E-Book, Deutsch, 89 Seiten
Sommer VON DER LIEBE UND ANDEREN WUNDERN
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8476-8430-5
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
eine Lebensgeschichte
E-Book, Deutsch, 89 Seiten
ISBN: 978-3-8476-8430-5
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ich wurde 1956 in Rostock geboren, besuchte die Polytechnische Oberschule, studierte in Franzburg, arbeitete als Kindergärtnerin, saß im Büro sehr viele Jahre, leitete einen Verein zwischenzeitlich und bin seit mehr als 20 Jahren, mit Unterbrechungen, im Einzelhandel als Verkaufsmitarbeiterin, Leiterin von Filialen und Selbständige tätig. Und zwar in Rostock und in Oslo, Norwegens schöner Hauptstadt.
Autoren/Hrsg.
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1. Kindheit
Es gibt kein Wunder für den, der sich nicht wundern kann
(Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916)
Es waren einmal eine junge Frau und ein junger Mann.
Die hatten sich sehr lieb und wünschten sich ein Baby.
Da beschloß ein kleiner, lockiger Engel als ihr Kind auf die Erde zu kommen.
So war es mit seinen zukünftigen Eltern, vor diesem Leben, abgesprochen worden. Als sie alle noch dort in der anderen Dimension waren.
Seine Mama konnte den kleinen Engel vieles lehren, was er noch nicht wußte.
Und auch sein Papa hatte Eigenschaften, von denen unser Lockenkopfengel gerne lernen wollte.
Vielleicht konnte ja auch er seine Eltern etwas lehren?
Hier auf die Erde kommt man, um zu lernen.
Es ist genau wie zur Schule gehen, denn unser eigentliches Leben ist in der anderen Welt.
Und in dieser anderen Welt, wo wir gar keine Körper haben, sondern nur Geist-Seele, also reine Energie sind, haben wir auch kein Geschlecht.
Wir sind Beides.
Männlich und weiblich.
Lockenkopfengel suchte sich einen Körper aus,
fand seine Eltern und
kam an einem schönen Sommer-Sonnen-Sonntag, in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts,
im Norden Deutschlands,
in der ehemaligen DDR,
bei ihrer Familie an.
Sie wurde ein Mädchen.
Mama und Papa waren außer sich vor Glück und Freude und zeigten stolz ihren kleinen Engel herum.
Lockenköpfchen bekam sogar den weiblichen Vornamen seines männlichen Engelfreundes, den es dort in der anderen Wirklichkeit hatte.
Dieser Freund war ihr Lehrer, Vertrauter und wollte sie auf der Erde beschützen, führen und leiten, wenn sie ihn brauchte.
Sie war meistens ein ruhiges, ernstes Kind.
In den ersten Monaten allerdings weinte sie sehr viel.
Sie hatte nach und nach vergessen, warum sie hier auf die Erde kam.
Das geht allen Neugeborenen und ganz jungen Babys so.
Und erst recht uns Erwachsenen.
Wenn wir in einem Körper leben, verstehen wir Menschen anfangs nicht mehr, warum wir plötzlich weg sind aus dem Paradies.
Warum alles so anders ist.
Wir finden uns in einem Leben wieder, mit einem Körper, der nun unser Haus ist, der unseren Geist und unsere Seele einschränkt.
Anstatt weiterhin in der gewohnten, lichten, fröhlichen, strahlenden Freiheit zu sein.
Wir Menschenkinder vergessen alles, was wir uns vorgenommen haben hier zu lernen in der Erden-Lebens-Schule.
Mit unseren Engelfreunden haben wir nämlich einen Plan ausgearbeitet, in dem genau besprochen worden war, was wir lernen und erleben wollen im Erdenleben.
Irgendein begnadeter Gelehrter, lange vor Chrisus lebend, nannte es:
Vom Wasser des Vergessens trinken.
Das war Platon.
Man kann sich vorstellen, daß es Dinge gibt, die nicht nur schön und einfach zu erlernen sind.
Wir wollen unsere Grenzen kennen lernen,
unseren Charakter schulen,
uns Wissen aneignen, möglichst durch Erfahrung.
Aber, wir sind ja immer beschützt, denn unsere Engelfreunde sind bei uns.
Sie wachen und begleiten uns ein Leben lang.
Es ist nur so schade, daß wir das als Menschen zeitweise vergessen.
Und darum nicht merken.
Aber, wenn wir uns dann erinnern, daß sie bei uns sind,
daß es einen Grund hat, hier auf der Erde zu sein,
dann wird alles einfacher.
Wenn wir unsere Freunde bitten, uns immer beizustehen, dann sind sie da.
Und helfen uns, vor allem in schweren Lebenssituationen!
Es ist ja dummerweise so, daß man aus schmerzhaften Erlebnissen am Meisten und am Intensivsten lernt.
Vergessen dürfen wir auch niemals, daß der Schöpfer uns alle mehr liebt, als wir Menschen es uns überhaupt vorstellen können.
Keiner von uns ist jemals ungeliebt!
Gott kennt jeden Einzelnen von uns und kümmert sich um uns mit nie endender, bedingungsloser Liebe und Zuneigung!
Auch da sage ich `leider`,
denn viele Menschen wollen diese Liebe und Fürsorge nicht annehmen.
Und haben sich von Gott irgendwann einmal abgewandt.
Lockenkopfengel kam in dies Leben mit einer Menge an Gaben und Talenten.
Mit viel Kreativität und sogar Weisheit.
Das heißt, sie hatte in anderen Leben schon viel gelernt, das sie nun hier, in diesem Leben, anwenden wollte.
Sie kam voller Liebe und Hoffnung und ganz viel Energie, denn sie hatte mit ihrem Engel ja genau besprochen, was sie lernen wollte, um stark und noch klüger zu werden.
Sie wollte so gerne gegen das Böse kämpfen, das es auf der Erde und im Universum gibt und allen traurigen Kindern und Erwachsenen helfen, fröhlich zu sein.
Dazu aber mußte sie selbst erst noch ganz viel erleben und verstehen lernen, um es dann mit dem schon Gelernten zu verbinden.
Ihr Papa war Neulehrer.
So hießen damals nach dem Krieg die jungen Menschen, die als Lehrer arbeiteten.
Ihr Papa wollte eigentlich Medizin studieren, wurde aber kurz nach seiner Immatrikulation, als ganz junger Soldat, in den 2. Weltkrieg einberufen.
Man hat ja schon aus Filmen oder Büchern mitbekommen, daß Hitler zum Ende des 2. Weltkrieges so viele junge Menschen noch einzog, um den einmarschierenden Feind aufzuhalten.
Wie schrecklich das war.
Und dabei lag der Krieg da schon in den letzten Zuckungen.
Nach dem Krieg war an Studieren erst einmal nicht zu denken.
Wichtiger war es, Essen heranzuschaffen.
Lehrer wurden gebraucht und so meldete er sich, auch wegen der Lebensmittelkarten die es gab, für diese Arbeit.
Die neuen Lehrer bekamen kurze Unterweisungen und begannen dann gleich zu unterrichten.
Ihr Papa war ein flotter junger Mann, witzig, etwas verrückt, und gab sich aus Spaß als Dr. Wendhusen aus.
In seiner Freizeit.
Wie er auf den Namen kam weiß man nicht.
Er hatte so eine Tasche, die einem Arztkoffer ähnelte.
Den Spitznamen Dr. Wendhusen behielt er sein Leben lang.
Und so zog er mit einem anderen jungen Mann, der der Bruder ihrer Mama war, durch die Gegend.
Ihre Mama war Sportlerin durch und durch.
Sie spielte intensiv Handball viele Jahre lang.
Noch in der Kriegszeit hatte sie ihre Ausbildung beendet und arbeitete als kaufmännische Angestellte.
Sie war eine hübsche, sportliche, junge Frau.
Kein Wunder, daß der Papa sich in sie verliebt hatte.
Die ersten Jahre lebte Lockenkopfengel mit ihren Eltern und der Omi richtig glücklich.
Sie wurde so sehr geliebt von allen Erwachsenen.
Der Mittelpunkt aller war sie.
Sie bekam ständig von Bekannten und Freunden der Eltern zu hören, wie süß sie doch sei und daß sie wie ein richtiger Engel aussähe.
Ja, sie hatte Locken, ein liebliches Gesichtchen und war wirklich schön anzusehen.
Aber, was ging bei all´ diesen Komplimenten in ihrem Inneren vor?
Ja, man gewöhnt sich sehr schnell an Schmeicheleien.
Irgendwann fühlte sie sich wie eine kleine Prinzessin.
Und benahm sich oft auch so.
Sie mochte es, im Mittelpunkt zu stehen und genoß das permanente Interesse aller Erwachsenen.
Und wehe, wenn einmal irgend jemand vergaß, sie mit schönen Worten einzulullen!
So ging das viele Jahre ihres Lebens.
Vor allem die ersten Lebensjahre prägen einen Menschen.
Sie brauchte immer Anerkennung.
Bekam sie die nicht, tat sie etwas, was beim Gegenüber Aufmerksamkeit erregte.
Nicht nur in ihrer Kindheit hatte sie das Problem, Anerkennung zu benötigen, wie die Luft zum Atmen.
Sondern das war auch eine Weile noch so, als...




