Spencer | Süss duftet der Lavendel | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1766, 160 Seiten

Reihe: Julia

Spencer Süss duftet der Lavendel


1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-783-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1766, 160 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86295-783-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Schloss inmitten von duftenden Lavendelfeldern, silbrig schimmernden Olivenhainen und üppigen Weinbergen: Die Suche nach ihrer leiblichen Mutter führt Diana bis in die Provence - auf das luxuriöse Anwesen des attraktiven Antoine, Comte de Valois. Auf den ersten Blick fühlt sie sich magisch angezogen von dem geheimnisvollen Franzosen mit der unwiderstehlich verführerischen Ausstrahlung. Doch auch wenn eine einzige leidenschaftliche Nacht in seinen Armen sich wie ein Versprechen für die Ewigkeit anfühlt, droht eine gefährliche Intrige ihr Glück schnell wieder zu zerstören ...



Zum Schreiben kam Catherine Spencer durch einen glücklichen Zufall. Der Wunsch nach Veränderungen weckte in ihr das Verlangen, einen Roman zu verfassen. Als sie zufällig erfuhr, dass Mills & Boon Autorinnen sucht, kam sie zu dem Schluss, diese Möglichkeit sei zu verlockend, um sie verstreichen zu lassen. Sie wagte den Sprung ins kalte Wasser, kündigte ihre sichere Stelle als Highschool-Englischlehrerin und schickte ihren ersten Entwurf an den englischen Verlag Mills & Boon. Ihre ersten beiden Romankonzepte wurden abgelehnt. Doch schon mit dem dritten Versuch schaffte sie es, zu überzeugen. Seitdem veröffentlichte sie mehr als 25 Bücher, die in 17 Sprachen übersetzt wurden und in 30 Ländern erschienen sind. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, einen Roman fristgerecht fertigzustellen, gibt sie Schreibkurse am College oder in Workshops der RWA (Romance Writers of America) in St. Louis und New York. Catherine ist verheiratet und lebt mit ihrem Ehemann in White Rock, einem Städtchen an der Pazifikküste südlich von Vancouver. Sie hat vier erwachsene Kinder, fünf Enkel, zwei Hunde und eine Katze. In ihrer begrenzten Freizeit genießt sie es, zu schwimmen, zu wandern, zu lesen, Klavier zu spielen, tropische Pflanzen zu züchten und Antiquitäten zu sammeln. Einmal fuhr sie sogar bis nach North Dakota, um eine Woche lang auf der Suche nach Antiquitäten für ihr gemütliches Heim durch Kleinstadtauktionen zu ziehen.

Spencer Süss duftet der Lavendel jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


2. KAPITEL


Wie immer, wenn er den Tag zusammen mit dem Leiter seines Lavendelunternehmens verbrachte, hatte Antoine auf dem Hinterhof des Gasthauses geparkt. Auf dem Weg über den Platz zu seinem Wagen bemerkte er die Frau sofort. Während der Sommermonate strömten Touristen scharenweise in die Provence, aber selbst dann sah man nach Sonnenuntergang selten Fremde in Bellevue-sur-Lac. Normalerweise machten sie bloß einen Tagesausflug hierher, um das Château, die Weinkellerei, die Lavendel-Destillieranlage und die Olivenmühle zu besichtigen.

Um diese Zeit – es war halb sechs – waren die Touristen wieder verschwunden, nicht nur, weil sich das Zimmerangebot im Dorf auf das Gasthaus „L’Auberge d’Olivier“ beschränkte, sondern auch, weil sie das aufregendere Nachtleben in Nizza, Marseille oder Monaco vorzogen.

Diese Frau jedoch saß im Schatten der Platanen an einem Tisch und trank ein Glas Wein. Ihre feinen Gesichtszüge und die elegante Kleidung fesselten seine Aufmerksamkeit, vor allem weckte aber ihre Wachsamkeit sein Interesse. Immer wieder ließ sie den Blick über den Platz schweifen und musterte jede Person, die vorbeikam. In diesem Moment war ihr Blick auf ihn gerichtet.

„Wer ist das, Henri?“, fragte Antoine und lehnte sich lässig an die Theke vor dem Haus, wo der Wirt Gläser für die Einheimischen polierte, die sich später hier versammeln würden, um Johannisbeerlikör zu trinken und Domino zu spielen.

„Eine Amerikanerin. Sie ist gestern Abend angekommen.“

„Hatte sie ein Zimmer reserviert?“

„Nein, sie ist einfach so aufgetaucht und hat gefragt, ob ich eins frei hätte. Sie hatte Glück. Ich hätte sie wegschicken müssen, wenn der Mann, den Sie erwartet haben, nicht in letzter Minute abgesagt hätte. Zu dumm, dass er sich das Bein gebrochen hat, oder?“

„Für ihn, und für mich auch. Ich muss ziemlich schnell jemanden finden, der ihn ersetzt.“ Wieder sah Antoine die Frau an. Sie ist wachsam und obendrein nervös, dachte er. Die Fremde trommelte mit den Fingern auf den Tisch, als würde sie Klavier spielen. „Was wissen Sie über sie, Henri?“

Der Gastwirt zuckte die Schultern. „Nicht viel. Sie spricht sehr gut Französisch, so wie die Oberschicht. Und sie hat es nicht eilig, abzureisen. Das Zimmer hat sie für einen Monat genommen.“

„Für einen Monat? Hat sie zufällig erwähnt, warum?“

„Nein.“

Nach Marie-Louise’s Tod waren innerhalb von Stunden Reporter in die Gegend eingefallen. Sie hatten sich als harmlose Touristen ausgegeben, um an Informationen für eine Skandalgeschichte heranzukommen. Nur ein paar Tage später hatte Antoine in ganz Frankreich und den meisten anderen europäischen Ländern Schlagzeilen gemacht: „Rätselhafter Tod einer Gräfin“, „War es Mord oder Selbstmord?“, „Polizei verhört Ehemann“.

Zwar hatte die sensationslustige Öffentlichkeit schließlich andere Opfer gefunden, aber die böswilligen Spekulationen in der Presse waren ein Albtraum gewesen, nicht nur für Antoine und seine nächsten Angehörigen, sondern für alle in Bellevue-sur-Lac. Seit damals misstraute er Fremden, die angeblich gern in einem rückständigen Dorf Urlaub machten und mit einem Zimmer in einem kleinen Gasthaus zufrieden waren, wo sie sich das Bad mit anderen Gästen teilen mussten. Und jetzt, da der dritte Todestag seiner Frau bevorstand, war Antoine besonders argwöhnisch. Wie die beiden vorangegangenen Todestage verhieß auch dieser neues Interesse an der tragischen Geschichte.

„Und wie will sie sich hier die Zeit vertreiben?“, fragte er.

„Vielleicht als Malerin.“

Hunderttausende Möchtegern-Cézannes und -van-Goghs und -Picassos waren überzeugt, dass sie im einmaligen Licht der Provence ihre Genialität entfalten würden. Sie sahen mit ihrem ungepflegten Äußeren und der Farbe unter den Fingernägeln dementsprechend künstlerisch angehaucht aus.

Diese Frau jedoch nicht. Sie würde kein Staubkörnchen auf ihrem Schuh dulden. Und obwohl er nicht hätte sagen können, was es war, kam ihm irgendetwas an ihr bekannt vor. Das allein genügte, um Antoine noch misstrauischer zu machen. Hatte er sie schon einmal gesehen? War sie eine Reporterin, die zurückgekehrt war, um neue wilde Behauptungen in die Welt zu setzen?

„Schenken Sie zwei Gläser von dem Wein ein, den die Dame gerade trinkt, Henri“, forderte Antoine den Wirt auf.

Dieser konnte seine Überraschung nicht verbergen. Vieles mochte sich seit den feudalistischen Zeiten geändert haben, aber die Menschen in Bellevue-sur-Lac hatten jahrhundertlang unter dem Schutz der Familie de Valois gestanden. Ob es ihm gefiel oder nicht, Antoine war ihr jetziger seigneur. Die Leute kamen zu ihm und ließen ihre Streitigkeiten durch Schiedsspruch von ihm schlichten und suchten seinen Rat und seine Hilfe. Dass der Comte zusammen mit den Dorfbewohnern in der Auberge d’Olivier sitzen und denselben Wein wie sie trinken wollte, würde sein, Henris, Ansehen mehr heben, als es die Aufnahme in die Ehrenlegion vermocht hätte.

Antoine fand es geradezu lächerlich, Gegenstand solcher Verehrung zu sein. Schließlich war er auch nur ein Mensch, der sich ebenso wie jeder andere mit seinem Schicksal – und dem Tod seiner Frau – abfinden musste. Doch nicht einmal diese Tragödie und der anschließende Skandal hatten ihn von seinem Podest stürzen können. Ebenso wenig wie ihn seine Geringschätzung seines Titels von den Pflichten befreite, die damit einhergingen.

„Soll ich sofort servieren, Antoine?“, wollte Henri wissen, noch immer außer sich vor Freude.

„Nein, ich gebe Ihnen ein Zeichen“, erwiderte Antoine.

Inzwischen war der Platz wie ausgestorben, sodass die Fremde ihre Studien nicht mehr fortsetzen konnte. Stattdessen blickte sie nun starr auf ihre Hände.

„An so einem Abend sollte eine schöne Frau nicht allein vor einem leeren Glas sitzen“, sprach Antoine sie auf Englisch an. „Darf ich mich zu Ihnen setzen?“

Überrascht sah sie auf. In der einsetzenden Dämmerung konnte er nicht erkennen, welche Farbe ihre Augen hatten, er bemerkte nur, dass sie groß waren.

„Oh. Nein … danke, aber nein.“

Jetzt war er überrascht. Ihre fast panikartige Zurückweisung passte nicht zu einer abgebrühten Klatschreporterin. Es sei denn, sie war eine gute Schauspielerin. „Weil ich mich nicht vorgestellt habe?“, fragte er lächelnd.

„Sie haben es erfasst.“

„Mein Name ist Antoine de Valois, und ich bin in dieser Gegend bekannt. Wen immer Sie fragen, er wird sich für mich verbürgen.“

„Ich wollte Sie nicht beleidigen.“

Sie hatte eine leise, wohlklingende Stimme und wirkte kultiviert und absolut bezaubernd.

„Das haben Sie auch nicht getan. Heutzutage macht es sich bezahlt, vorsichtig zu sein, besonders für eine alleinreisende Frau.“ Obwohl er die Antwort schon ahnte, fragte er nach einer kurzen Pause: „Oder irre ich mich, und Sie warten auf jemanden? Auf Ihren Ehemann vielleicht?“

„Nein“, erwiderte sie viel zu schnell und blickte auf ihre linke Hand, an der sie keinen Ring trug. In diesem Moment gingen auf dem Platz die Lichter an und warfen den halbmondförmigen Schatten ihrer Wimpern auf ihre Wangen. „Ich habe keinen Ehemann. Jedenfalls nicht mehr.“

Wieder nicht die Reaktion, die Antoine erwartet hatte. Vielmehr wirkte die Frau verlegen und verunsichert. Andererseits konnte der Schein natürlich trügen. Deshalb schnitt er von sich aus das Thema an, das sie begierig aufgreifen würde, wenn sie, wie er vermutete, wirklich eine aufdringliche Journalistin war.

„Dann haben wir etwas gemeinsam“, sagte er und setzte sich ihr gegenüber, ohne noch einmal um Einverständnis zu bitten. „Ich habe vor einigen Jahren auch meine Partnerin verloren.“

„Oh, ich bin nicht verwitwet!“, rief sie aus. „Ich bin … geschieden“, stieß sie hervor, und es hatte den Anschein, als würde sie sich zutiefst dafür schämen. Ein Trick vielleicht, um von ihren wahren Motiven abzulenken. „Welcher Mann war denn so dumm, Sie gehen zu lassen?“, fragte Antoine und verabscheute sich für das falsche Mitgefühl in seiner Stimme. Er war ein offener, ehrlicher Mensch, der für so etwas normalerweise nichts übrig hatte.

Sie zuckte die Schultern und biss sich auf die Lippe. „Er war derjenige, der gegangen ist.“

Argwöhnisch beobachtete Antoine ihr Gesicht, um darin irgendetwas Verschlagenes zu erkennen, aber er sah nur aufrichtige Qual. Überreagierte er etwa? War er seiner Paranoia ausgeliefert – und sie das unschuldige Opfer? Plötzlich verachtete er sich dafür, Erinnerungen heraufzubeschwören, die sie offensichtlich als schmerzlich empfand. „In dem Fall ist er doppelt dumm und ein Schuft“, sagte er mit echtem Mitgefühl. „Ich sehe, dass er Sie sehr unglücklich gemacht hat.“

„Inzwischen bin ich darüber hinweg.“

„Und über ihn?“

Zögernd lächelte sie. „Oh ja. Ganz bestimmt.“

Ein Gefühl der Erleichterung durchflutete Antoine, der lieber nicht analysieren wollte, warum das so war. Er nickte dem Wirt zu, der ein Tablett mit zwei Gläsern Wein und einer brennenden Kerze an den Tisch brachte. „Dann werden wir jetzt auf Ihre Freiheit anstoßen.“

„Das ist sehr freundlich von Ihnen, doch ich möchte wirklich nicht …“

„Henri, Ihr reizender Gast ist sich nicht sicher, ob es ungefährlich ist, meine Bekanntschaft zu machen. Beruhigen Sie die Dame doch bitte, und sagen Sie ihr, dass ich ein solider, anständiger Mann bin, ja?“ Da Henris...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.