E-Book, Deutsch, 216 Seiten
Sparkle Kiss the Dragon
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7487-6228-7
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wenn Liebe zum Vermächtnis wird
E-Book, Deutsch, 216 Seiten
ISBN: 978-3-7487-6228-7
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Fantasy Gay Romance für Frauen. Archäologie war für die Studentin Zoe bis jetzt bloße Theorie. Unerwartet wird sie auserwählt, ihre Professorin Milena auf eine Ausgrabungsstätte nach Kreta zu begleiten. Gemeinsam begeben sich die beiden Frauen auf eine mystische Entdeckungsreise, die sie zu ihrem wahren Schicksal führt. Denn auf den Spuren der mächtigen Drachenkrieger, die einst in Griechenland den Göttern gedient haben sollen, begegnen sie nicht bloß einigen angestaubten Funden, sondern einer zu Fleisch gewordenen Kriegerin aus längst vergangenen Zeiten, die ihr (Liebes)leben auf den Kopf stellt. Weitere Gay-Romane von May Sparkle: Frühling, Darling, Chaos und Sam (American Gay Romance) Sommer, Darling, Schicksal und Kate (American Gay Romance) She is the one? Was wäre wenn ... (erotische Gay Romance)
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1. Glaube
„Draconis Imperialis. Der Legende nach die vorherrschende Spezies der Königsgarde“, erklärte Milena ihren Studenten. „Meiner Schätzung nach, ließ sich das griechische Götterreich Siebenhundert vor Christus von übermenschlichen Kriegern beschützen.“ Sie klickte auf die kleine Fernbedienung. Das Bild eines mächtigen Drachen prangte auf der Leinwand. „Ähm, entschuldigen Sie“, murmelte eine Studentin aus der ersten Reihe, die vorsichtig ihre Hand hob. Es handelte sich um Zoe. Eine ihrer besten Studentinnen. „Ja, bitte?“, forderte Milena sie auf, ihre Frage zu stellen. „Aber in den Geschichtsbüchern steht über diese Königsgarde gar nichts geschrieben. Kein einziges Wort.“ Milena schmunzelte triumphal. „Das ist vollkommen richtig, Sie haben recht. Denn was ich Ihnen heute präsentiere, sind die Ergebnisse meiner jahrelangen Arbeit als Archäologin. Ich forsche nun schon seit über einem Jahrzehnt daran, einen Beweis für die Existenz der Drachengarde zu finden. Eigentlich wollte ich mit der Bekanntgabe meines erfolgreichen Fundes bis zum Ende der Vorlesung warten, aber da es hier sehr ungeduldige Studenten zu geben scheint, weihe ich Sie sofort in meinen Plan ein.“ Milena warf der angespannt dreinblickenden Studentin einen herausfordernden Blick zu. „Direkt im Anschluss an diese Vorlesung mache ich mich auf den Weg zu einer neuen Ausgrabungsstätte, die ich höchstpersönlich leiten werde. Ich biete einem meiner besten Studenten an, gemeinsam mit mir an der Ausgrabungsstätte zu arbeiten und das Geheimnis der Draconis Imperialis durch unseren Fund der Welt zu offenbaren.“ Zoe schluckte schwer, ihre Finger zitterten vor Anspannung. „Und wie werden Sie sich für einen Studenten entscheiden?“ Milena schloss die Augen, balancierte auf ihren Zehenspitzen und vollführte eine geschmeidige Drehung. Sie hob ihren filigranen Zeigefinger und deutete wahllos in die Menge der erstarrten Studenten. Dann öffnete sie ihre Augenlider. „So wie es aussieht, zeigt das Rad des Schicksals geradewegs auf Sie, Zoe.“ Die Studentin mit der Milena das Gespräch führte, erschrak. „Ich soll Sie begleiten?“ „Betrachten Sie diese Mission als ihr persönliches Los in die Welt der Archäologie, meine Liebe.“ Zoe blickte Milena an, als suche sie in ihrem Gesicht nach einem Anker, an dem sie sich festhalten konnte. „Meinen Sie ... also, sofort?“ „Nein, nein“, beschwichtigte Milena ihre Studentin, „Sie haben eine Woche Zeit, um mir zu folgen. Was sagen Sie? Nehmen Sie die Herausforderung an, die mächtigste Königsgarde in der Geschichte Griechenlands zu erforschen?“ „Ja ... natürlich“, murmelte Zoe unsicher. Milena schüttelte den Kopf. „Wie bitte?“ Der Studentin mangelte es offensichtlich an Selbstbewusstsein. Das würde Milena ihr an Ort und Stelle austreiben. „Ja, ich begleite Sie“, sagte Zoe nun etwas lauter. „Wunderbar, dann sehe ich Sie nach der Vorlesung“, schloss Milena die Diskussion ab und wandte sich wieder an den gesamten Vorlesungssaal, ohne die auserwählte Studentin nochmals direkt anzusehen. Sie predigte weiterhin über ihre Forschung und berichtete über ihre jahrelange Suche nach den Draconis Imperialis, der wahrscheinlich mächtigsten Rasse der Vorzeit, deren Existenz bis vor Kurzem ein gut behütetes Geheimnis war. Doch Milena hatte es endlich aufgedeckt. Die letzte Ausgrabung, die sie in Griechenland geleitet hatte, brachte erstaunliche Funde zum Vorschein. Sie grub schon seit langem nach einem Beweis und dieses Mal hatte sie ihn tatsächlich gefunden. Sie schilderte ihr Erlebnis den Studenten, die allesamt an ihren Lippen hingen. „Während der Ausgrabung schimmerte der Himmel für den Bruchteil einer Sekunde smaragdgrün und die Sonne verfinsterte sich für einen kurzen Moment, als ich meine Hand nach dem verborgenliegenden Schatz ausstreckte.“ Milena übertrieb natürlich maßlos. Sie liebte es, ihre Klasse zu foppen. Ein weiterer Klick auf die Fernbedienung folgte und zeigte ein Bild einer Ansammlung von wirr aussehenden Lederriemen. „Dieses Gewand konnten wir wohlbehalten freilegen“, erklärte sie den Studenten, während sie auf die Abbildung in ihrer Präsentation deutete. „Ich weiß, auf den ersten Anblick erscheint der Fund wie eine konfus verknotete Ansammlung alter Gürtel. Aber beim genaueren Hinsehen ...“ Milena klickte erneut und zeigte eine Vergrößerung des knappen Gewandens. „Wie Sie sehen, trug die Königsgarde die Kleidung von Amazonen. Mein Team und ich nehmen an, dass es sich eventuell um einen, uns bis dato unbekannten Kriegerstamm handeln könnte. Diese Lederkluft bedeckte lediglich die wichtigsten Stellen des Körpers. Durch das geringe Gewicht der Montur entstanden wichtige Vorteile im Kampf. Bewegungsfreiheit zum Beispiel.“ „Aber ...“ Milena sah in die Runde. Erneut war es Zoe, die ihren Vortrag störte. „Ja?“ Zoe kiefelte an ihrer Unterlippe. Sie schluckte, fand aber doch kurz darauf ihre Stimme. „Aber, ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Kriegerrasse ihren Körper dermaßen wenig Schutz gab? Ich meine ... diese Lederriemen ... sie geben null Sicherheit.“ Milena nickte. Weshalb sie vermutete, dass die Königsgarde keinerlei Schutz brauchte, wollte sie jedoch nicht vor der gesamten Klasse verraten. Deshalb deutete sie auf einen weiteren Studenten, der seine Hand erhoben hatte. „Was erwarten Sie, bei der nächsten Ausgrabung zu finden?“, fragte der Student, dessen Namen sie nicht kannte. Sie deutete Zoe, ihr Gespräch später fortzusetzen, und widmete sich der Beantwortung der anderen Frage. „Dieses Mal führt mich die Reise nach Kreta. Durch die Ausgrabungen in Thessaloniki konnte ich Spuren auf die umliegenden Inseln Griechenlands nachverfolgen. Denn so wie es aussieht, schlug dieser Stamm seine Wurzeln bereits Sechstausend vor Christus auf Kreta. Stellen Sie sich das vor. Wie Sie daraus schließen können, hat dieser Stamm schon sehr weit vor der Gründung der Königsgarde existiert. Sie wurden also nicht als Krieger in diese Welt geboren, sondern dazu gemacht. Eine höchst spannende Erkenntnis, finden Sie nicht? Ich erhoffe mir von der vor mir liegenden Ausgrabung, einen endgültigen Beweis für die Existenz der Draconis Imperialis zu finden. Einen unwiderlegbaren Beweis, um genau zu sein, der gleichzeitig die Macht dieser überaus beeindruckenden Spezies aufzeigt. Denn bis jetzt baue ich lediglich Wolkenschlösser, die immer wieder zu Staub zerfallen, müssen Sie wissen. Meine Kollegen nehmen mich aktuell nicht gerade ernst.“ Aufgrund ihrer letzten Worte sah sie verlegen auf die Uhr. Die Zeit verlief wie immer auf Hochtouren, wenn sie vor ihren Studenten sprach. „Unsere Zeit ist leider um, ich breche an dieser Stelle ab und danke Ihnen fürs Zuhören. Weitere Berichte erhalten Sie in der nächsten gemeinsamen Vorlesung, nachdem ich gefunden habe, wonach ich suche.“ Selten aber doch geschah es, dass sich ihre Studenten erhoben und Applaus auf Milena niederregnen ließen. So auch heute. Sichtlich beeindruckt von ihrem Forscherdrang, wie sie um jeden Preis versuchte, ihre Theorie über die Königsgarde aus längst vergangener Zeit zu beweisen, klatschten sie zum Abschied auf ihre Tische. Doch längst nicht jedem erging es wie ihren fleißigen Studenten. Kollegen, unter anderem ihr eigener Vater, ebenfalls Archäologe, hielt ihre Mutmaßungen für puren Schwachsinn. Er behauptete, sie hätte sich in ein Hirngespinst verrannt, dem nun ihre Karriere demnächst komplett zum Opfer fallen würde. Immerhin hatte man sie bereits an einen Lehrstuhl gebunden, den sie gar nicht haben wollte. Doch Milena wusste, dass sie recht behalten würde. Sie würde ihrem Vater und der restlichen Welt beweisen, dass sie keineswegs falsch lag. Und das würde ihr mit der Hilfe ihrer besten Studentin gelingen. Natürlich hatte sie ihre Begleiterin nicht durch reine Willkür ausgewählt. Milena wusste genau, auf wen ihr Finger zeigen würde. Denn Zoe hatte sich bereits letztes Semester durch ihr Talent und ihren Wissensdurst hervorgehoben, als Milena die halbstarke Klasse ihres Vorgängers übernahm. Sie unterrichtete noch nicht lange, nicht einmal ganz ein Jahr. Doch ihre Studenten vergötterten sie bereits innerhalb weniger Vorlesungen. Jedenfalls durchwegs die männlichen, wobei sie sich für deren Beifall kaum interessierte. Gerade ihre beste Studentin schien nicht völlig von Milena überzeugt zu sein. Ständig warf sie Kritik ein, sobald Milena von neuen Funden berichtete. Zoe verhielt sich in ihrer Gegenwart zwar stets zurückhaltend, als hätte sie etwas zu verbergen. Als wolle sie Milena nicht die Wahrheit spüren lassen, wie Zoe über sie dachte. Doch nun bekam Milena die einmalige Chance, Zoe bei dieser Ausgrabung zu beweisen, was sie alles erreichen konnte, wenn sie an Milenas Seite stand. Zoe würde sie nach der Zeit in Kreta niemals wieder dermaßen zweifelnd ansehen. Dessen war sich Milena sicher. „Entschuldigung“, murmelte Zoe wie aufs Stichwort in Milenas Rücken. Milena wandte sich ohne zu zögern zu ihr um. Ihre schokoladenbraunen Korkenzieherlocken sprangen bei der Drehung förmlich durch den Raum. Leider erwischte sie Zoe mit ihrer Haarpracht mitten im Gesicht. „Oh, Verzeihung“, sagte Milena mit vorgehaltener Hand. Selten war ihr etwas peinlich. Doch jetzt gerade würde sie am Liebsten im Boden versinken. Zoe hielt die Augen geschlossen und zog eine verkniffene Grimasse. „Nichts passiert“, nuschelte sie und unterdrückte ein Niesen. „Sie haben wirklich schönes Haar.“ Zoe hielt sich hastig eine Hand vor den Mund. „Entschuldigung, ich wollte nicht aufdringlich wirken.“Nun standen sie sich...




