Sorensen | Die Sache mit Callie und Kayden | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Callie und Kayden

Sorensen Die Sache mit Callie und Kayden

Callie und Kayden 1 - Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-12859-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Callie und Kayden 1 - Roman

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Callie und Kayden

ISBN: 978-3-641-12859-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wenn eine kurze Begegnung das Herz zum Rasen bringt

Callie glaubt nicht an das große Glück. Nicht seit ihrem zwölften Geburtstag, als ihr Schreckliches zustieß. Damals beschloss sie, ihre Gefühle für immer wegzusperren, und auch sechs Jahre später kämpft sie noch gegen ihr dunkles Geheimnis an. Dann trifft sie auf Kayden und rettet ihn vor seinem ärgsten Feind. Er setzt es sich in den Kopf, die schöne Callie zu erobern. Und je näher er ihr kommt, desto klarer wird ihm, dass es nun Callie ist, die Hilfe braucht…

Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.
Sorensen Die Sache mit Callie und Kayden jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Prolog


Callie


So vieles im Leben ist Glückssache: welches Blatt einem ausgeteilt wird, ob man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Manche Leute haben Glück, bekommen eine zweite Chance, bleiben unbeschädigt. Entweder sind sie heldenhaft, oder es ist purer Zufall. Und dann gibt es die, denen das Glück nicht auf einem Silbertablett serviert wird, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind, die nicht gerettet werden.

»Callie, hörst du mir überhaupt zu?«, fragt meine Mom, als sie den Wagen in der Einfahrt anhält.

Ich antworte nicht, weil ich dem Laub zusehe, das vom Wind über den Rasen geweht wird, über die Kühlerhaube, wild durch die Luft. Die Blätter bestimmen nicht, welche Richtung ihr Leben nimmt. Ich will hinspringen, sie alle einsammeln und festhalten, aber dafür müsste ich aus dem Wagen steigen.

»Was ist denn heute Abend mit dir los?«, fragt meine Mom gereizt, während sie die Nachrichten auf ihrem Handy durchsieht. »Geh rein, und hol deinen Bruder.«

Ich sehe von den Blättern zu ihr. »Muss ich wirklich, Mom?« Mit meiner verschwitzten Hand fasse ich nach dem Metalltürgriff, und ein riesiger Kloß steigt mir in den Hals. »Kannst du nicht schnell gehen?«

»Oh nein, ich will ganz sicher nicht in eine Party voller Highschool-Teenies platzen, und noch viel weniger Lust habe ich, mit Maci zu reden. Die will doch nur wieder damit angeben, dass Kayden ein Stipendium bekommen hat«, antwortet meine Mutter und bedeutet mir mit ihrer manikürten Hand, dass ich aussteigen soll. »Jetzt geh schon, und sag deinem Bruder, dass wir fahren.«

Ich ziehe den Kopf ein, als ich die Tür aufstoße und den Kiesweg hinauf zur zweigeschossigen Villa mit den grünen Fensterläden und dem spitzen Giebeldach laufe. »Zwei Tage noch. Noch zwei Tage«, murmle ich vor mich hin und dränge mich mit geballten Fäusten zwischen den parkenden Wagen durch. »Nur noch zwei Tage, dann bin ich im College, und das alles hier ist völlig egal.«

Unter dem grauen Himmel wirken die Lichter in den Fenstern gelblich. Auf der Veranda hängt ein »Glückwunsch«-Banner, und das Geländer ist mit Luftballons geschmückt. Die Owens machen gerne viel Theater um alles Mögliche – Geburtstage, Feiertage, Abschlüsse. Sie scheinen die perfekte Familie zu sein; aber ich glaube nicht, dass es etwas Perfektes gibt.

Mit der Party heute feiern sie den Abschluss von Kayden, dem jüngsten Sohn, und sein Football-Stipendium für die University of Wyoming. Ich habe nichts gegen die Owens. Meine Familie war schon ab und zu bei ihnen zum Essen eingeladen und sie hin und wieder bei uns zum Grillen. Was ich nicht mag, sind Partys, und ich war auch zu keiner mehr eingeladen, jedenfalls nicht seit der sechsten Klasse.

Als ich fast auf der Veranda bin, kommt Daisy Miller mit einem Glas in der Hand herausgetänzelt. Ihre blonden Locken schimmern im Verandalicht. Kaum sieht sie mich, verziehen sich ihre Lippen zu einem boshaften Grinsen.

Ich weiche vor der Treppe nach rechts aus und laufe zur Hausseite, ehe Daisy mich wie immer beleidigen kann. Die Sonne versinkt bereits hinter den Bergen, von denen die Stadt eingerahmt ist, und Sterne glitzern am Himmel wie funkelnde Libellen. Hier ist es dunkel, und ich stoße mit einem Fuß gegen etwas Scharfkantiges. Ich falle hin und schürfe mir die Handflächen am Kies auf. Äußerliche Wunden sind leicht zu verkraften, und ich stehe sofort wieder auf.

Ich klopfe mir die Steinchen von den Händen, verziehe das Gesicht, weil die Kratzer brennen, und laufe weiter nach hinten in den Garten.

»Mir ist scheißegal, was du versucht hast«, ertönt eine schneidende Männerstimme aus der Dunkelheit. »Du bist so ein Versager! So eine beschissene Enttäuschung!«

Ich bleibe am Rasenrand stehen. Hinten am Zaun ist ein gemauertes Pool-Haus, und dort stehen zwei Gestalten unter einem dämmrigen Außenlicht. Die eine ist größer, hat den Kopf gesenkt und die Schultern vorgebeugt. Die kleinere Gestalt hat einen Bierbauch und eine kahle Stelle am Hinterkopf; sie steht der anderen mit erhobenen Fäusten gegenüber. Blinzelnd erkenne ich, dass der Kleinere von beiden Mr. Owens ist und der Größere sein Sohn Kayden. Die Szene erstaunt mich, denn in der Schule ist er sehr selbstsicher, und keiner würde es wagen, ihn anzugreifen.

»Tut mir leid«, sagt Kayden leise. Seine Stimme zittert, und er hält sich eine Hand an die Brust. »Es war ein Unfall, Sir. Es wird nicht wieder vorkommen.«

Ich sehe zur Hintertür, wo die Lichter brennen, die Musik laut ist und Leute tanzen, rufen und lachen. Gläser stoßen klirrend aneinander, und ich kann die aufgestaute sexuelle Spannung bis nach hier draußen fühlen. Solche Orte meide ich um jeden Preis, weil ich da keine Luft bekomme. Zögernd betrete ich die unterste Stufe. Ich hoffe, dass ich unbemerkt in der Menge verschwinden, meinen Bruder finden und nichts wie weg von hier kann.

»Erzähl mir nicht, dass es ein beschissener Unfall war!« Die Stimme wird lauter, donnert vor Wut. Es gibt einen lauten Knall, dann ein Knacken wie von splitternden Knochen. Unwillkürlich drehe ich mich um und sehe gerade noch, wie Mr. Owens Kayden seine Faust ins Gesicht rammt. Bei dem Knacken wird mir übel. Er schlägt wieder und wieder zu, hört nicht mal auf, als sein Sohn sich auf dem Boden krümmt. »Lügner werden bestraft, Kayden.«

Ich warte, dass Kayden wieder aufsteht, doch er bleibt einfach liegen, hält sich nicht mal schützend die Arme vors Gesicht. Sein Vater tritt ihm in den Bauch, ins Gesicht, immer fester, und es scheint kein Ende in Sicht.

Ich reagiere, ohne nachzudenken, will so dringend helfen, dass in meinem Kopf kein Platz mehr für Zweifel ist. Ohne nachzudenken, laufe ich über den Rasen, durch das wirbelnde Laub. Als ich bei ihnen bin, begreife ich zitternd und schockiert, dass die Situation viel übler ist, als ich gedacht hatte.

Mr. Owens’ Handknöchel sind aufgerissen, und Blut tropft auf den Zement vorm Pool-Haus. Kayden liegt am Boden. Auf seinem Wangenknochen ist eine Platzwunde, ähnlich einem Riss in einer Baumrinde. Ein Auge ist zugeschwollen, seine Lippen sind aufgeplatzt, und sein Gesicht ist blutverschmiert.

Mr. Owens sieht mich an, und ich zeige mit einem zitternden Finger über meine Schulter. »In der Küche fragt jemand nach Ihnen«, sage ich und bin froh, dass meine Stimme ausnahmsweise ruhig bleibt. »Die brauchen bei irgendwas Hilfe … Ich weiß nicht mehr genau, wobei.«

Sein Blick bohrt sich in mich, und ich weiche vor dem Zorn und der Ohnmacht zurück. Seine Wut scheint ihn völlig zu beherrschen. »Wer zur Hölle bist du?«

»Callie Lawrence«, antworte ich leise. Mir fällt auf, dass er eine Fahne hat.

Sein Blick wandert von meinen ausgelatschten Schuhen zu der schweren schwarzen Jacke mit den Schnallen und landet schließlich auf meinem knapp kinnlangen Haar. Ich sehe wie eine Obdachlose aus, aber das ist Absicht. Ich will ja, dass mich keiner beachtet. »Ach ja, du bist die Tochter von Coach Lawrence. Im Dunkeln habe ich dich gar nicht erkannt.« Er sieht hinab zu dem Blut an seinen Händen, dann wieder zu mir. »Hör zu, Callie, ich wollte nicht, dass das passiert. Es war ein Unfall.«

Unter Druck funktioniere ich nicht besonders, deshalb bleibe ich stocksteif stehen und horche auf mein lautes Herzklopfen. »Okay.«

»Ich muss mich saubermachen«, murmelt er. Für einen kurzen Moment sieht er mich wieder mit diesem eindringlichen Blick an, bevor er über den Rasen zur Hintertür stapft, seine verletzte Hand angewinkelt.

Ich konzentriere mich wieder auf Kayden und atme langsam aus. »Bist du okay?«

Er hält sich eine Hand über sein Auge, starrt auf seine Schuhe und hält die andere Hand weiter vor die Brust. Er wirkt hilflos, schwach und verwirrt. Eine Sekunde lang stelle ich mir vor, ich läge da am Boden, mit Schnitten und Blutergüssen, die man nur von innen sieht.

»Mir geht’s gut«, antwortet er schroff, und ich drehe mich zum Haus, um wegzulaufen.

»Wieso hast du das gemacht?«, ruft er durch die Dunkelheit.

Ich bleibe am Rand des Rasens stehen und wende mich wieder zu ihm um. »Das hätte jeder getan.«

Er zieht die Braue über dem heilen Auge nach unten. »Stimmt nicht.«

Kayden und ich sind schon seit der Vorschule in einem Jahrgang. Traurigerweise ist dies die längste Unterhaltung, die wir seit der Sechsten führen – seit ich zum Klassenfreak erklärt wurde. Mitten im Schuljahr kam ich mit kurzen Haaren und Klamotten in die Schule, die mich fast verschluckten. Danach verlor ich sämtliche Freunde. Selbst bei den gemeinsamen Essen unserer Familien tut Kayden, als würde er mich nicht kennen.

»Das hätte so gut wie keiner getan.« Langsam nimmt er die Hand vom Auge und steht unsicher auf. Er überragt mich. Kayden ist einer der Jungs, in die sich Mädchen verlieben, mich eingeschlossen, als Jungs für mich noch keine Bedrohung waren. Sein braunes Haar steht an den Ohren und im Nacken ein bisschen ab, und sein sonst vollkommenes Lächeln ist eklig blutig. Nur eines seiner strahlend grünen Augen ist zu sehen. »Ich verstehe nicht, wieso du das getan hast.«

Ich kratze mich an der Stirn. Das ist eine nervöse Angewohnheit von mir, wenn mich jemand direkt ansieht. »Na ja, ich konnte ja nicht einfach weggehen. Das würde ich mir nie verzeihen.«

Im Licht, das vom Haus her scheint, erkennt man erst, wie schlimm seine Verletzungen sind und dass sein T-Shirt voller Blut ist. »Du darfst keinem etwas erzählen, klar? Er ist betrunken … und er hat es gerade nicht leicht. So wie heute ist er sonst nicht.«

Ich beiße mir auf die...


Sorensen, Jessica
Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.