafür!“ Für Pea ist die Sache wohl längst besiegelt. Na, da komme ich jetzt nicht mehr heraus …   Nach der Arbeit schlendere ich gedankenversunken durch München. Heute ist ein verdammt heißer Tag. Hier, in der Touristenmeile, ist ja eh immer etwas los. Am liebsten würde ich mir jetzt auch ein Eis kaufen, aber sechs Euro pro Kugel? Puh, ne, danke. Ich liebe meinen Job wirklich. Aber er könnte besser bezahlt sein. Es reicht halt gerade so für eine kleine Mietwohnung am Münchener Stadtrand. Vierzig Quadratmeter, alles sehr funktional eingerichtet und mit der Unterstützung meiner Eltern, kein Problem. Schlimm genug eigentlich, mit neunundzwanzig noch Geld von den Eltern zu bekommen, aber anders wäre es nicht möglich. Ja, es wäre einfacher, einen Freund zu haben. Einen Partner. Einen Vertrauten. Ich bleibe vor einem Brautmodengeschäft stehen. Die Kleider sehen so hübsch aus. Bestickt mit Perlen, Schleifen, Rüschen … ernsthaft? Rüschen? Okay, wer es mag. Ich würde ein schlichtes Brautkleid tragen. Mit einem Herzdekolleté, einer Schleife auf dem Rücken, weißem Haarschmuck und weitem Rock. Ja, das wäre ein Traum. Seufzend betrachte ich die junge Frau im Laden, die mit ihren Freundinnen da ist. So wie sie alle gekleidet sind, gehören sie wohl zur Schickeria in München. Diese Frauen können sich alles leisten und müssen nicht jeden Euro zweimal umdrehen. Oder besser noch: Jeden Cent. Ach, nein! Ich darf nicht jammern. Es geht mir ja nicht schlecht. Auch wenn ich kein Auto habe und ein Urlaub nicht drin ist, so kann ich mir doch eine eigene Wohnung leisten, habe genug zu essen, schöne Kleidung und ein 1A-superduper- Busticket, mit dem ich über zig Umwege nach Hause komme,...



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