Sorensen | Das Versprechen von Callie & Kayden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 288 Seiten

Reihe: Callie und Kayden

Sorensen Das Versprechen von Callie & Kayden

Callie & Kayden 6 - Roman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-641-18068-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Callie & Kayden 6 - Roman

E-Book, Deutsch, Band 6, 288 Seiten

Reihe: Callie und Kayden

ISBN: 978-3-641-18068-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Callie und Kayden haben immer noch mit ihren Verletzungen und dem damit verbundenen Schmerz zu kämpfen, aber viele Probleme konnten sie hinter sich lassen. Doch unweigerlich holt sie die Vergangenheit ein, und plötzlich stehen sie vor schweren Entscheidungen. Sie hoffen, dass sie gemeinsam alles durchstehen können. Denn sonst bleibt ihnen nichts ...

Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.
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1


#101 Auf dem Bett hüpfen! Ganz viel

Callie


Der Winter ist eine wunderbare Jahreszeit. Schneeflocken rieseln vom Himmel und wirbeln durch die Luft. Sie erinnern mich daran, dass sich die Welt immerzu verändert, dass sich Leute immerzu verändern, dass ich mich immerzu verändere. Ich sehe nach vorne, lasse los, was mit Caleb war, und lebe für die Zukunft. Für eine Zukunft voller unendlicher Möglichkeiten. Und das macht mich froh.

Doch allem Optimismus zum Trotz habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass etwas fehlt und ich nicht weiß, was. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Es kann sogar gut sein, wenn es vielleicht Traurigkeit und Schmerz sind, die fehlen. Oder es kommt mir schlicht komisch vor, dass ich freier denn je durchs Leben gehe. Oder ich suche vielleicht bloß nach etwas, das dieses seltsame neue befreiende Gefühl in mir erklärt, weil die Vergangenheit seit Kurzem so weit weg scheint. Die Person, die mir wehgetan hat, ist verschwunden, und auch wenn die Geschichte mit Caleb noch nicht ganz durchgestanden ist, kommt es mir vor, als sei ich von meinen inneren Dämonen ihn betreffend – was er mir angetan hat – erlöst. Ja, die Erinnerung ist noch da, hat meine Vergangenheit vernarbt, aber sie definiert nicht mehr, wer ich bin.

Nun bin ich … na ja, glücklich.

Das würde ich mir auch für Kayden wünschen, denn er scheint in letzter Zeit ein bisschen traurig. Nicht so wie früher, nein, es geht ihm schon viel besser als vor einem Jahr an dem schrecklichen Tag, als ich ihn in der Klinik besuchte. Dahin war er geschickt worden, weil die Ärzte und Schwestern dachten, er hätte selbst mit dem Messer auf sich eingestochen. Zwar hatte er sich geritzt, aber es war sein Vater, der damit angefangen hatte, ihn zu verletzen, und der ihn am Ende fast umgebracht und die Zukunft ruiniert hätte, die wir jetzt haben.

»Klopf, klopf.« Seth klopft an und steckt den Kopf zur Tür herein. »Hey, was ist los? Wieso beantwortest du deine SMS nicht?«

Ich klemme meinen Stift zwischen die Seiten meines Tagebuchs und greife nach dem Telefon auf meinem Bett. »Entschuldige, ich hatte vergessen, dass ich vorm Kurs die Lautstärke runtergedreht hatte.« Ich stelle sie wieder lauter, während Seth übertrieben beleidigt guckt und in mein Wohnheimzimmer kommt.

Er ist so wie immer durchgestylt in seinem schwarzgrauen Pulli, der dunkelblauen Jeans und den Converse-Turnschuhen; und natürlich ist sein honigblondes Haar perfekt zerzaust.

»Heißes Date heute Abend?«, frage ich, lege mein Telefon auf den Nachttisch und klappe mein Tagebuch zu.

»Ich weiß nicht, was du meinst.« Er tippt sich mit dem Finger an die Lippen, um sich ahnungslos zu geben. Dabei redet er schon die ganze Woche von nichts anderem als seinem Date mit Greyson, weil sie heute ihr Einjähriges haben.

Ich schiebe das Tagebuch unter mein Kopfkissen, stehe auf und streiche die Falten aus meiner violett und schwarz gestreiften Bluse. »Ich meine das Date, von dem du schon seit Wochen sprichst. Das Date. Das zu eurem Jahrestag.«

Er kickt die Zimmertür zu. »Du musst echt aufhören, immer so genau hinzuhören. Das verdirbt mir den ganzen Spaß und beraubt mich meiner geheimnisvollen Aura.«

»Du besitzt gar keine geheimnisvolle Aura«, sage ich und binde mein langes braunes Haar zu einem Pferdeschwanz. »Aber wir können die Szene ja noch mal durchspielen, wenn du willst. Du gehst raus, kommst wieder rein, und ich tue, als hätte ich keinen Schimmer, warum du dich so aufgebretzelt hast. Dann kannst du mir die große Neuigkeit verkünden, und wir feiern und springen auf und ab und kreischen Oh mein Gott!. Ich wedele dabei wild mit den Händen vor mir und schreie: Das wird ja so unglaublich klasse!«

Einen Moment lang starrt er mich an und tut, als wäre er kein bisschen amüsiert, aber dann biegt sich sein einer Mundwinkel nach oben, und er fängt an, mit mir auf und ab zu hüpfen. »Spulen wir lieber gleich zum netten Teil vor«, sagt er lachend, springt auf mein Bett und wippt auf der Matratze, während er mir eine Hand hinstreckt, um mir nach oben zu helfen.

»Ah, tausend Dank, Sir.« Ich nehme seine Hand, und er zieht mich zu sich.

Wir hüpfen auf meinem Bett wie kleine Kinder und bejubeln seinen Jahrestag, bis meine Mitbewohnerin Harper hereinkommt. Sie bleibt erschrocken in der Tür stehen, als sie uns sieht, wie wir beide mit hochroten Köpfen und japsend die Arme schwenken.

»Hey, Harper.« Ich winke ihr zu und höre auf zu hüpfen. Aber Seth macht weiter. Ihn stört nicht, dass er wie von Sinnen wirkt, allerdings muss er sich ja auch nicht das ganze Jahr mit Harper ein Zimmer teilen.

Harper sieht interessiert zwischen Seth und mir hin und her, als sie ins Zimmer kommt und die Tür hinter sich schließt. »Was macht ihr denn?«

Seth hüpft sehr übertrieben. »Sport«, scherzt er atemlos.

»Tolle Idee. Muss ich auch mal ausprobieren. Allerdings bin ich eher der Typ für paarweisen Bettensport.« Harper zwinkert, was irgendwie künstlich rüberkommt, als würde sie vorspielen zu sein, wie sie glaubt, sein zu müssen. So ist sie oft. Dann geht sie hinüber zum Schreibtisch am Fenster und legt ihre Bücher ab.

Seth kichert, und ich werde rot. Auch jetzt noch, nachdem ich schon häufiger Sex hatte, machen mich zweideutige Bemerkungen verlegen. Früher dachte ich, es läge daran, dass ich mit zwölf vom besten Freund meines Bruders vergewaltigt wurde, dass das eben seine Spuren bei mir hinterlassen hat. Doch inzwischen schätze ich eher, ich bin einfach so.

»Und was habt ihr zwei heute so vor?«, fragt Harper, rafft ihr langes blondes Haar zu einem unordentlichen Dutt zusammen und nimmt ihren iPod von ihrem Bett.

Seth zuckt mit den Schultern, springt vom Bett und landet mit einem dumpfen Plumps auf dem Boden. »Im Moment nichts Besonderes. Warum? Suchst du mal wieder eine Partybegleitung?«

Sie zögert, weil sie die Liste der Songs auf ihrem iPod durchgeht, was sie ablenkt. »Ich überlege, zu dieser Verbindungsparty zu gehen, habe mich aber noch nicht entschieden.«

Seth greift sich an den Hals und tut, als müsse er würgen. »Verbindungsstudenten, würg!«

»Stimmt«, sagt sie und nimmt ihre Kopfhörer vom Kissen. »Aber ich muss mal für einen Abend aus der Schuhschachtel von Zimmer raus, sonst drehe ich durch.«

»Tja, bedaure, aber da wirst du allein hinmüssen«, erklärt Seth ihr. Die beiden treffen sich hin und wieder bei Partys oder gehen zusammen zu welchen, weiter reicht ihre Freundschaft allerdings nicht.

»Mist.« Sie lächelt mir gekünstelt zu. »Was ist mit dir, Callie? Hast du Lust auf eine Party?«

»Hm, ich muss mich Seth anschließen«, antworte ich, bekomme aber gleich ein schlechtes Gewissen, als Harper die Stirn runzelt. »Ich stehe nicht so auf Verbindungspartys.«

Sie zuckt mit den Schultern, obwohl sie ein bisschen deprimiert scheint. Doch sobald sie bemerkt, dass ich sie immer noch ansehe und es mitbekomme, ringt sie sich ein strahlendes Lächeln ab und steckt ihre Ohrstöpsel ein. Ich weiß nicht, warum, aber Harper macht immer einen einsamen Eindruck, auch wenn sie dauernd von Leuten umgeben ist. Sie lächelt weiter, als sie zu ihrem Bett geht. Allerdings habe ich schon so viel künstlich gelächelt in meinem Leben, dass ich es auf Anhieb erkenne.

Als sie sich hinsetzt und sich an ihre Hausaufgaben macht, winkt Seth ihr zu und zieht mich zur Tür. »Lass uns einen Kaffee trinken gehen.« Er nimmt im Vorbeigehen meine Kapuzenjacke vom Bettpfosten und reicht sie mir. »Und ich verrate dir, was für ein Geschenk ich für Greyson habe.«

Ich ziehe die Jacke über und gehe mit Seth nach draußen, den Gang hinunter und zu den Fahrstühlen.

»Es ist eine Sammlung von Sachen, die wir zusammen gemacht haben«, sagt er, als ich den Knopf fürs Erdgeschoss drücke. »Wie DVDs, die wir gesehen, Musik, die wir gehört haben, und Essen, das wir beide total gut finden.«

»Das dürfte das coolste Geschenk aller Zeiten sein«, sage ich. Wir kommen unten an und steigen aus dem Fahrstuhl.

»Ja, genau!« Er strahlt, als wir zum Ausgang gehen. Draußen ist es kalt und windig, aber schön, denn der Himmel ist kristallblau. Um das Gebäude herum haftet Raureif an den Ästen und Zweigen der kahlen Bäume sowie am Gras auf den Rasenflächen, was allem etwas von einem Winterwunderland verleiht.

»Und was gibt es bei dir Neues?«, fragt Seth. Wir gehen zu dem nächsten Café, gleich schräg gegenüber vom Campus der University of Wyoming, wo wir beide studieren. »Es ist ewig her, seit wir zuletzt geredet haben.«

Ich lache, weil es ungefähr gestern war. »Nicht viel.«

»Wie läuft es im neuen Job?«

Ich stöhne. Zu Semesterbeginn hatte ich einen Praktikumsplatz bei einer Onlinezeitung ergattert. Ich schreibe unglaublich gern und so, aber … »Irgendwie nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte«, antworte ich, als wir vom Gras auf den glitschigen Gehweg wechseln.

»Wieso nicht?«, fragt er und hakt mich unter, bevor es einen von uns zerlegt.

Ich zucke mit der Schulter. »Ich würde lieber nur schreiben … na, ich weiß nicht, das, was ich will, und nicht über bestimmte Sachen. So fühlt es sich eben wie irgendein Job an.« Jetzt muss ich seufzen. »Das klingt furchtbar egoistisch, oder? Und undankbar.«

Seth kichert, als er uns um einen großen Eisflecken auf dem Gehweg herumlenkt. »Nein, es klingt normal. Man muss einen Job nicht mögen, nur weil es zufällig gerade...


Sorensen, Jessica
Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.



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