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E-Book, Deutsch, 320 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
Sparks Der Vampir, der sich nicht traut
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-95576-931-4
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 320 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-95576-931-4
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
499 Jahre und kein bisschen verliebt: Kein Wunder, dass der Vampir Connor Buchanan sich schließlich für immun gegen die Liebe hält. Er hat seinen Freunden - diesen armen romantischen Narren - dabei zugesehen, wie sie sich Hals über Kopf in ihre Beziehungen stürzen. Aber nicht mit ihm! Connor weiß, dass das alles zu nichts als Herzschmerz führt. Doch obwohl er den rosaroten Gefühlen für immer abgeschworen hat, wirft ihn die Begegnung mit dem Todesengel Marielle komplett aus der Bahn. Mariella ist eine teuflische Versuchung, der er nicht widerstehen kann ...
Kerrelyn Sparks unterrichtete Französisch und Geschichte an der High School, bis im Jahr 2002 ein Traum für sie in Erfüllung ging: Ihr erstes Buch wurde veröffentlicht. Mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern lebt die mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin im Großraum Houston, Texas, wo es sehr zur Enttäuschung ihrer Tochter keine Vampire gibt.
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2. KAPITEL
Scharfer Wind pfiff durch den Wald, rauschte in den Bäumen und hieß Connor mit einem unverwechselbaren Duft willkommen. Dem Duft des Todes. Connor fluchte leise. Wie viele Sterbliche mussten auf diesem Campingplatz noch ihr Leben lassen, ehe man ihn endgültig schloss? Sean Whelan von der CIA hatte das letzte Massaker vertuscht; er hatte den Medien gegenüber behauptet, dass ein Grippevirus schuld war. Die Besitzer hatten ohne zu zweifeln aufgeräumt und weitere unbeschwerte Camper eingeladen. Weitere Opfer für Casimir und seine Anhänger, die sie terrorisierten und schließlich töteten.
Connor stand im Schatten eines großen Baumes und sah sich um. Casimir dürfte schon lange verschwunden sein, oder er versteckte sich vielleicht in den Höhlen, die sich ganz in der Nähe befanden.
Ein Sturm kam auf. Schwere graue Wolken rasten am Dreiviertelmond vorbei und löschten die Sterne aus. Ein Knall hallte über den Campingplatz, wohl eine offene Tür oder ein Fensterladen, verfangen im Wind.
Eine plötzliche Brise wehte seinen Kilt hoch, und er zuckte zusammen, als er die kalte Luft an seinem nackten Hintern spürte. Als er sich in der Hüfte drehte, um seinen Kilt zu richten, riss der Wind eine weitere Haarsträhne aus dem Zopf in seinem Nacken. Er steckte sie sich hinters Ohr und fuhr mit seiner stummen Überwachung fort. Weit in der Ferne konnte er die in Granit gehauenen Präsidentenköpfe von Mount Rushmore erkennen, die zwischen den dunklen Hügeln weiß leuchteten. Ohne Zweifel genoss Casimir die Ironie darin, Amerikaner so nah an einem Monument ihrer Stärke und Freiheit mental zu versklaven und zu ermorden.
In den Hütten auf der Lichtung im Wald brannte kein Licht. Connor konnte kein Geräusch aus ihnen hören, kein Stöhnen im Sterben liegender Menschen, keine Herzschläge. Dort konnte er später nachsehen, aber für den Augenblick ging er davon aus, dass sie leer waren.
Das Knallen und der Geruch kamen vom Haupthaus her, einem rustikalen Gebäude aus Stein und Holz. Er raste auf das Gebäude zu, stellte sich neben eines der Fenster und spähte hinein. Eine große Ledercouch, mehrere Schaukelstühle aus Holz, ein Tisch mit einer halb gespielten Partie Dame. Glühende Kohlen in der Feuerstelle des großen steinernen Kamins. Ein gemütlicher, freundlich aussehender Ort, wenn man von den Leichen auf dem Webteppich absah.
Wut und Ekel fingen in seinem Magen zu brodeln an. Er konnte nichts tun. Casimir und seine Anhänger waren wahrscheinlich schon verschwunden. Diese blutrünstigen Bastarde hatten bereits ihr Schlimmstes getan.
Dennoch, er wollte sich nicht unvorbereitet erwischen lassen, also zog er sein Schwert, ehe er sich ins Innere des Hauses teleportierte. Er sah in allen Räumen nach. Leer. Nachdem er die knallende Tür verriegelt hatte, kehrte er noch einmal um, damit er den Toten Respekt zollen konnte, die säuberlich aufgereiht auf dem Webteppich lagen. Sieben Tote. Die Kehlen aufgeschlitzt, um die Bissspuren zu verwischen, aber nicht ein Tropfen Blut befleckte den Teppich. Sie waren alle leer gesaugt. Die Totenstarre war noch nicht eingetreten, also mussten sie am gleichen Abend gestorben sein, wahrscheinlich kurz nach Sonnenuntergang.
Seine Wut stieg an und drohte zu explodieren. Er schloss die Hand so fest um sein Schwert, dass die Knöchel an seinen Fingern weiß hervortraten. Die Malcontents mussten vampirische Gedankenkontrolle benutzt haben, damit die Camper sich ihnen ergaben. Zwei Familien. Zwei nette Mütter. Drei unschuldige kleine Kinder. Die Väter waren unter der Kontrolle der Malcontents gestanden und hatten hilflos zusehen müssen, wie ihre Frauen und Kinder ermordet wurden.
Sein Herz raste vor Wut. Seine blauen Augen begannen zu glühen, bis sein ganzes Sichtfeld von einem eiskalten Blau überzogen war. Er ballte die Fäuste, wollte töten. Bitte, lass sie noch in den Höhlen sein!
Sein Claymore gehoben und zur Schlacht bereit, teleportierte er sich nach draußen. Er würde sie umbringen. Jeden Einzelnen von ihnen.
Er stürmte den Trampelpfad hinab, der zu den Höhlen führte. Der Wind wehte stärker, rüttelte an den Bäumen und streute kleine Zweige und Tannenzapfen auf die Wege. Lose Haarsträhnen peitschten ihm ins Gesicht. Er schob die Strähnen beiseite und sah in den Himmel. Der Mond war gespenstisch blau und fast vollkommen von dichten Wolken verhangen. Gut. Die Dunkelheit würde seinen Angriff verbergen. Dann bemerkten sie seine Anwesenheit erst, wenn sich seine scharfe Klinge in ihre schwarzen Herzen grub.
Töte sie! Töte sie alle.
Er blieb abrupt stehen, als ihm ein vollkommen klarer Gedanke kam. Déjà-vu. Die gleiche kalte Wut. Die gleiche schwarze Nacht. Der gleiche eisblaue Blick. Die gleichen Bäume, in denen der Sturm tobte, und der Duft nach Pinien. Töte sie alle.
Seine besonders empfindlichen glühenden Augen stachen im beißenden Wind. Was für ein Trottel er doch war! Hatte er seine Wut nicht besser unter Kontrolle als vor Jahrhunderten? Was, wenn Casimir fünfzig Anhänger bei sich hatte? Hundert? War er so blutrünstig, dass er ihnen einfach in die Falle ging?
Er trat zurück in den Wald, lehnte sich an einen Baumstamm, schloss die Augen und atmete tief durch. Nimm dich zusammen! Sein Herzschlag verlangsamte sich. Die Wut ebbte ab.
Er öffnete die Augen und konnte wieder normal sehen. Er zog sein Handy aus dem Sporran. Kein Empfang. Verfluchter Mist! Er wollte die Gegend nicht unbewacht lassen, während er sich zu Romatech teleportierte. Er ging zum Haupthaus zurück. Immer noch kein Empfang. Angus telepathisch eine Nachricht zu schicken konnte er auch nicht riskieren, da alle Malcontents in der Umgebung sie ebenfalls empfangen würden.
Sein Blick fiel auf die leuchtenden Präsidentenköpfe in der Ferne. Mount Rushmore. Wahrscheinlich war es dort möglich, ein Signal zu bekommen. Außerdem konnte er von dort aus die gesamte Gegend aus der Vogelperspektive betrachten. Wenn irgendwer aus den Höhlen kam, konnte er es von dort oben sehen.
Die Welt wurde einen Augenblick lang schwarz, und dann war er dort, die Füße auf festem Stein. Ehe er das Gleichgewicht wiederfinden konnte, traf ihn ein heftiger Windstoß in den Rücken und schubste ihn nach vorn. Mist. Er war zu nahe an George Washingtons Stirn gelandet. Er konnte sich gerade noch fangen, und einige kleine Kiesel fielen an ihm vorbei in den Abgrund.
Die Füße wieder fest auf dem Boden, sah er noch einmal den Berg hinab. Der Wind trug das Geräusch der Kiesel zu ihm hinauf, die in den Abgrund fielen. Er war kurz davor gewesen, abzustürzen, aber es hätte ihn wohl nicht umgebracht. Er konnte sich schließlich einfach an einen sicheren Ort teleportieren, ehe er auf dem Boden aufkam.
Auf dem Hügel vor ihm wanden sich Reihen aus Aluminiumbänken den Abhang hinauf wie eine große Treppe und bildeten ein Amphitheater. Oben auf dem Hügel befanden sich ein Besucherzentrum und ein Parkplatz. Alles leer. Was gut war, denn er konnte keine Zeugen gebrauchen, wenn er sich teleportierte. Oder wenn der Wind seinen Kilt nach oben wehte und sein Hintern zu sehen war.
Genervt knurrend schob er den Kilt wieder an Ort und Stelle und konzentrierte sich dann auf die nebenliegenden Hügel. Sein übermenschlich guter Blick konzentrierte sich ganz auf den Campingplatz. Dort regte sich nichts. Er entdeckte die Felszunge, in der sich die Höhlen befanden. Im Augenblick war es dort ruhig.
Er gab Angus’ Nummer ein und erreichte ihn endlich.
„Hol’s der Teufel“, erwiderte der. „Ich habe dir gesagt, du sollst nicht allein gehen. Verspürst du einen verdammten Todeswunsch?“
„Ich hätte einen Bericht abzugeben, wenn du ihn hören willst.“
„Was ich will, ist, dass du deinen Befehlen gehorchst!“, brüllte Angus. „Dir ist deine armselige Haut vielleicht nichts wert, aber …“
„Sieben Tote im Haupthaus“, unterbrach Connor ihn. Das dürfte die nervige Lektion unterbrechen. Als Belohnung bekam er einen Augenblick des Schweigens.
„Sieben?“, fragte Angus leise.
„Aye. Casimirs übliche Vorgehensweise. Die Opfer waren ausgesaugt und ihre Kehlen durchgeschnitten.“ Er biss die Zähne fest zusammen. „Drei Kinder.“
Angus fluchte auf Gälisch. „Dieser verdammte Bastard! Irgendeine Spur von ihm? Nein, vergiss das! Mach verdammt noch mal überhaupt nichts, ehe wir bei dir sind.“
Eine starke Brise peitschte gegen Connor, sodass er die Stimme heben musste. „Sie wurden am frühen Abend ermordet. Casimir könnte schon lange fort sein.“
„Oder er verkriecht sich in diesen verdammten Höhlen“, sagte Angus. „Ich trommele ein paar Männer zusammen. Halte dich bedeckt, bis wir kommen. Hörst du? Keine Nachforschungen auf eigene Faust! Das ist ein Befehl.“
Connor richtete den Blick gen Süden, wo ein Blitz ihn ablenkte. „So ein Mist.“ Da stand er mitten auf einem Berg mit einem Schwert in der Hand, und es gab Gewitter.
„Was?“, wollte Angus wissen. „Hast du etwas gesehen?“
Nur die Vision seiner selbst, knusprig gebraten. Connor warf sein Schwert in den Wald hinter den gemeißelten Köpfen. Der Himmel flackerte erneut, und er wirbelte herum und sah noch das Ende eines weiteren Blitzes. Seltsam. Der Blitz war zweimal an derselben Stelle eingeschlagen.
„Connor!“, brüllte Angus. „Was ist los?“
„Irgendwas stimmt hier nicht.“ Er kniff die Augen zusammen. „Einige Meilen südlich vom Campingplatz.“
Noch ein Blitz erhellte den Himmel.
Ihm stockte der Atem. Der Blitz war nicht vom Himmel gekommen. „Ich rufe...




